Ernst Köhler
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Johann August Ernst Köhler (* 5. August 1829 in Bautzen; † 19. Dezember 1903 in Aue (Sachsen)) war ein deutscher Lehrer, Naturwissenschaftler, Volkskundler sowie 1878 Gründer des sächsischen Erzgebirgsvereins.
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[Bearbeiten] Leben
Köhler wurde als Sohn eines Hausdieners in einem kaufmännischen Geschäft geboren. Nach Besuch der örtlichen Bürgerschule und anschließendem Wechsel auf die Präparandenanstalt trat Köhler mit 17 Jahren in das Landständische Bautzener Lehrerseminar ein. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen wurde er durch Stipendien unterstützt. Während seiner Ausbildung entwickelte er eine Vorliebe für Naturwissenschaften (insbesondere Botanik und Mineralogie) sowie Heimatkunde. Erste Anstellungen als Hauslehrer in Bellwitz bei Löbau sowie als Lehrer für Naturwissenschaften und Geometrie an der Erziehungsanstalt Dr. Wäntig in Großschönau folgten. Von 1853 bis 1858 war er an der Bürgerschule seiner Heimatstadt Bautzen tätig. 1858 veröffentlichte er die Bilder aus der Oberlausitz als ein Beitrag zur Vaterlandskunde, die er als einen Beitrag für die Vaterlandskunde verfasst hatte.
Noch im gleichen Jahr wurde er als Lehrer für Naturwissenschaften und Mathematik an die Realschule mit Progymnasium in Reichenbach im Vogtland berufen. Bereits im folgenden Jahr gründete er den Vogtländischen Verein für allgemeine und spezielle Naturkunde zu Reichenbach und Umgegend und reichte an der Universität Leipzig eine petroglyphische Arbeit über das sächsische Vogtland als Dissertationsschrift ein. In der Folge entwickelte er vielfältige Aktivitäten zur aktiven Förderung des Tourismus im Vogtland und Erzgebirge, wobei er eine wissenschaftliche und schriftstellerische Tätigkeit als seine Hauptaufgabe ansah. Er sammelte und veröffentlichte volkskundliche Schriften wie Volksbrauch, Aberglaube, Sagen und andere alten Überlieferungen im Vogtland und wurde somit Begründer der modernen Vogtlandkunde.
1873 wurde er als Oberlehrer an das neu gegründete Schneeberger Lehrerseminar berufen. Auf seine Initiative hin erfolgte 1878 die Gründung des Erzgebirgsvereins, zu dessen erstem Vorsitzenden er gewählt wurde. Besonderen Verdienst erwarb er sich um den Bau von Aussichtstürmen und Unterkunftstätten auf erzgebirgischen Bergen sowie um die Erschließung von Wanderwegen. 1897 trat Köhler in den Ruhestand ein und legte in der Folge 1899 auch den Vorsitz des Erzgebirgsverein nieder. Er blieb seinem Verein jedoch als Ehrenvorsitzender weiter treu. 1903 verstarb Köhler und fand seine letzte Ruhe in Schneeberg.
[Bearbeiten] Ehrungen
In Anerkennung seiner Leistungen wurden Köhler die folgenden Orden durch König Albert von Sachsen verliehen:
- 1888 Ritterkreuz II. Klasse vom Albrechtsorden
- 1894 Ritterkreuz I. Klasse vom Albrechtsorden.
Ihm zu Ehren trägt der Turm auf dem 562 m hohen Gleesberg bei Schneeberg den Namen Köhlerturm. Zwischen der Göltzschtalbrücke und Greiz ist ein Wanderweg nach Köhler benannt.
[Bearbeiten] Werke
Zu seinen Veröffentlichungen zählen:
- Der Czorneboh mit dem Thronberge, der Schmoritz, dem Mehlteuer und den Dehsaer Bergen, 1853
- Bilder aus der Oberlausitz als Beitrag zur Vaterlandskunde, 1858
- Allgemeine Züge der Kulturentwicklung des Erzgebirges, 1879
- Sagenbuch des Erzgebirges, Schneeberg und Schwarzenberg, Gärtner, 1886; Reprint Verlag Olms, Hildesheim 1978. ISBN 3487066394
- Die Tiere des Erzgebirges nach den Mitteilungen der Chronisten, 1889
- Zur Geschichte des ehemaligen Arznei-Laborantenwesens im westlichen Erzgebirge, 1898
- Volksbrauch, Aberglauben, Sagen und andre alte Überlieferungen im Voigtland mit Berücksichtigung des Orlagau`s und des Pleißnerlandes. Verlag von Fr. Fleischer, Leipzig 1867; Reprint Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2008. ISBN 978-3-86777-042-2.
- Die Geschichte der Oberlausitz von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1815
- Die Geschichte der Oberlausitz von 1815 bis zur Gegenwart
- Was heißt und zu welchen Ende studiert man in hiesiger Anstalt Naturgeschichte
- Die pflanzengeographischen Verhältnisse des Erzgebirges
- Die Meißnische Land- und Bergchronik des Peter Albinus, eine Vorläuferin unserer Landeskunden
- Der ehemalige Hausiererhandel im Erzgebirge
- Traugott von Gersdorffs Reise durch das Erzgebirge 1765
[Bearbeiten] Literatur
- Auer Beschäftigungsinitiative (Hrsg.): Kleine Chronik großer Meister Bd. 1, Aue, 2000, S. 102-105
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ernst Köhler |
| KURZBESCHREIBUNG | sächsischer Lehrer und Volkskundler |
| GEBURTSDATUM | 5. August 1829 |
| GEBURTSORT | Bautzen |
| STERBEDATUM | 19. Dezember 1903 |
| STERBEORT | Aue (Sachsen) |

