Erzlaute

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Erzlaute, englisch archlute, französisch archiluth, italienisch arciliuto, ist der Oberbegriff für historische westeuropäische Lauteninstrumente, deren gemeinsames Merkmal ein an dem in Längsrichtung verlängerten Hals angebrachter zweiter Wirbelkasten ist. Dieser zweite Wirbelkasten dient zur Aufnahme von tiefer klingenden Bordunsaiten, die beim Spielen nicht verkürzt werden und neben den über dem Griffbrett befindlichen Melodiesaiten verlaufen.

Erzlauten kamen Ende des 16. Jahrhunderts in Italien in Mode und waren wegen ihres tieferen und volleren Klangs im Orchester und zur Gesangsbegleitung bis ins 18. Jahrhundert beliebt. Der deutsche Begriff wurde 1732 durch Johann Gottfried Walther als Übersetzung von italienisch arciliuto eingeführt. Er fasst Basslauten unterschiedlicher Besaitung, Stimmung und Funktion zusammen: Arciliuto, Liuto attiorbato, Chitarrone, Theorbe, Angelica und Barocklaute mit Schwanenhals.

Das Schahrud ist ein Anfang des 10. Jahrhunderts im zentralasiatischen Samarkand eingeführtes arabisches Saiteninstrument, das nur von Zeichnungen bekannt ist, nach denen es als Erzlaute klassifiziert wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Ahrens (Hrsg.): Laute und Theorbe. Symposium im Rahmen der 31. Tage Alter Musik in Herne. Fachbereich Kultur der Stadt Herne, 2006, ISBN 3-9807008-7-9
  • Ekkard Schulze-Kurz: Die Laute und ihre Stimmungen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 1990, ISBN 3-927445-04-5, zugänglich und erhältlich beim Autor
  • Robert Spencer: Chitarrone, Theorbo and Archlute. In: Early Music, Vol. 4 No. 4 (Oktober 1976), 408-422, zugänglich bei David van Edwards

Weblinks[Bearbeiten]