Erxleben (Landkreis Börde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Erxleben
Erxleben (Landkreis Börde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Erxleben hervorgehoben
52.21666666666711.25128Koordinaten: 52° 13′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verbandsgemeinde: Flechtingen
Höhe: 128 m ü. NHN
Fläche: 83,39 km²
Einwohner: 2944 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39343
Vorwahlen: 039052, 039050, 039052, 039062, 039409
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 205
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Lindenplatz 13/15
39345 Flechtingen
Bürgermeister: Gerhard Jacobs
Lage der Gemeinde Erxleben im Landkreis Börde
Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Ingersleben Beendorf Bülstringen Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Erxleben Hohe Börde Oschersleben (Bode) Angern Calvörde Hohe Börde Flechtingen Hohe Börde Hohe Börde Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Eilsleben Oschersleben (Bode) Oebisfelde-Weferlingen Oschersleben (Bode) Hohe Börde Hötensleben Eilsleben Hohe Börde Altenhausen Burgstall Angern Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Flechtingen Hohe Börde Wanzleben-Börde Hohe Börde Sommersdorf Zielitz Calvörde Wanzleben-Börde Hohe Börde Calvörde Ingersleben Erxleben Loitsche-Heinrichsberg Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Hohe Börde Eilsleben Flechtingen Wefensleben Eilsleben Calvörde Wanzleben-Börde Eilsleben Wanzleben-Börde Hötensleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Westheide Wanzleben-Börde Am Großen Bruch Ummendorf Wanzleben-Börde Erxleben Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Wolmirstedt Oebisfelde-Weferlingen Westheide Altenhausen Erxleben Wanzleben-Börde Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Haldensleben Harbke Sommersdorf Oschersleben (Bode) Loitsche-Heinrichsberg Bülstringen Wanzleben-Börde Völpke Burgstall Angern Westheide Oschersleben (Bode) Angern Wanzleben-Börde Rogätz Hohe Börde Hohe Börde Barleben Erxleben Am Großen Bruch Hötensleben Ausleben Burgstall Calvörde Wolmirstedt Kroppenstedt Flechtingen Wanzleben-Börde Burgstall Gröningen Colbitz Niedere Börde Oebisfelde-Weferlingen Sülzetal Oschersleben (Bode) HaldenslebenKarte
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Erxleben ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. In der Gemeinde befindet sich eine Außenstelle der Verbandsgemeinde Flechtingen.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Erxleben liegt 29 km westlich von Magdeburg an der Bundesstraße 1. Der Ort ist von Feldern umgeben, 3 km im Nordwesten beginnt ein Waldgebiet. Im Süden des Orts liegt die Bundesautobahn 2 mit der Abfahrt Eilsleben.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde:

Als Wohnplätze sind ausgewiesen:

  • Bahnhof Erxleben-Uhrsleben

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Oebisfelde-Weferlingen und Altenhausen im Norden, Hohe Börde im Osten und Ingersleben im Süden.

Geschichte[Bearbeiten]

Nordwestlich von Erxleben liegt das Großsteingrab Heidenkrippe, dessen Entstehung etwa auf 3.500–3.000 v. Chr. geschätzt wird. Eine Urkunde des Ludgeriklosters bei Helmstedt nennt Erxleben erstmals im Jahre 958.

Diese Urkunde erwähnt den Ort Inarraxluuu und Personennamen der Bauern, die dieses Land bewirtschafteten. Mit Worttrennung und Ersetzung des zweiten „u“ durch ein konsonantisches „v“ wird der Name „Arraxluvu“ ausgesprochen.

Der Begründer des Ortes hieß Arrax (= Personenname, hier Erich), die Nachsilbe luvu bedeutet so viel wie Sitz oder Lehen. Später wurde die Stätte „Die Laube des Erichs“ genannt. Es entwickelten sich im Laufe der Zeit hieraus verschiedene Namensformen, aus denen dann schließlich Erxleben wurde.

Der Ort Erxleben ist eng mit der Geschichte des Schlosses Erxleben verbunden, das sich von etwa 1270 bis 1945 im Besitz der Familie von Alvensleben befand. 1716 entstand an der Stelle eines Vorgängerbaus die heutige Christuskirche.

Am 31. Dezember 2009 wurde die bisher selbständige Gemeinde Bregenstedt in die Gemeinde Erxleben eingegliedert.[2] Bartensleben, Hakenstedt (mit dem Ortsteil Groppendorf) und Uhrsleben folgten am 1. Januar 2010.[3] Dies geschah im Zuge der Gemeindegebietsreform in Sachsen-Anhalt, mit dem Hintergrund, dass die Mitgliedsgemeinden einer Verbandsgemeinde mindestens 1000 Einwohner haben müssen.

Die Baudenkmale der Gemeinde Erxleben sind im örtlichen Denkmalverzeichnis aufgeführt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Laut der Kommunalwahl am 6. Dezember 2009 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,92 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CDU 4 Sitze
  Wählergruppe Drei Dörfer 3 Sitze
  Wir Bregenstedter 3 Sitze
  SPD 2 Sitze
  FFw Erxleben 2 Sitze
  Einzelbewerber 1 Sitz
  Pro Uhrsleben 1 Sitz

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten]

Hausmannsturm und Schlosskirche Erxleben

Das Wappen wurde am 11. September 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten und halbgeteilt von Rot, Silber und Grün; rechts ein silberner Turm mit Kuppeldach, darauf ein turmartiger Aufsatz mit Stange und Knauf, links oben ein grünes Eichenblatt mit zwei goldenen Eicheln, links unten eine silberne Pflugschar mit goldenem Messer.“

Die vorliegende Gestaltung ist das Redesign eines seit 1986 gebräuchlichen, bisher nicht bestätigten Wappensiegels.

Der silberne Turm stellt das Wahrzeichen der Gemeinde, den hochaufragenden „Hausmannsturm“ des Schlosses Erxleben dar. Die Farben Silber - Rot erinnern an die Zugehörigkeit zum Erzbistum Magdeburg. Das grüne Eichenblatt mit den zwei goldenen Früchten symbolisiert die Waldnähe und den Baumreichtum in den zwei Schlossparks der Gemeinde. Die silberne Pflugschar steht für den ländlichen Charakter der Gemeinde und symbolisiert ferner, dass der fruchtbare Bördeboden bearbeitet wird, also kein Brach- oder Heideland in der Erxlebener Flur vorkommt.

Das Wappen wurde von der Magdeburger Heraldikerin Erika Fiedler gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist Weiß - Rot gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Verkehr[Bearbeiten]

Erxleben liegt an der Landesstraße 25, die Calvörde mit Erxleben verbindet und an der Bundesstraße 1. Der Bahnhof Erxleben-Uhrsleben lag an der Bahnstrecke Haldensleben–Eilsleben, welche stillgelegt ist.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Christuskirche
Katholisches Gemeindehaus

Die Schlosskirche St. Godehardt aus dem 16. Jahrhundert gehört zum Schloss Erxleben. Ein Förderkreis unterstützt seit 1998 den Erhalt der Kirche.

Die evangelische Christuskirche aus dem 18. Jahrhundert befindet sich an der Straße "Am Burggraben". Ihre Gemeinde gehört zur Region West des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt, und damit zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Das katholische Gemeindehaus St. Maria Königin an der Hörsinger Straße wurde 1996 erbaut. Zuvor nutzte die katholische Kirche von 1953 bis 1996 die Schlosskirche. Das heutige Gemeindehaus gehört zur Pfarrei St. Marien mit Sitz in Oschersleben und verfügt über eine Kapelle und einen Gemeinderaum, sowie einen freistehenden Glockenturm. Zur Innenausstattung der 62 Sitzplätze bietenden Kapelle gehört ein 14 Stationen umfassender Kreuzweg aus dem Jahre 1953 und eine Marienstatue.

Weitere Kirchen befinden sich in Ortsteilen von Erxleben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Graf Johann August Ernst von Alvensleben (1758–1827) war Domdechant von Halberstadt, Braunschweigischer Staatsminister, Landtagsmarschall in Brandenburg und Mitglied des preußischen Staatsrates.
  • Christoph Mühlenberg (1784–1809) beteiligte sich als Korporal an dem Aufstand des Major Schill gegen Napoleon und wurde deswegen in Braunschweig standrechtlich erschossen. Nach ihm wurde die Christoph-Mühlenberg-Straße in Erxleben benannt.
  • Der Tenor Albert Niemann wurde am 15. Januar 1831 im heutigen „Gasthaus zur Post“ geboren. Er trat an den bedeutendsten Opernbühnen der Welt auf und machte sich einen Namen als Wagner-Sänger. Am 13. Januar 1917 verstarb er im Alter von 86 Jahren. Nach ihm ist die „Albert-Niemann-Schule-Sekundarschule“ in Erxleben benannt.
  • Friedrich Joachim von Alvensleben (1833–1912) war Landrat des Kreises Neuhaldensleben.
  • Der preußische Diplomat und Botschafter Graf Friedrich Johann von Alvensleben wurde am 9. April 1836 auf Schloss I in Erxleben geboren. Nach dem Tod seines Vaters fiel ihm das Gut I durch Los zu, das er bis zu seinem Tode 1913 bewirtschaftete.
  • Margarethe von Alvensleben (1840–1899) war Äbtissin des Klosters Stift zum Heiligengrabe.
  • Der Erxleber Erzähler Günter Wahrendorf ist mit seinen plattdeutschen Romanen Aantenflott und Räubensluck, Ook Hexen dragen Pettikos und Sunniger Harwest Vertreter der Literatur der niederdeutschen Sprache in der regionalen Variante „Bördeplatt“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erxleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien