Erwin Böhme

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Erwin Böhme auf einer Postkarte um 1917

Erwin Böhme (* 29. Juli 1879 in Holzminden; † 29. November 1917 über Zonnebeke, Belgien) war ein deutscher Ingenieur und Jagdflieger im Ersten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Ingenieur[Bearbeiten]

Nach dem Abitur auf dem Gymnasium in Holzminden besuchte er die Technische Fachschule in Dortmund und machte 1902 sein Staatsexamen. Danach ist er als Ingenieur bei verschiedenen Unternehmen in Elberfeld und von 1904 bis 1909 in Zürich und Biel tätig. Ab 1909 übernahm er für die Adolf Bleichert & Co. die Bauleitung der 116 km langen Usambara-Seilbahn von Tang bis Rate in der damaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika. Diese Seilbahn wurde von Erwin Wilkins aus Hornow-Wadelsdorf in Auftrag gegeben, der als Unternehmer 1889 in den Usambarabergen am Fuße des Kilimandscharo Land von der Deutsch-Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft kaufte, den Ort Neu-Hornow gründete und ab 1901 ein bedeutendes Sägewerk zum Vertrieb von Zedernholz betrieb.[1][2]

Jagdflieger[Bearbeiten]

Bei Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 machte Böhme Urlaub in den Schweizer Alpen und trat kurz darauf in Deutschland in den Kriegsdienst ein. Im Herbst wurde er zur Pilotenausbildung nach Lindenthal abkommandiert und nach abgeschlossener Prüfung als Fluglehrer eingesetzt. Im Dezember 1915 erfolgte der Wechsel zur Kampfstaffel 10, die von Hauptmann Wilhelm Boelcke (Bruder von Oswald Boelcke) kommandiert wurde. Im August 1916 wurde Böhme von dem damals bekanntesten deutschen Jagdflieger, Oswald Boelcke, gemeinsam mit Manfred von Richthofen für die neu aufgestellte Jagdstaffel 2 ausgewählt. Boelcke bildete die weniger erfahrenen Piloten in den folgenden Monaten aus. Im Mai 1916 wurde er zum Leutnant der Reserve ernannt. Am 28. Oktober 1916 kollidierte Böhmes Flugzeug während eines Luftkampfs mit dem Flugzeug Boelckes. Während Böhme die Kollision überstand, stürzte Boelcke mit seiner beschädigten Maschine ab und starb beim Aufschlag. Im Kriegsjahr 1917 erlitt er eine Schussverletzung und wurde nach seiner Genesung am 11. Februar 1917 als Fluglehrer auf der Jagdstaffelschule in Valenciennes in Nordfrankreich eingesetzt. Am 2. Juli 1917 übernahm Böhme die Führung der Jagdstaffel 29 und ab 18. August 1917 die Jagdstaffel 2 „Boelcke“ bei der 4. Armee in Flandern. Zwischen August 1916 und November 1917 errang Böhme während des Krieges insgesamt 24 Luftsiege. Böhme selber wurde am 29. November 1917 in einem Luftkampf über Zonnebeke in Westflandern durch eine Armstrong Whitworth F.K.8, gesteuert von Captain John Pattern (No. 10 Squadron), abgeschossen und dabei getötet.[3] Britische Soldaten bestatteten ihn auf der Kriegsgräberstätte Keerselaarshoek nördlich von Eeklo. Nach Auflösung dieser Grabstätte in den 1950er Jahren soll nach unbestätigten Berichten eine Umbettung auf den Deutschen Soldatenfriedhof Langemark erfolgt sein. Für seine militärischen Erfolge wurde ihm am Todestag die höchste preußische Auszeichnung, der Orden Pour le Mérite, verliehen. In seiner Geburtsstadt Holzminden wurde die Erwin-Böhme-Straße nach ihm benannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.flieger-album.de/geschichte/portraits/boehmeerwin.php
  2. http://www.lr-online.de/regionen/spremberg/Das-neue-Hornow-am-Kilimandscharo;art1050,1931707
  3. http://www.jastaboelcke.de/php/include.php?file=content/html/flieger/erwin_boehme/boehme_bio_ger.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Lent: Böhme, Erwin. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 19. und 20. Jahrhundert. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 77.

Weblinks[Bearbeiten]