Ernest Dudeney

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Henry Ernest Dudeney

Henry Ernest Dudeney (* 10. April 1857 in Mayfield (East Sussex); † 24. April 1930 in Lewes, Sussex) war ein englischer Autor der Unterhaltungsmathematik.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Dudeneys Interesse für Puzzles wurde von seinem Großvater, der Mathematik und Astronomie autodidaktisch erlernte und es so vom Schafhirten zum Schullehrer brachte, geweckt. Sein Vater war ebenfalls Schullehrer, Dudeney selbst besuchte aber keine höhere Schule, sondern arbeitete ab dem Alter von 13 Jahren als kleiner Verwaltungsangestellter. Er hatte aber ein Interesse für Puzzles und Schach und begann schon mit neun Jahren, selbst erdachte Rätsel an Zeitungen zu schicken unter dem Pseudonym „Sphinx“. Mit dem US-amerikanischen Puzzle-Meister Sam Loyd veröffentlichte er ab 1893 eine Reihe von Artikeln in der Wochenzeitschrift „Tit-Bits“. Später veröffentlichte er unter eigenem Namen, in „The Weekly Dispatch“, „The Queen“, „Blighty“, „Cassel´s Magazin“ und über 30 Jahre lang in der Kolumne „Perplexities“ in „The Strand“. Seine Zusammenarbeit mit Loyd endete im Streit – Dudeney warf ihm vor, Ideen für Puzzles gestohlen und unter eigenem Namen veröffentlicht zu haben[1].

Eines seiner berühmtesten Puzzles ist das „Haberdasher Problem“ von 1903 (man zerschneide ein gleichseitiges Dreieck in vier Teile und setze diese zu einem Quadrat zusammen). Er erfand auch Puzzles, bei denen Buchstaben Ziffern ersetzen („Verbal Arithmetic“), z.B. in Additionsaufgaben. Seine Puzzle-Bücher waren sehr populär. Dudeney war 1918 eines der Gründungsmitglieder der British Chess Problem Society.

1884 heiratete er Alice Whiffin (1864 – 1945), die unter dem Namen „Mrs. Henry Dudeney“ eine damals populäre Autorin im ländlichen Milieu spielender Romane (und Kurzgeschichten für Harper´s Magazine) wurde und mit ihren Bucheinnahmen die Familie aller finanziellen Sorgen entledigte[2]. Sie hatten eine Tochter Margery, die mit ihrem Mann in die USA auswanderte. 1914 zog Dudeney nach Lewes, wo er 1930 an Kehlkopfkrebs starb.

Neben seinen Puzzles waren die Lieblingsbeschäftigungen von Dudeney Billard, Bowling und Croquet. Außerdem war er ein passionierter Pianist und Organist, der sich für alte Kirchenmusik interessierte (sowie allgemein für anglikanische Theologie).

Schriften[Bearbeiten]

  • The Canterbury Puzzles. (1907)
  • Amusements in Mathematics. (1917)
  • The World's Best Word Puzzles. (1925)
  • Modern Puzzles. (1926)
  • Puzzles and Curious Problems. (1931, posthum, herausgegeben von der Witwe)
  • A Puzzle-Mine. (posthum)
  • Martin Gardner (Herausgeber): Dudeney's 536 puzzles and curious problems. 1967

Literatur[Bearbeiten]

  • Newing: The life and work of H.E.Dudeney. Mathematical Spectrum, Bd.21, 1988/9, S.37

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Dudeney war von beiden der mathematisch tiefgründigere.
  2. Ihre Tagebücher wurden 1998 von Diana Crook herausgegeben: A Lewes Diary 1916-1944.