Ersatzlebensmittel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ersatzlebensmittel[1] sind Lebensmittel, die einem anderen in Aussehen und Geschmack ähneln, aber aus anderen Zutaten bestehen. Es wird gelegentlich das Wort Lebensmittelersatz oder fachsprachlich Surrogat verwendet. Im englischen spricht man von einem food substitute[2] oder benutzt das deutsche Lehnwort Ersatz.[3] Hiervon abzugrenzen ist das nicht essbare Lebensmittelimitat, z.B. Shokuhin-Sanpuru.

Grund für Ersatzlebensmittel war in Notzeiten die mangelnde Verfügbarkeit. Klassisches Beispiel ist Margarine als Butter-Ersatz. Große Bedeutung hatten Ersatzlebensmittel im Ersten Weltkrieg. Heute liegt meist eine Kostenersparnis beim Hersteller vor. Verbraucherschutzverbände benutzen hierfür gelegentlich den Begriff Lebensmittelplagiat oder Lebensmittelfälschung und meinen damit den Einsatz von Ersatzstoffen mit grenzwertiger Kenntlichmachung auf dem Etikett.[4] Dieser Begriff wird jedoch auch für die Imitation des Designs oder eines eingetragenen Geschmacksmusters von Markenprodukten also Produktpiraterie im Lebensmittelbereich verwendet.[5]

Daneben gibt es auch Gründe, die beim Verbraucher liegen, beispielsweise Nahrungsmittelunverträglichkeit und Vegetarismus.

Häufig werden die Originale im Lebensmittelgesetz genau definiert und sind begrifflich geschützt, damit keine Bezeichnungen gewählt werden, die beim Verbraucher zur Verwechselung mit dem echten Produkt führen. So sieht die EG-Verordnung 1898/87 einen Begriffsschutz für Milch, Molke, Rahm, Butter, Buttermilch, Käse, Joghurt und Kefir vor. Ausnahmen stellen traditionelle Begriffe wie Kokosmilch, Kakao- und Erdnussbutter dar. Sojaprodukte fallen nicht unter diese Ausnahmeregelungen.[6] § 11 LFGB verbietet es generell, nachgemachte oder minderwertige Lebensmittel ohne ausreichende Kenntlichmachung in den Verkehr zu bringen.

Beispiele[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://de.bab.la/woerterbuch/deutsch-englisch/ersatzlebensmittel
  2. http://de.bab.la/woerterbuch/englisch-deutsch/food-substitute
  3. http://www.merriam-webster.com/thesaurus/ersatz
  4. Verbraucherzentrale Hamburg: Liste der Lebensmittelplagiate
  5. Lebensmittel-Design: Puddingstreit Paula vs. Flecki
  6.  Wolfgang Frede (Hrsg.): Taschenbuch für Lebensmittelchemiker.. 2. Auflage. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-28198-6, S. 461.
  7.  Hans-Dieter Belitz, Werner Grosch, Peter Schieberle: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. 6., vollständig überarbeitete Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-73201-3.
  8.  Wolfgang Frede (Hrsg.): Taschenbuch für Lebensmittelchemiker.. 2. Auflage. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-28198-6, S. 678.