Ernst Nagelschmitz

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Ernst Nagelschmitz (* 1. Mai 1902 in Budapest; † 23. Mai 1987 in München) war ein deutscher Fußballspieler. Am 18. April 1926 bestritt der Außenläufer in Düsseldorf sein einziges Länderspiel für die A-Nationalmannschaft. 1932 wurde er Deutscher Meister mit dem FC Bayern München, der das Endspiel in Nürnberg mit 2:0 gegen Eintracht Frankfurt gewann.

Laufbahn[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Der in Budapest geborene Ernst „Kanna“ Nagelschmitz kam mit seinen Eltern mit neun Jahren nach München. Als 13-Jähriger schloss er sich 1915 dem FC Bayern München an. Ab 1920 rückte er gemeinsam mit Josef Pöttinger und Franz Dietl aus der Jugend in die 1. Mannschaft der „Rothosen“ auf. Der brillante Techniker war zumeist auf der Außenläuferposition mit dem Spielaufbau betraut. Zum ersten Höhepunkt wurde die Saison 1925/26 für Nagelschmitz. Zuerst belegte er mit dem FC Bayern in der Bezirksliga den ersten Rang und war auch in beiden Spielen am 26. September (2:0) und 20. Dezember 1925 (3:3) in den „Lokalderbys“ gegen 1860 München im Einsatz. Die Süddeutsche Meisterschaft gewann er mit seinen Mannschaftskameraden mit 18:2-Punkten vor der SpVgg Fürth. Überraschend verlor er mit Mitspielern wie Emil Kutterer, Pöttinger und Ludwig Hofmann am 16. Mai 1926 das Auswärtsspiel in der Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft gegen Fortuna Leipzig mit 0:2-Toren. Zwei Runden später, 1927/28, gewann er mit dem FCB wiederum die Titel in der Bezirksliga und der Süddeutschen Meisterschaft und zog erneut in die Endrundenspiele um die Deutsche Meisterschaft ein. Dort setzte man sich gegen Wacker Halle (3:0) und SV 07 Köln Sülz (5:2) durch, verlor aber im Halbfinale nach einem 1:1-Halbzeitstand mit 2:8-Toren gegen den Hamburger SV. Er bildete dabei mit Josef Hofmeister und Ludwig Goldbrunner die Bayern-Läuferreihe, die aber die Torjägerqualitäten von Otto Harder, Franz Horn und Hans Rave nicht unterbinden konnte. In der Saison 1931/32 gewann er mit dem FCB erneut die Bezirksligameisterschaft und auch mit einem Punkt vor dem 1. FC Nürnberg die Süddeutsche Meisterschaft. Als Höhepunkt seiner fußballerischen Laufbahn gewann er 1932 die Deutscher Meisterschaft mit dem FC Bayern München, der das Endspiel in Nürnberg mit 2:0 gegen Eintracht Frankfurt gewann.

Den Gewinn der ersten Deutschen Fußballmeisterschaft 1932 erkämpfte er unter Trainer Richard Dombi als linker Außenläufer mit den Abwehrrecken Haringer, Heidkamp und Goldbrunner und im Sturm agierten Bergmaier, Krumm und Rohr. Dabei musste Nagelschmitz noch vor dem Halbzeitpfiff verletzt ausscheiden. [1] Das Finale in Nürnberg war für den hochgewachsenen Außenläufer und brillanten Techniker bereits sein 378. Einsatz für den FCB. [2] Erst fünf Jahre später beendete er seine Laufbahn. Mit der Halbfinalteilnahme 1928 und dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1932 war es dem FCB gelungen, sich in der Gruppe der leistungsstärksten und prominentesten deutschen Klubs zu etablieren.

Der Finanzbeamte war bis kurz vor seinem Tode im Jahr 1987 ein begeisterter Eisstockschütze und ständiger Gast der Spiele seines FCB im Münchner Olympiastadion. [3]

Auswahlspiele[Bearbeiten]

Nagelschmitz debütierte am 18. April 1926 in Düsseldorf in der Nationalmannschaft, als diese mit 4:2 gegen die Niederlande gewann; dreifacher Torschütze war sein Mannschaftskamerad, Josef Pöttinger vom FC Bayern München. Drei Wochen zuvor, am 28. März, hatte er bei der Kampfspielpokal-Begegnung von Süddeutschland gegen Mitteldeutschland (3:1) in München als linker Außenläufer an der Seite von Hans Hagen und Ludwig Leinberger überzeugen können.

1928 gehörte „Kanna“, wie er auch genannt wurde, wie seine FCB-Kameraden Kutterer, Ludwig Hofmann und Pöttinger zum Aufgebot jener Fußballmannschaft, die am olympischen Fußballturnier teilnahm und am 3. Juni mit 1:4 gegen Uruguay im Viertelfinale ausschied – ein Einsatz blieb ihm verwehrt. DFB-Trainer Otto Nerz setzte in der Läuferreihe auf Georg Knöpfle, Hans Kalb und Ludwig Leinberger.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lorenz Knieriem, Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1890-1963. Agon Sportverlag. Kassel 2006. ISBN 978-3-89784-148-2.
  • Dietrich Schulze-Marmeling: Die Bayern. Die Geschichte des Rekordmeisters. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2007. ISBN 978-3-89533-534-1.
  • Fritz Tauber: Deutsche Fußballnationalspieler. Spielerstatistiken von A bis Z. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-397-4.
  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler. Das Lexikon. Sportverlag Berlin. 1997. ISBN 3-328-00749-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schulze-Marmeling: Die Bayern. S. 68
  2. Schulze-Marmeling: Die Bayern. S. 588
  3. Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler. S. 332