Ermera

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ermera (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ermera
Ermera (Osttimor)
Ermera
Ermera
Koordinaten 8° 45′ S, 125° 24′ O-8.7522222222222125.39694444444Koordinaten: 8° 45′ S, 125° 24′ O
Ermera subdistricts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Ermera
Subdistrikt Ermera
Suco Poetete
Höhe 1195 m
Einwohner 8133 (2010)
Gründung 1979–1983Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Datum
Hauptstraße in Ermera mit Blick auf die Kirche Matriz
Hauptstraße in Ermera mit Blick auf die Kirche Matriz

Ermera (Vila Ermera, in alten Quellen: Hermera) ist die ehemalige Hauptstadt des osttimoresischen Distrikts Ermera.[1] „Ermera“ bedeutet auf Mambai „rotes Wasser“.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Hauptstraße in Ermera - An einem Ende steht die Villa des ehemaligen Großgrundbesitzers, am anderen die Kirche Matriz.

Die Siedlung Ermera, im Zentrum des Sucos Poetete (Subdistrikt Ermera), ist eine lose zusammenhängende Siedlung aus den Orten Poetete, Poepun (Poepung) und Loblala.[3][4] Ermera liegt 1195 m über dem Meer. Zur Landeshauptstadt Dili sind es in Luftlinie etwa 30 km nach Nordosten, auf der Straße durch das Bergland sind es vorbei an der Distrikthauptstadt Gleno 58 km. Im Ort leben 13.142 Einwohner (2006).

Klima[Bearbeiten]

Die Durchschnittstemperatur beträgt über das Jahr 22,2°C, die höchste Monatsdurchschnittstemperatur 26,8°C und die niedrigste 17,6°C. Gerade nachts kann es unangenehm kühl werden.[5]

Einrichtungen[Bearbeiten]

Ermera verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz, eine Grundschule (Escola Primaria Katolika Porahein),[6] eine präsekundäre Schule, eine Sekundärschule (Escola Secundaria Katolik No. 746)[6] und ein kommunales Gesundheitszentrum.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche von Ermera nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (Okt. 1945) und nach dem Wiederaufbau (Jun. 1970)

Anfang 1976 erreichten die indonesischen Invasionstruppen Ermera. Ein Teil der Bevölkerung floh aus Angst in die Berge. Nach der Eroberung von Samara (Subdistrikt Hatulia) am 24. April wurden 500 seiner Einwohner im Ort Ermera interniert, wo sie aufgrund der fehlenden Nahrungsmittelversorgung an Hunger litten. Weitere Internierungslager für Zivilisten, sogenannte Transit Camps, gab es im Subdistrikt Ende 1979 in Borohei (Suco Humboe), Mangero (Suco Riheu), Hotklokat (Suco Lauala) und Falimanu.[7]

Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum Arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurde nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, kam es zu Todesfällen durch Verhungern. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos frei bewegen.[7]

Am 10. April brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah Merah-Milizionären dutzende Häuser im Ort Ermera nieder.[7]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ermera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ministerium für Staatsverwaltung und Territorialmanagement (englisch)
  2. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, abgerufen am 28. September 2014.
  3. Timor-Leste GIS-Portal
  4. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 584 kB)
  5. Asian Development Bank: TIM: District Capitals Water Supply Project – Rehabilitation of Lake Lehumo, September 2011, abgerufen am 23. Februar 2014.
  6. a b Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  7. a b c CAVR Chega Files: Part 7.3: Forced Displacement and Famine (PDF; 1,3 MB)