Ermenegildo Antonio Donadini

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Ermenegildo Antonio Donadini (* 19. Juni 1847 in Spalato, Dalmatien; † 14. Oktober 1936 in Radebeul) war ein österreichisch-deutscher Maler, Restaurator und Fotograf sowie königlich sächsischer Hofrat.

Leben[Bearbeiten]

„Mein Gartengrundstück Ritzschkegrund, aufgenommen 1894“. Fotografiert von Donadini.
Blick auf den Platz des späteren Atelierbaus, links das Ursprungsgebäude.
Donadinis Grab auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden

Donadini wurde 1847 in Spalato (heutiger Name: Split) / Dalmatien geboren, zu jener Zeit Teil von Österreich-Ungarn. Er studiert mit einem Stipendium für die „Ausbildung als Künstler“ an der Akademie der vereinigten bildenden Künste in Wien, dann verlegte er sein Studium nach Venedig. Dort lernte er die Maler Hans Makart und Heinrich Lossow kennen, mit dem er nach München ging. Im Jahr 1872 wurde er an der Münchner Akademie Meisterschüler von Carl Theodor von Piloty, einem bekannten Genre- und Historienmaler.

Im Jahr 1877 wurde Donadini Professor an der Kunstgewerbeschule in Wien. Da er mit seiner Wiener Arbeit unzufrieden war, wechselte er 1881 auf die Professur für figürliche Malerei sowie die Leitung des Ateliers für Theaterdekoration an der Akademie für Kunstgewerbe in Dresden mit Sitz am Antonsplatz. Unter Protektion des sächsischen Regentenpaars war Donadini dort über 30 Jahre eine geachtete Künstler-Persönlichkeit.

Donadini schuf für die Villa Bleyl, die Villa Eschebach und den Wettinersaal im Dresdner Stadtschloss zahlreiche monumentale Wand- und Deckengemälde mit mythologischen und historischen Themen, von denen die meisten im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Im Albertinum in Dresden befindet sich eines der wenigen erhaltenen Exemplare seiner Gemälde, das Werk Ansicht vom Dresdner Eliasfriedhof. Er restaurierte in Dresden und in Leipzig zahlreiche Fresken von Louis de Silvestre, Moritz von Schwind und Friedrich Preller dem Älteren. Darüber hinaus verfasste Donadini mehrere Werke zur sächsischen Kunstgeschichte.

Der Hofrat Donadini war ein Pionier der Fotografie, viele seiner Glasnegative kamen in den 1980er- und 1990er-Jahren in den Besitz der Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek.

Im Jahr 1882 kaufte er als Sommersitz und Atelier ein Weinberghaus im Rietzschkegrund von Zitzschewig, einem heutigen Stadtteil von Radebeul. In den Folgejahren erweiterte er die Baulichkeiten durch ein Ateliergebäude und ein Sammlungsgebäude. Nach seiner Pensionierung 1913 ließ er sich dort vollständig nieder und duldete familiären Besuch nur noch durch seinen Sohn Carlo, da er mit Frau und Töchtern zerstritten war. Sein Haus wurde museumsartiger Aufbewahrungsort für seine immer größer werdenden Sammlungen, zu deren Themen auch die Verehrung für Napoleon gehörte.

Am 14. Oktober 1936 kurz vor seinem 90. Geburtstag starb Donadini in einer Dresdner Klinik an den Folgen eines Schlaganfalls. Er ist auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt beerdigt.

Schriften[Bearbeiten]

  • Das goldene Buch oder accurate Abbildungen der weitberühmten fürtrefflichen sächsischen Fürsten nach Lucas Cranach etc. 1889

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Donadini bekam einige Auszeichnungen, darunter (Stand 1919):[1]

Zudem war Donadini Ehrenmitglied der Accademia di San Luca.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Bove (Hrsg.): Ermenegildo Antonio Donadini: Fotografie im königlichen Dresden 1881 bis 1914, Dresden 2010. ISBN 978-3938325773
  •  Frank Andert (Red.), Große Kreisstadt Radebeul. Stadtarchiv Radebeul (Hrsg.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. 2. Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9, DNB 97909724X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ermenegildo Antonio Donadini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adressbuch Dresden und Vororte, 1919, S. 318.