Schulanfänger

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Abc-Schütze mit Schultüte
Schulanfänger 1958

Ein Schulanfänger ist ein Kind, das in das Regelschulsystem eingeschult wird und die erste Klasse der Grundschule besucht, üblicherweise im Alter von fünf bis sieben Jahren. Umgangssprachlich spricht man auch von Erstklässler, Erstklässer (Mittel- und Süddeutschland) bzw. Erstklassler (Südostdeutschland, Ostösterreich), Abc-Schütze oder Tafelklassler (Ostösterreich).[1]

Überblick[Bearbeiten]

In Deutschland wird ein Kind im schulpflichtigen Alter in die Grundschule eingeschult. Auf Antrag der Eltern ist jedoch auch eine vorzeitige Einschulung möglich. Die Einschulungskriterien werden von den Bildungsministerien der Bundesländer festgelegt. Sie haben daher in Deutschland keinen einheitlichen Standard.

Andere Bezeichnungen[Bearbeiten]

i-Dötzchen, i-Männchen, Taferlklassler[Bearbeiten]

Die Bezeichnung i-Dötzchen stammt aus dem Rheinland. Ein kleines Kind wird im rheinischen Dialekt als Dotz oder Dötzken (Dötzchen) bezeichnet. Die Erstklässler werden i-Dötzchen genannt, da früher bei der Vermittlung der deutschen Schreibschrift in der Schule zumeist der Buchstabe „I“ als erster gelehrt wurde. Das Wort Dotz bezeichnet einen Punkt, also i-Dotz den i-Punkt.[1]

Das i-Männchen ist die westfälische Entsprechung des Schulanfängers.

Abecedarier und Abc-Schütze[Bearbeiten]

Die veraltete Bezeichnung Abecedarier (spätlateinisch: abecedarius beziehungsweise abecedaria) stammt ebenso wie die Bezeichnung Abc-Schütze daher, dass der Schüler nun das Abc (spätlateinisch: abecedarium) lernen wird. Der Ursprung des Wortbestandteils „Schütze“ ist unklar – etymologisch sind zwei Erklärungen denkbar:

  • Im Lateinischen bedeutet tiro Rekrut/Anfänger. Dieses Wort wurde fälschlicherweise mit dem lateinischen Wort „tirare“ für „schießen“ und dem französischen „tirer“ für „ziehen, den Bogen spannen, schießen“ in Verbindung gebracht, das jedoch damit nichts zu tun hat und mit dem deutschen zerren verwandt ist. Daher das Wort Schütze.
  • Spottname der im Gefolge der fahrenden Schüler (Scholaren) des 14. und 15. Jahrhunderts herumwandernden Schulknaben, die von jenen auf das Betteln und Stehlen (in der Burschensprache „Schießen“, daher Schütze) ausgeschickt zu werden pflegten.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Duden Sprachberatung, Newsletter vom 22. September 2006, Lemma Schulanfänger
  2. Meyers Konversationslexikon, Leipzig und Wien 1888–1890, Lemma Abc-Schütze