Ernst Grube

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Dieser Artikel behandelt den Politiker und NS-Gegner. Für den Kunsthistoriker siehe Ernst J. Grube.
Ernst Grube (Briefmarke der Deutschen Post der DDR, 1963)

Ernst Grube (* 22. Januar 1890 in Neundorf (Anhalt); † 17. April 1945 in Bergen-Belsen)[1] war ein deutscher Politiker und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.

Leben[Bearbeiten]

Büste Ernst Grubes

Grube war Tischler, ab 1908 Mitglied und später auch Funktionär des Deutschen Holzarbeiterverbandes sowie Mitglied der SPD. An seinem Arbeitsplatz in einer Waggonfabrik im sächsischen Werdau wurde er 1918 von seinen Kollegen zum Vorsitzenden des Arbeiterrates wählten. Bereits seit Gründung gehörte Ernst Grube der dortigen Spartakusgruppe an, wechselte mit ihr 1917 gemeinsam in die USPD und trat am 6. Januar 1919 der KPD bei. 1927 wurde er zum Kandidaten und 1929 zum Mitglied des Zentralkomitees der KPD gewählt. Er war von 1920 bis 1922 Abgeordneter des Sächsischen, von 1924 bis 1932 des Preußischen Landtages und 1924 sowie ab 1930 Abgeordneter des Reichstags. Seit ihrer Gründung 1930 leitete er die „Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit“.

Grube nahm am 7. Februar 1933 an der illegalen Tagung des Zentralkomitees der KPD im Sporthaus Ziegenhals bei Berlin teil.[2] Wie über viele andere kommunistische Abgeordnete, brach in der Nacht des Reichstagsbrandes, am 27. Februar 1933, der nationalsozialistische Terror über Ernst Grube herein. Seiner „Schutz“-Verhaftung folgten mehr als sechs Jahre Aufenthalt in verschiedenen Konzentrationslagern: Bis Mai 1939 wurde er in Sonnenburg, Lichtenburg und Buchenwald gefangen gehalten.[3] Nach seiner Entlassung arbeitete er auf Grund einer Dienstverpflichtung als Tischler in Warschau. Ab 1941 war Grube in Berlin, wo er Verbindungen zur Widerstandsgruppe um Robert Uhrig unterhielt. Grube stand unter Überwachung der Gestapo; 1942 war er mehrere Monate inhaftiert. Am 21. August 1944 wurde er in der Aktion „Gitter“ erneut inhaftiert, in das Konzentrationslager Sachsenhausen verbracht und Anfang April 1945 nach Bergen-Belsen transportiert, wo er wenige Tage vor Kriegsende an Flecktyphus starb.

Ehrungen[Bearbeiten]

Gedenktafeln am Reichstag

In der DDR wurden nach Ernst Grube unter anderem das Grenzregiment-10 in Plauen, die Ernst-Grube-Stadien in Magdeburg und Riesa, die Ernst-Grube-Halle in Leipzig (Heimstätte des SC DHfK Leipzig Männerhandball-2. Bundesliga und Zweitspielhalle des Handball-Frauenerstligisten HC Leipzig) und in Freiberg/Sachsen (Heimstätte des Handball-Oberligisten HSG Freiberg), die Ernst-Grube-Straße im Berliner Ortsteil Spindlersfeld, die Ernst-Grube-Straße in Fürstenwalde/Spree, die Ernst-Grube-Straße in Halle (Saale), die Ernst-Grube-Straße in Meuselwitz, die Ernst-Grube-Straße in Neundorf (Anhalt) und die Ernst-Grube-Straße in Zwickau, die LPG im uckermärkischen Vietmannsdorf, die Plattenbausiedlung „Ernst Grube“ (1987–2017) in Werdau-Sorge, das ehemalige Ernst-Grube-Stadion, heutiges Stadion an den Teichen, (Rot-Weiß Werdau) in Werdau-West und das Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ Werdau (Werdau-Süd) benannt. Letzteres war die Produktionsstätte der DDR-Lastkraftwagen H6, G5 und S4000.

Seit 1992 erinnert in Berlin in der Nähe des Reichstags eine der 96 Gedenktafeln für von den Nationalsozialisten ermordete Reichstagsabgeordnete an Grube.

Literatur[Bearbeiten]

  • Grube, Ernst. In: Hermann Weber, Andreas Herbst (Hrsg.): Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. Zweite, überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Karl Dietz Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6.
  • Achim Arndt: Ernst Grube (1890-1945), in: Siegfried Mielke (Hrsg.): Gewerkschafter in den Konzentrationslagern Oranienburg und Sachsenhausen. Biographisches Handbuch, Band 1, Edition Hentrich, Berlin 2002, ISBN 3-89468-268-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernst Grube – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Todesdatum bei Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933–1945. Droste-Verlag, Düsseldorf 1991, ISBN 3-7700-5162-9, S. 247.
  2. Liste der Teilnehmer
  3. Schumacher, M.d.R., S: 247f.