Erzbistum Bordeaux

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Erzbistum Bordeaux
Karte Erzbistum Bordeaux
Basisdaten
Staat Frankreich
Diözesanbischof Jean-Pierre Kardinal Ricard
Weihbischof Laurent Dognin
Generalvikar Gérard Faure
Jean Rouet
Fläche 10.000 km²
Pfarreien 593 (31.12.2007 / AP2008)
Einwohner 1.361.822 (31.12.2007 / AP2008)
Katholiken 1.089.457 (31.12.2007 / AP2008)
Anteil 80 %
Diözesanpriester 212 (31.12.2007 / AP2008)
Ordenspriester 86 (31.12.2007 / AP2008)
Ständige Diakone 16 (31.12.2007 / AP2008)
Katholiken je Priester 3.656
Ordensbrüder 109 (31.12.2007 / AP2008)
Ordensschwestern 475 (31.12.2007 / AP2008)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Französisch
Kathedrale Saint-André
Website catholique-bordeaux.cef.fr
Suffraganbistümer Bistum Agen
Bistum Aire und Dax
Bistum Bayonne
Bistum Périgueux
Kirchenprovinz
Karte der Kirchenprovinz

Kirchenprovinz Bordeaux

Das Erzbistum Bordeaux (-Bazas) (lat.: Archidioecesis Burdigalensis (-Bazensis)), bis 1937 Erzbistum Bordeaux, ist ein im Südwesten Frankreichs gelegenes Erzbistum der römisch-katholischen Kirche.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Bistum Bordeaux wurde im Jahr 314 errichtet, der erste Bischof war Oriental. Die Heiligen Delphin (380–404), Amandus (404–410 und 420–432) und Severin von Köln (410) wirkten als Bischöfe in Bordeaux. Im 5. Jahrhundert wurde Bordeaux durch die Westgoten, kurz darauf durch die Franken eingenommen. 732 verwüstete Abd ar-Rahman während seines Feldzugs die Stadt. Im 9. Jahrhundert fielen die Normannen ein und plünderten die Stadt erneut. Erst danach begann sich Bordeaux zu erholen. Gérard d’Angoulême (de Blaye) war von 1131 bis 1135 erster Erzbischof des Bistums.

Kathedrale Saint-André

Der alten romanischen Bischofskirche folgte die gotische Kathedrale Saint-André, die im 11. bis 14. Jahrhundert erbaut wurde. Sie ist einschiffig und auffallend breit mit einem reich mit Statuen geschmückten, von zwei 50 m hohen Türmen flankierten Portal und dem Glockenturm Peyberland.

1305 wurde Erzbischof Bertrand de Goth als Clemens V. zum Papst gewählt. Im März des Jahres 1309 bestimmte er Avignon zum neuen Sitz der Päpste (siehe Avignonesisches Papsttum). Weitere erwähnenswerte Erzbischöfe waren François Hugotion de Aguzzoni (1389–1412) und Jean du Bellay (1544–1553). In seiner über 30-jährigen Amtszeit wirkte Henry de Béthune ganz im Sinne der tridentinischen Kirchenreform.

Das Erzbistum war auch von den Wirren der Französischen Revolution betroffen, die Kathedrale wurde in eine Scheune umgewandelt. Erzbischof Jérôme Marie Champion de Cicé (seit 1781) wurde durch die Konstitutionellen Bischöfe Pierre Pacareau und Dominique Lacombe zum Amtsverzicht gedrängt, verweigerte diesen aber und emigrierte. Mit der Unterzeichnung des Konkordats von 1801 durch Napoléon und Kardinal Consalvi als Vertreter von Papst Pius VII. gelangte Charles-François d’Aviau Du Bois de Sanzay (1802–1826) in das Amt des Erzbischofs. Ihm folgten Jean-Louis Anne Madelain Lefebvre de Cheverus (1826–1836), François-Auguste-Ferdinand Donnet (1836–1882) und Aimé-Victor-François Guilbert (1883–1889). Erzbischof Victor Lécot (1890–1908) war für sein soziales Engagement, z.B. mit der Schaffung von Arbeiterküchen, und sein Eintreten für die Arbeiterklasse bekannt. Sein Nachfolger Pierre-Paulin Andrieu (1909–1935) ging als strikter Vertreter des Antimodernismus in die französische Geschichte ein. Unter Maurice Feltin (1935–1949) erfolgte am 20. November 1937 die Umbenennung in Erzdiözese in Bordeaux (-Bazas); das Bistum Bazas war im Jahr 1802 aufgehoben worden. Feltin, der danach Erzbischof von Paris wurde, folgten Kardinal Paul Richaud (1950–1968), Marius Maziers (1968–1989) und Kardinal Pierre Eyt (1989–2001). Aktueller Erzbischof ist seit 21. Dezember 2001 Jean-Pierre Ricard, der 2006 zum Kardinal ernannt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]