Ernst Iossifowitsch Neiswestny

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Ernst Neiswestny (links) wird durch Wladimir Putin ausgezeichnet, 2000

Ernst Iossifowitsch Neiswestny (russisch Эрнст Иосифович Неизвестный, wiss. Transliteration Ėrnst Iosifovič Neizvestnyj; * 9. April 1925 in Swerdlowsk) ist ein sowjetischer bzw. russischer Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Ernst Neiswestny: Der Prophet

Ernst Neiswestny wurde in Swerdlowsk geboren.

Im Alter von 17 Jahren meldete er sich freiwillig zur Roten Armee. Am Ende des Großen Vaterländischen Krieges wurde er schwer verwundet und wurde als tot gemeldet. Vermeintlich postum wurde er mit dem Rotbannerorden ausgezeichnet, seiner Familie wurde die offizielle Todesmitteilung zugesandt. Neiswestny überlebte jedoch wider Erwarten.

1947 schrieb er sich an der Kunstakademie in Riga ein. Danach setzte er sein Studium an der Surikow-Institut in Moskau und an der philosophischen Fakultät der MGU fort.

Seine Skulpturen waren oft aus Teilen des menschlichen Körpers zusammengesetzt. Er bevorzugte es, Skulpturen aus Bronze herzustellen, aber die Monumentalskulpturen sind aus Beton gefertigt. Die bekanntesten Monumentalwerke vereinigte Neiswestny in einem Zyklus, an dem er seit 1956 arbeitete. Als bestes Werk dieses Zyklus gilt die Skulptur "Lebensbaum".

Für seine Arbeiten wurde Neiswestny vom damaligen sowjetischen Staatsoberhaupt Nikita Chruschtschow kritisiert, der 1962 auf einer Ausstellung die Skulpturen als „degenerierte Kunst“ bezeichnete. Chruschtschow fragte: «Warum verzerrst du die Gesichter der sowjetischen Menschen?». Später schuf Neiswestny eine Skulptur Chruschtschows, die auf dessen Grab aufgestellt wurde. Die Gestaltung des Grabes erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch Chruschtschows durch Neiswestny.

Die bedeutendsten Werke aus sowjetischer Zeit sind „Prometheus“ im Pionierlager Artek (1966) und „Lotusblüte“ in der Nähe des Assuan-Staudammes in Ägypten (1971).

1976 emigrierte Neiswestny in die Schweiz.

In den 80er Jahren hielt Neiswestny Vorlesungen in den Universitäten von Oregon und Berkley. Es gab mehrere erfolgreiche Ausstellungen in der Magna Gallery in San Francisco. Ende der 80er schuf er als Auftragswerk der Magna Gallery den Zyklus "Man through the Wall", der dem Zusammenbruch des Kommunismus gewidmet ist.

1996 beendete Neiswestny sein Monumentalwerk (15 m hoch) "Maske der Trauer", die den Opfern der Repressionen in der Sowjetunion gewidmet ist. Die Skulptur wurde in Magadan errichtet. Im selben Jahr erhielt Neiswestny die Staatsprämie der Russischen Föderation.

Heute lebt Neiswestny in New York und arbeitet an der University of Columbia.

In Uttersberg in Schweden gibt es ein Museum mit Skulpturen Neiswestnys. Einige seiner Skulpturen wurden von Papst Johannes Paul II. für die Vatikanischen Museen erworben.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernst Neizvestny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien