Ernst von Hülsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ernst von Hülsen (* 28. November 1875 in Bischofswerder; † 1. November 1950 in Marburg an der Lahn) war ein deutscher Politiker und Rechtswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war der Rittergutsbesitzer Hermann von Hülsen. Ernst besuchte das Gymnasium in Kulm und begann anschließend im Sommersemester 1894 ein Philosophie- und Theologiestudium in [Universität Halle|Halle]]. Im Wintersemester 1894/95 wechselte er nach Berlin, wo er im Sommersemester 1895 begann Rechtswissenschaft zu studieren. Später wechselte er nach Königsberg. Im Jahr 1898 promovierte Ernst von Hülsen in Jena zum Dr. jur. Seinen einjährigen Wehrdienst leistete er 1898/99 ab. Danach war er Gerichtsreferendar in Eylau und Gerichtsassessor in Danzig. Im Mai 1904 trat von Hülsen als Hilfsarbeiter in das Preußische Kultusministerium ein. 1905 war er Prokurator der Landesschule Pforta und 1906 Verwaltungsschulrat im Provinzialschulkollegium Berlin. Danach trat er noch 1906 erneut als Personalreferent in das Preußische Kultusministerium über. Dort stieg er 1912 zum Regierungsrat und 1916 Geheimen Oberregierungsrat auf und war während dieser Zeit Referent für verschiedene preußische Universitäten. Während des Ersten Weltkrieges war von Hülsen Mitglied im stellvertretenden Generalstab des Feldheeres und Leiter der Sektion "Politik Berlin". Aufgrund seiner besonderen Rolle bei der Unterstützung Finnlands im Ersten Weltkrieg, wurde ihm das Finnische Freiheitskreuzes 1. Klasse verliehen. Seine Kontakte nach Finnland ermöglichten in der Zwischenkriegszeit einen häufigen Wissenschaftsaustausch zwischen deutschen und finnischen Forschern.

Am 1. Dezember 1920 wurde Ernst von Hülsen zum Kurator der Philipps-Universität Marburg ernannt. Unter seiner Leitung wurde die Universität Marburg umfassend erweitert. Im Innenstadtbereich wurden zahlreiche Grundstücke erworben und mit Universitätsgebäuden bebaut. An der Universität Marburg ist das Ernst-von-Hülsen-Haus nach ihm benannt, das anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Gründung der Universität errichtet wurde. Schwerpunkte seiner Ausbaupläne waren die verschiedenen Universitätskliniken und die Sportanlagen. Von November 1932 bis Mai 1933 leitete er als Oberpräsident die preußische Provinz Hessen-Nassau und wurde danach wieder Kurator der Universität Marburg. Am 27. September 1945 wurde er auf Anweisung der US-Besatzungsmacht aus seinem Amt entfernt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1920 wurde Ernst von Hülsen die Ehrendoktorwürde für Medizin der Universität Halle verliehen. Anlässlich des Universitätsjubiläums m Jahr 1927 verlieh ihm die Universität Marburg die Ehrendoktorwürden für Philosophie und Rechtswissenschaft. Die Ehrendoktorwürde der Theologie wurde ihm von der Universität Marburg im Jahr 1932 verliehen. Im gleichen Jahr wurde er zum Ehrensenator ernannt und die goldene Medaille der Universität Marburg verliehen. Er war Ehrenbürger der Stadt Marburg.

Politische Ämter und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Im Jahr 1930 wurde Ernst von Hülsen Mitglied im Kasseler Kommunallandtag und dem Provinziallandtag von Hessen-Nassau.

Im Juli 1937 war Ernst von Hülsen der NSDAP beigetreten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Schwabe, Klaus (Hrsg.): Die preußischen Oberpräsidenten 1815–1945 (Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte; Bd. 15). Boppard am Rhein, 1985., S. 328 f.
  • Klaus Ewald, Ernst von Hülsen, in: Ingeborg Schnack (Hrsg.), Marburger Gelehrte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, 1977.