Erzbistum Hamburg

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Erzbistum Hamburg
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Basisdaten
Staat Deutschland
Diözesanbischof Sedisvakanz
Diözesanadministrator Ansgar Thim
Weihbischof Norbert Werbs
Hans-Jochen Jaschke
Emeritierter Diözesanbischof Werner Thissen
Fläche 32.489 km²
Dekanate 17 (31.12.2011 / AP2013)
Pfarreien 89 (31.12.2011 / AP2013)
Einwohner 5.787.190 (31.12.2011 / AP2013)
Katholiken 393.090 (31.12.2011 / AP2013)
Anteil 6,8 %
Diözesanpriester 180 (31.12.2011 / AP2013)
Ordenspriester 57 (31.12.2011 / AP2013)
Ständige Diakone 55 (31.12.2011 / AP2013)
Katholiken je Priester 1.659
Ordensbrüder 64 (31.12.2011 / AP2013)
Ordensschwestern 192 (31.12.2011 / AP2013)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Kathedrale Neuer Mariendom
Website www.erzbistum-hamburg.de
Suffraganbistümer Hildesheim
Osnabrück
Kirchenprovinz
Erzbistum Freiburg Erzbistum Bamberg Erzbistum Berlin Erzbistum Hamburg Erzbistum Köln Erzbistum München und Freising Erzbistum Paderborn Bistum Aachen Bistum Augsburg Bistum Dresden-Meißen Bistum Eichstätt Bistum Erfurt Bistum Essen Bistum Fulda Bistum Görlitz Bistum Hildesheim Bistum Limburg Bistum Magdeburg Bistum Mainz Bistum Mainz Bistum Münster Bistum Münster Bistum Osnabrück Bistum Passau Bistum Regensburg Diözese Rottenburg-Stuttgart Bistum Speyer Bistum Trier Bistum Trier Bistum WürzburgKarte der Kirchenprovinz {{{Kirchenprovinz}}}
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Das Erzbistum Hamburg (lat.: Archidioecesis Hamburgensis) ist eine römisch-katholische Diözese im Norden Deutschlands und umfasst die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein sowie den Landesteil Mecklenburg des Bundeslands Mecklenburg-Vorpommern. Es ist das flächenmäßig größte Bistum Deutschlands. Kennzeichnend ist die Situation als Bistum in der Diaspora. Sitz des Bischofs ist der St. Marien-Dom in Hamburg-St. Georg.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Hamburger Kirche wurde 810 im Auftrag Karls des Großen durch den Trierer Chorbischof Amalar geweiht; als erster Pfarrer wird Heridag genannt. Karl eximierte diese Kirche von der Jurisdiktion der Nachbarbischöfe. Doch erst Karls Sohn Ludwig gründete das Erzbistum, das im Jahre 831 von Papst Gregor IV. bestätigt wurde. Heridag, bereits zum Bischof designiert, starb, so dass 834 der Benediktinermönch Ansgar zum ersten Bischof geweiht wurde.

Nach der Plünderung Hamburgs durch die Wikinger 845 wurde das Erzbistum Hamburg mit dem Bistum Bremen zum Bistum Bremen vereinigt, Sitz des Erzbistums wurde Bremen. In Hamburg bestand ein mit nur wenigen Rechten ausgestattetes Domkapitel weiter, das unter anderem den Bau des Mariendoms betrieb. In der Reformation und endgültig mit dem Westfälischen Frieden wurde das Bistum komplett ausgelöscht. Die Betreuung der Katholiken auf dem ehemaligen Bistumsgebiet oblag zunächst dem Apostolischen Vikariat des Nordens.

Erzbischöfliches Generalvikariat

Das Erzbistum Hamburg wurde von Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution Omnium Christifidelium vom 24. Oktober 1994 mit Wirkung zum 7. Januar 1995 hauptsächlich aus Teilen des Bistums Osnabrück (mit dem gesamten Bischöflichen Amt Schwerin) sowie kleineren Gebieten des Bistums Hildesheim neu errichtet.[1]

Mit dem Apostolischen Schreiben Constat Christifidelis bestätigte Johannes Paul II. am 1. März 1995 den Hl. Ansgar als Bistumspatron.[2]

Die Kathedralkirche (der so genannte Neue Mariendom) und das Generalvikariat liegen im Hamburger Stadtteil St. Georg im Bezirk Hamburg-Mitte. Über die Bernostiftung betreibt die Diözese Kindergärten und Schulen, besonders in Mecklenburg-Vorpommern.

Wirtschaftsdaten 2012[3][Bearbeiten]

  • Einnahmen aus Kirchensteuer: 127,556 Mio. € (2011: 123,362 Mio. €)
  • Gesamterträge abzgl. Interdiözesane Verrechnung: 100,537 Mio. € (2011: 89,637 Mio. €)
  • Ausgaben: 83,928 Mio. € (2011: 80,342 Mio. €)
  • Jahresüberschuss: 20,113 Mio. € (2011: 17,393 Mio. €)

Liste der Bischöfe von Hamburg[Bearbeiten]

Bischöfe im historischen Erzbistum Hamburg[Bearbeiten]

Weitere Bischöfe: siehe Liste der Bischöfe von Bremen.

Bischöfe seit Neuerrichtung des Bistums[Bearbeiten]

Erster Bischof des neu gegründeten Bistums wurde am 7. Januar 1995 der Osnabrücker Bischof Ludwig Averkamp, der mit Vollendung seines 75. Lebensjahres am 16. Februar 2002 auf sein Amt verzichtete. Am 25. Januar 2003 folgte ihm Werner Thissen im Amt nach. Am 21. März 2014 nahm Papst Franziskus Erzbischof Thissens altersbedingten Rücktritt an.

Bischofsvikare[Bearbeiten]

Der Erzbischof wird unterstützt durch zwei Bischofsvikare im Rang eines Weihbischofs:

  • Hans-Jochen Jaschke, Titularbischof von Tisili, zuständig für Schleswig-Holstein und bistumsweit für Glaubenslehre, Fragen der Ökumene, weltkirchliche und gesellschaftliche Aufgaben sowie für den Bereich Kirche, Kultur und Medien
  • Norbert Werbs, Titularbischof von Amaura, zuständig für Mecklenburg und bistumsweit für Jugendseelsorge und Schulfragen

Metropolitankapitel[Bearbeiten]

Das Hamburger Metropolitankapitel besteht aus neun Priestern des Erzbistums: Dem Vorsteher des Kapitels (Dompropst), den beiden Weihbischöfen, dem Generalvikar sowie fünf Domkapitularen. Zurzeit gehören dem Domkapitel an: Dompropst Franz-Peter Spiza, die Weihbischöfe Norbert Werbs und Hans-Jochen Jaschke, Generalvikar Ansgar Thim sowie die Domkapitulare Hermann Haneklaus, Leo Sunderdiek, Thomas Benner und Peter Mies. Emeritierte, entpflichtete oder verstorbene Domkapitulare sind seit Neugründung des Bistums Dompropst em. Alois Jansen († 2013), Dompropst em. Nestor Kuckhoff, Heribert Brodmann, Josef Michelfeit, Burkhard Göcke, Ansgar Hawighorst, Wilm Sanders und Franz von de Berg († 2002).

Patrone[Bearbeiten]

  • St. Ansgar (801 bis 865): Er wurde 831 der erste Erzbischof des Erzbistums Hamburg.

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Neue Mariendom in Hamburg

Kirchen[Bearbeiten]

Klöster und Bildungshäuser[Bearbeiten]

Kirchenschließungen[Bearbeiten]

Das Erzbistum Hamburg ist aus ökonomischen Gründen wegen sinkender Kirchensteuereinnahmen, wie auch andere katholische Bistümer in Deutschland, gezwungen, Kirchen zu schließen, zu profanieren, zu verkaufen oder abzureißen. In letzter Zeit betraf dies einige Kapellen und die folgenden Kirchen:

  • katholische Filialkirche St. Ansgar, Boostedt (2000 profaniert, genutzt durch ein Bestattungsinstitut)
  • katholische Filialkirche St. Josef, Lägerdorf (2001 profaniert, seit 2002 genutzt durch ein Bestattungsinstitut)
  • katholische Filialkirche Hl. Geist, Wilster (2001 profaniert)
  • katholische Kirche St. Knud, Friedrichstadt (Nordfriesland) (2003 profaniert)
  • katholische Kirche St. Michael, Flensburg-Weiche (2004 profaniert)
  • katholische Kirche St. Josef, Kellinghusen (2004 profaniert, abgerissen)
  • katholische Filialkirche St. Ansgar, Lübeck-Schlutup (2004 profaniert, 2006 abgerissen)
  • katholische Filialkirche St. Konrad, Lübeck-Marli (2004 profaniert)
  • katholische Filialkirche St. Michael, Hamburg-Rissen (2004 profaniert, abgerissen)
  • katholische Filialkirche Hl. Geist, Schenefeld (Holstein) (2005 profaniert)
  • katholische Filialkirche St. Georg, Kiel-Projensdorf (2007 profaniert)
  • katholische Pfarrkirche Christ König, Kiel-Neumühlen-Dietrichsdorf (2007 profaniert, 2009 abgerissen)
  • katholische Filialkirche St. Josef, Hörnum (Sylt) (2008 profaniert)
  • katholische Filialkirche St. Pius, Pinneberg (2010 profaniert und abgerissen)
  • katholische Filialkirche Hl. Familie, Barmstedt (2011 profaniert, 2012 abgerissen)
  • katholische Filialkirche St. Bartholomäus, Neumünster (2013 profaniert, Umbau zur Kindertagesstätte geplant)
  • katholische Filialkirche Heilig Kreuz, Neumünster (2013 profaniert)
  • katholische Filialkirche Maria Königin, Ahrensbök (2013 profaniert)

Bistumsgliederung[Bearbeiten]

Dekanate in Hamburg[Bearbeiten]

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Hamburg-Mitte Dompfarrei St. Marien, St. Ansgar Neustadt, St. Bonifatius Eimsbüttel, St. Elisabeth Harvestehude, St. Sophien Barmbek, Herz Jesu Hamm, St. Antonius Winterhude, St. Bonifatius Wilhelmsburg
Hamburg-Altona St. Joseph Altona, St. Marien Altona, St. Ansgar Niendorf, St. Jakobus Lurup, Bruder Konrad Osdorf, Maria Grün Blankenese
Hamburg-Harburg St. Maria - St. Joseph Harburg, Heilig Kreuz Neugraben
Hamburg-Wandsbek St. Joseph Wandsbek, Mariä Himmelfahrt Rahlstedt, St. Agnes Tonndorf, St. Paulus Billstedt, St. Marien Bergedorf, St. Christophorus Lohbrügge
Hamburg-Nord St. Franziskus Barmbek, St. Wilhelm Bramfeld, Heilig Geist Farmsen, Heilige Familie Langenhorn, St. Annen Ochsenzoll, St. Bernard Poppenbüttel, Heilig Kreuz Volksdorf

Dekanate in Schleswig-Holstein[Bearbeiten]

Kiel Propstei St. Nikolaus, St. Heinrich Kiel-Nord, St. Joseph Kiel-Ost, St. Birgitta Mettenhof
Flensburg St. Marien Schmerzhafte Mutter Flensburg, Christus König Husum, St. Ansgar Schleswig, St. Marien Kappeln, St. Peter und Paul Eckernförde, St. Gertrud Niebüll, St. Christopherus Westerland/Sylt
Neumünster St. Maria - St. Vicelin Neumünster, St. Marien Bordesholm, St. Konrad Nortorf, Jesus Guter Hirt Bad Bramstedt, St. Johannes - St. Josef Bad Segeberg, Heilige Familie Hohenwestedt, St. Michael und St. Martin Rendsburg, St. Josef Heide, St. Hedwig Norderstedt
Eutin St. Marien Eutin, St. Johannes Neustadt, St. Vicelin Oldenburg, St. Bonifatius Lütjenburg, St. Antonius Plön
Lübeck Herz-Jesu Innenstadt, St. Birgitta St. Lorenz - Süd, St. Josef - St. Georg Kücknitz, Heiliger Geist St. Gertrud, St. Bonifatius St. Lorenz - Nord, Maria Königin Bad Schwartau
Itzehoe St. Ansgar Itzehoe, St. Mariae Himmelfahrt Elmshorn, St. Katharina Pinneberg, St. Marien Quickborn, Christkönig Uetersen, St. Marien Wedel, St. Michael Helgoland
Stormarn-Lauenburg St. Vicelin Bad Oldesloe, Maria Hilfe der Christen Ahrensburg, Seliger Nils Stensen Reinbek, St. Barbara Geesthacht, St. Michael Schwarzenbek, St. Konrad Lauenburg, St. Answer Ratzeburg, Hl. Kreuz Mölln

Dekanate in Mecklenburg[Bearbeiten]

Schwerin Propstei St. Anna Schwerin, St. Laurentius Wismar, Seliger Niels Stensen Grevesmühlen, St. Marien Rehna, St. Josef Parchim, St. Helena - St. Andreas Ludwigslust, Christus König Wittenburg, St. Elisabeth Hagenow, Herz Jesu Lübtheen, Maria Rosenkranz Dömitz, Heilig Kreuz Boizenburg
Rostock Christusgemeinde Rostock[4], Thomas Morus Rostock, St. Marien - St. Bernhard Bad Doberan, Maria Hilfe der Christen Ribnitz-Damgarten, St. Bernhard Tessin
Güstrow Mariä Himmelfahrt Güstrow, St. Antonius Bützow, St. Petrus Teterow, Heilige Familie Matgendorf, Herz Jesu Lübz
Neubrandenburg St. Josef - St. Lukas Neubrandenburg, St. Paulus Stavenhagen, St. Norbert Friedland, Heilig Kreuz Waren, Maria Hilfe der Christen Neustrelitz

Suffraganbistümer[Bearbeiten]

Folgende Bistümer sind Suffraganbistümer von Hamburg:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erzbistum Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ioannes Paulus II: Const. Apost. Omnium Christifidelium, AAS 87 (1995), n. 3, S. 228 ff.
  2. Ioannes Paulus II: Litt. Apostol. Constat Christifideles, AAS 87 (1995).
  3. Geschäftsbericht 2012 http://www.erzbistum-hamburg.de/ebhh/pdf/geschaeftsberichte/Geschaeftsbericht_2012.pdf
  4. Christuskirche: Katholische Gemeinde in Rostock im Wandel der Zeit. ISBN 978-3-9810169-8-7 (2010).