Ernst-Happel-Stadion
| Westseite des Ernst-Happel-Stadions | |
| Daten | |
|---|---|
| Ort | |
| Koordinaten | 48° 12′ 25″ N, 16° 25′ 14″ O48.20694444444416.420555555556Koordinaten: 48° 12′ 25″ N, 16° 25′ 14″ O |
| Klassifikation | Elitestadion |
| Eigentümer | Stadt Wien |
| Eröffnung | 11. Juli 1931 |
| Erstes Spiel | Arbeiterauswahl Wien – Arbeiterauswahl Niederösterreich 3:2 |
| Renovierungen | 1945, 1956, 1965, 1984–1986, 2005–2008 |
| Oberfläche | Naturrasen |
| Kosten | 39,6 Mio. Euro (Umbau 2005–2008) |
| Architekt | Otto Ernst Schweizer |
| Kapazität | 50.865 Plätze, während der EURO 2008: 51.428 |
| Spielfläche | 105 × 68 |
| Verein(e) | |
| Veranstaltungen | |
|
|
Das Ernst-Happel-Stadion (bis 1992 Praterstadion, manchmal auch Wiener Stadion genannt) in Wien ist das größte Stadion Österreichs. Es fasst 50.865 Zuschauer und zählt zur Kategorie der Elitestadien. In ihm finden die Heimspiele der österreichischen Fußballnationalmannschaft und Europacup-Spiele der Wiener Clubs statt. Ferner werden zeitweise das ÖFB-Cup-Finale und die Wiener Stadt-Derbys im Ernst-Happel-Stadion ausgetragen. Das Stadion war Austragungsort von sieben Spielen (unter anderem des Finales) im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008 und wurde im Hinblick auf das Turnier umfassend renoviert.
Eigentümer des Stadions ist die Stadt Wien (Magistratsabteilung 51 – Sportamt der Stadt Wien). Verwaltet wird es von der Wiener Stadthalle Betriebs- und Veranstaltungsgesellschaft, einem Unternehmen der Wien Holding.
Inhaltsverzeichnis |
Infrastruktur[Bearbeiten]
Bei Konzerten im Stadion können auf dem Rasen bis zu 19.000 Plätze dazukommen. Neben den Sportstätten befinden sich in einem rund um das Stadion an- und teilweise unter das Stadiondach eingebauten Bürogebäude Dienststellen verschiedener Magistratsabteilungen der Stadt Wien.
Geschichte[Bearbeiten]
Bis 1945[Bearbeiten]
Schon im Jahr 1915 fasste die Stadt Wien die Errichtung eines Zentralstadions ins Auge. Etliche Entwürfe wurden eingereicht, darunter ein Stadion mit Schwimmbad und Autorennbahn am Schönbrunner Fasangarten. Kriegsbedingt kam es aber zu keiner Realisierung [1] Nach Gründung der Republik kam es dann zunächst wieder zu einer großen Standortdebatte. Als Alternativen zum Prater standen unter anderem die Hohe Warte, der Augarten und sogar der entlegene Cobenzl in Diskussion. Die Grundsteinlegung erfolgte schließlich im November 1928 zur 10-jährigen Republiksfeier Österreichs. Das Stadion wurde von 1929 bis 1931 nach Plänen des Schramberger Architekten Otto Ernst Schweizer in 23 Monaten erbaut und anlässlich der 2. Arbeiterolympiade am 11. Juli 1931 eröffnet. Schweizer erbaute auch das daneben liegende Stadionbad (mit 400.000 m² Grundfläche das größte Freibad Europas). Nach seiner Lage im Wiener Prater hieß die Anlage ursprünglich Praterstadion. Es galt damals als modernstes Stadion Europas, insbesondere wegen seiner kurzen Entleerungszeit von nur sieben bis acht Minuten. Anfänglich hatte es ein Gesamtfassungsvermögen von circa 60.000 Personen. Nach seiner Eröffnung fanden hier neben Sportveranstaltungen auch immer wieder politische Spektakel statt.
In der Zeit des Nationalsozialismus (1938–1945) wurde das Stadion zu militärischen Zwecken, als Kaserne und Planungsbüro, und als Sammelstelle zur Deportation von jüdischen Mitbürgern missbraucht. Zwischen 11. und 13. September 1939, nach dem Beginn des Polenfeldzuges, wurden über tausend „polnisch-stämmige“ Wiener Juden auf Anordnung Reinhard Heydrichs in Gewahrsam genommen. Sie wurden in den Gängen von Sektor B unterhalb der Tribünen inhaftiert. An 440 Inhaftierten wurden vom Naturhistorischen Museum Wien zwischen 25. bis 30. September rassische Untersuchungen vorgenommen (Kraniometrie (Schädelmessung) u. ä.). Am 30. September wurden 1038 Inhaftierte in das KZ Buchenwald deportiert. Bereits am nächsten Tag fanden im Stadion wieder Fußballspiele statt. 44 Männer wurden Anfang 1940 freigelassen, 26 wurden 1945 befreit, der Rest wurde in KZ ermordet. Im Jahr 1988 erhielt eines der überlebenden Opfer, Fritz Kleinmann, vom österreichischen Staat für die Haft im Stadion eine Entschädigung von umgerechnet 62,50 Euro. Im VIP-Bereich erinnert eine 2003 auf private Initiative entstandene Gedenktafel an die Vorfälle.[2]
1944 wurde das Stadion bei Bombenangriffen auf das Planungsbüro der Wehrmacht schwer beschädigt.
1945 bis 2000[Bearbeiten]
Nach Kriegsende und dem Wiederaufbau wurde das Stadion wieder seiner ursprünglichen sportlichen Nutzung übergeben.
1956 wurde die Kapazität durch Erweiterungen von Theodor Schöll auf 92.708 Personen vergrößert, was aber 1965 wieder reduziert wurde. Der Zuschauerrekord wurde mit 90.726 Zuschauern am 30. Oktober 1960 beim Fußball-Länderspiel Österreich-Spanien (3:0) erzielt.
1984 bis 1986 wurden die Zuschauerplätze überdacht und komplett mit Sitzplätzen ausgestattet. Zur Wiedereröffnung wurde ein Freundschaftsspiel gegen Deutschland ausgetragen, welches Österreich mit 4:1 gewann. Nach dem Tod des ehemaligen österreichischen Spitzenspielers und Trainers Ernst Happel wurde das Stadion 1992 nach ihm benannt.
1964 (Inter Mailand – Real Madrid 3 : 1, 72 000 Zuschauer), 1987 (FC Porto – Bayern München 2 : 1, 58 000 Zuschauer), 1990 (AC Mailand – Benfica Lissabon 1 : 0, 57 500 Zuschauer) und 1995 (Ajax Amsterdam – AC Mailand 1 : 0, 49 730 Zuschauer) wurde jeweils das Endspiel der UEFA Champions League (bis 1992 Europapokal der Landesmeister) im Ernst-Happel-Stadion ausgetragen.
1969/1970 wurde das Finale des Europapokals der Pokalsieger zwischen Manchester City und Górnik Zabrze (Endstand: 2:1) im Praterstadion ausgetragen. Im Gegensatz zu den Endspielen der Championsleague und des Meistercups war es mit 7.968 Zuschauern nicht ausverkauft.
Fußball-Europameisterschaft 2008[Bearbeiten]
Bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 war das Stadion Austragungsort des Finales. Zuvor wurden die drei Gruppenspiele der österreichischen Nationalmannschaft, zwei Viertelfinalspiele und ein Halbfinalspiel in Wien ausgetragen. Im Hinblick auf das Turnier wurden im ersten und zweiten Rang zusätzliche Sitzreihen eingebaut, die die Stadionkapazität auf 53.008 Plätze erhöhten. Die neuen Sitzreihen im ersten Rang mussten nach der EM wieder entfernt werden, weil der Leichtathletikverband auf die Nutzung der Laufbahn bestand. Die Sitzreihe im 2. Rang blieb hingegen erhalten und erhöhte die Kapazität nachhaltig um 1040 Zuschauer.
Im Rahmen des Umbaus erhielt es im Sommer 2005 eine Rasenheizung sowie im Mai 2008 einen U-Bahn-Anschluss. Weiters werden das Hauptmedienzentrum und das Stadionmedienzentrum zusammengelegt. Dafür wurde ein temporärer Zubau mit direktem Zugang zum Stadion errichtet. Für die VIP-Gäste wurde neue Parkplätze geschaffen. Da für die Vorbereitung der Schlusszeremonie spezielle Räumlichkeiten mit direktem Zugang zum Innenraum des Stadions benötigt wurden, mussten auch Lagerbereiche und Büros errichtet werden. Die Kosten des Umbaus betrugen 39,6 Millionen Euro.
Um die Sicherheit der Europameisterschaft 2008 zu gewährleisten, sowie die VIP-Parkplätze zu schaffen und Fanshops einzurichten, wurden im November und am 8. Dezember 2006 56 Bäume um das Stadion gefällt. Dies wurde zum Teil kritisiert, da von der UEFA zwar eine Sicherheitszone, jedoch nicht explizit die Fällung von Bäumen gefordert wurde. Von Seiten der politisch Zuständigen wurde den Baumfällungen zugestimmt, da die Fällungen in Hinblick auf eine nicht auszuschließende Terrorgefahr und die Sicherheit von bis zu 1500 möglichen Verletzten unumgänglich gewesen seien.
Galerie[Bearbeiten]
Siehe auch[Bearbeiten]
- Liste der größten Stadien in Österreich
- Liste der größten Fußballstadien in Europa
- Liste der größten Fußballstadien der Welt
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Vgl. http://www.wien.gv.at/freizeit/sportamt/annodazumal/sportstaetten/stadion.html#abschnitt01
- ↑ Vgl. David Forster: Haftort Praterstadion; auf zdf.de, 7. Mai 2008
1960 Parc des Princes | 1964 Estadio Santiago Bernabéu | 1968 Olympiastadion Rom | 1972 Heysel-Stadion | 1976 Stadion Roter Stern | 1980 Olympiastadion Rom | 1984 Parc des Princes | 1988 Olympiastadion München | 1992 Ullevi-Stadion | 1996 Wembley-Stadion | 2000 Feijenoord-Stadion | 2004 Estádio da Luz | 2008 Ernst-Happel-Stadion | 2012 NSK Olimpijskyj | 2016 Stade de France
Europapokal der Landesmeister
1956 Paris | 1957 Madrid | 1958 Brüssel | 1959 Stuttgart | 1960 Glasgow | 1961 Bern | 1962 Amsterdam | 1963 London | 1964 Wien | 1965 Mailand | 1966 Brüssel | 1967 Oeiras | 1968 London | 1969 Madrid | 1970 Mailand | 1971 London | 1972 Rotterdam | 1973 Belgrad | 1974 Brüssel | 1975 Paris | 1976 Glasgow | 1977 Rom | 1978 London | 1979 München | 1980 Madrid | 1981 Paris | 1982 Rotterdam | 1983 Athen | 1984 Rom | 1985 Brüssel | 1986 Sevilla | 1987 Wien | 1988 Stuttgart | 1989 Barcelona | 1990 Wien | 1991 Bari | 1992 London
UEFA Champions League
1993 München | 1994 Athen | 1995 Wien | 1996 Rom | 1997 München | 1998 Amsterdam | 1999 Barcelona | 2000 Saint-Denis | 2001 Mailand | 2002 Glasgow | 2003 Manchester | 2004 Gelsenkirchen | 2005 Istanbul | 2006 Saint-Denis | 2007 Athen | 2008 Moskau | 2009 Rom | 2010 Madrid | 2011 London | 2012 München | 2013 London | 2014 Lissabon | 2015 Berlin
UEFA-Pokal (Das Finale wurde bis 1997 im Hin- und Rückspiel ausgetragen.)
1972 Wolverhampton und London | 1973 Liverpool und Mönchengladbach | 1974 London und Rotterdam | 1975 Düsseldorf und Enschede | 1976 Liverpool und Brügge | 1977 Turin und Bilbao | 1978 Bastia und Eindhoven | 1979 Belgrad und Düsseldorf | 1980 Mönchengladbach und Frankfurt am Main | 1981 Ipswich und Amsterdam | 1982 Göteborg und Hamburg | 1983 Brüssel und Lissabon | 1984 Anderlecht und London | 1985 Székesfehérvár und Madrid | 1986 Madrid und Berlin | 1987 Göteborg und Dundee | 1988 Barcelona und Leverkusen | 1989 Neapel und Stuttgart | 1990 Turin und Avellino | 1991 Mailand und Rom | 1992 Turin und Amsterdam | 1993 Dortmund und Turin | 1994 Wien und Mailand | 1995 Parma und Mailand | 1996 München und Bordeaux | 1997 Gelsenkirchen und Mailand | 1998 Paris | 1999 Moskau | 2000 Kopenhagen | 2001 Dortmund | 2002 Rotterdam | 2003 Sevilla | 2004 Göteborg | 2005 Lissabon | 2006 Eindhoven | 2007 Glasgow | 2008 Manchester | 2009 Istanbul
UEFA Europa League
2010 Hamburg | 2011 Dublin | 2012 Bukarest | 2013 Amsterdam | 2014 Turin | 2015 Warschau
1961 Glasgow und Florenz | 1962 Glasgow und Stuttgart | 1963 Rotterdam | 1964 Brüssel und Antwerpen | 1965 London | 1966 Glasgow | 1967 Nürnberg | 1968 Rotterdam | 1969 Basel | 1970 Wien | 1971 Piräus | 1972 Barcelona | 1973 Thessaloniki | 1974 Rotterdam | 1975 Basel | 1976 Brüssel | 1977 Amsterdam | 1978 Paris | 1979 Basel | 1980 Brüssel | 1981 Düsseldorf | 1982 Barcelona | 1983 Göteborg | 1984 Basel | 1985 Rotterdam | 1986 Lyon | 1987 Athen | 1988 Straßburg | 1989 Bern | 1990 Göteborg | 1991 Rotterdam | 1992 Lissabon | 1993 London | 1994 Kopenhagen | 1995 Paris | 1996 Brüssel | 1997 Rotterdam | 1998 Solna | 1999 Birmingham