Ernstbahn

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Braunfels–Philippstein
Ernstbahn um 1877
Ernstbahn um 1877
Streckenlänge: 7,6 km
Spurweite: 800 mm (Schmalspur)
   
0,0 Braunfels Staatsbhf.
(Übergang zur Lahntalbahn)
BSicon exSTR.svg
   
3,1 Obermühle
   
4,0 Braunfels Stift (früher: Stadt)
   
5,0 Eisenfeld (Betriebswerk)
   
5,1 Grube Ottilie
   
6,5 Philippstein Clöserweide
   
7,6 Philippstein
   

Die Ernstbahn (bis 1877 Issertalbahn) war eine Schmalspurbahn mit 800 mm Spurweite in Hessen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ernstbahn wurde 1875 – zunächst als offene Handelsgesellschaft – von Fürst Ernst von Solms-Braunfels und zwei weiteren Grubenbesitzern gegründet. Sie sollte als Grubenbahn für den Erztransport aus Bergwerken rund um Braunfels im nördlichen Taunus zur Lahn dienen. Die Rechtsform wurde im Jahre 1900 in eine GmbH umgewandelt, die 1906 von der Friedrich Krupp AG in Essen erworben wurde. Seit 1924 war sie Teil der Sieg-Lahn-Bergbau-Gesellschaft, die 1953 an die Harz-Lahn-Erzbergbau AG überging.

Die Strecke war in der Spurweite von 800 mm angelegt und begann 1876 am staatlichen Lahnbahnhof (heute: Bahnhof Leun/Braunfels) und führte im Iserbachtal, einem Seitental der Lahn, aufwärts unterhalb der Stadt Braunfels entlang bis zur Grube Ottilie (5,1 km) und endete ab 1. Oktober 1877 in Philippstein Clöserweide bei km 6,5. Die Konzession wurde am 5. Juni 1894 geändert. Seitdem war die Bahn eine Kleinbahn des öffentlichen Verkehrs, die bis zur Haltestelle Braunfels Stift auch Personen beförderte, ab 1. Mai 1913 sogar bis Philippstein Papiermühle.

Der Personen- und Stückgutverkehr endete am 15. Juni 1930. Im Jahr 1940 erhielt die Bahn wieder den Status einer Grubenbahn, nachdem auch der öffentliche Güterverkehr aufgegeben worden war. Der Erzverkehr wurde zum Jahresende 1962 eingestellt und die Strecke abgebaut.

Reste der Bahn befinden sich heute noch am Lahnbahnhof (Leun/Braunfels): Dort existiert noch die alte Verladerampe sowie in einem Feldweg ein kurzes Schienenstück.

Ein Fahrzeug der Ernstbahn, ein Personenwagen, überdauerte die Zeit als Hühnerstall und wird derzeit im Feld- und Grubenbahnmuseum Fortuna wieder hergerichtet.

Weblinks[Bearbeiten]