Erzulie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Erzulie, im Kreyòl Ezili geschrieben, ist ein weiblicher Loa (Geistwesen) im haitianischen Voodoo.

Aspekte[Bearbeiten]

Erzulie wird unter ihrem wohltätigen Aspekt (Rada) als Erzulie Freda und unter ihrem zerstörerischen Aspekt (Petro) als Erzulie Dantor verehrt.[1][2]

Erzulie Freda[Bearbeiten]

Als Erzulie Freda gilt sie als Loa der romantischen Liebe und wird angerufen, um eine Liebesbeziehung aufzubauen oder zu erneuern. Ihr wird darüber hinaus zugeschrieben, Gifte und böswillige Magie neutralisieren und ihren Gläubigen zu Wohlstand verhelfen zu können.[3] Ihr ist die Farbe Rosa zugeordnet.[1]

Erzulie Dantor[Bearbeiten]

Als Erzulie Dantor gilt sie als wilde Beschützerin von Frauen vor häuslicher Gewalt und zugleich als Schutzgeist von New Orleans, weshalb sie von dortigen Voodoo-Gläubigen besonders verehrt wird. Sie soll auch allgemein eine schützende Funktion für ihre Gläubigen haben und diesen Fähigkeiten jenseits ihrer Vorstellungskraft verleihen. Ihr sind die Farben Marineblau und Goldgelb zugeordnet. Geopfert werden ihr unter anderem Silberjuwelen, schwarze weibliche Schweine, Kakaocreme und Dolche. Ihr wird zugeschrieben, im haitianischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft zu haben, wofür ihr von Mitkämpfern die Zunge abgeschnitten wurde, damit sie bei Gefangennahme keine Geheimnisse verraten konnte. Meist wird sie als Mulattin mit Stammesnarben auf einer Wange dargestellt, oft gemeinsam mit ihrer Tochter Anais, die für sie spricht und übersetzt.[1]

Synkretismus mit dem Christentum[Bearbeiten]

Im haitianischen Voodoo wird Erzulie mit Maria, der Mutter Jesu Christi, synkretisiert. Erzulies Veve enthält ein von einem Schwert durchbohrtes Herz, wie es auch in der christlichen Symbolik für Maria steht.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Erzulie Dantor, Mystic Voodoo
  2. Vodoun: The Real Voodoo, Alternative Religion
  3. Erzulie Freda, Voodoo Goddess of Love, Mystic Voodoo
  4. Description of Various Loa of Voodoo, Webster University, 1990