Erwin Wurm

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Erwin Wurm
Haus auf dem MUMOK in Wien
Von Erwin Wurm gestalteter DoSto an der Spitze weiterer Wagen des GKB-Kunstzugs (LokoMotive, Graz 2003)

Erwin Wurm (* 27. Juli 1954 in Bruck an der Mur) ist ein österreichischer Künstler.

Tätigkeit[Bearbeiten]

Erwin Wurm arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten an einem vielschichtigen Werk, das sich mit Erweiterung der Begriffe Plastik/Skulptur umschreiben lässt. Sein Werk umfasst Materialskulpturen, Aktionen, Videos, Fotos, Zeichnungen und Bücher. Eine der einflussreichsten Werkgruppen stellen dabei Wurms „One Minute Sculptures" dar. Erwin Wurm zählt zu den erfolgreichsten Gegenwartskünstlern.

Von 1977 bis 1979 besuchte er die Universität Mozarteum Salzburg, von 1979 bis 1982 besuchte er die Hochschule für angewandte Kunst und die Akademie der bildenden Künste.

Von 2002 bis 2010 lehrte er als Professor für Bildhauerei/Plastik und Multimedia am Institut für Bildende und Mediale Kunst der Universität für Angewandte Kunst Wien.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch seine One Minute Sculptures bekannt, für die Personen mit Alltagsgegenständen in einem überraschenden Zusammentreffen posieren, was Wurm dann durch Fotografien dokumentiert. Häufig handelt es sich dabei auch um Ausstellungsbesucher, die so innerhalb der Ausstellungssituation selbst zum Objekt ästhetischer Erfahrung werden, womit das Verhältnis von Subjekt und Objekt thematisiert ist. Populär wurden diese One Minute Sculptures unter anderem durch das Video der Gruppe Red Hot Chili Peppers zu ihrer Single „Can't Stop“ aus dem Jahr 2003, in dem Erwin Wurm als Inspirationsquelle genannt wird.

Bekannt sind auch Wurms „Fat“-Skulpturen, die kleinbürgerliche Statussymbole wie Autos oder Einfamilienhäuser in einem „verfetteten“, aufgeblähten Zustand zeigen.

Im Herbst 2006 widmete ihm das MUMOK im MuseumsQuartier in Wien eine Ausstellung. Für Aufregung sorgte dort vor allem ein Einfamilienhaus in Originalgröße, das schräg und verkehrt am Dach des MUMOK-Gebäudes angebracht wurde. 2010 zeigte das Kunstmuseum Bonn Werke Wurms aus der Zeit von 2007 bis 2009.[1] Auf der 54. Kunstbiennale in Venedig 2011 war Wurm mit „Narrow House“ vertreten, einem Modell seines Elternhauses, auf ein Sechstel seiner Größe in der Längsachse reduziert. „Narrow House“ war bereits 2010 in der Ausstellung in Klosterneuburg zu sehen.[2]

„Humor ist eine Waffe“, hat Erwin Wurm einmal gesagt. Doch versteht er sich nicht als Humorist, seinen Witz setzt er ein, um den „Alltag aus einer anderen Perspektive“ zu zeigen.[3] So sind seine Arbeiten von einem häufig ins Satirische gehenden skurrilen Humor getragen. Ganz in diesem Sinne gestaltete er 2008 ein „Selbstporträt als Essiggurkerl“, das sich heute im Besitz des Museums der Moderne Salzburg befindet.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Erwin Wurm - Der Künstler, der die Welt verschluckt. Der 55 Minuten lange Fernsehfilm wurde am 30. Januar 2013 vom deutsch-französischen Fernsehsender arte gezeigt.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel Kulturspiegel 3/2010, März 2010, Seite 26
  2. Walter Titz: Taschen, Höhlen und Basare; in: Kleine Zeitung vom 3. Juni 2011, S.42
  3. Erwin Wurm – Humor als Waffe. In: Focus Online, 27. April 2007.
  4. „Die Presse“ vom 20. März 2013 aufgerufen am 20. März 2013
  5. Kann ein Kunstwerk fett sein? in FAZ vom 30. Januar 2013, Seite 31