Ernst Hampe

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Ernst Hampe auf dem Titelbild eines Nachdruckes seines Hauptwerkes

Ernst Georg Ludwig Hampe (* 5. Juli 1795 in Fürstenberg (Weser); † 23. November 1880 in Helmstedt) war ein deutscher Apotheker und Bryologe. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Hampe“, es ist aber auch das Kürzel „Hamp.“ in Gebrauch.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Hampe besuchte das Gymnasium in Holzminden und begann 1810 eine Lehre zum Apotheker in der Apotheke seines Onkels in Brakel. Nach Abschluss der Lehre nahm er als Freiwilliger an einen Feldzug nach Brabant teil. Im Anschluss daran begann er eine weitere Lehre in der Hirsch-Apotheke in Halle (Saale). Dort traf er auf Kurt Sprengel und Georg Friedrich Kaulfuß. 1817 ging er nach Worms, bevor er bereits 1818 nach Göttingen zog, wo er an der Universitätsapotheke arbeitete. An der Universität Göttingen nahm er außerdem an Vorlesungen von Sprengel teil.

Im Jahre 1820 bestand er sein Examen in Kassel. Er arbeitete anschließend als Apotheker in Allendorf, bevor er an die Mühlenpfordt'sche Apotheke am Hagenmarkt nach Braunschweig wechselte. 1825 übernahm Hampe die örtliche Apotheke in Blankenburg, die er bis 1864 leitete. Während seiner Zeit in Blankenburg beschäftigte er sich vorwiegend mit dem Sammeln von Pflanzendrogen und der Harzflora. 1832 gründete er mit dem Apotheker Hornung gemeinsam in Aschersleben den Naturwissenschaftlichen Verein des Harzes. Durch Kontakte mit Carl Müller kam Hampe zur Forschung an außereuropäischen Moosen, darunter vor allem den Laubmoosen. Hampe begann diverse Sammlungen zu bearbeiten, u. a. aus den Vereinigten Staaten, Mexiko, Puerto Rico, Kolumbien, Ecuador, Peru, Brasilien, Südafrika, Madagaskar, Sri Lanka, Borneo, Australien und Neuseeland. Durch gemeinsame Forschungen von Hampe und Müller wurden zwischen 1827 und 1851 insgesamt 1372 neue Laubmoosarten erfasst. Carl Müller benannte zu Ehren Hampes eine Gattung Hampella. Hampe beschrieb einige neue Arten, darunter unter anderem Astromum, Sporledera, Leucobryum und Sphaerothecium.

Für seine Publication Flora Hercynica erhielt Hampe den Professorentitel, bevor ihm 1875 der Ehrendoktor der Universität Göttingen verliehen wurde. Im Jahr 1874 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Nach dem Tode seines ältesten Sohnes Georg, der sich aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten in der Blankenburger Apotheke 1876 das Leben nahm, verkaufte Hampe die Apotheke und zog zu seinem zweiten Sohn Karl, der in Helmstedt als Arzt arbeitete. Seine Frau war bereits 1872 verstorben.

Hampe starb an einer „Lungenlähmung“. Sein Herbar mit etwa 25.000 Belegen erhielt das British Museum of Natural History.

Werke[Bearbeiten]

  • Prodromus florae Hercyniae oder Verzeichniss der in dem Harzgebiete wildwachsenden Pflanzen (Halle 1836, Nordhausen 1842)
  • Linnaea (1844)
  • Icones muscorum novorum vel minus cognitorum' (Bonn 1844)
  • Flora Hercynica oder Aufzählung der im Harzgebiete wildwachsenden Gefässpflanzen, G. Schwetschke'scher Verlag. 1873
  • Flora Hercynica (Halle 1875)

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan-Peter Frahm, Jens Eggers: Lexikon deutschsprachiger Bryologen, 1995, ISBN 3831109869
  • Ernst Gottfried Hornung: Bericht über die von Hrn. Apotheker Hampe zu Blankenburg an die königl. botan. Gesellschaft eingesandten Harzpflanzen. Flora 16 (Teilband 1): 89-94.

Weblinks[Bearbeiten]