Ernst Ludwig Kirchner

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Selbstporträt, Foto aus dem Jahr 1919
Kirchners Signatur

Ernst Ludwig Kirchner (* 6. Mai 1880 in Aschaffenburg; † 15. Juni 1938 in Frauenkirch-Wildboden bei Davos (Schweiz)) war ein deutscher Maler und Grafiker des Expressionismus. Kirchner war ein Gründungsmitglied der Künstlergruppe Brücke. 1937 wurden seine Werke durch die Nazis als „entartet“ gebrandmarkt. Über 600 dieser Werke wurden daraufhin verkauft oder zerstört. Ein Jahr darauf nahm er sich mit einer Schusswaffe das Leben.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Kirchners Geburtshaus, Ludwigstraße 19

Kirchner wurde als Sohn des studierten Chemikers Ernst Kirchner (1847–1921), ein Fachmann für industrielle Papierherstellung, ab 1892 Professor an der Technischen Lehranstalt und Gewerbeakademie in Chemnitz, und dessen Frau Maria Elise, geborene Franke (1851–1928), in Aschaffenburg geboren. Er hatte zwei jüngere Geschwister, Hans Walter und Ulrich Kirchner. Die Studienjahre, die er nach dem Abitur in Chemnitz 1901 mit einem Architekturstudium an der Technischen Hochschule Dresden begann, beendete er 1905 erfolgreich mit der Diplomarbeit Entwurf einer Friedhofsanlage. Im Wintersemester 1903/04 hatte er an der Technischen Hochschule München studiert, die ihn enttäuschte; lediglich der Besuch der Münchner Debschitz-Schule war für ihn ein Gewinn. Nach dem vollendeten Studium entschied er sich jedoch gegen den Beruf des Architekten.[1]

Die Künstlergruppe Brücke[Bearbeiten]

Kirchners Ausstellungsplakat der Galerie Arnold in Dresden, 1910
Sitzende Dame (Dodo), 1909, Pinakothek der Moderne, München
Fränzi vor geschnitztem Stuhl, 1910, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid

Am 7. Juni 1905 schloss Kirchner sich mit Erich Heckel, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-RottluffAutodidakten wie er – zur Dresdner Künstlergemeinschaft Brücke zusammen. 1906 schlossen sich Cuno Amiet, Emil Nolde und Max Pechstein als aktive Mitglieder an.[2] In dieser Zeit entwickelte Kirchner sich von einem impressionistisch beeinflussten Maler zum Expressionisten. Zu seinen bevorzugten Themen gehörten neben Akten und Porträts auch Landschaften, Stadtansichten und die Welt des Varietés.

Doris Große, genannt „Dodo“, eine Modistin aus Dresden, wurde ab 1909 für zwei Jahre Kirchners Modell und Geliebte. Ab demselben Jahr stand die damals neunjährige Lina Franziska Fehrmann, genannt „Fränzi“, Modell für die Maler Heckel, Pechstein und Kirchner. Im Sommer an den Moritzburger Teichen, im Winter in den Dresdner Ateliers wurde sie von den Künstlern skizziert, gezeichnet, gemalt und in druckgrafischen Techniken porträtiert. Erst im Juli 1995 wurde in einem Skizzenbuch Kirchners ihr Familienname „Fehrmann“ entdeckt, sodass bei der Nachforschung in Kirchenbüchern ihre Identität festgestellt werden konnte.[3]

Kirchner lebte bis 1911 in Dresden und zog dann nach Berlin. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war der mangelnde Erfolg seiner Kunst. In Berlin besserte sich seine Lage zunächst nur wenig. In seinen Bildern war jedoch eine Veränderung bemerkbar. So wurden seine runden Formen nun zackiger, die Striche erschienen nervöser (Kontrast von Landschaft und Großstadt), seine Farben ließen in der Leuchtkraft nach. Straßenszenen tauchten in seinem Werk auf. Es sind in der heutigen Kirchner-Rezeption die gefragtesten Bilder des Künstlers. 1911 nahm er mit weiteren Brücke-Künstlern an einer Ausstellung der Neuen Secession, geleitet von Max Pechstein, in Berlin teil.

Im Dezember 1911 gründete Kirchner zusammen mit Max Pechstein eine Malschule namens MUIM-Institut („Moderner Unterricht in Malerei“), die aber keinen Erfolg hatte.[4] 1912 lernte er seine langjährige Lebensgefährtin Erna Schilling (1884–1945) kennen. Nach der Teilnahme an der Ausstellung des Sonderbunds in Köln verfasste Kirchner 1913 eine Chronik über die Brücke, in der er seine Bedeutung für die Künstlergruppe stark überbetonte. Daraufhin kam es zum Streit mit den anderen verbliebenen Mitgliedern, in dessen Folge Kirchner austrat. Das führte zur endgültigen Auflösung der Gruppe.[5]

Aufenthalt auf Fehmarn[Bearbeiten]

Im Jahr 1908 und in den Jahren 1912 bis 1914 lebte Kirchner im Sommer auf Fehmarn und malte Küstenbilder, so beispielsweise das Gemälde Leuchtturm Staberhuk aus dem Jahr 1912. Während dieser vier Sommer schuf er mit über 120 Bildern ein Zehntel seines malerischen Werks, zusätzlich entstanden hunderte von Zeichnungen und Skizzen und mehrere Skulpturen.[6]

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Kirchners Studio in Berlin-Steglitz, 1915

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Kirchner als Freiwilliger und wurde Fahrer bei einem Artillerieregiment. Im Frühjahr 1915 kam der Künstler als Rekrut nach Halle an der Saale. Nur wenige Monate ertrug er den Drill, dann erfolgte Anfang November seine Beurlaubung nach einem nervlichen Zusammenbruch. Kirchner geriet in Abhängigkeit von Medikamenten (anfangs Veronal, später Morphin). Er wurde in Deutschland im Sanatorium Dr. Oskar Kohnstamm in Königstein im Taunus behandelt, wo er im Sommer 1916 einen Zyklus von fünf im Verfahren der Enkaustik erstellten Wandgemälde schuf. Finanziert wurden die ersten Sanatoriumsaufenthalte des mittellosen Künstlers von wenigen Museumsleuten und Kunstsammlern, die auf sein Werk aufmerksam geworden waren wie Ernst Gosebruch, Karl Ernst Osthaus, Botho Graef und Carl Hagemann.

In den Selbstporträts dieser Jahre – Der Trinker und Selbstbildnis als Soldat – spiegelt sich die Verzweiflung des Künstlers. Trotz Kriegsdienst und Krankheit begann Kirchner großformatige Gemälde zu schaffen, darunter das Triptychon der Badenden Frauen.[7]

Seit 1914 erreichte Kirchner durch die von Botho Graef und Eberhard Grisebach betreuten Werk-Ausstellungen des Jenaer Kunstvereins die Öffentlichkeit. 1917 schenkte Kirchner 34 Radierungen, 83 Holzschnitte und 125 Lithographien als Botho Graef Gedächtnis-Stiftung nach Jena und begründete damit seine nach dem Ersten Weltkrieg einsetzende Wirkung.[8]

Davoser Zeit[Bearbeiten]

1917 zog er in die Schweiz, in die Nähe von Davos. Während er, mit Lähmungserscheinungen behindert, glaubte, niemals wieder malen zu können, legte seine treue Lebensgefährtin Erna in Berlin durch eifrige Verkäufe die Grundlage für seine Erfolge und für seine finanzielle Unabhängigkeit. In Davos wurde er von Dr. Lucius Spengler und insbesondere von dessen Frau Helene betreut. Deren Rigorosität und Kirchners eisernem Willen war es zu verdanken, dass er 1921 von Medikamenten entwöhnt war. Diese Entwöhnung war der Beginn einer gesundheitlich relativ stabilen Phase im Leben Kirchners. Ab Mitte der 20er-Jahre litt Kirchner zunehmend unter den harten Wintern in Davos, die seiner Gesundheit zusetzten, und unter jahrelangen schweren Depressionen seiner Lebenspartnerin Erna.

Nackte Frauen auf Waldwiese, 1928, Pinakothek der Moderne

Obwohl Kirchners Kunst seit etwa 1920 in für moderne Kunst aufgeschlossenen Kreisen feste Anerkennung genoss, wurde sie doch seiner eigenen Meinung nach in der Kunstkritik nicht hinreichend gewürdigt. Deshalb sorgte er selbst für diese Würdigung, indem er unter dem Pseudonym Louis de Marsalle verschiedentlich Aufsätze über seine eigene Kunst schrieb[10] und nur denjenigen Kunstschriftstellern das Recht zur kostenlosen Reproduktion seiner Bilder gab, die bereit waren, ihre Texte sich vorher von ihm genehmigen zu lassen. Nicht nur deshalb galt Kirchner als schwieriger Mensch. Sein Misstrauen grenzte ans Pathologische. Ausstellungen und Publikationen genehmigte er nur mit ausführlichen Verträgen, deren Formulierungen seinen Geschäftspartnern fast unannehmbare Bindungen auferlegten, während er sich selbst alle Freiheiten vorbehielt. Er konnte ebenso charmant und gewinnend wie beleidigend und verletzend sein. Sein Zorn traf alle, die seine frühere Zugehörigkeit zur Brücke erwähnten, ihn als Expressionisten bezeichneten oder seine Kunst in Zusammenhang mit angeblichen Vorbildern brachten.[11]

Ende 1925 verließ Kirchner zum ersten Mal seit neun Jahren die Schweiz und reiste über Frankfurt (Besuch bei seinem Kunsthändler Schames und Carl Hagemann), Chemnitz (Besuch der Mutter), Dresden (Besuch von Will Grohmann) nach Berlin. Auf der fast dreimonatigen Reise erfuhr er durchweg hohe Anerkennung, doch hoffte er vergeblich, dass ihm in Deutschland eine Professur angeboten würde.[12]

Kirchners Malstil wurde ab 1925 zunehmend flächiger, Ende der zwanziger Jahre entwickelte Kirchner einen sehr persönlichen, immer gegenständlichen, aber stark abstrahierenden Stil. Ein geplanter Auftrag für eine große Wandmalerei im Museum Folkwang in Essen befruchtete sein Spätwerk, scheiterte aber an menschlichen Problemen zwischen dem Auftraggeber (Ernst Gosebruch) und Kirchner. In seinen letzten Lebensjahren entstanden weniger abstrahierende, aber stark von Licht- und Schattenproblemen geprägte, konstruiert-gegenständliche Bildkompositionen.

Kirchners Grabstein auf dem Waldfriedhof Davos Frauenkirch, daneben der Stein von Erna Schilling, beschriftet mit „Kirchner“

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten blieb er zunächst noch Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, wurde aber im Juli 1937 endgültig ausgeschlossen.[13] Im selben Monat wurden in Deutschland 639 Werke Kirchners aus den Museen entfernt und beschlagnahmt, 32 davon wurden im Rahmen der diffamierenden Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt, darunter das Selbstbildnis als Soldat. Einige dieser Werke wurden später postum auf der documenta 1 (1955), der documenta II (1959) und auch der documenta III im Jahr 1964 in Kassel gezeigt.

Kirchner nahm sich in Davos am 15. Juni 1938 mit einem Herzschuss das Leben.[14] Das Motiv für die Selbsttötung war nach der Literatur über Kirchner die tiefe Enttäuschung des Künstlers über die Diffamierung seiner Werke in Deutschland. Inzwischen ist aus Kirchners Schriftwechsel mit seinem Arzt Dr. Frédéric Bauer bekannt, dass er seit 1932 wieder morphiumsüchtig war. Vermutlich hat seine Selbsttötung auch etwas mit einer von Kirchner forcierten Reduktion seiner Morphiumdosis im Jahr 1938 zu tun.[15] Diese These wird auch durch Kirchners Abschiedsbrief an seinen Freund Architekt und Bildhauer Erwin Friedrich Baumann gestützt, in dem er vor der Gefahr der Drogen warnt.[16] Am 10. Mai beantragte er bei der Gemeinde Davos das Aufgebot für die Eheschließung mit Erna und zog es am 12. Juni wieder zurück. Zur Zeit des Selbstmords stand nach Aussage seiner Lebensgefährtin Erna Schilling, die amtlich den Namen Kirchner tragen durfte, das Gemälde Schafherde (1938) auf der Staffelei.[17]

Würdigung nach 1945[Bearbeiten]

Kirchner Museum in Davos

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Kirchners Arbeiten zunächst nur in Einzelausstellungen gezeigt. Erst nach der anlässlich seines 100. Geburtstags organisierten Retrospektive Ernst Ludwig Kirchner 1880–1938, die zuerst in der Nationalgalerie in Berlin gezeigt wurde (anschließend im Haus der Kunst München, im Museum Ludwig in der Kunsthalle Köln und im Kunsthaus Zürich), ist eine stetige Zunahme von Ausstellungen zum Werk des Künstlers zu beobachten.

Ein wichtiger Faktor ist dabei das 1992 eröffnete Kirchner Museum in Davos, das außerhalb Deutschlands über die umfangreichste Sammlung zu dem Künstler verfügt und zahlreiche Ausstellungen erarbeitet hat. Innerhalb Deutschlands hat das Städel Museum in Frankfurt den größten Bestand an Werken von Kirchner. Dieses Museum würdigte den Künstler im Jahre 2010 mit der Ausstellung „Ernst Ludwig Kirchner: Retrospektive“.[18]

Nachlass und Nachlassverwaltung[Bearbeiten]

Der Nachlass von Ernst Ludwig Kirchner wurde nach dem Tod von Erna Schilling (1945) im Kunstmuseum Basel unter der Leitung von Georg Schmidt bis 1954 aufbewahrt, inventarisiert und mit dem Nachlass-Stempel sowie einem alpha-numerischen Eintrag in Tinte versehen.[19]

Die Nachlassverwaltung wurde von den Erben des Künstlers dann Roman Norbert Ketterer übergeben, der diese Aufgabe von 1954 bis zu seinem Tod 2002 mit großem Engagement ausübte.[20] Aktuelle Nachlassverwalter sind seine Kinder Ingeborg Henze-Ketterer und Günther Ketterer.

Ernst Ludwig Kirchner Archiv in Wichtrach[Bearbeiten]

1917 übersiedelte Kirchner nach Davos. Dort ist nahezu sein gesamtes Œuvre, insbesondere das Frühwerk, überliefert, denn es blieb auf diese Weise von den Bombardierungen des 2. Weltkrieges verschont. Insgesamt handelt es sich um fast 30.000 Werke, was den Künstler als einen der produktivsten des 20. Jahrhunderts auszeichnet. Das Ernst Ludwig Kirchner Archiv wurde 1979 gegründet und war bis 1993 in Campione d'Italia. Heute befindet es sich, geleitet von Wolfgang Henze, in Wichtrach bei Bern und umfasst die Dokumentation zum Gesamtwerk des Künstlers und eine Bibliothek zu seinem Leben und Werk, darüber hinaus Materialien allgemein zum Expressionismus. Zielsetzung ist die Sammlung sämtlicher von und zu Ernst Ludwig Kirchner je erschienenen Texte und Abbildungen seiner Werke sowie Informationen zu Ausstellungsbeteiligungen und Angeboten im Kunstmarkt. Darüber hinaus unterstützt das Archiv Ausstellungen und Publikationen zum Künstler und zum Expressionismus und ist für die Echtheitsfragen zuständig.[21]

Kirchner Museum Davos[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kirchner Museum Davos

Roman Norbert Ketterer und seine Frau Rosemarie Ketterer stifteten den Neubau des Kirchner Museum Davos, der von dem Zürcher Architekten-Team Gigon/Guyer geplant und gebaut wurde. Dieser wurde am 4. September 1992 eingeweiht.[22] Es enthält zudem ein Archiv, in dem Dokumente zu Leben und Werk des Künstlers aufbewahrt werden, darunter Urkunden, Manuskripte und Briefwechsel.

Kirchner Verein Davos[Bearbeiten]

Der Kirchner Verein Davos versteht sich als Förderverein zur Unterstützung, in enger Zusammenarbeit mit der Ernst Ludwig Kirchner Stiftung, der Aktivitäten des Kirchner Museum Davos. Gegründet am 9. Januar 1982, unterstützt er es ideell und finanziell in den Bereichen Sammlung und Bewahrung von Kunstwerken sowie bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung, Vermittelung und Ausrichtung von Ausstellungen zum Künstler und seinem Umfeld.[23]

Ernst Ludwig Kirchner Stiftung Davos[Bearbeiten]

Die Ernst Ludwig Kirchner Stiftung Davos setzt sich ebenfalls für die Erhaltung und weitere Verbreitung des Andenkens an den Künstler und dessen Werk ein. Sie leitet das Kirchner Museum Davos und ist Eigentümerin dessen Sammlung, unterstützt und fördert Ausstellungen und Publikationen zum Künstler und dessen Umfeld.[24]

Ernst Ludwig Kirchner Verein Fehmarn[Bearbeiten]

Der 1992 gegründete Ernst Ludwig Kirchner Verein Fehmarn hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Spuren Kirchners auf der Ostseeinsel Fehmarn aufzuspüren und zu erhalten. Im Haus der Stadtbücherei am Stadtpark in Burg a.F. wird die „Dokumentation der Zeit E. L. Kirchners auf Fehmarn“ gezeigt.[25]

Streit um die Rückgabe der „Berliner Straßenszene“[Bearbeiten]

Hauptartikel: Causa Kirchner

Im August 2006 gab der damalige Berliner Kultursenator Thomas Flierl bekannt, dass das Land Berlin das Gemälde an die in Großbritannien lebende Erbin des jüdischen Kunstsammlers Alfred Hess zurückgeben würde. 1980 hatte das Land Berlin das Gemälde für umgerechnet ca. 900.000 € erworben und im Berliner Brücke-Museum ausgestellt. Es galt als NS-Raubkunst und wurde nach der Washingtoner Erklärung restituiert. Die Rückgabe war umstritten und löste heftige Reaktionen und anhaltende Diskussionen aus. Am 8. November 2006 wurde das Bild beim Auktionshaus Christie’s in New York für über 30 Millionen € an die „Neue Galerie“ in New York versteigert.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Varieté (Englisches Tanzpaar), 1912/1913, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Elisabethufer, 1913, Pinakothek der Moderne
Zwei Brüder M. (Mardersteig), 1921, Pinakothek der Moderne
Eine Künstlergemeinschaft,1926/27, Museum Ludwig, Köln
  • 1908: Varietéparade. Öl auf Leinwand, 253 x 200 cm
  • 1909: Liegende Frau in weißem Hemd. Öl auf Leinwand, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
  • 1910: Artistin (Marcella)
  • 1910: Fränzi, vor geschnitztem Stuhl
  • 1910/20: Akt mit Hut. Öl auf Leinwand, 195 x 64,5 cm, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
  • 1911: Weiblicher Halbakt mit Hut. Museum Ludwig, Köln
  • 1911: Einradfahrer
  • 1911: Tanzende Frau. (Holzstatue) Stedelijk Museum, Amsterdam
  • 1912: Badende Frauen zwischen weißen Steinen.
  • 1912: Mövenjäger. Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
  • 1912/13: Varieté (Englisches Tanzpaar). Öl auf Leinwand, 151 x 120 cm, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
  • 1913: Frau vor Spiegel
  • 1913: Bucht an der Fehmarnküste. Öl auf Leinwand, Leihgabe aus Privatbesitz im Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
  • 1913: Zwei Frauen mit Waschbecken (Die Schwestern). Öl auf Leinwand, 121 x 90,5 cm, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main; Eigentümer ist der Städelsche Museums-Verein.
  • Zyklus der Straßenszenen 1913–1915:
    • 1913: Fünf Frauen auf der Straße. Museum Ludwig, Köln[26]
    • 1913: Berliner Straßenszene. Neue Galerie Museum for German and Austrian Art, New York
    • 1913: Die Straße. Museum of Modern Art, New York[27]
    • 1913: Straßenszene Berlin. Art Gallery of Ontario, Toronto
    • 1914: Straßenszene. (1922) Privatbesitz Schweiz
    • 1914: Straße mit roter Kokotte. (1925) Sammlung Thyssen-Bornemisza
    • 1914: Friedrichstraße Berlin. Staatsgalerie Stuttgart
    • 1914: Berliner Straßenszene. Pastell, Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
    • 1914: Leipziger Straße mit Elektrischer Bahn (Kleines Stadtbild), Museum Folkwang, Essen
    • 1914: Zwei Frauen auf der Straße. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
    • 1914: Potsdamer Platz in Berlin. Neue Nationalgalerie, Berlin
    • 1915: Frauen auf der Straße. Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • 1915: Der rote Turm in Halle. Museum Folkwang, Essen,
  • 1915: Selbstbildnis als Soldat. Allen Memorial Art Museum (AMAM)[28], Ohio
  • 1916/1920: Dorf mit blauen Wegen, Museum am Ostwall, Dortmund
  • 1917/1920: Bad des Kranken
  • 1919: Wintermondlandschaft
  • 1919: Rotes Alphaus
  • 1920: Kühe im Wald
  • 1921: Davos im Schnee
  • 1922/1923: Nackte Frau am Fenster
  • 1923: Männliche Aktfigur (Holzstatue)
  • 1923: Schwarzer Frühling
  • 1923: Neben der Heerstraße. Illustrationen für das gleichnamige Buch von Jakob Bosshart.
  • 1923: Die Klosterser Berge., Belvedere, Wien
  • 1924: Das Paar vor den Menschen. (Freies Menschentum in feindlicher Umwelt).
  • 1926/27: Eine Künstlergemeinschaft
  • 1931: Reiterin
  • 1935: Bogenschützen
  • 1937: Hirten am Abend
  • 1937: Die Violinistin
  • 1938: Schafherde

Ausstellungen[Bearbeiten]

Bibliographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Ausstellung der Graphik von Ernst Ludwig Kirchner Davos [in der] Galerie Aktuaryus Zürich, Bahnhofstrasse 66, 10. Juni bis 12. Juli 1927 [Mit einer Einführung von L. de Marsalle], 1927.
  • Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik. Württembergischer Kunstverein; Württembergische Staatsgalerie, 29. Mai - 4. Juli 1948. Stuttgart: Hatje, 1948, 12 Bl.
  • Zeichnungen 1906–1925. Ausstellung 1. Juli - 27. August 1967 [Ausstellungskatalog]. Kassel: Staatliche Kunstsammlungen: 1967
  • Briefe an Nele und Henry van de Velde. München: Piper, 1961. (Piper-Bücherei; 163)
  • Davoser Tagebuch. Eine Darstellung des Malers und eine Sammlung seiner Schriften. [Hrsg.: ] Lothar Grisebach. Köln: DuMont Schauberg, 1968. (Dumont-Dokumente)
  • Ernst Ludwig Kirchner - Bergleben. Die frühen Davoser Jahre 1917-1926 ; [anlässlich der Ausstellung Ernst Ludwig Kirchner - Bergleben. Die Frühen Davoser Jahre 1917 - 1926, Kunstmuseum Basel, 27. September 2003 bis 4. Januar 2004]. Mit Beiträgen von Bernhard Mendes Bürgi .... Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2003, ISBN 3-7757-1331-X.

Literatur[Bearbeiten]

  • Claus Zoege von Manteuffel: Ernst Ludwig Kirchner. Gemälde und Graphik der Sammlung Dr. Frédéric Bauer, Davos. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse 1952.
  • Annemarie Dube-Heynig: Kirchner, Ernst Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 658–661 (Digitalisat).
  • Eberhard W. Kornfeld: Ernst Ludwig Kirchner. Nachzeichnung seines Lebens. Katalog der Sammlung von Werken von Ernst Ludwig Kirchner im Kirchner-Haus Davos; erschienen anlässlich der Ausstellung Ernst Ludwig Kirchner im Kunstmuseum von Basel vom 18. November 1979 - 27. Januar 1980. Bern: Kornfeld, 1979, ISBN 3-85773-010-2.
  • Eugen Wypich: Ernst Ludwig Kirchner: Gemälde 1911–1917. Analytische Untersuchungen zur Werkstruktur. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades im Fachbereich 08 Geschichtswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen. Gießen 1983.
  • Andreas Gabelmann: Ernst Ludwig Kirchner. Ein Künstlerleben in Selbstzeugnissen. Ostfildern: Hatje Cantz, 2010, ISBN 978-3-7757-2526-2.
  • Lothar Grisebach: Ernst Ludwig Kirchners Davoser Tagebuch. Neuauflage von Lucius Grisebach. Hatje, Ostfildern b. Stuttgart 1997, ISBN 3-7757-0622-4.
  • Lucius Grisebach: Ernst Ludwig Kirchner 1880-1938. Taschen, Köln 1995, ISBN 3-8228-8800-1.
  • Ernst Ludwig Kirchner. Von Jena nach Davos. Eine Ausstellung zum 90. Gründungsjubiläum des Jenaer Kunstvereins. Leipzig 1993, ISBN 3-363-00596-2
  • Norbert Wolf: Ernst Ludwig Kirchner 1880-1938. Am Abgrund der Zeit. Köln; London; Los Angeles; Madrid; Paris; Tokyo: Taschen 2003, ISBN 3-8228-2121-7.
  • Kirchner-Verein Davos: Erna und Ernst Ludwig Kirchner, ein Künstlerpaar. [Red.: Roland Scotti]. Davos: Kirchner-Verein, 2003, ISBN 3-9522328-3-1. (Magazin / Kirchner-Museum Davos; 4)
  • Oliver Kornhoff: Studien zum bildhauerischen Werk von 'Brücke'. Über den „zwingenden Rhythmus der im Block geschlossenen Form“ bei Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner. Dissertation Universität Freiburg (Breisgau), 2003.
  • Hans Delfs u. a. (Hrsg.): Kirchner, Schmidt-Rottluff, Nolde, Nay ... Briefe an den Sammler und Mäzen Carl Hagemann. Ostfildern 2004.
  • Hans Delfs (Hrsg.): Ernst Ludwig Kirchner, Der gesamte Briefwechsel. Zürich 2010
  • Wolfgang Maier-Preusker: Ernst Ludwig Kirchner 1880-1938. Holzschnittzyklen aus dem Bestand der Maecenas Sammlung. Wien, 2004.
  • Schriftwechsel Ernst Ludwig Kirchner - Dr. Frédéric Bauer, Magazin V, Frédéric Bauer, Kirchner-Museum Davos, 2004
  • Ulrike Nürnberger: Ernst Ludwig Kirchner. Lithographien. Galerie Michael Haas, Berlin, Berlin: Galerie Haas, 2005, ISBN 3-9800605-1-9.
  • Barbara Alms (Hrsg.): Ernst Ludwig Kirchner. Großstadt, Eros, Kultur. Katalog einer Ausstellung des Städtische Galerie Delmenhorst; Hauschild Verlag, Bremen 2005.
  • Gerd Presler: Die Brücke. Rowohlt, Reinbek 2007, ISBN 978-3-499-50642-0.
  • Christian Saehrendt: E. L. Kirchner: Bohème-Identität und nationale Sendung. Lang, Frankfurt u.a., 2003, ISBN 3-631-50128-5.
  • Christian Saehrendt: Ernst Ludwig Kirchners. Sicht auf die Brücke In: Jutta Hülseweg-Johnen (Hrsg.), E. L. Kirchner und die Brücke. Selbstbildnisse – Künstlerbildnisse, (Katalog Kunsthalle Bielefeld), Bielefeld 2005.
  • Christian Saehrendt: Ernst Ludwig Kirchner und der Zeitgeist der Weimarer Republik In: Roland Scotti (Hrsg.), Magazin III (Tagungsband „Ernst Ludwig Kirchner - Neue Fragestellungen“ zu Ehren von Roman N. Ketterer), Davos 2002.
  • Christian Saehrendt: Ein Alter Meister der Selbstinszenierung In: Roland März und Katharina Henkel (Hrsg.), Der Potsdamer Platz. Ernst Ludwig Kirchner und der Untergang Preußens (Katalog Nationalgalerie Berlin), Berlin 2001.
  • Christian Saehrendt: Kirchners Heimholung. Die Kunstsammlungen Chemnitz zeigen E. L. Kirchners Deutschlandreise 1925/26“ In: Neue Zürcher Zeitung 14. Juni 2007.
  • Johannes Vesper: Rezension in www.musenblaetter.de (13. September 2007) zu Ernst Ludwig Kirchner Die Deutschlandreise 1925/1926 Herausgegeben von Ingrid Mössinger und Beate Ritter, Wienand-Verlag, ISBN 978-3-87909-910-8.

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernst Ludwig Kirchner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Gerd Presler: Die Brücke. S. 48–51
  2. Gerd Presler: Die Brücke. S. 144.
  3. Gerd Presler: Die Brücke. S. 52 f., 123 f.
  4. Plakat Muim-Institut, www.museum-digital.de, abgerufen am 4. September 2011
  5. Zitiert nach dem Weblink des Kirchner Museums Davos
  6. Dietrich Reinhardt: Die Fehmarn-Aufenthalte Kirchners in: Ernst Ludwig Kirchner Verein Fehmarn, abgerufen am 2. September 2011
  7. Zitiert nach Kirchner Museum Davos
  8. Crodel und Kirchner: Dokumentation zur Inventarisierung der Botho Graef Gedächtnis-Stiftung des Jenaer Kunstvereins
  9. Die fünf Einzelwandbilder von 1916 zusammengefügt. Das Zitat stammt aus: Max Sauerlandt:Reiseberichte 1925-32, Hamburg, Christians, 1971, S. 49; Zu den erst vor kurzem aufgefundenen Abbildungen: "Die Farbfotografien wurden 1926 vom Hamburger Museumsdirektor Max Sauerlandt beim Großherzoglichen Luxemburgischen Hoffotofgrafen Franz Schilling in Königstein in Auftrag gegeben und jüngst aufgefunden." Aus: Museum Giersch (Hrsg.): Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet. Künstler - Händler - Sammler. Petersberg 2011, S.23 und Anmerkung 22 auf S. 25; Die Abbildungen wurden gescannt aus: Städel Museum (Hrsg.): Ernst Ludwig Kirchner-Retrospektive, Ausstellungskatalog Frankfurt am Main 2010, S. 226–227 u.S.25, Abbildungsnachweis: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, S. 304.
  10. Hans Bolliger, Bibliographie I, 8, 9, 14, 20, 28, in Claus Zoege von Manteuffel, Ernst Ludwig Kirchner, Zeichnungen und Pastelle, Stuttgart 1974
  11. Hans Delfs (Hrsg.):Ernst Ludwig Kirchner, Der gesamte Briefwechsel. Zürich 2010
  12. Ingrid Mössinger und Beate Ritter (Hrsgb.), Ernst Ludwig Kirchner, Die Deutschlandreise 1925-1926, Katalog Ausstellung Chemnitz 2007
  13. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 307.
  14. Wie starb Ernst Ludwig Kirchner? in: Die Zeit, 22.Juni 2009, abgerufen am 30. Juni 2014
  15. Magazin V, Frédéric Bauer, Kirchner Museum Davos (Hrsg.), Davos 2004.
  16. siehe auch: Briefwechsel E.L. Kirchner – E.F. Baumann, Der Spiegel 5. Mai 1980.
  17. Zitiert nach der Biografie des Kirchner Museums, Davos
  18. Bericht zur Ausstellung im Städel Museum, Frankfurt
  19. Quelle: Wolfgang Henze, Das Ernst Ludwig Kirchner Archiv in Wichtrach/Bern und die Abklärung der Echtheitsfragen zu Kirchner. In: Bild und Wissenschaft, Forschungsbeiträge zu Leben und Werk Alexej von Jawlenskys, Band 1, Locarno 2003, S. 35–44
  20. Ketterer. Der Mann mit dem Flair. In: Der Spiegel 35/1060, S, 42-54
  21. Wolfgang Henze: Das Ernst Ludwig Kirchner Archiv in Wichtrach/Bern und die Abklärung der Echtheitsfragen zu Kirchner. In: Bild und Wissenschaft, Forschungsbeiträge zu Leben und Werk Alexej von Jawlenskys, Band 1, Locarno 2003, S. 35–44
  22. Hommage à Roman Norbert Ketterer. In: Ernst Ludwig Kirchner - 90 Zeichnungen für 90 Jahre, Aust. Kat., Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, Katalog 62, 2001, S. 5–8
  23. Statuten des Kirchner Vereins Davos, S. 1
  24. Handelsregistereintrag der Ernst Ludwig Kirchner Stiftung Davos
  25. Webseite des Ernst Ludwig Kirchner Vereins Fehmarn
  26. Museum Ludwig bei museenkoeln.de
  27. Die Straße bei moma.org
  28. Allen Memorial Art Museum (AMAM) in der englischen Wikipedia
  29. | Seite des Museums zur Ausstellung, abgerufen am 21. Mai 2014.