Erntemäuse

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Erntemäuse
Erntemaus (Reithrodontomys raviventris)

Erntemaus (Reithrodontomys raviventris)

Systematik
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neotominae
Tribus: Reithrodontomyini
Gattung: Erntemäuse
Wissenschaftlicher Name
Reithrodontomys
Giglioli, 1874

Die Erntemäuse (Reithrodontomys) sind eine in Amerika lebende Nagetiergattung aus der Gruppe der Neuweltmäuse. Sie umfassen rund 20 Arten.

Merkmale[Bearbeiten]

Erntemäuse ähneln stark den europäischen eigentlichen Mäusen (Mus), mit denen sie jedoch nicht sehr nahe verwandt sind. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 5 bis 15 Zentimetern, der Schwanz wird 5 bis 11 Zentimeter lang. Das Gewicht beträgt 6 bis 20 Gramm. Die Färbung ihres Felles variiert an der Oberseite von rötlichbraun über grau bis schwärzlich, die Flanken sind heller und der Bauch weiß oder hellgrau. Der Schwanz ist dünn und nur spärlich mit Haaren versehen, die Ohren sind groß und ragen aus dem Fell.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Erntemäuse erstreckt sich vom südlichen Kanada über die USA und Mexiko bis Kolumbien und Ecuador. Die meisten Arten bewohnen grasbestandene Gebiete, manche sind aber auch in trockenen Gebieten oder Regenwäldern zu finden.

Lebensweise[Bearbeiten]

Erntemäuse sind nachtaktiv, tagsüber ruhen sie in kugelförmigen, aus Gräsern und anderem Pflanzenmaterial errichteten Nestern. Diese haben einen Durchmesser von 15 bis 18 Zentimeter und werden in Büschen oder kleinen Bäumen errichtet.

Ihre Nahrung besteht aus Samen und Pflanzenschößlingen. Sie erreichen die Samen von Gräsern, indem sie die Grashalme zu Boden biegen und dann herausnagen. Gelegentlich fressen sie auch Insekten.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Außer in kalten Wintern kann die Fortpflanzung das ganze Jahr über erfolgen. Nach einer 21- bis 24-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen ein bis neun Jungtiere zur Welt. Die Weibchen können mehrmals im Jahr Nachwuchs zur Welt bringen.

Erntemäuse und Menschen[Bearbeiten]

Erntemäuse gelten gemeinhin nicht als schädlich für die Landwirtschaft. Manche Arten haben ihr Verbreitungsgebiet durch die Rodung der Wälder und Ausbreitung der Grasländer sogar ausbreiten können, etwa R. megalotis, die auch auf die Kanalinseln eingeschleppt wurde.

Im Gegenzug gelten drei Arten als bedroht: R. raviventris, die nur Salzwiesen in der Nähe von San Francisco bewohnt, R. rodriguezi, die nur aus einem kleinen Gebiet in Costa Rica bekannt ist, und R. spectabilis, die auf der Insel Cozumel vor der mexikanischen Küste endemisch ist.

Die Arten[Bearbeiten]

Es werden 20 Arten unterschieden, die manchmal in zwei Untergattungen, Reithrodontomys und Aporodon, aufgeteilt werden. Diese Einteilung ist jedoch umstritten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erntemäuse (Reithrodontomys) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien