Erndtebrück
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Arnsberg | |
| Kreis: | Siegen-Wittgenstein | |
| Höhe: | 490 m ü. NN | |
| Fläche: | 70,98 km² | |
| Einwohner: |
7144 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 101 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 57339 | |
| Vorwahl: | 02753 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SI, BLB | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 70 012 | |
| LOCODE: | DE ERN | |
| NUTS: | DEA5A | |
| Gemeindegliederung: | 9 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Talstraße 27 57339 Erndtebrück |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Karl Ludwig Völkel (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Erndtebrück im Kreis Siegen-Wittgenstein | ||
Erndtebrück ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Siegen-Wittgenstein.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Der Kernort der Gemeinde Erndtebrück befindet sich im Südteil des Rothaargebirges an der Einmündung der Benfe in den von Südwesten kommenden Oberlauf der Eder. Südlich erhebt sich mit der Ebschloh (686,3 m ü. NN) der höchste Berg auf dem Gemeindegebiet.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Erndtebrück grenzt an die Städte Netphen, Hilchenbach, Bad Berleburg und Bad Laasphe sowie Kirchhundem im Kreis Olpe.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Das Gemeindegebiet von Erndtebrück umfasst neun Ortsteile:
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Klima [Bearbeiten]
Mit seiner Höhe von etwa 500 m und seiner geographischen Lage am Südwestrand des Rothaargebirges weist Erndtebrück ein recht raues und kühles Klima auf. Vor allem in klaren und windstillen Nächten kann die Temperatur hier im oberen Edertal stark absinken. Allein im Winter 2009/10 unterschritt sie viermal die −20 °C-Marke (Tiefstwert −23,4 °C am 20. Dezember 2009). Noch kälter war es am Morgen des 7. Januars 2009, als −24,2 °C gemessen worden sind. Im Winter 2011/2012 wurden erneut −24 °C erreicht. Auch in den Sommermonaten kann es im Edertal Frost geben. Damit zählt Erndtebrück in Bezug auf die Minimaltemperaturen zu den kältesten Orten in NW-Deutschland.
Im Gegensatz dazu begünstigt die Lage in diesem breiten und recht flachen Tal bei entsprechender Sonnenunterstützung aber auch hohe Tagestemperaturen. Im Jahresdurchschnitt sind etwa 6,5 °C zu erwarten. Die Niederschläge liegen mit etwa 1300 bis 1400 mm doppelt so hoch wie zum Beispiel in der Kölner Bucht.
Geschichte [Bearbeiten]
Erndtebrück wurde erstmals 1256 erwähnt, so dass im Jahr 2006 750-Jahr-Feiern durchgeführt wurden. Zunächst war der Ort unter dem Namen Ermingardibrugge bekannt und Sitz eines Rittergeschlechts sowie später Zollstelle mit Marktrecht.
Um 1502 nannte man das Dorf Irmgardtenbrucken. Erst ab 1819 nannte man das Dorf Erndtebrück. Die heutige amtliche Schreibweise des Ortsnamens ist 1732 zum ersten Mal aufgetaucht, konnte sich aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts durchsetzen. In allen Fassungen tritt neben dem Namen Brücke der Personenname Irmin auf, wenn auch in einer durch Lautwandel bedingten Schreibweise. Der Vorname Irmin war bei den Germanen ein beliebter Vorname. 1265 und 1283 tritt der eingangs mehrfach erwähnte Dominus Conradus de Ermingardebrugge miles als Zeuge auf, zuletzt bei der Schenkung Wittgensteinscher Güter an das Kloster Caldern.
1944 und 1945 erlebte Erndtebrück schwere Luftangriffe durch die USAAF. Die Angriffe forderten über 100 Menschenleben.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1975 wurden anlässlich der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen die Gemeinden Balde, Benfe, Birkefehl, Birkelbach, Schameder, Womelsdorf und Zinse aufgelöst. Zusammen mit Gebietsteilen der ehemaligen Gemeinden Amtshausen und Stünzel wurden sie in die Gemeinde Erndtebrück eingegliedert.[2]
Religionen [Bearbeiten]
Seit Mitte der 1950er Jahre gibt es in Erndtebrück die katholische Kirchengemeinde Christus König. Diese entstand aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Erndtebrück und Umgebung kamen. Die überwiegend aus Schlesien stammenden Flüchtlinge mussten bis ins Jahr 1954, in dem die neue Kirche im Birkenweg erbaut wurde, mit einem Provisorium vorliebnehmen. Am 31. Oktober 1954 wurde sodann der Altar der Christus König Kirche durch den damaligen Erzbischof von Paderborn, Lorenz Kardinal Jäger, eingeweiht. Die vier Glocken von Erndtebrück wurden am 23. Oktober 1961 von der Glockengießereifirma Rincker in Sinn-Dillenburg hergestellt.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Die 22 Sitze des Gemeinderat verteilen sich wie folgt:
(Stand: Kommunalwahl am 30. August 2009[3])
Bürgermeister [Bearbeiten]
Seit der Kommunalwahl 2004 ist Karl Ludwig Völkel (SPD) der direkt gewählte Bürgermeister Erndtebrücks. Zu seinen Amtsvorgängern gehörte unter anderem Klaus-Dieter Scheffrahn (CDU) († 1995).[4]
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Im Jahre 1973 wurde die Partnerschaft zwischen der nordfranzösischen Stadt Bergues und der Gemeinde Erndtebrück begründet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Bauwerke [Bearbeiten]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Die Gemeinde ist über die Bundesstraßen 62 und 480 mit den Nachbarorten verbunden.
Der Bahnhof Erndtebrück wurde 1888 eröffnet, ist ein Trennungsbahnhof und liegt an Streckenkilometer 28,8 der Bahnstrecke Kreuztal–Cölbe sowie 0,0 der Bahnstrecke Erndtebrück–Bad Berleburg. Die Personenzüge der Rothaarbahn verkehren in Richtung Siegen und Bad Berleburg, die der Oberen Lahntalbahn im Zweistundentakt über Bad Laasphe und Biedenkopf in Richtung Marburg. Der Bahnhof besitzt vier Bahnsteiggleise und einige Güter- und Nebengleise.
Bis in das Jahr 1944 bestand mit der Bahnstrecke Altenhundem–Birkelbach eine Eisenbahnverbindung nach Altenhundem, deren Brücken aber im Kriegsverlauf von sich zurückziehenden Verbänden der deutschen Armee gesprengt wurden. Die Tunnelabschnitte sind zum Teil noch erhalten.
Radfernwege [Bearbeiten]
Durch Erndtebrück führen folgende Radwanderwege:
- Der 180 km lange Eder-Radweg beginnt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen und heißt hier Ederauenweg. Der größte Teil führt durch Hessen und heißt dann Ederradweg. Er folgt dem Lauf der Eder bis zur Mündung in die Fulda (Fluss) bei Guxhagen.
- Die Oranier-Fahrrad-Route verbindet die Städte Diez, Nassau, Braunfels, Dillenburg, Siegen und Bad Arolsen, die seit vielen Jahrhunderten eng mit dem Königshaus der Niederlande verbunden sind über rund 400 Kilometer.
Industrie und Gewerbe [Bearbeiten]
Industrie- und Gewerbeflächen stehen in der Gemeinde im Jägersgrund und im interkommunalen Industriepark Wittgenstein in Schameder zur Verfügung.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Behörden [Bearbeiten]
Neben der Gemeindeverwaltung befindet sich im Rathaus auch eine Außenstelle des Jobcenteres des Kreises Siegen-Wittgenstein, ein Bürgerbüro sowie das Standesamt.
Bundeswehr [Bearbeiten]
Erndtebrück ist Standort des Einsatzführungsbereiches 2 (vormals V. Lehrgruppe der Technischen Schule 2, ab 1994 dann V. Lehrgruppe der Technischen Schule 1) der Luftwaffe, das Control and Reporting Centre mit neuem ECM-gehärteten oberirdischen Einsatzgebäude, das Systemunterstützungzentrums für die Führungsdienste der Luftwaffe, einer Sanitätsstaffel für die medizinische Versorgung der Soldaten mit insgesamt 860 Dienstposten[5]. Auch der stillgelegte Luftverteidigungsbunker Erndtebrück befindet sich in Stadtnähe und dient heute teils als Museum.
Bildung [Bearbeiten]
Erndtebrück beheimatet fünf Kindergärten[6] sowie drei Schulen. Dies sind die Grundschule Erndtebrück, die Rothaarsteig-Schule benannte Hauptschule und die Realschule Erndtebrück.[7]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Wilhelm Busch, (1861–1929), Instrumentenbauer und Vater der Musiker und Schauspieler Fritz, Adolf, Willi, Hermann und Heinrich Busch.
- Ewald Belz (1902–1978), Politiker
- Walter Kiß (* 1961), Politiker
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
- ↑ Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
- ↑ Amtliche Bekanntmachung der Gemeinde Erndtebrück
- ↑ Den Toten ein ehrendes Gedenken, Siegerländer Heimatkalender 1996, S.41, 71. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., Verlag für Heimatliteratur
- ↑ Refrerenz: BMVg, Die Streitkräfte der Bundeswehr in Deutschland, Oktober 2011.
- ↑ Kindergärten auf www.erndtebrueck.de, abgerufen am 18. November 2012
- ↑ Schulverzeichnis auf www.erndtebrueck.de, abgerufen am 18. November 2012
Weblinks [Bearbeiten]
- Gemeinde Erndtebrück
- Bibliographie Wittgenstein, eine Sammlung von Literaturnachweisen zur Region Wittgenstein (mit zahlreichen Verweisen zu Erndtebrück)]
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