Ernst Levy von Halle

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Ernst Levy von Halle

Ernst Levy von Halle (* 17. Januar 1869 in Hamburg; † 28. Juni 1909 in Berlin-Grunewald) war ein deutscher Wirkl. Admiralitätsrat und Nationalökonom.

Leben[Bearbeiten]

Levy von Halle war ein Sohn des jüdischen Rechtsanwalts Dr. Hermann Levy, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Von 1895 an ließ Ernst „Levy“ weg und nahm den Geburtsnamen seiner Mutter „von Halle“ an, die einer anderen jüdischen Hamburger Familie entstammte.[1]

Ernst studierte an der Friedrich-Wilhelms-Universität und war seit 1889 Mitglied des Corps Vandalia Berlin.[2]

Er ließ sich taufen und wurde Protestant. Er heiratete Henriette von Mossner, Tochter des Generals Walther von Mossner.[1]

1897 kam er in das Reichsmarineamt und wurde Pressesprecher („Propagandachef“) von Admiral Alfred von Tirpitz, der ihn für „die Krone der flottenfreundlichen Juden“ hielt.

Von Halle wurde 1906 zum Geh. Admiralitätsrat ernannt. Er war a. o. Professor für Nationalökonomie an der Berliner Universität und Honorarprofessor an der TH Berlin.

Erklärtes Ziel von Halles war es, Deutschland zu festigen und die innenpolitische Grundlage für seine Rolle als Weltmacht zu schaffen. Mit Max Weber vertrat er die Verbindung von Weltmachtpolitik und Sozialreform im Interesse der nationalen Integration.[1]

Werke[Bearbeiten]

  • Der freie Handelsmakler in Hamburg und seine Stellung. Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft 16, S. 1109–1176
  • Der freie Handelsmakler in Bremen. Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft 17 (1893), S. 427–450
  • Industrielle Unternehmer- und Unternehmungsverbände in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. In: Über wirtschaftliche Kartelle in Deutschland und im Auslande: fünfzehn Schilderungen nebst einer Anzahl Statuten und Beilagen (Schriften des Vereins für Sozialpolitik 60). Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 93–326
  • Trusts, or Industrial Combinations and Coalitions in the United States. Macmillan, New York 1895
  • Baumwollproduktion und Pflanzungswirtschaft in den nordamerikanischen Südstaaten. Duncker & Humblot, Leipzig 1897 [Schmidt, Bad Feilnbach (Reprint)]
  • Die Seeinteressen Deutschlands. In: Volks- und Seewirtschaft. Reden und Aufsätze. Mittler, Berlin 1902 (1897), S. 136–171
  • Weltmachtpolitik und Sozialreform. In: Volks- und Seewirtschaft. Mittler, Berlin 1902 (1899), S. 203–241
  • [anonym, Reichsmarineamt]: Die Entwicklung der deutschen Seeinteressen im letzten Jahrzehnt. Mittler, Berlin 1905
  • Amerika. Hamburg 1905
  • Die Seemacht in der deutschen Geschichte. Leipzig 1907
  • Die Vorbildung für den Beruf der volkswirtschaftlichen Fachbeamten. Berlin 1907
  • Die Wirtschaftswissenschaft in der heutigen Beamtenvorbildung. Berlin 1909

Herausgeber[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c siehe G. Roth, S. 66 ff.
  2. Kösener Korps-Listen 1910, 17, 241

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner E. Mosse (und Arnold Paucker): Juden im Wilhelminischen Deutschland 1890-1914, 2. Auflage. Tübingen 1998 Digitalisat
  • Guenther Roth: Der politische Kontext von Max Webers Beitrag über die deutsche Wirtschaft in der Encyclopedia Americana. Zeitschrift für Soziologie, Jg. 36, Heft 1, Februar 2007, S. 65–77 Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Ernst von Halle – Quellen und Volltexte