Ernst Heitsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ernst Heitsch (* 17. Juni 1928 in Celle) ist ein deutscher klassischer Philologe. Er übersetzt und interpretiert altgriechische, vor allem philosophische Texte. Er gilt als Kenner der platonischen Philosophie.

Vita[Bearbeiten]

Heitsch studierte ab 1948 Klassische Philologie, Philosophie und Theologie an der Universität Göttingen. Hier wurde er 1955 bei Wolf-Hartmut Friedrich und Kurt Latte promoviert und arbeitete anschließend als Assistent am Institut für Altertumskunde. 1960 folgte seine Habilitation. 1967 folgte er einem Ruf an die Universität Regensburg auf den Lehrstuhl für Klassische Philologie. Rufe an die Universitäten Bern und Würzburg lehnte er ab. 1996 wurde er emeritiert.

Heitsch ist korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und Mitherausgeber der Reihe Beiträge zur Altertumskunde. Er ist ferner Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Göttingen und der Akademie der Wissenschaften für Literatur in Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind frühgriechische Epik und griechische Philosophie.

Platoninterpretation[Bearbeiten]

In seinen Publikationen über Platon gibt Heitsch keine neue Darstellung des platonischen Systems. Er geht von der Annahme aus, dass Leser heute bei Platon philosophisches Argumentieren lernen können, in dem sie den Argumentationen in den Dialoge Platons kritisch folgen. Platons philosophische Dialektik sei eine sichere Beweistechnik gewesen, die seinem Schüler Aristoteles die Begründung der Logik geliefert habe. Im Zusammenhang mit seinen Übersetzungen thematisiert er auch die Fragwürdigkeiten von Textinterpretationen und die Frage, ob philologische Darstellungen die Echtheit der antiken Texte garantieren können.[1]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Die griechischen Dichterfragmente der römischen Kaiserzeit. Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Zwei Bände, 2. Auflage Göttingen 1964.
  • Parmenides. Die Anfänge der Ontologie, Logik und Naturwissenschaft. München 1974.
  • Wege zu Platon. Beiträge zum Verständnis seines Argumentierens. Göttingen 1992.
  • Phaidros. Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar. Bd. III,4. Göttingen 1993.
  • Zum griechischen Epos. Gesammelte Schriften I, München 2001.
  • Zur griechischen Philosophie. Gesammelte Schriften II, München 2001.
  • Diverse Aufsätze. Gesammelte Schriften III (vollständiges Schriftenverzeichnis bis 2003), München 2003.
  • Apologie des Sokrates. Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar. Bd. I,2. Göttingen 2. durchges. Auflage 2004.
  • Platon und die Anfänge seines dialektischen Philosophierens. Göttingen, 2004.
  • Erzählung und Theologie in der Ilias. Mainz, 2008.
  • Größerer Hippias. Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar. Bd. VII,1. Mit einem Beitrag von Franz von Kutschera. Göttingen 1. Auflage 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, Ausgabe 2003, Band 1, S. 1228.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. dazu die Rezension zu Heitsch: Phaidros. Göttingen 1993.In: U-Mail, Regensburger Universitätszeitung, 1/06, S.21. Ferner die Rezension von Bettina Jäckel: Heitsch, Ernst: Wege zu Platon. Beiträge zum Verständnis seines Argumentierens. Göttingen 1992. In: Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes, 1/95, Berlin, S.3.