Ersatzinfinitiv

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Der Ersatzinfinitiv (lateinisch infinitivus pro participio) ist ein Phänomen der deutschen Grammatik: In bestimmten Fällen ersetzt ein Infinitiv das Partizip Perfekt.

Nach den Grundregeln der Flexion des Verbs werden Perfekt und Plusquamperfekt mit haben bzw. sein und dem Partizip Perfekt gebildet. Geht aber dem Partizip eine Infinitivkonstruktion voraus, so steht bei bestimmten Verben statt des Partizips der Ersatzinfinitiv. Im Einzelnen sind das:

  • alle Modalverben
  • die Verben brauchen, heißen, lassen, sehen, hören, fühlen, helfen (bei den drei zuletzt genannten Verben schwankt der Gebrauch).

Der Ersatzinfinitiv nimmt immer die Position am Satzende ein; hier gilt also nicht die Regel für den Nebensatz, dass die finite Verbform am Ende steht (s. Beispiel 3)

Beispiele:

  • Ich habe das nicht gewollt. – Ich habe das nicht tun wollen.
  • Sie hatte es gesehen. – Sie hatte es kommen sehen.
  • Du weißt, dass du das nicht gebraucht hättest. – Du weißt, dass du das nicht hättest machen brauchen.
  • Er hatte es zu Hause gelassen. - Er hatte das Buch zu Hause liegen lassen.