Ernst Kreuder

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Ernst Kreuder (* 29. August 1903 in Zeitz; † 24. Dezember 1972 in Darmstadt) war ein deutscher Schriftsteller. Sein vorwiegend erzählerisches Werk hat zeitkritische, romantische und mystische Züge. An seine Erfolge ab 1945 konnte er nach der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1953 nicht mehr anknüpfen. Mehrere Versuche der „Wiederentdeckung“ schlugen bis heute fehl.

Leben[Bearbeiten]

Ernst Kreuder wuchs in einfachen Verhältnissen in Offenbach am Main auf, wo er, wie sein Bruder Wilhelm Kreuder, die Oberrealschule besuchte. Er machte eine Banklehre und studierte in Frankfurt am Main Philosophie, Literaturgeschichte und Kriminologie, allerdings ohne Abschluss. Zur Finanzierung des Studiums trug er als Hilfsarbeiter in einem Eisenbergwerk, einer Ziegelei und auf Baustellen bei. 1926/27 unternahm er mit seinem Freund Hanns Ulbricht eine 13-monatige Wanderung durch Jugoslawien, Albanien und Griechenland. In Thessaloniki lernte er Alfons Hochhauser kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Die Reise endete in einem finanziellen und gesundheitlichen Desaster.

In diesen Jahren schloss sich Kreuder der südhessischen Künstlergruppe der Animalisten an, die u. a. Hans Henny Jahnn, Gottfried Benn, Ludwig Klages, Theodor Däubler und Alfred Döblin verehrten. An Benns vorbehaltloser Begrüßung des „Dritten Reiches“ übte Kreuder allerdings später Kritik.[1] Mit führenden Animalisten wie Carl Mumm und den Brüdern Max und Jan Herchenröder blieb Kreuder auch nach dem Krieg verbunden.

Kreuder hatte bereits in den 1920er Jahren Feuilletons für die Frankfurter Zeitung verfasst. Ab 1932 schrieb er für den Münchner Simplicissimus und war dort Hilfsredakteur bis die SA 1933 die Redaktion angriff und verwüstete. 1934 bis 1940 lebte Kreuder mit seiner Ehefrau Irene zurückgezogen in der ehemaligen Kaisermühle bei Darmstadt. Während dieser Zeit verfasste er abenteuerliche und groteske Kurzgeschichten, die in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften im NS-Staat erschienen, etwa die kurze Erzählung Phantom der Angst. Nebenher begann er mit der Arbeit an den Unauffindbaren, einem umfangreichen Roman, der häufig als Kreuders Hauptwerk bezeichnet wird, jedoch erst 1948 erschien.

Kreuders Rolle in der Inneren Emigration ist nicht unumstritten. Folgt man Stephan Rauers gründlicher Untersuchung,[2] neigte Kreuder dazu, seine „oppositionelle“ oder „widerständige“ Rolle im Rückblick allzu sehr zu betonen. Tatsächlich konnte Kreuder in dieser Zeit zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlichen sowie zwei Sammelbände, und er beteiligte sich auch hin und wieder an öffentlichen Lesungen und rechnete sich gute Chancen aus, die Unauffindbaren herauszubringen.[3]

Von 1940 bis 1945 konnte Kreuder weitgehend nicht schreiben, da er zur Wehrmacht eingezogen wurde. Er diente im Ruhrgebiet bei der Flugabwehr. Nach der Rückkehr aus zweimonatiger US-Kriegsgefangenschaft versuchte er gleich wieder zu publizieren. Dies gelang ihm dies mit den drei „wie im Rausch“ verfassten Erzählungen Schwebender Weg, Die Geschichte durchs Fenster und Die Gesellschaft vom Dachboden. Der Kurzroman „Die Gesellschaft vom Dachboden“, für Kasimir Edschmid der verblüffend graziöse Auftakt des Kreuderschen Opus,[4] war das erste literarische Werk aus dem Nachkriegsdeutschland, das ins Englische übersetzt wurde.[5] Der Dachboden ist das einzige Werk Kreuders, das mehrere Neuauflagen erlebte, und noch bis heute gelesen wird.

1949 wurde Ernst Kreuder durch Alfred Döblin zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz berufen.[6] Aus dieser Zeit datiert seine Bekanntschaft und zeitweise Freundschaft mit Arno Schmidt – bis dieser Kreuders 1959 erschienenen Roman Agimos verriss.[7] Ernst Kreuder wurde nach dem Büchnerpreis (1953) im Jahr 1971 noch mit dem Preis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie ausgezeichnet, hatte in dieser Zeit aber große Mühe, sich von seinen Texten, von denen er viele für Presse und Rundfunk schrieb, zu ernähren. Der Autorin Angelika Mechtel versicherte er noch kurz vor seinem Tod verbittert, er werde „bis an den Grabesrand“ schreiben müssen.[8]

Ernst Kreuder war zeitlebens überzeugter Biertrinker und Raucher.[9] Er litt an Bluthochdruck. Nach Auskunft seiner Frau Irene war er darauf gefasst, nicht sonderlich alt zu werden; er starb Weihnachten 1972 zu Hause an Herzversagen.[10] Ernst Kreuder wurde auf dem Alten Friedhof von Darmstadt bestattet.

Werk[Bearbeiten]

Ernst Kreuder hielt jenem „lärmenden Betrieb, den sie hinterher Geschichte nennen“,[11] von Jugend an die Aufforderung zum Träumen und zur besinnlichen Einkehr entgegen. Seine Frau Irene nennt ihn – wohlwollend – „weltfremd“.[12] Kreuder verachtete „Realität“ sowohl in objektiver wie subjektiver Hinsicht.[13] Seine Helden sind durchweg „Aussteiger“, die sich mit Gespür für Abenteuer, List und Klamauk in abseitigen Gefilden bewegen. Andererseits neigen sie zum Pathos und zum Predigen. Für Heinz Puknus stellte sich Kreuder die wichtige Aufgabe, der „'metaphysischen' Region einer unentstellten tieferen Wirklichkeit“ nachzusinnen, „in der das nur zu erahnende 'Geheimnis' allen Weltseins dem still-konzentrierten Erleben gegenwärtig wird.“[14]

Henner Reitmeier hingegen meint, auf die Dauer, nämlich über ein Dutzend Bücher, sei dieses eher schlichte Programm nicht tragfähig genug gewesen und Kreuder habe statt Charakteren Sprachrohre vorgeführt. Gleichzeitig habe er es versäumt, einen eigenen Stil zu entwickeln, auch wenn er immer raffiniertere ästhetische Mittel anwende, vor allem vielschichtigere und verschachteltere Erzählstrukturen.[15] Auch Rauer weist trotz seiner Anerkennung für Kreuders Erzählkunst wiederholt auf formale Mängel hin, darunter häufiges „Deklamieren“ und „ästhetische Inkonsistenz“.[16]

Wirkung[Bearbeiten]

Über Kreuders fast sensationellen Anfangserfolg in den Nachkriegsjahren und seinen „Einbruch“ in der Gunst des Publikums und der Kritik in den späten 1950er Jahren ist viel gerätselt worden. Wahrscheinlich spielen mehrere Aspekte eine Rolle. Jan Bürger spricht davon, Kreuder sei es als einem der ersten deutschen Nachkriegsautoren gelungen, den „Anschluss an die internationalen Avantgarde-Bewegungen der Jahre vor dem Krieg“ herzustellen; gleichwohl widerstrebte es ihm, sich literarischen Moden anzupassen. Entsprechend ginge es ihm weniger um einen literarischen „Kahlschlag“, um einen völligen Neuanfang, als vielmehr um Wiederlebung dessen, was während der nationalsozialistischen Herrschaft unterdrückt worden war.[17]

Rauer hat für Erfolg und Scheitern Kreuders unterschiedliche Erklärungen [18] Persönliche Freunde Kreuders verklärten ihn oft zu einem „Opfer der Gruppe 47“ – so die Überschrift eines Nachrufes von Kreuders Freund Karlheinz Deschner.[19] Schriftsteller wie Arno Schmidt, Hans Erich Nossack oder Marlen Haushofer seien der „realistisch“, „politisch“ und wohl auch „marktwirtschaftlich“ orientierten Gruppe 47 jedoch ebenfalls ferngestanden, ohne aber, wie Kreuder, zunehmend isoliert zu werden. Rauer sieht als maßgeblichen Grund für Kreuders Scheitern dessen hartnäckige Selbstinszenierung als Erwecker und Opfer,[20] wobei hartnäckig jede Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und Person vermieden werde. Kreuder habe den „Stoff des eigenen Lebens, der eigenen Geschichte literarisch nicht bewältigt“,[21] was sich zuletzt drastisch am Misslingen des großangelegten Romanes Agimos (1959) zeige. Folgt man dieser Sichtweise, konnte Kreuder seine von ihm stark empfundene literarische Mission nie überzeugend beglaubigen – was um 1947 noch nicht so stark ins Auge fiel. In diesem Zusammenhang weist Rauer wiederholt auf die selten gewürdigte Selbstbezüglichkeit Kreuders hin. Rauer führt etliche Belege an, die den Verdacht nähren, im Grunde habe Kreuder nur der Prozess des Schreibens und dessen Endprodukt interessiert – so etwas wie Wirkung, ob auf ihn selber, ob auf Mitmenschen, nicht.

Bürger hingegen weist darauf hin, dass es Kreuder „gerade nicht um einen wie auch immer gearteten Rückzug in die Fantasie“ gegangen sei; in all seinen Werken verweise er „explizit auf die Probleme der ihn umgebenden Gegenwart“. Im Unterschied zu seinem langjährigen Freund Nossack, der in seinen Erzählungen und Romanen vor allem den Akt der Grenzüberschreitung in den Blick nehme und alles darüber Hinausgehende im Grunde für Spekulation halte, gehe es ihm auch ganz konkret um den Entwurf der hinter der Grenze liegenden Gegenwirklichkeit.[22]

Werke[Bearbeiten]

Erzählungen und Romane[Bearbeiten]

  • Die Nacht der Gefangenen, Darmstadt 1939.
  • Das Haus mit den drei Bäumen, Gelnhausen-Gettenbach 1944.
  • Die Gesellschaft vom Dachboden, Hamburg (Rowohlt) 1946.
  • Schwebender Weg. Die Geschichte durchs Fenster, Hamburg, Stuttgart (Rowohlt) 1947.
  • Die Unauffindbaren, Stuttgart u.a. (Rowohlt) 1948.
  • Herein ohne anzuklopfen, Hamburg (Rowohlt) 1954.
  • Agimos oder die Weltgehilfen, Frankfurt/Main 1959.
  • Spur unterm Wasser, Frankfurt/Main 1963.
  • Tunnel zu vermieten, Darmstadt 1966.
  • Hörensagen, Freiburg u.a. 1969.
  • Der Mann im Bahnwärterhaus, München, Wien 1973.
  • Luigi und der grüne Seesack und andere Erzählungen, Mainz 1980.
  • Phantom der Angst, Stuttgart (Reclamheft) 1987.
  • Ernst Kreuder: Erzählungen. Herausgegeben von Wilfried F. Schoeller (Mainzer Reihe, Neue Folge, Band 13). Wallstein Verlag, Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-0997-5

Gedichte[Bearbeiten]

  • Sommers Einsiedelei, Hamburg 1956.

Betrachtungen[Bearbeiten]

  • Zur literarischen Situation der Gegenwart, Mainz 1951.
  • Georg Büchner. Existenz und Sprache, Mainz 1955.
  • Das Unbeantwortbare. Die Aufgaben des modernen Romans, Mainz 1959.
  • Zur Umweltsituation des Dichters, Mainz 1961.
  • Dichterischer Ausdruck und literarische Technik, Mainz 1963.

Briefwechsel[Bearbeiten]

  • mit Karlheinz Deschner in: „Sie Oberteufel”. Briefe an Karlheinz Deschner, hrsg. von Bärbel und Katja Deschner, Hamburg 1992.
  • mit Alfred Döblin in: Döblin, Alfred: Briefe, Bd. 2, hrsg. von Helmut F. Pfanner, Düsseldorf/Zürich 2001.
  • mit Hans Henny Jahnn in: Hans Henny Jahnn und Ernst Kreuder. Der Briefwechsel, hrsg. und bearbeitet von Jan Bürger. Mainz 1995.
  • mit Horst Lange in: Kreuder, Ernst: „Man schreibt nicht mehr wie früher”. Briefe an Horst Lange, in: Literaturmagazin 7, hrsg. von Hans Dieter Schäfer, Reinbek bei Hamburg 1977, S. 209–231.
  • mit Hans Erich Nossack in: Nossack, Hans Erich: Geben Sie bald wieder ein Lebenszeichen. Briefwechsel 1943–1956, hrsg. von Gabriele Söhling, 2 Bde., Frankfurt am Main 2001.
  • mit Arno Schmidt in: Schmidt, Arno: Briefwechsel mit Kollegen, hrsg. von Gregor Strick, Bargfeld 2007, S. 66–113.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Stoll, Bernd Goldmann (Hrsg): Ernst Kreuder. Von ihm / Über ihn. von Hase & Koehler, Mainz 1974, ISBN 3-7758-0879-5 (Die Mainzer Reihe 39), Enthält neben etlichen Betrachtungen eine ausführliche Bibliographie.
  • Margarete Dierks: Kreuder, Ernst. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. 21 f. (Digitalisat).
  • Heinz Puknus: Ernst Kreuder. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (KLG). Text + Kritik, München 1982, ISBN 3-88377-009-4.
  • Hans J. Schütz: „Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen“. Vergessene und verkannte Autoren des 20. Jahrhunderts. Beck, München 1988, ISBN 3-406-33308-7, S. 163–167
  • Peter-Alexander Fiedler: Träumer und Rebell. Nachwort in: Ernst Kreuder: Die Gesellschaft vom Dachboden. Erzählungen, Essays, Selbstaussagen. Herausgegeben von Peter-Alexander Fiedler. Aufbau-Verlag, Berlin u. a. 1990, ISBN 3-351-01407-4, S. 607–634.
  • Ulrike Edschmid: Diesseits des Schreibtischs. Lebensgeschichten von Frauen schreibender Männer. Luchterhand-Literaturverlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-630-61908-8, S. 221–261: Irene Kreuder (Sammlung Luchterhand 908).
  • Christoph Schulz: „Macht die Augen auf und träumt!“ Ernst Kreuders erzählerisches Werk. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1992, ISBN 3-631-44658-6 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 1: Deutsche Sprache und Literatur 1306), (Zugleich: Marburg, Univ., Diss., 1991).
  • Henner Reitmeier: Etwas Kreudertee. Ein Portrait. In: Die Brücke, Nr. 159, 2012. Eine erweiterte Fassung ist hier abrufbar.
  • Stephan Rauer: BUTKU. Zu Ernst Kreuders Kurzgeschichten im „Dritten Reich“. In: Carsten Würmann, Ansgar Warner: Im Pausenraum des „Dritten Reiches“. Zur Populärkultur im nationalsozialistischen Deutschland. Lang, Bern u. a. 2008, ISBN 978-3-03911-443-6, S. 229–246 (Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik NF 17).
  • Stephan Rauer: Ernst Kreuder. Vorgeführtes Erzählen, vorgeführtes Erinnern. (1933–1959). Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89528-686-5 (Zugleich: Berlin, Humboldt-Univ., Diss., 2007), mit Auswahlbibliographie.
  • Alexander E. Pichugin: als PDF Naturbeziehung und Ökologie im Werk von Ernst Kreuder. University of Pennsylvania 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stephan Rauer: Ernst Kreuder, Bielefeld 2008, S. 44.
  2. Stephan Rauer: Ernst Kreuder. Vorgeführtes Erzählen, vorgeführtes Erinnern; besonders Kapitel II: Durchbruch (1): Schreiben im „Dritten Reich“
  3. Stephan Rauer: Ernst Kreuder, S. 92.
  4. Kasimir Edschmid, Büchnerpreisrede auf Kreuder, in: Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, Jahrbuch 1953/54, Heidelberg/Darmstadt 1954, S. 57–62. In der Rede heißt es, Kreuder sei mit Heiterkeit gekommen. „Ich meine damit nicht Lustigkeit, ich meine jenes Gefühl, das in graziöser Weise eine Etappe vor der Weisheit liegt.“
  5. Benedikt Viertelhaus, Rezension der Gesellschaft vom Dachboden von 2002, auf: http://www.ernst-kreuder.de/rez_dach.htm. Abgerufen am 13. August 2010
  6. Ralph Rauer, Ernst Kreuder, S. 262.
  7. Arno Schmidt, Rezension Agimos von 1959, auf: http://www.ernst-kreuder.de/rez_agimos.htm. Abgerufen am 13. August 2010. Rauer zählte Arno Schmidt neben Nossack und Jahnn zu Kreuders „entscheidenden Kollegenkontakten in den 50er Jahren“ (S. 268).
  8. Angelika Mechtel: Alte Schriftsteller in der Bundesrepublik, München 1972, S. 65–67, Ernst Kreuder.
  9. Ralph Rauer, Ernst Kreuder, S. 270.
  10. Ulrike Edschmid: Diesseits des Schreibtischs, Frankfurt/Main 1990, S. 254 ff.
  11. Ernst Kreuder: Herein ohne anzuklopfen, Roman, Hamburg 1954, S. 147.
  12. Ulrike Edschmid S. 238.
  13. Dafür bringt Rauer zahlreiche Belege. Um nur zwei Stellen heraus zu heben: S. 148 zitiert Rauer aus Kreuders 1947 erschienenen Geschichte durchs Fenster: „Das Werk, das Schreiben ist nicht dazu da, um persönliche Angelegenheiten zu klären, fragwürdige innere Zustände zu überwinden, es hat über das Leben hinaus vorzudringen ins Geheimnis. Es gibt keine Ausreden, es gibt nur die letzte Verdichtung, die Umwandlung in Schau und Klang.“ Und S. 168 schreibt Rauer, diese Erzählung lege nicht nur den Wahlspruch nahe, „richtiges“ Schreiben sei nur ein nichtautobiographisches Schreiben, „sondern auch, dass das richtige Leben eins ohne Besinnung auf die eigene Geschichte, ohne Frage nach der eigenen Schuld“ sein könne.
  14. Heinz Puknus: Ernst Kreuder, in: Kritisches Lexikon zur deutschen Gegenwartsliteratur, Lose-Blatt-Sammlung, Stand 1. August 1982.
  15. Henner Reitmeier: Etwas Kreudertee, ausführliches Portrait, Erstveröffentlichung in Die Brücke Nr. 159 / 2012. Eine ergänzte Version ist hier online abrufbar; abgerufen am 23. Dezember 2013.
  16. Stephan Rauer: BUTKU. Zu Ernst Kreuders Kurzgeschichten im „Dritten Reich“.
  17. Jan Bürger: Jenseits der Versicherungen. Hans Erich Nossack und Ernst Kreuder. In: Günter Dammann (Hrsg.): Hans Erich Nossack. Leben, Werk, Kontext. Königshausen, Würzburg, 2000, S. 45–56.
  18. Stephan Rauer: Ernst Kreuder, S. 114 ff (zum Erfolg), S. 243 ff (zum Scheitern).
  19. Laut Stephan Rauer: Ernst Kreuder, S. 254 in: Konkret 4/1973.
  20. Besonders Rauer, Ernst Kreuder, S. 228.
  21. Stephan Rauer, Ernst Kreuder, S. 245.
  22. Jan Bürger: Jenseits der Versicherungen, S. 54f.

Weblinks[Bearbeiten]