Erzbistum Minsk-Mahiljou

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Erzbistum Minsk-Mahiljou
Karte Erzbistum Minsk-Mahiljou
Basisdaten
Staat Weißrussland
Diözesanbischof Tadeusz Kondrusiewicz
Weihbischof Juri Kasabutski
Fläche 69.800 km²
Dekanate 6 (2000)
Pfarreien 222 (31.12.2011 / AP 2013)
Einwohner 4.756.000 (31.12.2011 / AP 2013)
Katholiken 610.000 (31.12.2011 / AP 2013)
Anteil 12,8 %
Diözesanpriester 59 (31.12.2011 / AP 2013)
Ordenspriester 65 (31.12.2011 / AP 2013)
Katholiken je Priester 4.919
Ordensbrüder 78 (31.12.2011 / AP 2013)
Ordensschwestern 68 (31.12.2011 / AP 2013)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Weißrussisch
Russisch
Kathedrale St. Mariä Namen in Minsk
Konkathedrale St. Mariä Himmelfahrt und St. Antonius
Suffraganbistümer Bistum Grodno
Bistum Pinsk
Bistum Witebsk

Das Erzbistum Minsk-Mahiljou (Мінска-Магілёўская архідыяцэзія, auch in der englischen Transkription Minsk-Mohilev, lat.: Archidioecesis Minscensis Latinorum-Mohiloviensis Latinorum) ist heute das römisch-katholische Erzbistum für Weißrussland. Es hatte im 18./19. Jahrhundert eine herausragende Bedeutung für die römisch-katholische Kirche im Russischen Reich bzw. der Sowjetunion.

Die Residenz des Erzbischofs befindet sich in Minsk. Am 21. September 2007 ernannte Papst Benedikt XVI. den bisherigen Moskauer Erzbischof Kondrusiewicz zum Nachfolger des im Juni 2006 emeritierten Erzbischofs Kardinal Swiatek.

Geschichte[Bearbeiten]

Erzbistum Mahiljou[Bearbeiten]

  • bis 18. Jh.: Vor den Teilungen Polens leben nur wenige Katholiken in Russland. Seelsorge nur durch Missionsstationen (Jesuiten in Moskau seit 1648). Peter I. gewährt 1706 Religionsfreiheit unter der Bedingung, keine Konversionen zu fördern.
  • 1773: Die Teilungen Polens bringen viele Hunderttausend Katholiken unter russische Herrschaft. Anders als bei der Unierten Kirche versucht der Staat, die katholische Kirche für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Es kommt zur Gründung von Gemeinden (z.B. Franziskaner in Sankt Petersburg) und kirchlichen Schulen, es gibt Steuerfreiheit für die Kirche und ihre Einrichtungen. Da in der ersten Teilung keine der alten polnischen Bischofssitze an Russland fallen, gründet Katharina die Große ein Bistum für das gesamte Reich mit Sitz in Mahiljou.
  • 1783: Erhebung von Mahiljou zum Erzbistum für ganz Russland (am 15. April 1783).
  • 1793: Mit der 2. Polnischen Teilung fallen die Bischofssitze Kamjanez, Luzk, Schytomyr, Livland und Wilna an Russland und werden vorübergehend aufgehoben.
  • 1798: Vier der fünf aufgehobenen Bistümer werden wiedererrichtet: Kamjanez, Luzk (vereinigt mit Schytomyr), Livland (unter dem Namen Samogitia) und Wilna. Zusätzlich wird das Bistum Minsk neu eingerichtet.
  • 19. Jh.: Der Katholizismus in Russland ist Verfolgungen ausgesetzt, insbesondere während der Regentschaft Nikolaus' I. und Alexanders II. (1825–81).

Bistum Minsk[Bearbeiten]

  • 1798: Begründung eines Bischofssitzes in Minsk aus Teilen des Territoriums des Erzbistums Mahiljou (am 9. August 1798).
  • 1869–1917: Das Bistum Minsk wird in Personalunion von den Erzbischöfen von Mahiljou mitverwaltet.
  • 1917 Die russische Regierung unter Kerenski entscheidet, die Diözese Minsk wiederzuerrichten. Ein Diözesan-Administrator Eduard O’Rourke wird eingesetzt.

Erzbistum Minsk-Mahiljou[Bearbeiten]

  • 1991: Vereinigung des (Erz-)Bistums Minsk mit dem Erzbistum Mahiljou zum Erzbistum Minsk-Mahiljou.
  • 1991: Nach 10 Jahren Vakanz wird ein Erzbischof ernannt und geweiht
  • 1991: Errichtung des suffraganen Bistums Grodno.
  • 1999: Errichtung des Bistums Witebsk auf einem Teil des Erzbistums Minsk-Mahiljou.

Erzbischöfe von Mahiljou bzw. Minsk-Mahiljou[Bearbeiten]

  • Stanisław Jan Bohusz Siestrzeńcewicz (1783–1826)
  • Kasper Kazimierz Cieciszowski (1828–1831)
  • Mateusz Lipski (1831–1841)
  • Ignacy Ludwik Pawłowski (1841–1842)
  • Kazimierz Dmochowski (1848–1851)
  • Ignacy Hołowiński (1851–1855)
  • Wacław Żyliński (1856–1863)
  • Antoni Fijałkowski (1872–1883) (Petersburg 1873)
  • Aleksander Kazimierz Gintowt-Dziewałtowski (1883–1889)
  • Szymon Marcin Kozłowski (1891–1899) (auch Bischof von Luzk)
  • Bolesław Hieronim Kłopotowski (1901–1903) (auch Bischof von Luzk)
  • Jerzy Józef Elizeusz Szembek (1903–1905)
  • Apolinary Wnukowski (1908–1909)
  • Wincenty Kluczyński (1910-1914)
  • Eduard von der Ropp (1917–1939) (auch Bischof von Vilnius)
  • Boļeslavs Sloskāns (1926–1981) (Apostolischer Administrator von Mahiljou)
  • vakant (1981–1991)
  • Kazimierz Kardinal Świątek (1991–2006)
  • Tadeusz Kondrusiewicz (seit 2007)

Administratoren und Bischöfe von Minsk[Bearbeiten]

  • Jakub Ignacy Dederko (1798–1829)
  • Eduard O’Rourke, Diözesanadministrator 1917–1918, vorl. Leiter der katholischen Kirche Russlands (Sitz: Minsk).
  • Zygmunt Łoziński (1917–1925)
  • Boļeslavs Sloskāns (1926–1981) (Apostolischer Administrator von Minsk)
  • Tadeusz Kondrusiewicz (1989-1991)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]