Erste Group

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Erste Group Bank AG
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Staat Österreich
Sitz Wien
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000652011
Bankleitzahl 20 100[1]
BIC GIBAATWGXXX[1]
Gründung 2008 (1819 als Erste österreichische Spar-Casse)
Website www.erstegroup.com
Geschäftsdaten 2013[2]
Bilanzsumme 199,9 Mrd
Mitarbeiter 45.670 (2013)
Leitung
Vorstand Andreas Treichl, Vorstandsvorsitzender
Aufsichtsrat Friedrich Rödler, Aufsichtsratsvorsitzender

Die Erste Group Bank AG (Erste Group) ist mit 16,4 Millionen Kunden[3] eine der größten Bankengruppen in Zentral- und Osteuropa. Sie gehört zur Sparkassengruppe Österreich und ist im Österreichischen Sparkassenverband vertreten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Erste Group wurde 1819 in der Leopoldstadt, einer Vorstadt Wiens, als Erste österreichische Spar-Casse gegründet. Nach dem Fall des Kommunismus expandierte das Unternehmen stark in den zentral- und osteuropäischen Raum und hatte bis 2008 10 Banken akquiriert. 1997 erfolgte der Börsegang, das Unternehmen notiert heute an den Börsen von Wien, Prag und Bukarest und ist in den Indixes CEETX, ATX und PX gewichtet. Am 9. August 2008 wurde die damalige Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG in die neu gegründete Holdinggesellschaft Erste Group und das Tochterunternehmen Erste Bank Oesterreich geteilt; deren Auslandsbeteiligungen wurden von der neuen Holding übernommen. Die Erste Group fasst nun unter sich alle Gesellschaften des Konzerns zusammen.

In einem Ranking des Forbes Magazine der weltweit größten Aktiengesellschaften aus dem Jahre 2013 liegt die Erste Group Bank auf Platz 672 und nimmt damit den dritten Platz der österreichischen Unternehmen ein.[4]

Expansionskurs in Mittel- und Osteuropa seit 1997[Bearbeiten]

Nach den Umstrukturierungen und dem Börsengang begann die damals noch einheitliche Erste Bank mit dem Expansionskurs in Mittel- und Osteuropa. Als erste Bank wurde 1997 die ungarische Mezőbank übernommen. Nach einer weiteren Kapitalerhöhung wurde die Expansion fortgesetzt. Im Jahr 2000 wurden die Mehrheiten an der tschechischen Česká spořitelna und der slowakischen Slovenská sporiteľňa übernommen.

Ebenfalls im Jahr 2000 wurden drei kroatische Kleinbanken zur Erste & Steiermärkische Bank d.d. fusioniert, nachdem diese ab 1997 von der Erste Bank sowie der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG übernommen worden waren.

2003 wurde die Riječka banka mit „Erste & Steiermärkische Bank“ fusioniert. Der Anteil der Ersten an dieser Tochtergesellschaft beträgt seither 55,1 %.

Die Übernahme von 61,88 % der Banca Comercială Română S.A. (BCR), der größten rumänischen Bank mit 2,8 Mio. Kunden und 12.000 Mitarbeitern, im Jahr 2005 um 3,751 Mrd. Euro stellt die bisher größte Auslandsdirektinvestition der österreichischen Wirtschaftsgeschichte dar. Der Mitarbeiterstand per Ende 2008 betrug 9985.

Im Juli 2005 hat die Erste Bank den Kaufvertrag über den Erwerb von 83,28 % der Aktien an der Novosadska banka a.d., Novi Sad, von der Republik Serbien unterzeichnet. Mit dem Kauf der Bank tritt die Erste Bank in den serbischen Markt ein, der über ein erhebliches Wachstumspotenzial verfügt.[5]

2007 erwarb die Erste 100  Prozent an der Bank Prestige in der Ukraine, ihr erstes Engagement in diesem Land. Im April 2013 verkauft die Erste Group ihre Ukraine-Tochter für rund 63 Mio. Euro an die Eigentümer der ukrainischen Fidobank. Der Verkauf steht im Einklang mit der Strategie der Erste Group sich auf das Kundengeschäft im östlichen Teil der Europäischen Union zu fokussieren. Die Ukraine hat sich in den letzten Jahren politisch von der EU immer weiter entfernt und passt daher nicht mehr zu Ausrichtung der Bankengruppe.[6]

2008 gingen die Auslandsengagements der Erste Bank auf die neu gegründete Erste Group über.

Bankenübernahmen in Mittel- und Osteuropa seit 1997[7]
Jahr Bank Land Anteil
(heute)
Preis
(Mio. Euro)
Anmerkungen
1997 Mezőbank Ungarn 100,00 % k. A. betreibt fünftgrößtes Filialnetz in Ungarn; 1998 in Erste Bank Hungary umbenannt, 2003 mit Postabank fusioniert
2000 Česká spořitelna Tschechien 99 % 530 größte Privatkundenbank Tschechiens; 2000: 52,07 % übernommen;
2000 Slovenská sporiteľňa Slowakei 100,00 % 425 2000: Übernahme von 67,2 %; 2005: Call-Option auf weitere 19,99 % eingelöst, anschließend 100 %-Übernahme
1997–
2002
Bjelovarska banka
Trgovačka banka
Čakovečka banka
Riječka banka
Kroatien 69,3 % k. A. Fusion zur Erste & Steiermärkischen Bank d.d., fünftgrößte Bank Kroatiens
2005 Novosadska banka Serbien 80,5 % k. A.
2005 Banca Comerciala Romana Rumänien 93,6 % 3.751 größte Bank Rumäniens
2007 Bank Prestige Ukraine 0 % 79,4 Verkauf im April 2013 an Fidobank

Die Erste Group Bank AG zahlte als erste heimische Bank im August 2013 das 2009 emittierte Partizipationskapital in der Höhe von EUR 1,76 Mrd, das mit EUR 1,22 Mrd von der Republik Österreich und mit EUR 540 Mio von privaten Investoren gezeichnet wurde, in vollem Umfang zurück. Von 2009 bis 2012 erhielt die Republik Österreich von der Erste Group jährliche Dividendenzahlungen von EUR 98 Mio und private Investoren von EUR 43 Mio. Inklusive der aliquoten Dividende für 2013, die nach einem entsprechenden Beschluss der Hauptversammlung voraussichtlich im Juni 2014 gezahlt werden wird, wird die Republik Österreich somit EUR 448 Mio und private Investoren EUR 198 Mio erhalten haben.[8] Im Jahr 2013 erwirtschaftete die Erste Group einen Gewinn von 61 Mio Euro. Das Ergebnis, das auf einem nur leicht rückläufigen Betriebsergebnis (Eur 3.307 Mio) beruht, erklärt sich in erster Linie durch die hohen Steuerbelastungen in Österreich, Ungarn und der Slowakei. Dazu kamen Firmenwertabschreibungen sowie der Ausstieg aus der Ukraine. In Summe machten diese Sondereffekte EUR 770 Mio aus. In der Kapitalposition von EUR 1,76 Mio spiegelt sich die im Frühjahr 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung von EUR 660,6 Mio und die vollständige Rückzahlung des Partizipationskapitals wider. Die Bank liegt damit komfortabel über allen Basel III Anforderungen. Die Bilanzsumme belief sich per 31. Dezember 2013 auf EUR 199,9 Mrd. Das Kredit-Einlagen-Verhältnis lag zum 31. Dezember 2013 bei 104,3 % (Ende 2012: 107,2 %).

Börsengang, Kapitalerhöhungen, Akquisitionen[Bearbeiten]

Gruppenstruktur

Der Börsengang 1997 in Wien wurde von der damals einheitlichen Ersten Bank (siehe dort) durchgeführt, ebenso weitere Kapitalerhöhungen bis 2006 und ein Aktiensplit. Es handelte sich teilweise um die größten jemals am Finanzplatz Wien durchgeführten Transaktionen dieser Art. Mit dem erzielten Kapital wurden die Akquisitionen finanziert. Am 18. Juli 2013 schließt die Erste Group eine Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 660,6 Mio. erfolgreich ab. Die Erste-Group-Aktie notiert an den Börsen von Wien, Prag und Bukarest.

Aktionäre[Bearbeiten]

Aktien ERSTE GROUP BANK - Diagramm der Entwicklung der Prager Börse. [9]

Mit Stand 17. Jänner 2014 setzt sich die Aktionärsstruktur wie folgt zusammen:[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eintrag im Kreditinstitutsverzeichnis bei der Oesterreichischen Nationalbank
  2. Erste Group Bank AG: Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 1. April 2014 (PDF; 4,6 MB).
  3. Erste Group Fact Sheet
  4. Elf Firmen unter den weltweit größten. In: oesterreich.orf.at. 18. April 2013, abgerufen am 18. April 2013: „Österreich ist mit elf Unternehmen in der am Mittwoch veröffentlichten Rangliste des US-Magazins „Forbes“ der weltweit größten 2.000 Firmen vertreten. […] Erste Group Bank (Platz 672), […] Unter den 2.000 Firmen befinden sich ausschließlich Aktiengesellschaften, weshalb beispielsweise Red Bull nicht vorkommt. […] Zur Erstellung der Rangliste wurden folgende Kennzahlen verwendet: Umsatz, Gewinn, Vermögenswert und Marktkapitalisierung.“
  5. Erste Group Milestones
  6. Erste Group Milestones
  7. Geschichte der Erste Bank bzw. Erste Group (abgerufen am 01.04 2014)
  8. Der Staat ist bei der Ersten draußen Der Standard, 8. August 2013
  9. Aktie ERSTE GROUP BANK - Die Entwicklung der Preise auf dem Prager Börse und historische Statistiken des Handels
  10. Aktionärsstruktur. Erste Group, 14. März 2014, abgerufen am 1. April 2014.