Ernest Thesiger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ernest Thesiger, Kohlezeichnung von John Singer Sargent (ca. 1911)

Ernest Frederic Graham Thesiger (* 15. Januar 1879 in London; † 14. Januar 1961 ebenda) war ein englischer Schauspieler, der sowohl in England als auch in den Vereinigten Staaten arbeitete und in mehr als 50 Filmen mitwirkte.

Leben[Bearbeiten]

Ernest Thesiger, im Filmabspann manchmal fälschlicherweise auch als Ernst Thesiger bezeichnet, studierte Dramatik, arbeitete jedoch zunächst als Maler und trat gelegentlich als Statist in Theaterstücken auf. Im Jahr 1909 hatte er seinen ersten großen Erfolg als Schauspieler mit der Rolle des James Raleigh im Bühnenstück Colonel Smith. Nach weiteren Erfolgen am Theater ging Thesiger, der mittlerweile auch in einigen Stummfilmen mitgewirkt hatte, 1924 an den Broadway und spielte dort mit Erfolg die Rolle des Dauphin in George Bernhard Shaws Saint Joan (Die heilige Johanna).

Im Jahr 1927 veröffentlichte Thesiger, mittlerweile ein etablierter Bühnendarsteller, seine Autobiographie unter dem Titel Practically True. Über sein Hobby, das Sticken, brachte er 1941 das Buch Adventures in Embroidery heraus.

Thesiger, der 1922 in dem unvollendeten Stummfilm Number 13 mit Alfred Hitchcock zusammenarbeitete, spielte seine erste Rolle in einem Tonfilm 1932 in James Whales Das Haus des Grauens (The Old Dark House). Thesiger stellte in diesem Film den Besitzer des Hauses und exzentrischen Atheisten Horace Femm dar. In Frankensteins Braut aus dem Jahr 1935 spielt Thesiger seine bekannteste Rolle, die des verrückten Wissenschaftlers Dr. Septimus Prätorius, der ähnlich wie Dr. Frankenstein versucht, künstliches Leben zu erschaffen. Diese beiden Rollen des Dr. Prätorius und des Horace Femm gelten als Thesingers größte schauspielerische Leistungen.[1]

Zwischen den beiden Filmen unter der Regie von James Whale drehte Thesiger einen weiteren Film mit Boris Karloff, für den er 1933 zusammen mit ihm nach England zurückkehrte. Es handelt sich um The Ghoul, einem lange als verschollen gegoltenem Horrorfilm unter der Regie von T. Hayes Hunter.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1961 spielte Thesiger meist in britischen Produktionen, wie Henry V. von Laurence Olivier oder Caesar und Cleopatra mit Vivien Leigh, aber auch in einigen US-amerikanischen Filmen mit.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1918: Nelson
  • 1918: The Life Story of David Lloyd George
  • 1929: Wochenend-Ehen (Week-End Wives)
  • 1932: Das Haus des Grauens (The Old Dark House)
  • 1933: Heart Song
  • 1933: Ich und die Kaiserin [englische Version]
  • 1933: Der Ghoul (The Ghoul)
  • 1935: Frankensteins Braut (The Bride of Frankenstein)
  • 1936: Der Mann, der die Welt verändern wollte (The Man Who Could Work Miracles)
  • 1938: Nachts unterwegs (They Drive by Night)
  • 1943: My Learned Friend
  • 1943: Das heilige Feuer (The Lamp Still Burns)
  • 1944: Don't Take It to Heart
  • 1944: Heinrich V. (Henry V)
  • 1945: A Place of One's Own
  • 1946: Ungeduld des Herzens (Beware of Pity)
  • 1946: Caesar und Cleopatra (Caesar and Cleopatra)
  • 1947: Zigeunerblut (Jassy)
  • 1947: The Ghosts of Berkeley Square
  • 1947: The Man Within
  • 1948: Portrait from Life
  • 1948: Der Fall Winslow (The Winslow Boy)
  • 1949: Vom sündigen Poeten (The Bad Lord Byron)
  • 1950: Ferien wie noch nie (Last Holiday)
  • 1951: Eine Weihnachtsgeschichte (A Christmas Carol)
  • 1951: Wer zuletzt lacht (Laughter in Paradise)
  • 1951: The Lucky Mascot
  • 1951: Der wunderbare Flimmerkasten (The Magic Box)
  • 1951: Der Mann im weißen Anzug (The Man in the White Suit)
  • 1952: A Woman's Angle
  • 1953: Das Gewand (The Robe)
  • 1953: Meet Mr. Lucifer
  • 1954: Die seltsamen Wege des Pater Brown (Father Brown)
  • 1955: Ein Alligator namens Daisy (An Alligator Named Daisy)
  • 1955: Liebe, Tod und Teufel (Quentin Durward)
  • 1957: Hilfe, der Doktor kommt! (Doctor at Large)
  • 1958: Des Pudels Kern (The Horse's Mouth)
  • 1959: Mister Miller ist kein Killer (The Battle of the Sexes)
  • 1960: Söhne und Liebhaber (Sons and Lovers)
  • 1961: Der römische Frühling der Mrs. Stone (The Roman Spring of Mrs. Stone)

Literatur[Bearbeiten]

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 646.
  • William K. Everson: Classics of the Horrorfilm. Citadel Press, Secaucus NJ 1990, ISBN 0-8065-0900-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. William K. Everson: Classics of the Horrorfilm. 1990.