Ernst Jünger

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Jünger (li.) mit Philipp Jenninger (Mi.) und Liselotte Lohrer (re.) 1986

Ernst Jünger (* 29. März 1895 in Heidelberg; † 17. Februar 1998 in Riedlingen) war ein deutscher Schriftsteller, Offizier und Insektenkundler. Er ist vor allem durch seine Kriegstagebücher In Stahlgewittern, durch Essays, phantastische Romane und Erzählungen bekannt. In seinem nationalistischen, anti-demokratischen und elitären Frühwerk, das der sogenannten Konservativen Revolution zugerechnet wird, kämpfte Jünger entschieden gegen die Weimarer Republik. Ob er als ein intellektueller Wegbereiter des Nationalsozialismus angesehen werden kann, ist in der Forschung umstritten. Von der nationalsozialistischen Ideologie distanzierte er sich in den frühen 1930er Jahren wegen des von ihm als geistlos empfundenen Totalitarismus der NS-Massenbewegung.[1] In der Bundesrepublik wurde Jünger vor allem mit den Veröffentlichungen seiner Tagebücher wahrgenommen; er erhielt verschiedene Preise und Auszeichnungen, darunter 1918 den Pour le Mérite und 1959 das Große Bundesverdienstkreuz.

Leben[Bearbeiten]

1895 bis 1918[Bearbeiten]

Ernst Jünger mit dem Pour le Mérite
Deutscher Stoßtrupp im Ersten Weltkrieg
Gefallene deutsche Soldaten bei Guillemont, 1916

1895 wurde Ernst Jünger in Heidelberg als erstes von sechs Kindern des Chemikers Ernst Georg Jünger (1868–1943) und dessen späterer Frau Karoline Lampl (* 1873 in München; † 1950 in Rehburg) geboren. Er wurde protestantisch getauft. Zwei seiner Geschwister starben im Säuglingsalter. Jünger verbrachte seine Kindheit in Hannover, in Schwarzenberg/Erzgeb. und schließlich ab 1907 in Rehburg. Der Vater hatte im Kalibergbau beträchtliche Einkünfte erzielt. 1901 wurde Ernst Jünger am Lyceum II in Hannover eingeschult. Nicht zuletzt wegen der häufigen Umzüge der Familie war er zunächst ein schlechter Schüler. 1905 bis 1907 verbrachte Ernst Jünger auf Internaten in Hannover und Braunschweig. Ab 1907 lebte er wieder bei seiner Familie in Rehburg. Mit seinen Geschwistern besuchte er die Scharnhorst-Realschule in Wunstorf. In dieser Zeit entdeckte der mittelmäßige Schüler neben seiner Vorliebe für Abenteuerromane auch die Liebe zur Insektenkunde.

1911 trat Jünger mit seinem Bruder Friedrich Georg dem Wunstorfer Wandervogel-Club bei. Dort fand er den Stoff für seine ersten Gedichte, die in einer Wandervogel-Zeitschrift veröffentlicht wurden. Dem Außenseiter brachten sie die Anerkennung seiner Lehrer und Mitschüler ein. Er genoss von diesem Zeitpunkt an den Ruf eines Poeten und Dandys. Im November 1913 trat Ernst Jünger als Schüler, der inzwischen ein Gymnasium in Hameln besuchte, in Verdun der Fremdenlegion bei und verpflichtete sich zu einer fünfjährigen Dienstzeit. Danach kam er in das Ausbildungslager Sidi bel Abbès in Algerien und gehörte zur 26. Instruktionskompanie. Von dort floh er mit einem Kameraden nach Marokko, wurde aber schnell aufgegriffen und zur Legion zurückgebracht. Sechs Wochen später wurde er nach einer von seinem Vater betriebenen Intervention des Auswärtigen Amtes auf Grund seines Alters wieder entlassen. Diese Episode seines Lebens wird in dem 1936 erschienenen Buch Afrikanische Spiele verarbeitet. Zur Strafe wurde er von seinem Vater auf ein Internat nach Hannover geschickt, wo er Banknachbar des späteren KPD-Politikers Werner Scholem war.

Am 1. August 1914, kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, meldete sich Ernst Jünger beim Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen“ (Hannoversches) Nr. 73 in Hannover als Kriegsfreiwilliger. Nach dem Notabitur absolvierte er die militärische Ausbildung und kam im Dezember mit einem Ersatztransport an die Champagne-Front in Frankreich. Im April 1915 wurde Jünger erstmals verwundet.[2] Im Heimaturlaub schlug er auf Anraten seines Vaters die Offizierslaufbahn (Fahnenjunker) ein. Wieder zurück in Frankreich, wurde er am 27. November 1915 Leutnant und Zugführer und machte sich durch spektakuläre Aktionen bei Patrouillen und Stoßtrupps einen Namen. Im Laufe des dritten Kriegsjahres 1916 wurde Jüngers Regiment an sämtlichen Brennpunkten der Westfront eingesetzt. Während der zweiten Somme-Schlacht wurde Jünger am Vorabend der britischen Offensive in der Ruhestellung in Combles verwundet[3] und kam ins Lazarett. In der Folgezeit wurde sein gesamter Zug bei Guillemont aufgerieben.

Im November 1916 wurde Jünger bei einem Spähtruppeinsatz zum dritten Mal verwundet[4] und erhielt wenig später das Eiserne Kreuz erster Klasse. Im Frühjahr 1917 wurde Jünger zum Chef der 7. Kompanie ernannt und rettete durch einen Zufall am 29. Juli 1917 seinem Bruder Friedrich Georg Jünger auf dem Schlachtfeld von Langemark das Leben. Daraufhin folgten weitere Auszeichnungen, darunter am 4. Dezember 1917 das Ritterkreuz des Königlichen Hausorden von Hohenzollern. Im März 1918 überlebte Ernst Jünger einen Granateneinschlag, der fast seine gesamte Kompanie vernichtet hatte. Das Kriegsende erlebte Jünger nach einer im August 1918 vor Cambrai erlittenen Verwundung im Lazarett in Hannover. Am 22. September 1918 erhielt er den Orden Pour le Mérite, die höchste militärische Auszeichnung der Krone Preußens.

Während des gesamten Kriegsverlaufes notierte er seine Erlebnisse in einem Tagebuch, das er ständig mit sich führte. Die Gefechtspausen seines Frontalltags gegen Ende des Krieges verbrachte er vor allem damit, Werke von Nietzsche, Schopenhauer, Ariost und Kubin zu lesen. Außerdem ließ er sich aus der Heimat entomologische Zeitschriften schicken.

Die 15 Kriegstagebücher wurden vor Jüngers Tod dem Deutschen Literaturarchiv Marbach übergeben. 2010 erschienen sie, herausgegeben und kommentiert von Helmuth Kiesel.[5] Die Notizen dienten Jünger als Rohmaterial für sein erstes Buch (In Stahlgewittern, 1920).[6]

1918 bis 1933[Bearbeiten]

Nach dem Krieg diente Jünger zunächst noch als Leutnant im Infanterieregiment 16 der Reichswehr in Hannover. Während seiner Dienstzeit war er unter anderem mit der Ausarbeitung von Dienstvorschriften für den Infanteriekampf (Heeresdienstvorschrift 130) beim Reichswehrministerium in Berlin befasst.[7] Bald profilierte er sich als entschiedener Gegner der Republik, hielt sich aber aus den politischen Auseinandersetzungen weitgehend heraus und überarbeitete seine Kriegsaufzeichnungen, die in die Werke In Stahlgewittern. Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers (1920), Der Kampf als inneres Erlebnis (1922), Sturm (1923), Das Wäldchen 125 (1925) und Feuer und Blut (1925) einflossen. Jüngers Erstlingswerk In Stahlgewittern wurde von der rechten Presse mit Begeisterung aufgenommen und als „Siegfried-Buch“ bezeichnet.

Nach seinem Ausscheiden aus der Reichswehr am 31. August 1923 studierte er in Leipzig und Neapel Zoologie und Philosophie. 1923 trat er für kurze Zeit in das Freikorps von Gerhard Roßbach ein und war vor allem als reisender Verbindungsmann zu anderen Teilen der nationalen Bewegung aktiv. Sein erster dezidiert politischer Artikel, Revolution und Idee, erschien im September 1923 im Völkischen Beobachter.[8]

Am 3. August 1925 heiratete Jünger Gretha von Jeinsen. Am 1. Mai 1926 wurde in Leipzig der gemeinsame Sohn Ernst geboren (in Jüngers Aufzeichnungen meist „Ernstel“ genannt). Das Studium brach er am 26. Mai ohne Abschluss ab und wandte sich ganz der Schriftstellerei zu. Er schrieb zahlreiche Artikel für nationalrevolutionäre Publikationsorgane wie Die Standarte, Arminius, Der Vormarsch oder Ernst Niekischs Widerstand. Zeitschrift für nationalrevolutionäre Politik. 1928 betätigte er sich auch als Herausgeber des Sammelbandes Die Unvergessenen. Bis 1933 verfasste er schätzungsweise 140 Artikel. Trotz seiner Sympathie für die Idee einer nationalen Revolution hielt sich Jünger nach anfänglichen Kontakten von Adolf Hitler und der NSDAP fern. Am 29. Januar 1926 sandte er Hitler sein Buch Feuer und Blut mit der Widmung „Dem nationalen Führer Adolf Hitler“, worauf dieser sich persönlich bei ihm bedankte.[9] 1927 zog die Familie Jünger nach Berlin. Im gleichen Jahr lehnte er ein von der NSDAP angebotenes Reichstagsmandat ab. In den folgenden Jahren wechselte Jünger mehrfach seine Publikationsorgane und rief eigene, kurzlebige nationalistische Zeitschriften ins Leben. Grund dafür waren wiederkehrende Auseinandersetzungen innerhalb des nationalistischen Lagers über einen möglichen Legalitätskurs gegenüber der Weimarer Republik. 1928 erregte Jüngers an die Tradition des europäischen Surrealismus anknüpfendes Buch Das abenteuerliche Herz Aufsehen, zumal es als „Literarisierung“ des Autors und Abwendung von der Politik interpretiert wurde. Zum Ende der 1920er Jahre trat Jünger zunehmend in den Dialog mit politischen Gegnern der Rechten und zog sich gleichzeitig aus der politischen Publizistik zurück. In dieser Zeit kam es auch zum offenen Bruch mit Hitler, als dieser sich gegen die Landvolkbewegung gewandt hatte; Jünger hatte in ihr den Vorreiter der von ihm erhofften nationalrevolutionären Bewegung gesehen.[10] Am 17. Oktober 1930 störte er im Berliner Beethovensaal gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich G., Arnolt Bronnen und etwa dreißig SA-Leuten Thomas Manns Deutsche Ansprache, in der dieser vor den Gefahren des aufkommenden Nationalsozialismus warnte.[11]

Erst in dieser Zeit wurde seine Kriegsliteratur außerhalb nationalistischer und militärischer Kreise populär. 1930 fungierte Jünger als Herausgeber mehrerer nationalrevolutionärer Sammelbände. Um ihn herum bildete sich ein Zirkel nationalistischer Publizisten aus sehr unterschiedlichen Flügeln, angefangen von späteren Nationalsozialisten bis hin zum Nationalbolschewisten Ernst Niekisch. 1932 erschien Jüngers umfangreiches Essay Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt. Darin etablierte er im Rückgriff auf die mythische Figur des Juden Ahasver eine moderne metaphysische Wahrnehmungstheorie, mit der sich der Text unter der Hand von seinen imperialen und nationalistischen Phantasmen löst.

In seiner nationalrevolutionären Publizistik forderte Jünger aus der Verabsolutierung seiner Kriegserlebnisse heraus eine Militarisierung aller Lebensbereiche. Die Weimarer Republik bekämpfte er radikal. Er sprach sich für ihre gewaltsame Zerschlagung und eine Errichtung einer nationalen Diktatur aus. Die Ideale des Humanismus, Pazifismus, ja aller bürgerlichen Ordnungs- und Zivilisiertheitsvorstellungen lehnte er diametral ab: Stattdessen propagierte er ein Menschenbild, das keine Scheu vor Schmerz und Opfer kenne, und Disziplin und Rangordnung höher achte als unbegründete Gleichheit. Nach Ansicht seines Biographen steckte dahinter zum einen ein „früh anerzogener und durch die Lektüre Nietzsches befestigter Antidemokratismus und Antihumanismus“, zum anderen der Verdacht, dass wenn die Humanisten Recht hätten, die vier Jahr Krieg sinnlos gewesen seien.[12]

In der Erstauflage von Wäldchen 125 findet sich der Satz: „Ich hasse die Demokratie wie die Pest“. Gegen das „geschäftsmäßige Literatenpack“, das sich für Aufklärung, Demokratie und Pazifismus einsetze, müsse „sofort die Prügelstrafe wieder eingeführt“ werden. Diese Sätze ließ er 1933 aus den folgenden Ausgaben des Buchs entfernen.[12] Dennoch glaubt der Historiker Peter Longerich, dies sei „auch in der Diktion für ihn typische Aussage“.[13]

In seinen politischen Schriften dieser Zeit finden sich vereinzelt antisemitische Äußerungen, so z. B. 1930 in seinem Essay Nationalismus und Judenfrage:

„Die nationalen Bewegungen, die sich als revolutionär bezeichnen, litten unter einem Mangel an Folgerichtigkeit, da bei ihnen der Stoß gegen den Juden […] immer viel zu flach angesetzt wird, um wirksam zu sein.“

Diese Äußerungen seien im Zusammenhang mit seinem radikalen „Anti-Liberalismus und Anti-Demokratismus“ (Harro Segeberg) zu sehen und richteten sich daher in erster Linie gegen die „Assimilation“ der deutschen Juden; Jünger bevorzugte wie damals auch sein Bruder Friedrich Georg und andere Nationalrevolutionäre das orthodoxe Judentum bzw. später den modernen Zionismus: Franz Schauwecker und Friedrich Hielscher etwa sprachen sich hierbei besonders für Martin Bubers spirituellen Zionismus aus.

Jünger gilt einigen Wissenschaftlern als ein intellektueller Wegbereiter des Nationalsozialismus. So schreibt sein Biograph Helmuth Kiesel, zwar dürfe man die „Macht des Wortes“ nicht überschätzen, doch gehöre Jünger unbestreitbar unter „die 'Totengräber' der Weimarer Republik und die 'Pioniere' des 'Dritten Reiches'“.[14] Die Enzyklopädie des Nationalsozialismus rechnet ihn unter die „Wegbereiter des Nationalsozialismus“.[15] Der amerikanische Germanist Russell Berman sieht Jünger dagegen allenfalls am Rand eines reaktionären Spektrums.[16]

1933 bis 1945[Bearbeiten]

Nach der Machtübernahme der NSDAP versuchte diese erneut, Ernst Jünger für sich zu gewinnen. Ihm wurde ein Sitz im Reichstag angeboten, den er ablehnte. 1933 kam es auch zu einer Hausdurchsuchung durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) wegen seiner Kontakte zu Kommunisten und zu Ernst Niekisch. Im selben Jahr wies Jünger die Aufnahme in die – nationalsozialistisch „gesäuberte“ – Deutsche Akademie der Dichtung zurück, und seine Wohnung wurde erneut von der Gestapo durchsucht, woraufhin Jünger sich nach Goslar zurückzog. Dort wurde 1934 sein Sohn Alexander geboren. Im selben Jahr erschien Die totale Mobilmachung. 1936 zog die Familie nach Überlingen am Bodensee um. Ernst Jünger verbrachte die folgenden Jahre mit zahlreichen Auslandsreisen. Ab 1939 lebte Jünger in Kirchhorst nahe Hannover. Im selben Jahr erschien seine Erzählung Auf den Marmorklippen, die oft als verdeckte Kritik an der Gewaltherrschaft Hitlers interpretiert wird. Jünger selbst wehrte sich jedoch zeitlebens gegen die Interpretation der Marmorklippen als Widerstandsbuch.

Das Hotel Raphaël in Paris, in dem Jünger ab Juni 1941 wohnte.

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Jünger im August 1939 zum Hauptmann befördert und zur Wehrmacht eingezogen; zunächst tat er als Kompaniechef am Westwall gegenüber der Maginot-Linie Dienst. In dieser Zeit erhielt er für die Bergung eines Verwundeten die Spange zum Eisernen Kreuz II. Klasse. 1941 wurde seine Einheit nach Paris verlegt. Ernst Jünger kam im Sommer des Jahres gegen den Widerstand von Wilhelm Keitel in den Stab des Militärbefehlshabers von Frankreich (MBF) unter Otto von Stülpnagel, später Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B, wo er unter anderem für die Briefzensur in der Ic-Abteilung zuständig war. Der Stab befand sich zu der Zeit im Pariser Hotel Majestic. Als wichtiges Zeitdokument einer deutschen, nicht-nationalsozialistischen Sicht des Zweiten Weltkrieges entstanden die Pariser Tagebücher, die einige Jahre später in das Buch Strahlungen Eingang fanden. Jünger kam in Kontakt zu Widerstandkreisen innerhalb der Wehrmacht und dokumentierte für sie die Auseinandersetzungen zwischen NSDAP-Stellen und der Wehrmacht im besetzten Frankreich. Gleichwohl ist im Volks-Brockhaus 1941 zu lesen: „[Ernst Jünger] stellte in seinen Werken, bes. seinen Kriegsbüchern […], den nationalistischen und heldischen Gedanken dem bürgerlichen Geist entgegen“.[17]

1942 gehörte Jünger zur Stabsabteilung des Militärbefehlshabers in Frankreich, des Generals der Infanterie und späteren Widerstandskämpfers Carl-Heinrich von Stülpnagel. Stülpnagel schickte Jünger in den Kaukasus, angeblich um die Truppenmoral vor einem eventuellen Attentat auf Adolf Hitler zu untersuchen. Dort setzte Jünger sein Tagebuchwerk unter dem Titel Kaukasische Aufzeichnungen fort, die ebenfalls in die Strahlungen aufgenommen wurden. Noch 1942 kehrte Ernst Jünger nach Paris zurück. 1942 begannen auch die Arbeiten an dem Aufruf Der Friede, der als Appell an die Jugend Europas nach einem Sturz Hitlers gedacht war. Jünger stand zahlreichen Beteiligten des Attentats vom 20. Juli 1944 nahe. Am 21. Juli 1944 notierte Jünger in seinem Zweiten Pariser Tagebuch kommentarlos eine in einem Gespräch mit ihm geäußerte Aussage von Max Hattingen (= „der Präsident“), Hauptmann im Pariser Generalstab: „Die Riesenschlange im Sack gehabt und wieder herausgelassen“. Hattingen bezeichnete damit den Tatbestand, dass es Stülpnagel im Rahmen der Operation Walküre zunächst gelungen war, in Paris die wichtigsten Funktionäre und Führer der SS, des SD und der Gestapo festnehmen zu lassen, um sie dann wieder in Freiheit zu setzen, nachdem das Scheitern des Attentats feststand.[18] Nachdem den Westalliierten die Landung in der Normandie und der Vorstoß ins Landesinnere gelungen war, verließ Jünger mit den abziehenden deutschen Truppen Paris und kehrte nach Deutschland zurück, wo er im September 1944 – im Alter von 49 Jahren – als Hauptmann regulär aus der Wehrmacht entlassen wurde.[19] Er zog sich nach Kirchhorst in Niedersachsen zurück, wo er gegen Kriegsende als Volkssturmkommandant befahl, keinen Widerstand gegen die anrückenden alliierten Truppen zu leisten.

Jüngers Sohn Ernst, Ernstel genannt, wurde 1944 zusammen mit seinem Freund Wolf Jobst Siedler im Alter von 17 Jahren während ihres Schulaufenthaltes in dem Internat Hermann Lietz-Schule Spiekeroog verhaftet, wo sie auch als Marinehelfer tätig waren. Ein Mitschüler hatte sie denunziert, sie hätten regimekritische Bemerkungen gemacht. Bei beiden Schülern bestand die Gefahr einer Verurteilung zum Tode. Doch dank der Intervention ihrer Eltern wurden sie von einem Kriegsgericht nur zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ein halbes Jahr später wurden beide Jungen auf Bewährung entlassen. Ernstel meldete sich freiwillig bei den Panzergrenadieren einer SS-Einheit, um einer Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen. Am 29. November 1944 fiel er in Italien in der Nähe von Carrara. Ernst Jünger und seine Frau hatten noch lange immer wieder Zweifel, ob ihr Sohn nicht in Wirklichkeit „liquidiert“ worden war. [20]

1945 bis 1998[Bearbeiten]

Das Jünger-Haus in Wilflingen
Ernst Jüngers Schreibtisch in Wilflingen

Nach dem Krieg weigerte sich Jünger, den Fragebogen der Alliierten für die so genannte Entnazifizierung auszufüllen, und erhielt daraufhin in der britischen Besatzungszone bis 1949 Publikationsverbot. Er übersiedelte zunächst nach Ravensburg in die französische Besatzungszone und wenig später nach Wilflingen, einem Ortsteil der Gemeinde Langenenslingen im Landkreis Biberach in Oberschwaben. Dort wohnte er von 1951 an bis zu seinem Tode in dem 1727 vom Fürstbischof von Konstanz und Augsburg Johann Franz Schenk Freiherr von Stauffenberg erbauten Forsthaus der ehemaligen Oberförsterei der Schenken von Stauffenberg.

Ernst Jünger wurde auf den jungen Journalisten Armin Mohler aufmerksam, da dieser 1946 in der Weltwoche einen recht positiven Artikel über ihn veröffentlicht hatte. Von 1949 bis 1953 war Mohler Privatsekretär von Jünger. 1949 lernte Jünger den LSD-Entdecker Albert Hofmann kennen. Gemeinsam experimentierten beide mit der Droge. Jünger schrieb anschließend ein Buch über seine Erfahrungen mit LSD (Besuch auf Godenholm).

1951 entstand Jüngers Essay Der Waldgang, eine Art Widerstandsfibel gegen Totalitarismus und Anpassung. Fortsetzung und Abschluss dieser Thematik sind in dem 1977 erschienenen Roman Eumeswil zu sehen, in dem Jünger „das Gebäude seiner Weltweisheit“ (Armin Mohler) errichtete. Er entwickelt darin die Gestalt des Waldgängers zu der des Anarchen weiter, wobei er sich hauptsächlich auf Max Stirner und dessen 1844 erschienenes Buch Der Einzige und sein Eigentum bezieht.[21]

Weitere hervorzuhebende Veröffentlichungen sind der Roman Heliopolis (1949) und die Kriminalgeschichte Eine gefährliche Begegnung (1985).

Nach dem Tod seiner ersten Frau Gretha (1960) heiratete Jünger 1962 die promovierte Germanistin Liselotte Lohrer (1917–2010)[22], die unter anderem das Cotta-Archiv im Deutschen Literaturarchiv aufgebaut und betreut hat. In seinen Schriften bezeichnet Jünger sie gewöhnlich mit ihrem Kosenamen als „das Stierlein“. Sie war auch an der Edition der Werke ihres Mannes bei Klett-Cotta beteiligt. Am 20. Juli 1977 starb Ernst Jüngers Bruder Friedrich Georg.

Ernst Jünger reiste und schrieb bis kurz vor seinem Tod. 1986 reiste er nach Kuala Lumpur, um zum zweiten Mal in seinem Leben den Halleyschen Kometen zu sehen. Darüber berichtet er im Tagebuch Zwei Mal Halley, das zugleich einen Teil seines diaristischen Hauptwerks Siebzig verweht bildet.[23] Jünger begann dieses Alterstagebuch nach seinem 70. Geburtstag (1965) und führte es bis zum Frühjahr 1996 fort. Am 20. Juli 1993 besuchten der damalige französische Staatspräsident François Mitterrand und der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl Jünger im Stauffenbergschen Forsthaus in Wilflingen. Am 26. September 1996 konvertierte Ernst Jünger zum römisch-katholischen Glauben. Erst nachdem er 1998 im Alter von 102 Jahren im Krankenhaus von Riedlingen gestorben war, wurde seine Konversion bekannt.[24] An der Beerdigung Ernst Jüngers nahmen 2.000 Menschen teil, darunter Erwin Teufel, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, ein Vertreter der Bundesregierung in Bonn und fünf Generäle der Bundeswehr.

In Gedenken an Ernst Jünger fertigte der Aachener Bildhauer Wolf Ritz eine Büste an, die anfangs in Wilflingen aufgestellt wurde, aber mittlerweile vom Deutschen Literaturarchiv Marbach übernommen worden ist[25].

Orden und Ehrungen[Bearbeiten]

Gedenktafel in Wilflingen

Aus Anlass des 90. Geburtstages Ernst Jüngers stiftete das Land Baden-Württemberg mit dem Einverständnis des Schriftstellers 1985 den Ernst-Jünger-Preis für Entomologie. Damit werden seit 1986 in dreijährigem Turnus Wissenschaftler ausgezeichnet, die mit herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Insektenkunde hervorgetreten sind. Ernst Jünger war als Träger des Pour le Mérite der letzte Bezieher eines Ehrensolds gem. § 11 des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen aus dem Jahr 1957.

Rezeption[Bearbeiten]

Jünger faszinierte seine Leser und Schriftstellerkollegen bereits zu Lebzeiten, polarisierte dabei aber auch. Bertolt Brecht sprach Jünger jeden literarischen Rang ab: Da er selbst nicht mehr jung ist, würde ich ihn einen Jugendschriftsteller nennen, aber vielleicht sollte man ihn überhaupt nicht einen Schriftsteller nennen, sondern sagen: Er wurde beim Schreiben gesehen [26]. Dagegen zählte der Avantgardist Alfred Döblin gerade Jünger, Brecht und sich selbst zu der geistesrevolutionären Bewegung innerhalb der deutschen Literatur.[27] Auch wenn der spätere Exilant Thomas Mann den schriftstellerischen Rang Jüngers nicht angriff, charakterisierte er ihn als Wegbereiter und eiskalter Genüßling des Barbarismus[28].

Nach 1945 stellte Alfred Andersch in Deutsche Literatur in der Entscheidung (1948) die These auf, dass Jüngers Bedeutung nicht zuletzt auch durch seine Umstrittenheit bedingt sei. Auch Autoren wie Heiner Müller oder Rolf Hochhuth suchten die Verbindung mit dem alten Jünger. International sind Jüngers Schriften weit verbreitet, ihre Rezeption ist, im Gegensatz zur Situation in Deutschland, weniger auf die politische Publizistik Jüngers fixiert. Bereits seine frühen Schriften wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Kritisiert wurde an Jüngers Schriften schon früh die Verherrlichung von Gewalt und seine Idealisierung von Männlichkeit in Form des „Kriegers“. Später wurde das Werk Jüngers meist aus einer ästhetischen Perspektive rezipiert, wobei hierbei die brisanten politischen Implikationen ausgeblendet wurden.

Während im nationalsozialistischen Deutschland Auf den Marmorklippen auch als leicht entschlüsselbare Kritik am NS-Regime gelesen wurde, hat man Jüngers Texte aus der Nachkriegszeit als politisch weniger relevant angesehen. Umso mehr jedoch gelten diese Texte als ästhetisch interessant. Einen Markstein der wissenschaftlichen Rezeption bildete diesbezüglich Karl Heinz Bohrers Studie von 1978 Ästhetik des Schreckens, die die Verflechtung von Jüngers Texten mit der europäischen und US-amerikanischen Avantgarde zeigt. Im Gefolge dieser Forschungsöffnung fand Jünger – neben Walter Benjamin, Siegfried Kracauer und anderen – als Klassiker der modernen Medientheorie Beachtung. Hieran schlossen im Zuge der poststrukturalistischen Theoriebildung in Frankreich beispielsweise Virilio und Baudrillard an.

Im deutschsprachigen Raum tritt hingegen seine ästhetische Beurteilung als Stilist meist hinter die politische zurück. Erst in jüngster Zeit finden sich wieder häufiger Interpretationen, die versuchen, den Nachweis subtiler, impliziter Subtexte im Werk Jüngers zu erbringen. Es gelinge ihm, politische Auffassungen auf diese Weise – gleichsam unbemerkt – zu transportieren.

Die deutschsprachige Literaturkritik ist ebenfalls in ihrer Bewertung ambivalent. Jünger hatte Bewunderer wie Friedrich Sieburg und zahlreiche Gegner. Darunter sind Fritz J. Raddatz[29] und Marcel Reich-Ranicki[30] zu nennen. Andererseits beurteilten jüngere Kollegen wie Denis Scheck Jünger positiver[31].

Wenig diskutiert wird seine oft unkonventionelle Themenwahl (in Heliopolis kommen Weltraumfahrt und eine Art von Mobiltelefon vor (der Phonophor), Gläserne Bienen beschreibt nanotechnisch betriebene Roboter). Hinzu kommen seine wissenschaftlichen Beiträge zur Insektenkunde.

Zeit seines Lebens beschäftigte sich Jünger auch mit dem Thema Drogen, auch durch eigene Drogenerfahrungen u.a. mit Opium, Mescalin, Kokain und LSD, die er intensiv in seinem 1970 erschienenen Buch Annäherungen. Drogen und Rausch beschreibt und auch in seinen Notiz- und Tagebüchern immer wieder erwähnt. In literarischer Form verarbeitet Jünger Drogenerfahrungen z.B. in Strahlungen (1949), Heliopolis (1949) und Besuch auf Godenholm (1952). Zumeist nahm Jünger Drogen in gesellschaftlichen Runden ein und verwendete Dosierungen, die zu starke Räusche verhinderten. Im Jahr 2013 widmete das Literaturmuseum der Moderne dem langjährigen Briefwechsel Jüngers mit Albert Hofmann, dem Erfinder des LSD, eine umfassende Ausstellung.[32]

Werke[Bearbeiten]

Tagebücher
Romane
Erzählungen
Essays
Der Kampf als inneres Erlebnis, 1922
Krieg und Krieger, 1930
Editionen
  • Ernst Jünger: Sämtliche Werke. 18 Bände und 4 Supplementbände, Klett-Cotta, Stuttgart 1978 ff.
  • Ernst Jünger: Werke. 10 Bände, Stuttgart 1960–1965
Korrespondenz
  • Ernst Jünger, Rudolf Schlichter: Briefe 1935–1955. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Dirk Heißerer. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, ISBN 3-608-93682-3.
  • Ernst Jünger, Carl Schmitt: Briefe 1930–1983. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Helmuth Kiesel. Klett-Cotta, Stuttgart 1999, ISBN 3-608-93452-9.
  • Ernst Jünger, Gerhard Nebel: Briefe 1938–1974. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Ulrich Fröschle und Michael Neumann. Klett-Cotta, Stuttgart 2003, ISBN 3-608-93626-2.
  • Ernst Jünger, Friedrich Hielscher: Briefe 1927–1985. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Ina Schmidt und Stefan Breuer. Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-93617-3.
  • Gottfried Benn, Ernst Jünger: Briefwechsel 1949–1956. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Holger Hof. Klett-Cotta, Stuttgart 2006, ISBN 3-608-93619-X.
  • Ernst Jünger, Stefan Andres: Briefe 1937–1970. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Günther Nicolin. Klett-Cotta, Stuttgart, 2007, ISBN 978-3-608-93664-3.
  • Ernst Jünger, Martin Heidegger: Briefwechsel 1949–1975. Unter Mitarbeit von Simone Maier herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Günter Figal. Klett-Cotta, Stuttgart, 2008, ISBN 978-3-608-93641-4.
  • Alfred Baeumler und Ernst Jünger: Mit einem Anhang der überlieferten Korrespondenz und weiterem Material. [Hrsg.] Ulrich Fröschle und Thomas Kuzias. Thelem Universitätsverlag, Dresden 2008, ISBN 978-3-939888-01-7.
  • Ernst Jünger, Gershom Scholem: Briefwechsel 1975–1981. Mit einem Essay von Detlev Schöttker: „Vielleicht kommen wir ohne Wunder nicht aus.“ Zum Briefwechsel Jünger – Scholem. In: Sinn und Form, Heft 3/2009, S. 293–308.
  • Ernst Jünger: Briefe an Sophie Dorothee und Clemens Podewils. In: Sinn und Form, Heft 1/2006, S. 43–59.
  • Ernst Jünger – Albert Renger-Patzsch. Briefwechsel 1943–1966 und weitere Dokumente. Hrsg. von Matthias Schöning, Bernd Stiegler, Ann und Jürgen Wilde. Wilhelm Fink, Paderborn/München 2010, ISBN 978-3-7705-4872-9.
  • Ernst Jünger, Dolf Sternberger: Briefwechsel 1941–1942 und 1973–1980. Mit Kommentaren von Detlev Schöttker und Anja S. Hübner. In: Sinn und Form 4/2011, S. 448-473[33]
Sonstiges
  • Ernst Jünger (Hrsg.): Die Unvergessenen. Justin Moser Verlag, München 1928. Aus dem Vorwort Jüngers: „Gern habe ich mich der Aufgabe gewidmet, die Schicksale einer Reihe von Männern zu sammeln, die der Krieg unserer Mitte entrissen hat…“ (Im Bestand Deutsches Literaturarchiv)
  • Ernst Jünger: Politische Publizistik 1919 bis 1933. Hrsg., kommentiert und mit einem Nachwort von Sven Olaf Berggötz. Klett-Cotta, Stuttgart 2001, ISBN 3-608-93550-9.
  • Ernst Jünger: Zur Geiselfrage. Schilderung der Fälle und ihrer Auswirkungen, mit einem Vorwort von Volker Schlöndorff. Herausgegeben von Sven Olaf Berggötz. Klett-Cotta, Stuttgart 2011 ISBN 978-3-608-93938-5.
  • Jünger und Frankreich – eine gefährliche Begegnung? Ein Pariser Gespräch. Mit 60 Briefen von Ernst Jünger an Julien Hervier, von Julien Hervier[34] und Alexander Pschera, aus dem Französischen von Dorothée Pschera. Matthes & Seitz, Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-538-0

Nachlass[Bearbeiten]

Ein Teil des Nachlasses von Ernst Jünger befindet sich im Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar. Zahlreiche Blätter weisen mittlerweile Schädigungen auf, die durch Selbstklebebänder entstanden sind.[35]

Das Archiv zeigte im Jahre 2010 die Ausstellung Ernst Jünger. Am Abgrund, mit zahlreichen Exponaten aus seinen Lebensabschnitten.[36]

Literatur[Bearbeiten]

Bibliographische Hilfsmittel und Register
  • Horst Mühleisen: Bibliographie der Werke Ernst Jüngers. Begründet von Hans Peter des Coudres. J. G. Cotta’sche Nachfolger GmbH, Stuttgart 1995, ISBN 3-7681-9803-0.
  • Nicolai Riedel: Ernst-Jünger-Bibliographie. Wissenschaftliche und essayistische Beiträge zu seinem Werk (1928–2002). J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2003, ISBN 3-476-01961-6.
  • Tobias Wimbauer: Personenregister der Tagebücher Ernst Jüngers. Überarb., erg. und erw. Neuausgabe. Edition Antaios, Schnellroda 2003. ISBN 3-935063-51-2.
Primärliteratur
Sekundärliteratur
  • Thomas Amos: Ernst Jünger, Rowohlt, Reinbek 2011, ISBN 978-3-499-50715-1.
  • Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Ernst Jünger, edition text+kritik, Bd. 105/106, München 1990, ISBN 978-3-88377-359-9.
  • Karl Heinz Bohrer: Die Ästhetik des Schreckens. Die pessimistische Romantik und Ernst Jüngers Frühwerk. Carl Hanser, München/Wien 1978.
  • Svend Buhl: „Licht heißt hier Klang“ – Synästhesie und Stereoskopie in den Tagebüchern Ernst Jüngers. R. Nenzel Verlag, Bonn 2003, ISBN 3-929035-06-5.
  • Walter Brockmann: Die Osnabrücker Ahnen des Schriftstellers Ernst Jünger. In: „Osnabrücker Land 1991“, Heimatjahrbuch des KHB-Osnabrücker Land, ISSN 0171-2136.
  • Oliver Demant: Zwischen Aktion und Kontemplation: Das Frühwerk Ernst Jüngers unter dem Aspekt der Entwicklung individualistischer und kollektivistischer Perspektiven als Bewältigungsversuch der Moderne. Dissertation.de, Berlin 2008, ISBN 978-3-86624-355-2.
  • Lutz Hagestedt (Hrsg.): Ernst Jünger. Politik – Mythos – Kunst. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2004, ISBN 3-11-018093-6.
  • Ursula Hoffacker: Jünger, Ernst. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 773–777.
  • Herbert Holstein, Rainer Drewes: Jüngersche Wurzeln in Bramsche. In: „Osnabrücker Land 2009“, Heimatjahrbuch des KHB-Osnabrücker Land 2009, ISSN 1618-5757.
  • Wolfgang Kaempfer: Ernst Jünger (Monographie). Metzler Verlag, Stuttgart 1981.
  • Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, 2007, ISBN 3-88680-852-1.
  • Peter Koslowski: Der Mythos der Moderne. Die dichterische Philosophie Ernst Jüngers. Wilhelm Fink, München 1991.
  • Gisbert Kranz: Ernst Jüngers symbolische Weltschau. Schwann, Düsseldorf 1968.
  • Bernd A. Laska: Katechon und Anarch. Nürnberg, LSR, 1997, ISBN 3-922058-63-9. (über Carl Schmitt und Ernst Jünger)
  • Helmut Lethen: Verhaltenslehren der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-11884-6.
  • Bernard Maris: L'Homme dans la guerre. Maurice Genevoix face à Ernst Jünger. Éditions Grasset, Paris 2013, ISBN 978-2-246-80338-6.[38]
  • Steffen Martus: Ernst Jünger. J. B. Metzler, Stuttgart,/Weimar 2001, ISBN 3-476-10333-1.
  • Martin Meyer: Ernst Jünger. Hanser, München 1990, ISBN 3-446-15904-5.
  • Paul Noack: Ernst Jünger. Eine Biographie. Fest, Berlin 1998, ISBN 3-8286-0024-7.
  • Ulrich Prill: „Mir ward Alles Spiel“ – Ernst Jünger als homo ludens. Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, ISBN 3-8260-2355-2.
  • Alexander Pschera: Bunter Staub. Ernst Jünger im Gegenlicht. Matthes & Seitz, Berlin 2008, ISBN 978-3-88221-725-4.
  • Heimo Schwilk: Ernst Jünger – Ein Jahrhundertleben. Piper Verlag, 2007.
  • Heimo Schwilk: Ernst Jünger – Leben und Werk in Bildern und Texten. Klett-Cotta, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-608-93842-5.
  • Peter Trawny: Die Autorität des Zeugen. Ernst Jüngers politisches Werk. Matthes & Seitz, Berlin 2009, ISBN 978-3-88221-643-1.
  • Natalia Zarska, Gerald Diesener, Wojciech Kunicki (Hrsg.): Ernst Jünger – Eine Bilanz. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-86583-452-2.
  • Wolfgang Beutin: Ernst Jünger. In: Preisgekrönte. Peter Lang Verlag, Frankfurt a.M. 2012, ISBN 978-3-631-63297-0, S. 105–132.
  • Robert Hanulak: Ernst Jünger und sein Kriegstagebuch „In Stahlgewittern“ – Eine Untersuchung der verschiedenen Fassungen vor dem Hintergrund der Jahre 1919–1934. GRIN Verlag, München 2007, ISBN 978-3-638-77678-3.
  • Jörg Magenau: Brüder unterm Sternenzelt : Friedrich Georg und Ernst Jünger; eine Biographie, Stuttgart : Klett-Cotta, 2012, ISBN 978-3-608-93844-9
  • Gregor Eisenhauer: Antipoden: Ernst Jünger und Johann Wolfgang von Goethe, Rudolf Borchardt und Hugo von Hofmannsthal. Niemeyer, 1998
  • Julien Hervier, Ernst Jünger: dans les tempêtes du siècle, Fayard, Paris, 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernst Jünger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann Weiß (Hrsg.): „Enzyklopädie des Nationalsozialismus.“ 5. aktual. und erw. Aufl., 2007, S. 932
  2. Kriegsfreiwilliger, Füsilier-Regiment 73, 9. Kompagnie; Preußische Verlustliste Nr. 228 vom 20. Mai 1915, S. 6451/Deutsche Verlustliste: leicht verwundet.
  3. Leutnant, Füsilier-Regiment 73, 2. Kompagnie; Preußische Verlustliste Nr. 650 vom 4. Oktober 1916, S. 15280/Deutsche Verlustliste: leicht verwundet.
  4. Leutnant; Preußische Verlustliste Nr. 718 vom 23. Dezember 1916, S. 16940/Deutsche Verlustliste: leicht verwundet.
  5. Ernst Jünger, Kriegstagebücher 1914–1918. Herausgegeben und kommentiert von Helmuth Kiesel. Klett-Cotta-Verlag, 2010, ISBN 978-3-608-93843-2.
  6. Philipp Holstein, Leutnant Jünger in Stahlgewittern, Artikel in Rheinische Post vom 22. November 2010, Seite C7
  7. Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. Fischer Verlag, Frankfurt 1998, ISBN 3-10-091052-4, S. 245
  8. Ulrich Fröschle: Oszillationen zwischen Literatur und Politik. Ernst Jünger und das „Wort vom politischen Dichter“. In: Lutz Hagestedt (Hrsg.): Ernst Jünger. Politik – Mythos –Kunst. DeGruyter, Berlin 2004, S. 123 f.
  9. Othmar Plöckinger, Geschichte eines Buches, Oldenbourg 2006, ISBN 3-486-57956-8, Seite 160.
  10. Peter Longerich: Jünger, Ernst, Schriftsteller. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik. C.H. Beck, München 1988, S. 164 f. (die Zitate auf S. 165).
  11. Frank Dietrich Wagner: Appell an die Vernunft. Thomas Manns Deutsche Ansprache und Arnolt Bronnens nationale Attacke im Krisenjahr 1930. In: Thomas Mann Jahrbuch 13/2000, S. 53.
  12. a b Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 255 f.
  13. Peter Longerich: Jünger, Ernst, Schriftsteller. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik. C. H. Beck, München 1988, S. 164 f. (die Zitate auf S. 165).
  14. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, München 2007, S. 308f.
  15. Jünger, Ernst. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml und Hermann Weiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 5. aktual. und erw. Aufl., Klett-Cotta, Stuttgart 2007, S. 932; ähnliche Urteile bei Cyprian P. Blamires (Hrsg.): World Fascism. A Historical Encyclopedia. Band 1, Santa Barbara 2006, ISBN 1-57607-940-6, S. 274, 358 f.; Steffen Martus: Ernst Jünger, Metzler, Darmstadt 2001, S. 171; Daniel Morat: Von der Tat zur Gelassenheit. Wallstein, Göttingen 2007, S. 291.
  16. Russel A. Berman: Wurzeln und Ausprägungen faschistischer Literatur. In: Propyläen Geschichte der Literatur, Bd. 6, Berlin 1982, Seitenzahl fehlt.
  17. Der Volks-Brockhaus. Deutsches Sach- und Sprachwörterbuch für Schule und Haus […] Neunte, verbesserte Auflage A – Z. Brockhaus / Leipzig 1941. S. 327
  18. „Die Riesenschlange im Sack gehabt und wieder herausgelassen“, wie der Präsident sagte, als wir in höchster Erregung bei geschlossenen Türen verhandelten. Vgl. Ernst Jünger: Strahlungen, Tübingen, Heliopolis-Verlag 1949, S. 540; zur Identifizierung von „der Präsident“ vgl. : Tobias Wimbauer: Personenregister der Tagebücher Ernst Jüngers, 3. aktualisierte Auflage, Hagen-Berchum, Eisenhut 2010, S. 95.
  19. Hermann Weiß, a.a.O., S. 246
  20. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie. Siedler, 2007, ISBN 3-88680-852-1, S. 529.
  21. Vgl. Bernd A. Laska: „Katechon“ und „Anarch“. Carl Schmitts und Ernst Jüngers Reaktionen auf Max Stirner. LSR, Nürnberg 1997, ISBN 3-922058-63-9. (Inhalt, Leseprobe, Register).
  22. Nachruf im Focus; Geburtsjahr nach Gegen die Zeit, focus.de vom 25. März 1996, eingesehen am 25. Januar 2013.
  23. Verweht bedeutet hier „vergangen“, „vorbei“
  24. Vgl. H. Kiesel: Eintritt in ein kosmisches Ordnungswissen. Zwei Jahre vor seinem Tod: Ernst Jüngers Konversion zum Katholizismus. In: FAZ, 29. März 1999.
  25. Büste Ernst Jünger
  26. Bertolt Brecht: Gesammelte Werke. Bd. 20. Frankfurt am Main 1977, Seite 309.
  27. Dieter Schiller: Der Traum von Hitlers Sturz. Studien zur deutschen Exilliteratur 1933–1945, Frankfurt am Main 2010.[1], abgerufen 16. Dezember 2013
  28. Thomas Mann: Briefe 1937–1947. Hrsg. von Erika Mann. Berlin Aufbau Verlag 1965, Seite 495.
  29. Kälte und Kitsch. Vom erotischen Vergnügen an Gewalt und Tod: die Herrenreiterprosa eines deutschen Dichters[2](abgerufen am 16. Dezember 2013)
  30. Ich bin ehrlich gesagt nicht einmal auf die Idee gekommen, ihn für den Kanon in Betracht zu ziehen[3] (abgerufen am 16. Dezember 2013)
  31. [4] (abgerufen am 16. Dezember 2013).
  32. LSD. Der Briefwechsel zwischen Albert Hofmann und Ernst Jünger. Literaturmuseum der Moderne, 16. Juli bis 20. Oktober 2013 (abgerufen 17. Juli 2013).
  33. dazu: Detlef Schöttker: „Gefährlich leben!“ Zum Briefwechsel zwischen Ernst Jünger und Dolf Sternberger. In: Sinn und Form 4/2011, S. 437–447.
  34. Der französische Übersetzer Jüngers, geb. 1936, der dessen Rehabilitation zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat
  35. Staatsanzeiger vom 14. November 2008, Seite 6
  36. FAZ vom 6. November 2010, Seite 33: In Zeichenschauern
  37. Andreas Langenbacher: Eine abenteuerliche Reise. Buchbesprechung. In: Neue Zürcher Zeitung vom 27. August 2011, abgerufen am 27. August 2011.
  38. Die Wahrheit aus dem Schützengraben in FAZ vom 6. Dezember 2013, Seite 33