Erzbistum Paderborn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bistum Paderborn ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für das bis 1802/03 eigenständige Territorium siehe Fürstbistum Paderborn.
Erzbistum Paderborn
Erzbistum Freiburg Erzbistum Bamberg Erzbistum Berlin Erzbistum Hamburg Erzbistum Köln Erzbistum München und Freising Erzbistum Paderborn Bistum Aachen Bistum Augsburg Bistum Dresden-Meißen Bistum Eichstätt Bistum Erfurt Bistum Essen Bistum Fulda Bistum Görlitz Bistum Hildesheim Bistum Limburg Bistum Magdeburg Bistum Mainz Bistum Mainz Bistum Münster Bistum Münster Bistum Osnabrück Bistum Passau Bistum Regensburg Diözese Rottenburg-Stuttgart Bistum Speyer Bistum Trier Bistum Trier Bistum WürzburgKarte Erzbistum Paderborn
Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Deutschland
Kirchenprovinz Paderborn/Mitteldeutsche Kirchenprovinz
Diözesanbischof Erzbischof
Hans-Josef Becker
Weihbischof Hubert Berenbrinker
Manfred Grothe
Matthias König
Generalvikar Alfons Hardt
Fläche 14.754 km²
Dekanate 19 (31. Dezember 2008 / AP 2010)
Pfarreien 569 (31. Dezember 2008 / AP 2010)
Einwohner 4.900.000 (31. Dezember 2008 / AP 2010)
Katholiken 1.665.348 (31. Dezember 2008 / AP 2010)
Anteil 34 %
Diözesanpriester 1.015 (5. Dezember 2013[1])
Ordenspriester 121 (31. Dezember 2008 / AP 2010)
Ständige Diakone 177 (5. Dezember 2013[2])
Katholiken je Priester 1.466
Ordensbrüder 170 (31. Dezember 2008 / AP 2010)
Ordensschwestern 1.784 (31. Dezember 2008 / AP 2010)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Deutsch
Kathedrale Paderborner Dom
Website www.erzbistum-paderborn.de
Suffraganbistümer Erfurt
Fulda
Magdeburg
Kirchenprovinz
Erzbistum Freiburg Erzbistum Bamberg Erzbistum Berlin Erzbistum Hamburg Erzbistum Köln Erzbistum München und Freising Erzbistum Paderborn Bistum Aachen Bistum Augsburg Bistum Dresden-Meißen Bistum Eichstätt Bistum Erfurt Bistum Essen Bistum Fulda Bistum Görlitz Bistum Hildesheim Bistum Limburg Bistum Magdeburg Bistum Mainz Bistum Mainz Bistum Münster Bistum Münster Bistum Osnabrück Bistum Passau Bistum Regensburg Diözese Rottenburg-Stuttgart Bistum Speyer Bistum Trier Bistum Trier Bistum WürzburgKarte der Kirchenprovinz Paderborn/Mitteldeutsche Kirchenprovinz
Über dieses Bild
1200 Jahre Bistum Paderborn: Deutsche Sonderbriefmarke von 1999

Das Erzbistum Paderborn (lateinisch Archidioecesis Paderbornensis) ist eine Diözese im Land Nordrhein-Westfalen, hat aber auch Anteil an den Ländern Hessen und Niedersachsen. Mit den Suffraganbistümern Erfurt, Fulda und Magdeburg bildet das Erzbistum Paderborn die Kirchenprovinz Paderborn. Metropolitankirche ist der Paderborner Dom in der ostwestfälischen Stadt Paderborn.

Gebiet[Bearbeiten]

Zum Erzbistum Paderborn gehören

Die Gebiete in Hessen und Niedersachsen waren Teil des ehemaligen Fürstentums Waldeck.

Geschichte[Bearbeiten]

Erzbischöfliches Generalvikariat Paderborn

Das Bistum Paderborn wurde 799 durch Papst Leo III. und den damaligen fränkischen König Karl den Großen errichtet. Später wurde es Teil der Kirchenprovinz Mainz. Das während des Mittelalters erworbene weltliche Herrschaftsgebiet des Bischofs bildete das Fürstbistum Paderborn.

Aufgrund der Translation der Gebeine des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn im Jahr 836 wurde eine enge Partnerschaft der Bistümer von Le Mans und Paderborn begründet, diese wird seither in der Städtepartnerschaft Le Mans–Paderborn fortgesetzt.

Nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wurde das Bistum 1821 mit der Bulle Papst Pius' VII. De salute animarum wiederhergestellt und der Kirchenprovinz Köln zugeordnet. Die Grenzen des Bistums veränderten sich stark.

Die Teile des Apostolischen Vikariats des Nordens, die in der preußischen Provinz Sachsen und in den thüringischen Herzogtümern lagen, wurden in das Bistum Paderborn eingegliedert, waren aber geographisch vom Kerngebiet getrennt. Im Westen wurde das ehemalige kurkölnische Sauerland nun Teil des Bistums Paderborn.

Als Auswirkung der Lateranverträge vom 11. Februar 1929 wurde das Bistum Paderborn 1930 durch das Preußenkonkordat und der Bulle Pastoralis officii nostri von Papst Pius' XI. zum Erzbistum erhoben. Gleichzeitig wurde die Diözese neu umschrieben: Paderborn gab das Dekanat Erfurt und alle Dekanate des Kommissariats Heiligenstadt an das Bistum Fulda sowie Barmen-Langerfeld und Essen-Kupferdreh an das Erzbistum Köln ab. Die neuerrichtete Mitteldeutsche Kirchenprovinz umfasste die Suffragane Fulda und Hildesheim.

Da nach der Teilung Deutschlands eine Verwaltung des in der DDR liegenden Gebietes (in etwa Sachsen-Anhalt) von Paderborn aus nicht möglich war, wurde 1949 ein in Magdeburg residierender Weihbischof eingesetzt, der als Bischöflicher Commissarius im Auftrag des Paderborner Erzbischofs wirkte.

1958, bei Errichtung des Bistums Essen, gab Paderborn die Städte Bochum, Wattenscheid, Lüdenscheid und Gelsenkirchen sowie die Kreise Altena und Ennepe-Ruhr-Kreis an das neue Ruhrbistum ab, dessen erster Bischof der bisherige Paderborner Weihbischof Franz Hengsbach war. Er wurde in seiner Zeit im Ruhrbistum zum Kardinal ernannt.

Mit Schreiben vom 20. Januar 1966 ordnete Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger die Einteilung der 39 Dekanate des Westteils seines Bistums in sieben Seelsorgeregionen an. Diese bestanden fast genau vierzig Jahre bis zu ihrer Auflösung zum 1. Juli 2006.

Ab dem 23. Juli 1973 war der in der DDR gelegene Ostteil des Erzbistums eine Apostolische Administratur. Danach ruhte die erzbischöfliche Verwaltung für dieses Gebiet bis zur deutschen Wiedervereinigung. Am 8. Juli 1994 wurde dieses bisherige Bischöfliche Amt Magdeburg selbständiges Bistum der neuen Mitteldeutschen Kirchenprovinz, vergleichbar mit Erfurt, das früher zu Fulda gehörte. Das Bistum Hildesheim, das seit 1930 Teil der Mitteldeutschen Kirchenprovinz war, wurde Suffragan des neuerrichteten Erzbistums Hamburg.

Siehe auch: Geschichte des Fürstbistums Paderborn

Paderborner Bischöfe[Bearbeiten]

Die Rolle der Bischöfe von Paderborn unterlag in über 1.200 Jahren großen Wandlungen: Missionstätigkeit, geistliche Seelsorge und Führerschaft, politischer Landesherr und Oberbefehlshaber. Für all diese Rollen standen unterschiedliche Paderborner Bischöfe.

In neuerer Zeit wurden einige Priester und Weihbischöfe des Bistums Paderborn in höhere Ämter berufen: So waren die Bischöfe von Osnabrück (Franz-Josef Bode), Fulda (Heinz Josef Algermissen), der emeritierte Bischof von Würzburg (Paul-Werner Scheele), der Erzbischof von München und Freising (Reinhard Marx), der Bischof von Speyer (Karl-Heinz Wiesemann) und der Kurienkardinal Paul Josef Cordes Weihbischöfe in Paderborn. Auch der Kurienbischof Josef Clemens stammt aus Paderborn.

Paderborner Dom- und Metropolitankapitel[Bearbeiten]

Ein Domkapitel ging bereits aus dem von Karl dem Großen gegründeten Domkloster hervor. Es endete 1810 durch die Auflösung im Zuge der Säkularisation. Im Fürstbistum Paderborn bildete das Domkapitel das eigentliche Machtzentrum, in der Frühen Neuzeit eng verbunden mit dem westfälischen Adel. 1821 wurde das Domkapitel im Einvernehmen mit den neuen Herren des Territoriums, dem Königreich Preußen wieder errichtet. 1930 wurde es im Zuge der Erhebung des Bistums zum Erzbistum zum Metropolitankapitel.

Patrone[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bistumsgliederung[Bearbeiten]

Mit Wirkung vom 1. Juli 2006 wurden die bisherigen Seelsorgeregionen durch Erzbischof Hans-Josef Becker aufgelöst. Gleichzeitig reduzierte er die Anzahl der Dekanate auf 19, von denen er die meisten zu größeren Einheiten zusammenfasst. Seit dieser Strukturreform der sogenannten mittleren Ebene gliedert sich das Erzbistum in folgende 19 Dekanate:

  1. Paderborn: unverändert
  2. Büren-Delbrück: die bisherigen Dekanate Büren und Delbrück
  3. Höxter: die bisherigen Dekanate Brakel-Steinheim, Corvey und Warburg
  4. Rietberg-Wiedenbrück: die bisherigen Dekanate Rietberg und Wiedenbrück
  5. Bielefeld-Lippe: die bisherigen Dekanate Bielefeld und Lippe
  6. Herford-Minden: die bisherigen Dekanate Herford und Minden
  7. Hellweg: die bisherigen Dekanate Hamm, Soest und Werl mit Sitz in Werl
  8. Lippstadt-Rüthen: die bisherigen Dekanate Lippstadt und Rüthen
  9. Hochsauerland-West: die bisherigen Dekanate Arnsberg und Sundern
  10. Hochsauerland-Mitte: die bisherigen Dekanate Meschede und Wormbach
  11. Hochsauerland-Ost: die bisherigen Dekanate Bigge-Medebach und Brilon-Marsberg
  12. Waldeck: unverändert
  13. Südsauerland: die bisherigen Dekanate Attendorn, Elspe und Olpe
  14. Siegen: unverändert
  15. Dortmund: die bisherigen Dekanate Dortmund-Mitte, Dortmund-Nordost, Dortmund-Süd und Dortmund-West ohne die Pastoralverbünde Schwerte, Lünen-Mitte, Lünen-Südost und Brambauer
  16. Unna: das bisherige Dekanat Unna und die Pastoralverbünde Schwerte, Lünen-Mitte, Lünen-Südost und Brambauer
  17. Emschertal: die bisherigen Dekanate Castrop-Rauxel, Herne und Wanne-Eickel
  18. Hagen-Witten: die bisherigen Dekanate Hagen und Witten
  19. Märkisches Sauerland: die bisherigen Dekanate Iserlohn und Menden

Zum 1. Januar 2010 ist das Diözesangesetz zur territorialen Fortschreibung der pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn in Kraft getreten. Aus diesem ergeben sich Zusammenführung und Errichtung der großen pastoralen Räume mit dem jeweiligen Sitz des Leiters eines pastoralen Raumes bis in das Jahr 2029. [3]

Die Bistümer Erfurt, Fulda und Magdeburg sind Suffraganbistümer von Paderborn.

Kirchliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Zentrale Einrichtungen[Bearbeiten]

Zu den kirchlichen Einrichtungen gehört das Erzbischöfliche Generalvikariat, das Erzbischöfliche Diözesanmuseum Paderborn, das Erzbistumsarchiv Paderborn, das Erzbischöfliche Priesterseminar und die Diözesanbibliothek für das Erzbistum Paderborn, die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek Paderborn.

Paderborner Dom
Bildungsstätte St. Bonifatius in Elkeringhausen

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

andere Trägerschaft:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Wallfahrtsorte[Bearbeiten]

  • ältester Marienwallfahrtsort Westfalens seit 1172 ist in Salzkotten-Verne (Westfalen)
  • Marienwallfahrtsort Kleinenberg, Ortsteil von Lichtenau
  • Wallfahrt zu den Sieben Freuden Mariens, seit 1682 von Franziskanern betreut, in Marienloh
  • Marienwallfahrt in der Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung Werl – Werl ist einer der größten Marienwallfahrtsorte in Deutschland
  • Seit 1981 werden wieder Dekanatswallfahrten nach Herford durchgeführt, nachdem die Stadt bereits im Mittelalter Wallfahrtsort geworden war. Anlass ist die Herforder Vision, die als älteste bekannte Marienerscheinung nördlich der Alpen gilt.
  • Marienwallfahrtsort Dalhausen bei Beverungen
  • Lourdes-Grotte in Borgentreich
  • Klus Eddessen ist ein Pilgerort und wird von einem Einsiedler bewohnt

Trivia[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Jürgen Brandt, Karl Hengst: Das Erzbistum Paderborn. Geschichte – Personen – Dokumente. Bonifatius, Paderborn 1990, ISBN 3-89710-005-3.
  • Georg Johann Bessen: Geschichte des Bisthums Paderborn. 1820. (Neudruck: Wenner, Osnabrück 1977, ISBN 3-87898-110-4)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erzbistum Paderborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.erzbistum-paderborn.de abgerufen am 11. Januar 2014
  2. www.erzbistum-paderborn.de abgerufen am 11. Januar 2014
  3. Kirchliches Amtsblatt für die Erzdiözese Paderborn vom 4. Januar 2010, Stück 1 – 153. Jahrgang: Diözesangesetz zur territorialen Fortschreibung der pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn (2. Zirkumskriptionsgesetz) (PDF-Datei; 2,75 MB)

51.718958.757524Koordinaten: 51° 43′ 8,2″ N, 8° 45′ 27,1″ O