Erster Weltkrieg außerhalb Europas
Der Erste Weltkrieg außerhalb Europas umfasste zahlreiche Nebenkriegsschauplätze des Ersten Weltkriegs. Es kam unter anderem zu Kampfhandlungen um die deutschen Kolonien in Afrika, Asien und dem Pazifik. Die meisten deutschen Überseegebiete wurden nach kurzen Kämpfen von der Entente und ihren Verbündeten eingenommen. Die Kolonialstreitkräfte waren nicht für den Krieg gegen äußere Gegner vorgesehen gewesen und die deutschen Territorien waren sämtlich von Gebieten unter Kontrolle der Entente umgeben, die dazu auch die Kontrolle über die Seewege innehatten. Lediglich in Ostafrika dauerten die Kampfhandlungen über das Jahr 1916 hinaus an. Die letzten Einheiten der dortigen Schutztruppe kapitulierten erst nach dem offiziellen Waffenstillstand in Europa.
Weitere Kriegsschauplätze außerhalb Europas lagen im Kaukasus sowie in den orientalischen Gebieten des Osmanischen Reiches (Hedschas, Levante, Mesopotamien). Außerdem kam es vor allem in Afrika und Asien zu Agententätigkeiten, Nachrichtenmissionen sowie Unterstützungsaktionen zur Anregung von Aufständen.
Ab dem Frühjahr 1916 beschränkte sich der außereuropäische Machtbereich der Mittelmächte auf den türkisch-arabischen Raum und kleine Gebiete Ostafrikas, während die Ententemächte über Kolonien und Verbündete auf allen Kontinenten verfügten.
Kriegsschauplätze in und bei den deutschen Kolonien [Bearbeiten]
Der Erste Weltkrieg an Kolonialschauplätzen spielte für den Kriegsverlauf nur eine untergeordnete Rolle. Das Deutsche Kaiserreich hatte aufgrund der erschwerten Erreichbarkeit und Versorgungslage kaum die Möglichkeit, seine Kolonien dauerhaft zu verteidigen. Die Streitkräfte waren nicht für äußere Konflikte angelegt, sondern dienten der Machterhaltung im Inneren. Das Parlament in Berlin war außerdem der Meinung, dass sich das Schicksal der Kolonien auf den europäischen Schlachtfeldern entscheiden würde. Zudem hoffte man auf die Kongoakte von 1885, in der sich die europäischen Mächte verpflichtet hatten, einen Krieg nicht auf die Kolonien auszuweiten.
Zu den Deutschen Kolonien gehörten: der Marinestützpunkt Kiautschou in Nordchina, die pazifischen Inselgebiete Deutsch-Neuguinea und Deutsch-Samoa sowie die afrikanischen Kolonien Togo, Kamerun, Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika. Die Gesamtfläche dieser Gebiete betrug 2.953.000 km² (ca. das Achtfache des heutigen Deutschlands), die Gesamteinwohnerzahl über 12 Millionen.
Die Schutztruppen in den drei großen afrikanischen Kolonien zählten insgesamt etwa 15.000 Mann, die eigentlich nicht für kriegerische Konflikte stationiert waren, sondern die Herrschaft sichern und Aufstände durch Einheimische verhindern sollten. In den kleineren Kolonien gab es lediglich Polizeieinheiten. Die ohnehin schon hohen Verwaltungskosten sollten nicht noch durch eine große Streitmacht ins Unermessliche steigen. Die Kapitulation der deutschen Kolonien war zu Beginn des Ersten Weltkrieges eine Frage der Zeit.
Kiautschou [Bearbeiten]
Kiautschou, das erst 1897 von China für 99 Jahre gepachtet worden war, stellte einen Ausnahmefall dar, da es nicht wie alle anderen Kolonien dem Reichskolonialamt sondern als Flottenstützpunkt dem Reichsmarineamt unterstand. 1914 war das III. Seebataillon dort stationiert, dessen 1.500 Mann zu Kriegsbeginn um 3.400 Mann verstärkt wurden (Ein chinesisches Angebot der Verstärkung durch mehrere zehntausend Mann wurde ignoriert). Am 10. August 1914 richtete Japan ein Ultimatum an Deutschland und verlangte darin die sofortige Übergabe der Kolonie, welches aber vom Gouverneur Alfred Meyer-Waldeck unbeantwortet blieb. Daraufhin kam es dreizehn Tage nach dem Ultimatum zur japanischen Kriegserklärung. Da Wien sich weigerte, den Kreuzer Kaiserin Elisabeth aus Tsingtau abzuziehen, erklärte Japan auch Österreich-Ungarn den Krieg; der Verbleib des Kreuzers in Tsingtau wurde als ausdrücklicher Wunsch von Kaiser Wilhelm II. angesehen. Die Flugzeuge des japanische Flugzeugmutterschiffes Wakamiya schrieben Marinegeschichte als erste Flugzeuge, die erfolgreich von einem Schiff aus Land- und Seeziele angriffen. Der österreichisch-ungarische Kreuzer Kaiserin Elisabeth und das deutsche Kanonenboot Jaguar wurden vor Tsingtau am 6. September 1914 Ziel des ersten seegestützten Luftangriffes in der Geschichte, beide Schiffe wurden dabei nicht getroffen.[1] Gemeinsam mit britischen Truppen schlossen die Japaner das gesamte Pachtgebiet von der Land- (über das neutrale China) und Meeresseite ein. Nach tagelangem Artilleriebeschuss und einem vergeblichen Generalangriff der Alliierten am Geburtstag des japanischen Kaisers Yoshihito, ging die Munition der Verteidiger zu Ende, so dass Meyer-Waldeck am 7. November 1914 kapitulierte. Von den 4.900 Verteidigern fielen 224, von 53.000 Angreifern 519 Mann.
Die deutschen Verteidiger wurden nach Japan in Kriegsgefangenschaft verbracht. Sie lebten dort in mehreren Lagern und wurden teilweise erst 1920 entlassen. Die bekanntesten Lager hießen Matsuyama und Bandō.
Deutsch-Neuguinea [Bearbeiten]
Deutsch-Neuguinea erreichte erst am 5. August die Meldung, dass in Europa Krieg ausgebrochen war. Als Vizegouverneur Eduard Haber, der seit Frühjahr 1914 den wegen einer Erkrankung beurlaubten Gouverneur Albert Hahl vertrat, einige Tage später von einer Expedition ins Landesinnern von Kaiser-Wilhelms-Land zurückkehrte, wurden 50 bewaffnete Deutsche, darunter 2 Offiziere und außerdem 240 Mann einheimischer Polizeikräfte mobilisiert.
Kaiser-Wilhelms-Land und Bismarck-Archipel [Bearbeiten]
Nachdem bereits kleine australische Vorkommandos am 12. August die Fernsprechvermittlungsstellen in Simpsonhafen und Herbertshöhe zerstört hatten, erreichte im September eine große australische Streitmacht Kaiser-Wilhelms-Land. Die Streitmacht bestand aus 6.000 Soldaten, einem Schlachtschiff, zwei Kreuzern, drei Zerstörern und den einzigen beiden australischen U-Booten. Die Funkstation in Bitapaka bei Herbertshöhe sollte als Nachrichtenpunkt für das ostasiatische Kreuzergeschwader des Grafen von Spee dienen. Dazu musste sie möglichst lange gehalten werden. Die Station wurde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in den Verteidigungszustand versetzt. Schützengräben wurden angelegt und die Straße zur Küste an einigen Stellen vermint.[2] Nach einem fünfstündigen Kampf kapitulierten die Deutschen. Bei den Kämpfen starben 30 Einheimische, ein Deutscher und sechs Australier. Bei einer Kollision eines der australischen U-Boote mit einem anderen australischen Schiff starben weitere 35 Australier.
Am 21. September 1914 erfolgte die Übergabe der so genannten „gesamten bewaffneten Macht des Schutzgebietes“ - 5 Offiziere, 35 deutsche und 110 melanesische Bewaffnete - an den australischen Oberbefehlshaber. Die übrigen Ortschaften auf Kaiser-Wilhelms-Land und im Bismarck-Archipel wurden nacheinander kampflos von australischen Streitkräften besetzt. Als letzte deutsche Regierungsstation wurde am 11. Januar 1915 Morobe besetzt.[3]
Die Kapitulationsbedingungen waren sehr milde: Die deutschen Beamten wurden mit drei Monatsgehältern ins Deutsche Reich zurück geschickt, deutsche Gesetze und Währung blieben vorerst bestehen.
In der Provinz Morobe versteckte sich der deutsche Hauptmann Hermann Detzner mit wenigen Mann im Busch und kapitulierte erst im November 1918.
Mikronesien [Bearbeiten]
Die deutschen Inseln in Mikronesien wurden unter anderem wegen der Bodenschätze auf Angaur und Nauru besetzt. Außerdem nutzte Japan die Gelegenheit, seinen pazifischen Einflussbereich nach Süden auszudehnen, nachdem Großbritannien zunächst zögerlich agierte.
Auf der Insel Yap zerstörten die Mannschaften der britischen Kreuzer Minotaur und Hampshire am 12. August 1914 das dort einmündende Seekabel und die Funkstation, ohne die Insel zu besetzen. Daraufhin wurde deutscherseits unter Zuhilfenahme der Ausrüstung des Vermessungsschiffs SMS Planet eine Ersatzfunkstation errichtet, die man jedoch beim Erscheinen japanischer Kriegsschiffe im Oktober 1914 selbst zerstörte.[4] Am 9. September erreichte der britische Kreuzer Melbourne die Insel Nauru, wobei nur die Funktechnik unbrauchbar gemacht wurde. Sogar die deutsche Flagge durfte vorerst weiter wehen.[5] Ähnliches ereignete sich auf der Insel Angaur. Dort traf am 26. September der australische Kreuzer Sydney ein. Ein Landungstrupp des Kreuzers beschlagnahmte die Funkausrüstung in so großer Eile, dass sie nach Abzug des Schiffes von den Inselbewohnern leidlich wiederhergestellt werden konnte. Endgültig besetzt wurde Angaur dann am 9. Oktober durch die Japaner.[6] Auch alle anderen deutschen Inseln in Mikronesien, bis auf Nauru, wurden kampflos von japanischen Truppen besetzt, zuletzt die Insel Rota am 21. Oktober 1914. Die Insel Nauru, die wegen ihres Phosphatreichtums begehrt war, wurde am 6. November 1914 von britisch-australischen Kräften aus Rabaul kommend vollständig in Besitz genommen. Am kommenden Tag wurde die britische Fahne gehisst. Meistens erfolgte die Übergabe der jeweiligen Insel an die eintreffenden Besatzer unverzüglich. Lediglich auf Ponape zog sich der Assessor Josef Köhler mit einer Truppe von 50 einheimischen Polizisten in den Busch zurück, bis er die Aussichtslosigkeit seiner Lage einsah.[7]
Eugenio Blanco, der letzte spanische Gouverneur der Karolinen, machte den Deutschen ein Angebot. Von den Philippinen aus sollten 5.000 Kriegsfreiwillige für den Kampf gegen Japan bereitgestellt werden. Dieses – inoffizielle – Angebot wurde jedoch vom deutschen Auswärtigen Amt und der kaiserlichen Marineleitung abgelehnt. Spanien und die Vereinigten Staaten, in deren Besitz sich die Philippinen befanden, wären hierdurch ggf. in den Krieg hineingezogen worden.[7]
Die deutschen Bewohner der von nun an japanischen Inseln konnten über Japan und die Vereinigten Staaten ins Deutsche Reich zurückkehren.
Deutsch-Samoa [Bearbeiten]
Der Gouvernementsrat von Deutsch-Samoa war durch die gerade fertiggestellte Funkstation von Tafaigata über den Kriegsausbruch informiert. Der Rat beschloss, die Kolonie im Falle eines Angriffs kampflos zu übergeben. Aufgrund der geringen militärischen Mittel – Samoa besaß keine Schutztruppe – galt eine Verteidigung der Inselkolonie als aussichtslos. Eine Bürgerwehr, bestehend aus 40 dienstverpflichteten Europäern, bewachte jedoch die Funkstation und hielt sich für etwaige Unruhen bereit. Unterstützung erwarteten die Deutschen von der aus heimischen Häuptlingssöhnen gebildeten Polizei, Fita-Fita genannt.[8]
Am 29. August 1914 besetzten neuseeländische Truppen, die von einem australisch-französischen Flottenverband unterstützt wurden, den deutschen Teil der Samoainseln.[9] Dabei kamen auf australischer Seite das Schlachtschiff Australia sowie die Kreuzer Melbourne, Sydney, Psyche, Pyramus und Philomel zum Einsatz. Ferner erschien der französische Panzerkreuzer Montcalm vor Samoa. Die Kriegsschiffe deckten die Landung von fast 1.500 neuseeländischen Soldaten. Kurz darauf wurde die deutsche Flagge auf dem Gouvernementsgebäude eingeholt.[10] Die Deutschen ließen sich von den Neuseeländern ohne Gegenwehr in einem Lager internieren.
Mitte September 1914 kreuzten die deutschen Schiffe SMS Gneisenau und SMS Scharnhorst des Ostasiengeschwaders vor Apia. Da die australischen Kriegsschiffe zu der Zeit nicht vor Ort waren, kam es jedoch zu keinem Seegefecht. Auch die von den Internierten begrüßte und von den Besatzern befürchtete Landung blieb aus. Das Geschwader dampfte weiter Richtung Südamerika.
Togo [Bearbeiten]
Togo, eingekeilt zwischen englischem und französischem Kolonialgebiet, ohne natürliche Grenzen und mit einem gut ausgebauten Straßennetz bot ein verlockendes Angriffsziel. In Togo waren keine Schutztruppen stationiert, das Land verfügte lediglich über eine einheimische, 550 Mann starke Polizeitruppe, die von fünf europäischen Offizieren geführt wurde. Sie wurde zwar bei Beginn des Krieges auf insgesamt 1.500 Mann, darunter rund 200 Deutsche, aufgestockt, doch den größtenteils untrainierten Einheiten mangelte es an Kriegsmaterial. Am 6. August 1914 besetzten französische Kolonialtruppen die Küstenorte Anecho und Porto Seguro ohne auf Widerstand zu stoßen. Am Folgetag landeten britische Einheiten am Haupt- und Hafenort Lome.[11] Die Deutschen zogen sich, der Aussichtslosigkeit der Lage bewusst, ins Landesinnere zurück und beschränkten sich darauf, Eisenbahnbrücken zu sprengen, um den feindlichen Vormarsch zu bremsen. Bei Bafilo im Nordosten Togos kam es zu einem Gefecht zwischen kleineren deutschen und französischen Abteilungen.[12] Der Gouverneur Togos, Hans-Georg von Doering, hatte von der deutschen Reichsregierung den Befehl erhalten, solange wie möglich die transkontinentale Funkstation in Kamina zu verteidigen, da hierüber im drahtlosen Funkverkehr mit Deutschland kriegswichtige Informationen weitergeleitet werden konnten. Die Küstenfunkstelle Togblekovhe - etwa 16 Kilometer landeinwärts im Hinterland Lomes - wurde durch ein deutsches Kommando selbst zerstört, um sie nicht in Feindeshand fallen zu lassen.[13] Entlang der Bahnlinie Lome-Atakpame entwickelte sich über mehrere Tage ein Kleinkrieg zwischen der zurückweichenden Polizeitruppe der Deutschen und den von der Küste vorrückenden britisch-französischen Kolonialtruppen. Beim Chra-Fluss (Kilometer 123 der Eisenbahnstrecke von Lome) kam es am 22. August 1914 zum schwersten Gefecht in Togoland. 60 Deutsche und etwa 500 einheimische Söldner hatten sich in einer stark befestigten Stellung verschanzt. Britische und französische Truppen liefen stundenlang gegen diese Stellung an. Aufgrund der demoralisierten Söldner und Träger sowie Munitionsmangel musste die Position jedoch am folgenden Tag von den Deutschen geräumt werden. Somit war der Weg zu der bei Atakpame gelegenen Großfunkstation Kamina frei.[14] In der Nacht vom 24. auf den 25. August 1914 wurde die Station durch die Deutschen selbst zerstört, indem die Maschinen in Brand gesetzt und die Funkmasten umgelegt wurden.[15]
Am 27. August 1914 fand die Übergabe der Kolonie Togo statt. Zwei Drittel wurden an Französisch-Westafrika abgetreten, ein Drittel wurde englisches Mandat.[16]
Kamerun [Bearbeiten]
Die deutsche Schutztruppe in Kamerun war bereits vor 1914 durch Aufstände geschwächt worden, außerdem ermöglichte die geographische Lage Kameruns es den Alliierten, von allen vier Seiten gleichzeitig anzugreifen. 8.000 deutschen beziehungsweise einheimischen Verteidigern standen 30.000 überlegen bewaffnete Gegner gegenüber. Trotz dieser alliierten Übermacht konnten die Deutschen unter der Leitung von Major Carl Heinrich Zimmermann bis September 1914 einige Teilerfolge verbuchen und die englischen und französischen Verbände immer wieder zurücktreiben. Am 27. September 1914 jedoch mussten die Deutschen die Hafenstadt Duala aufgeben und sich ins Landesinnere zurückziehen, wo sie einen zermürbenden Guerillakrieg zwischen Regenwald und Savanne begannen. Diese Abwehrerfolge wurden wesentlich durch die Unterstützung der einheimischen Bevölkerung ermöglicht und durch die Tatsache, dass die Anfangsverluste in Duala und andernorts nur von geringer strategischer Bedeutung waren. Im nachfolgenden Jahr wechselte das Kriegsglück ständig. Zwar konnten die Verteidiger die Angreifer immer wieder blutig zurückschlagen, dennoch zeichnete sich ein Sieg der Entente ab, da die Alliierten im September 1915 ihr erstes Operationsziel erreichen konnten: Sie standen an der Linie Wumbiaga-Eseka und hielten damit die Schlüsselstellen des Landes besetzt. Im Januar 1916 zog sich, nach der Räumung der Hauptstadt Yaoundé, der Großteil der deutschen Verbände ins neutrale Spanisch-Guinea zurück. Bei dieser Flucht gelangten 900 Deutsche und 14.000 Soldaten der einheimischen Hilfstruppen auf neutralen Boden, 50.000 Eingeborene folgten ihnen. Die verbliebenen Einheiten kämpften solange, bis die letzten Deutschen aus Kamerun evakuiert werden konnten. Diese Nachhut streckte schließlich am 18. Februar 1916 die Waffen. In der Rückschau dauerte der Kamerun - Feldzug mit achtzehn Monaten viel länger, als die Alliierten je erwartet hatten. Nach dem britischen Historiker Hew Strachan hält die militärische Leistung Zimmermanns und der Schutztruppe in Kamerun derjenigen Lettow-Vorbecks in Ostafrika in jeder Hinsicht stand, machte dessen spätere Erfolge überhaupt erst möglich. So habe Zimmermanns zäher Widerstand zur Bindung großer alliierter Verbände in Kamerun geführt und dadurch den deutschen Truppen in Ostafrika eine Atempause von über einem Jahr verschafft.
Südwestafrika [Bearbeiten]
Die Kolonie Deutsch-Südwestafrika grenzte im Süden an die militärisch stärkere Südafrikanische Union, was der deutschen Seite eine taktisch ungünstige Ausgangslage bot. Bei Kriegsbeginn stationierten die Deutschen daher ihre gesamten Kräfte an der deutsch-südafrikanischen Grenze. Die Kampfhandlungen brachen mit einem südafrikanischen Angriff auf die Polizeistation von Ramansdrift aus, bis September 1914 kam es zu einigen Gefechten gegen südafrikanische und englische Einheiten, bei denen den Schutztruppen unter dem Befehl von Oberstleutnant von Heydebreck immer wieder kleinere Erfolge gelangen. In der Schlacht bei Sandfontein schlug die deutsche Schutztruppe eine zahlenmäßig überlegene Armee aus Südafrika zurück. Die zur südafrikanischen Union gehörende Exklave Walfischbucht war vom 10. September 1914 bis zum 25. Dezember 1914 von deutscher Seite besetzt. Im Oktober 1914 kam es dann zur Einstellung der Kampfhandlungen, weil in Südafrika ein Burenaufstand gegen die englische Herrschaft ausbrach, zu dessen Unterdrückung Premierminister der südafrikanischen Union, Louis Botha sämtliche Truppen abziehen musste. Durch diese Revolte verzögerte sich der britische Vormarsch um einige Monate. Einige dieser burischen Freischärler kämpften nach Niederschlagung dieses Aufstands auf deutscher Seite weiter.
Diese Kampfpause im Süden nutzte von Heydebreck, um eine Strafexpedition gegen Portugiesisch-Westafrika durchzuführen. Portugiesische Truppen hatten zuvor den deutschen Gouverneur von Outjo, Leonhard Schultze gefangengenommen und auf seinem Fluchtversuch erschossen. Schultze hatte versucht, mit den portugiesischen Behörden in Kontakt zu treten, um zu klären ob sich Deutschland mit Portugal im Kriegszustand befinde. Als Racheakt wurde das portugiesische Fort Naulila angegriffen. Portugal war zwar bis 1916 offiziell neutral, beschlagnahmte aber auf britischen Druck deutsche Versorgungstransporte.
Nach Niederschlagung des Burenaufstandes in Südafrika wurde die Lage für die Deutschen zusehends aussichtslos. Südafrikanische Truppen besetzten Swakopmund im Westen und rückten zugleich von Süden her ein. Windhuk fiel am 11. Mai 1915, sodass der deutsche Verwaltungssitz nach Grootfontein verlegt werden musste.[17] Die deutsche Schutztruppe wich weiter nach Norden aus, ergab sich aber letztlich - vom Feind verfolgt - im Minengebiet von Otavi, das Ende Juni 1915 besetzt wurde.[18] Am 9. Juli 1915 wurde ein Waffenstillstand ausgehandelt. Bis Mitte August besetzte die südafrikanische Union das gesamte Land, den deutschen Siedlern wurde gestattet, auf ihre Farmen zurückzukehren, und selbst die noch 1300 Mann starke Schutztruppe wurde nicht entwaffnet, sondern lediglich in einem bestimmten Landesteil konzentriert.
Ostafrika [Bearbeiten]
Die Kriegsschauplätze in Ostafrika erstreckten sich über ein erhebliches Areal. Es umfasste ein Gebiet vom heutigen Südkenia (damals Teil Britisch-Ostafrikas) bis tief nach Mosambik (damals Portugiesisch-Ostafrika). Dazwischen lag Deutsch-Ostafrika, die größte und bevölkerungsreichste aller deutschen Kolonien. Ab 1915 war Deutsch-Ostafrika die einzige verbliebene Exklave der Mittelmächte auf der Südhalbkugel. Die deutsche Heeresleitung unternahm daher einige Anstrengungen, mit der Kolonie in Kontakt zu bleiben. Zwei Blockadebrecher erreichten die ostafrikanische Küste, kehrten jedoch nicht nach Deutschland zurück. Versuche, die Kolonie im Zuge der Stotzingen-Mission durch eine Relaisfunkstelle und durch ein Luftschiff zu erreichen, wurden unterwegs abgebrochen.
Deutsch-Ostafrika: Festland [Bearbeiten]
Deutsch-Ostafrika verfügte über zwei Bahnlinien, die schnelle Truppentransporte ermöglichten, und auch die geographische Lage begünstigte die Verteidigung. Die Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika erhielt 1914 mit Paul von Lettow-Vorbeck einen Kommandeur, der seine Streitmacht sofort auf einen möglichen Krieg vorbereitete und seine Berufung darin sah, möglichst viele gegnerische Kräfte in der Kolonie weitab vom entscheidenden europäischen Kriegsschauplatz zu binden. Aus diesen Gründen kam es in Deutsch-Ostafrika zu den blutigsten Kämpfen des Ersten Weltkrieges um eine Kolonie.
Die Alliierten boten insgesamt 130.000 britische, südafrikanische, indische, belgische und portugiesische Soldaten sowie mehrere hunderttausend afrikanische Träger auf. Die Verteidiger erreichten nach einer Generalmobilmachung zu Kriegsbeginn 3.000 deutsche Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie 12.100 kampferprobte Askaris. Etwa 300.000 Afrikaner verrichteten Träger- und Hilfsdienste. Die Kampfhandlungen fanden auf fünf voneinander sehr weit entfernten Kriegsschauplätzen statt. Den Deutschen erleichterte dabei ihr Straßen- und Schienennetz die Versorgung. Die Wirkung der britischen Seeblockade konnte durch Blockadebrecher und durch Improvisation auf deutscher Seite teilweise unterlaufen werden.
Auf deutsche Angriffe im kenianischen Grenzgebiet reagierten die Briten mit der Herbeiführung anglo-indischer Kolonialtruppen. Nachdem diese 1914 in Gefechten bei Tanga und Longido schwere Niederlagen erlitten, schafften die Briten südafrikanische Truppen unter dem ehemaligen Burengeneral Jan Christiaan Smuts nach Kenia. Ihnen gelang es mit einem großen Aufwand an Personal und Material die Städte und die Eisenbahnlinien einzunehmen und die Schutztruppe in den unwegsamen südlichen Teil der Kolonie abzudrängen.
Britisch-Ostafrika [Bearbeiten]
Am Anfang des Krieges gelangen den Deutschen Einfälle in den Süden Britisch-Ostafrikas. Am 15. August 1914 nahm die deutsche Schutztruppe den britischen Grenzort Taveta ein. Dies führte bei den Briten zu der Entscheidung, Tausende indische Soldaten nach Mombasa zu bringen, die ab September 1914 dort eintrafen. Die Uganda-Bahn war im Verlauf des ersten Kriegsjahres das Ziel zahlreicher deutscher Kleinkampfgruppen, die britische Militärzüge angriffen und Sprengfallen legten. Diese Kommandounternehmen führten durch unwegsames, wasserarmes Gelände und waren daher sehr entbehrungsreich. Die Briten brauchten jedoch mehrere Monate, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und die langen Bahnabschnitte zu sichern.[19]
Deutsch-Ostafrika: Insel Mafia [Bearbeiten]
Mafia war die größte von Deutschland besessene Insel vor der Küste Ostafrikas. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde auf Mafia ein kleiner Posten der Schutztruppe stationiert. Am 10. Januar 1915 besetzten britische Kolonialtruppen die Insel, um von hier aus die im Delta des Rufiji versteckte Königsberg auszuschalten. Die Landung erfolgte bei Ras Kisimani am Südwestzipfel der Insel.[20] Die Verteidiger, drei Deutsche und rund zwanzig Askaris unter dem Befehl eines ansässigen Pflanzers, gaben den Kampf gegen sechs Kompanien der Briten nach fünf Stunden auf.[21] Die Schutztruppenangehörigen wurden durch die Briten gefangen genommen. Lediglich einem Landsturmmann gelang die Flucht mit einer Dau nach Kilwa Kivinje.[22]
Portugiesisch-Ostafrika und Nordrhodesien [Bearbeiten]
In einer späteren Phase ihres Feldzuges setzten die Briten afrikanische Truppen aus Kenia ein, die die Reste der Schutztruppe zum Ausweichen nach Portugiesisch-Ostafrika zwangen. Im November 1917 verließ Lettow-Vorbecks Truppe mit dem Übertritt am Fluss Rovuma den Boden Deutsch-Ostafrikas. Sie konnte jedoch in Mosambik neue Vorräte erbeuten und zog 1918 wieder durch den Süden Deutsch-Ostafrikas nach Nordrhodesien. Hier überbrachten ihr englische Parlamentäre die Nachricht vom Waffenstillstand in Europa. Daraufhin ergab sich die deutsche Schutztruppe am 25. November 1918 den Alliierten.
Weitere Kriegsschauplätze außerhalb Europas [Bearbeiten]
Das Deutsche Reich unterstützte im Ersten Weltkrieg antikoloniale bzw. nationalistische Bestrebungen in Afrika und Asien, außerhalb seiner eigenen Besitzungen. Damit war das Ziel verbunden, zur Destabilisierung der Kriegsgegner in den Kolonien beizutragen. Dies geschah beispielsweise durch Materialbeschaffung und Militärberatung für aufständische Kolonialvölker. Eine besondere Rolle spielte hierbei die deutsche Nachrichtenstelle für den Orient (NfO).
Ausgewählte Auslandsoperationen der Mittelmächte [Bearbeiten]
Zu den Operationen zählten:
- die Nachschublieferungen für den Kampf der Sanussiya gegen die britische und italienische Kolonialherrschaft in Ägypten und Libyen (unter anderem durch U 35, U 38 und U 39)[23]
- die Niedermayer-Hentig-Expedition zur Vorbereitung eines afghanisch-deutschen Bündnisses gegen Britisch-Indien[24]
- diplomatische Bemühungen und Agenteneinsätze unter Nomadenstämmen in Persien, unter anderem durch Wilhelm Wassmuss (→ siehe auch: Persien im Ersten Weltkrieg)[25]
- die Stotzingen-Mission zur Errichtung eines Nachrichtenstützpunkts im Jemen[26]
Die Ausgangsbasis für diese Operationen bildete zumeist die Einflusszone des mit Deutschland verbündeten Osmanischen Reiches. Daher ist auch das deutsche Asien-Korps zu nennen, das sich an der Kriegsführung in den osmanisch beherrschten Provinzen im Nahen Osten beteiligte.
Ferner stellte die deutsche Schutztruppe den Buren Waffen und Uniformen während der Maritz-Rebellion zur Verfügung. Die Rebellion war vor allem in der südafrikanischen Provinz Nordkap ausgebrochen und richtete sich gegen den Kriegseintritt Südafrikas auf Seiten Großbritanniens.[27]
Naher Osten und Nordafrika [Bearbeiten]
Nach dem Scheitern eines osmanischen Angriffs auf den Sueskanal fiel das Ostufer 1916 an die Briten. Ein Vorstoß britischer Kolonialtruppen in Mesopotamien scheiterte vorerst im April 1916 bei Kut, im März 1917 konnte jedoch Bagdad erobert werden. Die mit der Unterstützung aufständischer Araber unter Lawrence von Arabien im Rahmen des Sinai- und Palästinafeldzugs vordringenden Briten brachten den Osmanen in der Palästinaschlacht im September 1918 die letzte entscheidende Niederlage bei.
Die übrigen Mittelmächte unterstützten das osmanische Militär mit Mannschaften und Material für den Einsatz in Nahost. Neben Deutschland beteiligte sich auch Österreich-Ungarn an der Hilfe, die etwa Artillerieverbände umfasste.[28]
Der letzte Sultan des Fur-Sultanats im heutigen Darfur, Ali Dinar, erhob sich 1916 gegen den britischen Herrschaftsanspruch. Der Sultan hoffte auf die deutsch-osmanische Unterstützung und traute der Propaganda der Mittelmächte, die nach dem Sieg einen islamischen Staat in Nordafrika verhießen. Der Aufstand wurde jedoch noch im selben Jahr durch britische Kolonialtruppen blutig niedergeschlagen.[29] Dinar kam in den letzten Kämpfen ums Leben.[30]
Kaukasus [Bearbeiten]
Im Kaukasus eröffneten russische Truppen Anfang November 1914 die Offensive. Im Winter 1914/15 kam es bei dem Versuch eines Gegenangriffs der osmanischen 3. Armee zu deren ersten schweren Niederlage in der Schlacht von Sarıkamış. Bei der nachfolgenden russischen Gegenoffensive erlitten die Osmanen große Gebietsverluste in Ostanatolien. Nach den russischen Anfangserfolgen kam der russische Vorstoß jedoch ab Februar 1917 wegen der Auswirkungen der Februarrevolution zum Erliegen. Mit Aserbaidschan, Großbritannien, Armenien und der Zentralkaspischen Diktatur traten anschließend neue Parteien auf diesem Kriegsschauplatz in Erscheinung. Auch das Deutsche Reich entsandte mit der Deutschen Kaukasusexpedition Soldaten in die Region.
Kreuzerkrieg in Übersee [Bearbeiten]
Im Zuge des Kreuzerkrieges kam es zu mehreren Kampfhandlungen an überseeischen Küstenorten. Hierzu zählen:
- die Angriffe der deutschen Kreuzer SMS Goeben und SMS Breslau am 4. August 1914 auf die algerischen Häfen Bône und Philippeville.
- ein Angriff des deutschen Kreuzers SMS Nürnberg am 8. September 1914 auf die Kabelstation der Fanning Insel.
- ein Angriff des deutschen Kreuzers Königsberg am 20. September 1914 auf den Hafen von Sansibar, wobei der britische Kreuzer Pegasus versenkt wurde.
- ein Angriff der deutschen Kreuzer Gneisenau und Scharnhorst am 22. September 1914 auf die Reede von Papeete (Tahiti), wobei das französische Kanonenboot Zelee versenkt wurde.
- die Angriffe des deutschen Kreuzers Emden auf die Ölanlagen bei Madras (Indien) und den Hafen von Penang (Malaysia) vom 23. September und 28. Oktober 1914, wobei der russische Kreuzer Schemtschug und der französische Torpedobootszerstörer Mousquet versenkt wurden.
- die Landung eines Teils der Emden-Besatzung auf den Kokosinseln am 9. November 1914. (Dem Kommando gelang nach Versenkung der Emden die Heimkehr durch den Indischen Ozean und die Arabische Halbinsel.)
- ein Angriff des deutschen U-Kreuzers U 156 auf die US-amerikanische Stadt Orleans am 21. Juli 1918 (→ Angriff auf Orleans).
Seegefechte außerhalb europäischer Gewässer fanden am 1. November 1914 bei Coronel und am 8. Dezember 1914 bei den Falklandinseln statt.
Zu einer „Landnahme“ kam es am 2. August 1917 als Felix Graf von Luckner, Kapitän des Hilfskreuzers Seeadler, auf der Pazifik-Insel Mopelia (Maupihaa) strandete. Luckner rief daraufhin eigenmächtig die Gründung der „deutschen Kolonie“ Cäcilieninsel aus. Von den Überresten des gestrandeten Schiffes errichtete die Mannschaft die Siedlung Seeadlerdorf. Die deutschen Seeleute lebten zusammen mit den Gefangenen der zuvor aufgebrachten Schiffe etwa einen Monat auf der Insel. Luckner brach zusammen mit wenigen Getreuen in einem Beiboot zu den Fidschiinseln auf. Die übrigen Besatzungsmitglieder kaperten am 5. September 1917 den französischen Schoner Lutece und segelten zur Osterinsel.[31]
Die Besitzergreifung war ein symbolischer Akt ohne rechtliche Wirkung. Offiziell gehört Maupihaa bis heute zum französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien.
Aufteilung der deutschen Kolonien nach dem Weltkrieg [Bearbeiten]
- Britisches Mandatsgebiet
- Französisches Mandatsgebiet
- Belgisches Mandatsgebiet
- Australisches Mandatsgebiet
- Japanisches Mandatsgebiet
- Neuseeländisches Mandatsgebiet
- Südafrikanisches Mandatsgebiet
- Gemeinschaftliches Mandatsgebiet
Der Friedensvertrag von Versailles bestimmte, dass Deutschland alle ehemaligen Kolonien aufgibt. Sie kamen zunächst unter die Verwaltung des Völkerbundes, der die weitere Verwaltung bestimmte. Über Kiautschou erhielt China 1922 ein Völkerbundsmandat.
Die meisten Südseeinseln (namentlich Nördliche-Marianen, die Marshallinseln und die Karolinen) wurden japanisch und schließlich, nach dem Zweiten Weltkrieg zu UN-Treuhandgebieten unter US-Verwaltung gestellt. Die Nördlichen Marianen stehen noch heute unter amerikanischer Verwaltung; die Föderierten Staaten von Mikronesien und die Marshallinseln wurden 1990 in die Unabhängigkeit entlassen, Palau im Jahr 1994. Deutsch-Samoa wurde zum neuseeländischen Mandat Westsamoa und 1962 unabhängig. Nauru wurde australisch-britisch-neuseeländisches Völkerbundsmandat und 1968 unabhängig. Über Deutsch-Neuguinea erhielt Australien ein Mandat (Territorium Neuguinea), 1949 wurde das Gebiet mit dem ehemaligen Britisch-Neuguinea, ebenfalls unter australischem Mandat (Territorium Papua), vereinigt. 1975 wurde das Territorium Papua und Neuguinea als Teil von Papua-Neuguinea, in die Unabhängigkeit entlassen.
Die östlichen 2/3 von Togo wurden französisches Treuhandgebiet (Französisch-Togoland), die Unabhängigkeit erhielt das Land 1960, der Westen wurde der britischen Goldküste angeschlossen (Britisch-Togoland, heute Bestandteil Ghanas). Kamerun wurde 1922 geteilt. Der britische Teil kam zur Kronkolonie Nigeria, der französische stand bis zur Unabhängigkeit 1960 unter eigener Verwaltung. 1975 kam es zur Wiedervereinigung mit dem Süden des ehemaligen britischen Teils, der Norden verblieb bei Nigeria. Deutsch-Südwestafrika wurde als Namibia als letzte Kolonie Afrikas 1990 von Südafrika in die Unabhängigkeit entlassen. Der größte Teil Deutsch-Ostafrikas wurde britisch, Belgien erhielt die Provinzen Ruanda und Burundi (Urundi), das Kionga-Dreieck ging als letzter Territorialgewinn Portugals überhaupt an Portugiesisch-Ostafrika (Mosambik). 1961 erfolgte die Unabhängigkeit des Staates unter dem Namen Tanganjika. Dies wurde dann mit Sansibar zu Tansania vereinigt. Belgien entließ den restlichen Teil als Burundi und Ruanda 1962 in die Unabhängigkeit.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Wilhelm M. Donko: Österreichs Kriegsmarine in Fernost: Alle Fahrten von Schiffen der k.(u.)k. Kriegsmarine nach Ostasien, Australien und Ozeanien von 1820 bis 1914. epubli, Berlin 2013. S. 4, 156–162, 427.
- ↑ Reinhard Klein-Arendt: „Kamina ruft Nauen!“ - Die Funktstellen in den deutschen Kolonien 1904-1918. Köln: Wilhelm Herbst Verlag, 1995, ISBN 3-923925-58-1
- ↑ Hermann Joseph Hiery (Hrsg.): Die deutsche Südsee 1884–1914 - Ein Handbuch. Ferdinand Schöningh, Paderborn u.a. 2002, ISBN 3-506-73912-3, S. 815.
- ↑ Klein-Arendt: Kamina, S. 262
- ↑ Golf Dornseif: Pionierjahre der kolonialen Telegrafie-Verbindungen, S. 15 (pdf; 2,2 MB)
- ↑ Pionierjahre der kolonialen Telegrafie-Verbindungen (PDF; 2,2 MB)
- ↑ a b Hiery: Südsee, S. 828f. Online-Auszug
- ↑ Bernd G. Längin: Die deutschen Kolonien – Schauplätze und Schicksale 1884–1918. Hamburg/Berlin/Bonn: Mittler, 2005, ISBN 3-8132-0854-0, S. 304.
- ↑ Wilfried Westphal: Geschichte der deutschen Kolonien. Bindlach: Gondrom, 1991, S. 304f., ISBN 3-8112-0905-1
- ↑ B. G. Längin: Die deutschen Kolonien. Hamburg/Berlin/Bonn: Mittler, 2005, S. 304.
- ↑ Gisela Graichen; Horst Gründer: Deutsche Kolonien - Traum und Trauma, 4. Aufl., Berlin: Ullstein, 2005, S. 334, ISBN 3-550-07637-1
- ↑ Paul Schreckenbach: Die deutschen Kolonien vom Anfang des Krieges bis Ende des Jahres 1917, in: ders.; Der Weltbrand - Illustrierte Geschichte aus großer Zeit, Bd. 3, Leipzig: Weber, 1920, S. 866.
- ↑ Peter Sebald: Togo 1884-1914 - Eine Geschichte der deutschen „Musterkolonie“ auf der Grundlage amtlicher Quellen, Berlin: Akademie-Verlag, 1988, S. 600
- ↑ Sebald: Togo, S. 603.
- ↑ A. Esau: Die Großstation Kamina und der Beginn des Weltkrieges, In: Telefunken-Zeitung, III. Jahrg, Nr. 16, Juli 1919, S. 31-36 (gesamtes Heft als pdf; 4,7 MB)
- ↑ Harald Martenstein: Die Front in den Tropen, in GEO Epoche Nr. 14 ISBN 3-570-19451-5
- ↑ Deutscher Kolonial-Atlas mit Jahrbuch 1918 – Der Krieg in Deutsch-Südwestafrika
- ↑ Gründer: Geschichte der deutschen Kolonien, S. 306
- ↑ Reinhard K. Lochner: Kampf im Rufiji-Delta. München 1987, S. 138ff. ISBN 3-453-02420-6
- ↑ Deutsch-Ostafrikanische Zeitung vom 23. Januar 1915 (PDF; 15,9 MB)
- ↑ Reinhard K. Lochner: Kampf im Rufiji-Delta − Das Ende des kleinen Kreuzers »Königsberg«. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1987, S. 201, ISBN 3-453-02420-6.
- ↑ Mafia Island – German East Africa, January 1915
- ↑ Hans Werner Neulen: Feldgrau in Jerusalem. 2. Aufl., München: Universitas, 2002, S. 100 ff. ISBN 3-8004-1437-6
- ↑ Neulen: Feldgrau, S. 165f.
- ↑ Neulen: Feldgrau, S. 201f.
- ↑ Reinhard Klein-Arendt: „Kamina ruft Nauen!“ – Die Funktstellen in den deutschen Kolonien 1904-1918. 3. Aufl., Köln: Wilhelm Herbst Verlag, 1999, S. 318f. ISBN 3-923925-58-1
- ↑ Golf Dornseif: Die Buren-Rebellion (PDF; 1,1 MB)
- ↑ Neulen: Feldgrau, S. 144f.
- ↑ Darfur 1916 (engl.)
- ↑ Rebel Sultan Killed, In: The New York Times, 14. November 1916
- ↑ Graf Felix v. Luckner: Seeteufel - Abenteuer aus meinem Leben, Leipzig: Koehler, 1922, S. 209f.
Literatur [Bearbeiten]
- E. Howard Gorges: The Great War in West Africa, Hutchinson & Co., London 1923
- Hew Strachan: The First World War: To Arms. Oxford University Press, 2001, ISBN 0-19-926191-1, S. 441-643 (engl.) (eingeschränkte Online-Version (Google Books))
- Paul von Lettow-Vorbeck, Rudolf Arendt, Uli Hoffmann et al.: Kampf um Kolonien - Erlebnisberichte. Erschienen als Band 7 der Reihe „Unter flatternden Fahnen“, 3. Auflage, Deutscher Wille Verlag, Berlin 1939.
Weblinks [Bearbeiten]
- Stig Förster: Zerfall der Imperien. Der globalisierte Krieg In: Spiegel Online, 30. März 2004
- Deutsche Kolonial-Uniformen private Website (engl.)