Erzurum (Provinz)

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Erzurum
Nummer der Provinz: 25
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Über dieses Bild
Landkreise
Erzurum districts.png
Basisdaten
Koordinaten: 40° N, 42° O40.06305555555641.566944444444Koordinaten: 40° N, 42° O
Provinzhauptstadt: Erzurum
Region: Ostanatolien
Fläche: 25.066 km²
Einwohnerzahl: 763.320[1] (2014)
Bevölkerungsdichte: 30,45 Einwohner/km²
Politisches
Gouverneur: Sebahattin Öztürk[2]
Sitze im Parlament: 6
Strukturelles
Telefonvorwahl: 0442
Kennzeichen: 25
Website
www.erzurum.gov.tr (Türkisch)

Erzurum (armenisch Arzen, kurdisch Erzirom) ist eine türkische Provinz im Osten Kleinasiens; die Hauptstadt der Provinz trägt den gleichen Namen, Erzurum. Die Provinz ist die viertgrößte der Türkei und ist umgeben von den Provinzen Bingöl, Muş, Artvin, Ardahan, Ağrı, Kars, Erzincan, Bayburt und Rize.

Geografie[Bearbeiten]

Erzurum hat eine Fläche von 25.066 km². Regional gesehen zählen 70 % von Erzurum zu Ostanatolien und 30 % zur Schwarzmeer-Region. Die Plateaus der Provinz liegen im Mittel 2000 m hoch, während die Berge um die 3000 m hoch sind. Die Mescit-Berge sind an ihrer höchsten Stelle 3239 m hoch und der Dumlu Dağı 3169 m. Ein weiterer als Erholungsort und Skigebiet bekannter Berg ist der 3124 m hohe Palandöken Dağı. Die Täler liegen auf einer Höhe von 1500 bis 1800 m. Wichtigste Flüsse sind der Aras und der Karasu, der nördliche Quellfluss des Euphrat, der hier entspringt.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Provinz besteht aus 20 Landkreisen. Erzurum ist seit 1993 eine Großstadt (Büyükşehir belediyesi). Nach einer Verwaltungsreform 2014 sind alle Landkreise direkt dem Oberbürgermeister von Van unterstellt. Die ehemalen Kommunen (Belediye) wurden auf den Rang eines Muhtars runtergestuft. Daher sind die Landkreise gleichzeitig Stadtbezirke:

Von den rund 763.000 Einwohnern der Provinz leben etwa 505.000 in der Stadt Erzurum. In der Provinz Erzurum gibt es 968 Dörfer, von denen 402 weniger als 150 Einwohner haben. Die ländliche Bevölkerung machte im Jahr 2008 37 % der gesamten Provinzbevölkerung aus. In der Provinz gibt es zusammen 35 Orte mit dem Amt eines Bürgermeisters.

Geschichte[Bearbeiten]

Das osmanische Vilayet Erzurum um 1900

In der Eisenzeit befand sich in der Umgebung von Erzurum vermutlich das Königreich Daiaeni, das aus einigen assyrischen Inschriften bekannt ist. Später war das Gebiet Teil des Reiches von Urartu. Nach dem Niedergang Urartus herrschten hier später die iranischen Achämeniden. Erzurum war danach Teil von verschiedenen Reichen und Dynastien. Dazu zählen die Artaxiden, Makedonen, Parther, Sassaniden, Tao-Klardschetien, Armenier, Römer, Byzantiner, Araber und diverse türkische Fürstentümer wie die Saltukiden. Erzurum war mehrmals die Grenze zweier rivalisierender Reiche, so z.B. Rom und Parthien oder Osmanisches Reich und Russland.

Die Hauptstadt Erzurum war Sitz eines Titularbistums und Sitz eines Bischofs. Mit der arabischen Eroberung wurde das Gebiet nach und nach islamisiert, doch es gab noch viele christlich-armenische Gemeinden. Bis zum Völkermord an den Armeniern wurde das Kloster des Sankt Minas von Kes im Dorf Gezköy betrieben.

Seit dem 16. Jahrhundert war Erzurum Teil des Osmanischen Reiches und blieb dies größtenteils bis zum Ersten Weltkrieg. Es war als osmanisches Vilâyet Erzerum um einiges größer als heute. 1878 wurde ein Teil der Provinz von den Russen im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877–78 erobert, annektiert und an das Oblast Kars angegliedert. 1916 eroberten die Russen vom Norden kommend in der Schlacht von Erzurum das Gebiet. Seit dem Ende des Weltkrieges und dem türkischen Unabhängigkeitskrieg gehört die Provinz Erzurum zur Türkei.

Der Name Erzurum[Bearbeiten]

Der erste bekannte Name der Stadt Erzurum war Karin. Die Stadt wurde um 415 n. Chr. von den Byzantinern unter Kaiser Theodosius II. erweitert und befestigt. Ihm zu Ehren wurde sie dann Theodosiopolis genannt. Die Araber nannten diese Stadt Kalikala nach Kali, der Frau eines örtlichen armenischen Königs. Der heutige Name leitet sich von Erzen ar-Rum ab. Dieser arabische Begriff bedeutet übersetzt „Das Erzen der Rhomäer“, in Abgrenzung von einem ebenfalls vorhandenen „Erzen der Araber“. Auf seldschukischen Münzen wurde die Stadt auch Erzen ar-Rum genannt. Volksetymologisch wird Erzurum auch von ‏أرض روم‎ / Erż-ı Rūm (Land der Rhomäer) abgeleitet.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erzurum-Provinz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 21. Februar 2015
  2. Webseite der Provinz