Es war

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Filmdaten
Deutscher Titel Es war
Originaltitel Flesh and the Devil
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1927
Länge 112 Minuten
Stab
Regie Clarence Brown
Drehbuch Benjamin F. Glazer
Produktion Irving Thalberg für MGM
Musik Carl Davis (Nachvertonung 1988)
Kamera William Daniels
Schnitt Lloyd Nosler
Besetzung

Es war (OT:Flesh and the Devil) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Clarence Brown. Der Film war die erste gemeinsame Arbeit des Leinwandpaares Greta Garbo und John Gilbert und wurde am 9. Januar 1927 in den USA uraufgeführt.

Handlung[Bearbeiten]

Leo von Harden und Ulrich von Eltz sind seit ihrer Kindheit im Freunde. Nun dienen sie beim selben kaiserlichen Garderegiment. Leo ist ein Draufgänger und Frauenheld, dessen Eskapaden immer wieder von Ulrich gedeckt werden. Eines Tages lernt Leo Felicitas, eine wohlhabende, verführerische Frau kennen und verliebt sich in sie. Felicitas verschweigt Leo, dass sie verheiratet ist. Ihr Ehemann fordert Leo zum Duell heraus, als dieser sie bei einer ihrer Zusammenkünfte überrascht. Leo erschießt den Ehemann und muss deshalb für drei Jahre nach Afrika fliehen. Fortwährend denkt er an sie.

In der Zwischenzeit beginnt Felicitas eine Beziehung mit Ulrich und heiratet ihn. Das hindert sie nicht daran, nach Leos Rückkehr, heimlich die Beziehung mit ihm wieder aufzunehmen. Leo fordert von Felicitas eine Entscheidung und sie vereinbaren, gemeinsam zu fliehen. Felicitas bringt es aber nicht über sich, dass luxuriöse Leben, das Ulrich ihr bietet, aufzugeben und gibt ihr Vorhaben im letzten Moment wieder auf. Als Ulrich überraschend hinzukommt, gibt Felicitas vor, Leo habe sie zur Flucht zwingen wollen. Auf einer Insel, die sie "Freundschaftsinsel" nennen und wo Leo und Ulrich als Kinder Blutsbrüder wurden, wollen sie sich duellieren. Als Hertha, die Leo liebt, sie bekniet, erkennt Felicitas ihr ruchloses Verhalten und versucht über den vereisten See zu ihnen zu gelangen. um Ulrich die Wahrheit zu sagen. Sie bricht jedoch im Eis ein und ertrinkt. In diesem Augenblick erinnern sich Leo und Ulrich daran, dass sie als Kinder ewige Freundschaft geschlossen hatten und versöhnen sich.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film entstand nach Hermann Sudermanns Roman Es war. Die Dreharbeiten zu Es war bedeuteten einen Wendepunkt in der Karriere von Greta Garbo. Nach zwei relativ erfolgreichen Auftritten als Vamp beschloss das Studio, die Schauspielerin neben dem damals größten männlichen Star, John Gilbert, einzusetzen. Die Geschichte selber war schon damals altmodisch und das Drehbuch schaffte es nicht, die antiquierte Moral der Vorlage zu entstauben. Viel wichtiger für den Erfolg war die Chemie zwischen den Hauptdarstellern, die sich während der Dreharbeiten ineinander verliebten. Dem Regisseur Clarence Brown und Kameramann William H. Daniels war es zu verdanken, dass diese sexuelle Spannung auf der Leinwand eingefangen und umgesetzt wurde. Es war Browns erster Film für MGM und er war fasziniert von Greta Garbos Talent.

„Da war etwas in Garbos Augen, das man nicht sehen konnte, außer man drehte sie in Großaufnahmen. Man konnte die Gedanken sehen. Wenn sie die eine Person eifersüchtig ansehen sollte und eine andere verliebt, brauchte sie ihren Ausdruck nicht verändern. Man konnte es in ihren Augen sehen, während sie von einem zum anderen blickte. Und niemand sonst hat das jemals auf der Leinwand geschafft.[1]

Bekannt sind heute vor allem drei Szenen. Wenn Felicitas und Leo sich zu Beginn der Handlung gegen Abend heimlich im Garten treffen, zündet Leo eine Zigarette an und das Streichholz scheint das Gesicht von Garbo in eine überirdisches Licht zu tauchen. Tatsächlich hatte Gilbert während der Aufnahme eine kleine Glühbirne in der Hand versteckt, die den Effekt schuf. Im weiteren Verlauf der Handlung fordert Felicitas Mann Leo zum Duell, nachdem er die beiden inflagranti ertappt hat. Beide Männer stehen Rücken an Rücken und gehen dann aus dem Bild. Eine Überblendung folgt und über Garbos Schultern hinweg sehen die Zuschauer, wie sie einem Hutgeschäft einen schwarzen Hut ausprobiert. In ihrer Hand ist ein Taschentuch mit schwarzem Rand. Sie hat ein leichtes Lächeln auf den Lippen und so wird der Ausgang des Duells enthüllt. Später nehmen Felicitas und Leo das Abendmahl. Nachdem Leo aus dem Kelch getrunken hat, dreht Felicitas, die unmittelbar danach an die Reihe kommt, den Rand zurück, so dass ihre Lippen die Stelle berühren, von der vorher Leo getrunken hat.

Es war führte als eine der ersten Produktionen eine horizontal gespielte Liebesszene ein, was später zum Standardrepertoire für romantische Filme aller Art werden sollte, damals jedoch ein absolutes Novum darstellte. Unmittelbar nach Beendigung der Dreharbeiten streikte Greta Garbo sieben Monate, um mehr Geld und bessere Rollen zu bekommen. Sie lebte in der Zeit bei Gilbert und engagierte ebenfalls seinen Agenten Harry Edington, der entscheidend dazu beitrug, aus Garbo den mysteriösen Star zu erschaffen.

Kinoauswertung[Bearbeiten]

Die Produktionskosten entsprachen mit 373.000 US-Dollar in etwa dem Durchschnitt für eine MGM-Produktion. Die Einspielergebnisse von 603.000 US-Dollar in den USA und weiteren 658.000 US-Dollar auf den Auslandsmärkten bedeuteten ein kumuliertes Gesamtergebnis von 1.261.000 US-Dollar, was für einen Stummfilm eine überdurchschnittlich hohe Summe darstellte. Am Ende stand ein Profit von 466.000 US-Dollar. Das Studio etablierte Garbo-Gilbert als Leinwandpaar und Konkurrenz zu Ronald Colman und Vilma Banky.

Kritik[Bearbeiten]

Lexikon des Internationalen Films

Kein überragendes Werk der Filmgeschichte, aber ein vielsagender Einblick in die frühe Produktion Hollywoods und dessen Darstellung von Erotik, die durch einen visuell berauschenden Stil eindrucksvoll zur Geltung kommt.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Kevin Brownlow, Pioniere des Films, S. 185 ff