Ermera

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Subdistrikt Ermera
Ermera (Osttimor)
Red pog.svg
Hauptstraße in Ermera mit Blick auf die Kirche Matriz
Hauptstadt Ermera
Fläche 93,68 km²[1]
Einwohnerzahl 33.530 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Estado 3.211
Humboe 2.023
Lauala 2.612
Leguimea 1.057
Mertuto 3.140
Poetete 7.743
Ponilala 3.198
Raimerhei 2.766
Riheu 6.297
Talimoro 1.483
Übersichtskarte

Verwaltungsgliederung von Ermera

Lage des Distrikts Ermera

Der osttimoresische Ort Ermera (Vila Ermera, in alten Quellen: Hermera) ist der Hauptstadt des Subdistrikts Ermera[3] und die ehemalige Hauptstadt des Distrikts Ermera.

Der Ort[Bearbeiten]

Hauptstraße in Ermera - An einem Ende steht die Villa des ehemaligen Großgrundbesitzers, am anderen die Kirche Matriz.

Die Siedlung Ermera, im Zentrum des Sucos Poetete, ist eine lose zusammenhängende Siedlung aus den Orten Poetete, Poepun (Poepung) und Loblala.[4][5] Ermera liegt 1195 m über dem Meer. Zur Landeshauptstadt Dili sind es in Luftlinie etwa 30 km nach Nordosten, auf der Straße durch das Bergland sind es vorbei an der Distrikthauptstadt Gleno 58 km. Im Ort leben 13.142 Einwohner (2006).

Ermera verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz, eine Grundschule (Escola Primaria Katolika Porahein),[6] eine präsekundäre Schule, eine Sekundärschule (Escola Secundaria Katolik No. 746)[6] und ein kommunales Gesundheitszentrum.

Die Durchschnittstemperatur beträgt über das Jahr 22,2°C, die höchste Monatsdurchschnittstemperatur 26,8°C und die niedrigste 17,6°C. Gerade nachts kann es unangenehm kühl werden.[7]

Der Politiker Rui Manuel Hanjam wurde in Ermera geboren.

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Der Ort Ermera liegt im Zentrum des Subdistrikts

Der Subdistrikt Ermera liegt im Nordosten des gleichnamigen Distrikts. Nordöstlich liegt der Subdistrikt Railaco, westlich der Subdistrikt Hatulia und südlich der Subdistrikt Letefoho. Im Nordwesten grenzt Ermera an die zum Distrikt Liquiçá gehörenden Subdistrikte Liquiçá und Bazartete und im Osten an den zum Distrikt Aileu gehörenden Subdistrikt Aileu. Ermera teilt sich in zehn Sucos: Estado, Humboe, Lauala, Leguimea (Liguimea), Mertuto (Mertutu, Mirtutu, Mertuti), Poetete, Ponilala, Raimerhei, Riheu (Rihiu) und Talimoro.

Im Subdistrikt, zu dem auch die Distriktshauptstadt Gleno im Suco Riheu gehört, leben insgesamt 33.530 Menschen (2010,[1] 2004: 27.293[8]). Die Sucos Riheu und Talimoro gelten als urban. Früher war Poetete statt Talimoro der urbane Sektor. Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Amtssprache Tetum (meist des Dialekts Tetum Prasa), aber auch die Nationalsprache Mambai ist weit verbreitet. Der Altersdurchschnitt beträgt 17,0 Jahre (2010,[1] 2004: 16,6 Jahre[9]).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche von Ermera nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (Okt. 1945) und nach dem Wiederaufbau (Jun. 1970)
Mann in traditioneller Kleidung in Ermera

Das Reich von Ermera beteiligte sich im 18. Jahrhundert bei der Cailaco-Rebellion gegen die Portugiesen.

Anfang 1976 erreichten die indonesischen Invasionstruppen Ermera. Ein Teil der Bevölkerung floh aus Angst in die Berge. Nach der Eroberung von Samara (Subdistrikt Hatulia) am 24. April wurden 500 seiner Einwohner im Ort Ermera interniert, wo sie aufgrund der fehlenden Nahrungsmittelversorgung an Hunger litten. Weitere Internierungslager für Zivilisten, sogenannte Transit Camps, gab es im Subdistrikt Ende 1979 in Borohei (Suco Humboe), Mangero (Suco Riheu), Hotklokat (Suco Lauala) und Falimanu.[10]

Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurde nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, kam es zu Todesfällen durch Verhungern. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos frei bewegen.[10]

In Mertuto versteckte sich 1997 der FALINTIL-Kommandant Nino Konis Santana in einem Bunker unter einem Haus vor der indonesischen Armee. Ein fünfjähriger Junge namens Kercoli versorgte ihn in dieser Zeit mit Wasser und Essen. Die High School in Gleno ist daher nach Santana benannt.

Am 10. April brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah Merah-Milizionären dutzende Häuser im Ort Ermera nieder.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Region um Ermera gilt als die Hauptregion Osttimors für den Kaffeeanbau. In Estado liegt seit 2004 eine der größten kaffeeverarbeitenden Fabriken mit Nassaufbereitung von Kaffee. Eigentümer und Betreiber ist die Cooperativa Café Timor.

Gleno ist das Geschäftszentrum des Distrikts. Hier plant man auch den Aufbau einer Fischzucht. 61 % der Haushalte in Ermera bauen Maniok an, 59 % Kaffee, 56 % Mais, 46 % Gemüse, 26 % Kokosnüsse und 9 % Reis.[2] Aufgrund des dominierenden Kaffeeanbaus müssen Nahrungsmittel aus benachbarten Regionen importiert werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ermera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Ministerium für Staatsverwaltung und Territorialmanagement (englisch)
  4. Timor-Leste GIS-Portal
  5. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 584 kB)
  6. a b Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  7. Asian Development Bank: TIM: District Capitals Water Supply Project – Rehabilitation of Lake Lehumo, September 2011, abgerufen am 23. Februar 2014.
  8. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  9. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  10. a b c CAVR Chega Files: Part 7.3: Forced Displacement and Famine (PDF; 1,3 MB)

-8.7522222222222125.39694444444Koordinaten: 8° 45′ S, 125° 24′ O