Eschbach (Markgräflerland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eschbach
Eschbach (Markgräflerland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eschbach hervorgehoben
47.897.655246Koordinaten: 47° 53′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 246 m ü. NHN
Fläche: 10,03 km²
Einwohner: 2368 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79427
Vorwahl: 07634
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 033
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 4
79427 Eschbach
Webpräsenz: www.gemeinde-eschbach.de
Bürgermeister: Harald Kraus
Lage der Gemeinde Eschbach im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
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Über dieses Bild

Eschbach ist eine Gemeinde im Markgräflerland im Südwesten Baden-Württembergs und liegt etwa 15 km südlich von Freiburg im Breisgau.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flecken Ascabah findet sich erstmals im Jahr 807 in einer Urkunde. Im Laufe der Jahrhunderte hatten verschiedene Klöster Besitz an Eschbach, so die Klöster St. Gallen, St. Blasien und St. Trudpert, die es als Lehen an Adelsfamilien vergaben. Im Jahr 1368 wurde Eschbach mit dem gesamten Breisgau österreichisch. In den folgenden 400 Jahren übten unter anderem die Herren von Rappoltstein (1500–1613) und der Johanniterorden (1613–1806) die Dienstherrschaft aus. Im Jahre 1806 wurde die Gemeinde dann dem Großherzogtum Baden zugeschlagen.

Religionen[Bearbeiten]

Eschbach ist von jeher eine römisch-katholische Gemeinde. Die Kirche St. Agnes wurde bereits 1275 erstmals erwähnt. Die wenigen evangelischen Gläubigen gehören zur evangelischen Pfarrei Heitersheim.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Rathaus Eschbach

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,24 % zu folgendem Ergebnis:[2]

CDU 35,9 % −3,5 4 Sitze ±0
Lebenswertes Eschbach (LE) 25,7 % +0,2 3 Sitze +1
Freie Wählergruppe 21,6 % −14,0 2 Sitze −2
SPD 17,2 % +17,2 1 Sitz +1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1983 ist Harald Kraus Bürgermeister der Gemeinde Eschbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das älteste überlieferte Gebäude Eschbachs ist das herrschaftliche Hofgut Weinstetten nördlich der Wüstung Weinstetten,[3] die jetzt zu Eschbach gehört. Das abgegangene Dorf Weinstetten wurde im Jahr 896 erstmals urkundlich unter dem Namen Vizzilistat erwähnt. Durch das Rheinhochwasser von 1482 wurde es fast vollständig zerstört.[4] Nur der herrschaftliche Hof im Norden des Dorfes, der 1271 von den Herren von Üsenberg an die Johanniter von Freiburg verkauft worden war, blieb erhalten. Um 1606 errichtete Fürst-Großprior von Rosenbach das Gutshaus.[5] Der Weinstetter Hof ist heute in Privatbesitz. 2012 wurde er restauriert.[6]

Kirche St. Agnes
Thermische Restabfallbehandlungs- und Energieerzeugungsanlage (TREA) im Gewerbepark Breisgau

Das markanteste Gebäude Eschbachs ist das Adelshaus aus dem 15. Jahrhundert. Es ist ein dreistöckiges Herrschaftshaus mit einem weithin sichtbaren, hochaufragenden Baukörper. Ab 1795 wurde es unter dem Namen Zum Löwen als Gastwirtschaft betrieben. Bei umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1999 kamen vielfältige Um- und Anbauphasen, aber auch der ehemalige Turm der Brennerin zum Vorschein. Das Adelshaus erhielt den Namen Eschbacher Castell.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im interkommunalen Gewerbepark Breisgau haben sich inzwischen zahlreiche Unternehmen angesiedelt. Der Gewerbepark verfügt neben dem nahen Autobahnanschlusses und dem Verkehrslandeplatz auch über einen Gleisanschluss an die Rheintalbahn im Bereich des Bahnhofs Heitersheim.

Bildung[Bearbeiten]

In Eschbach gibt es mit der „Rappoltsteiner Schule“ eine Grundschule, außerdem verfügt die Gemeinde über zwei Kindergärten, den katholischen St. Anna sowie den evangelischen Kindergarten Arche Noah.

Verkehr[Bearbeiten]

Eschbach liegt verkehrsgünstig in der Nähe der Bundesautobahn 5. Der Ort ist über die Autobahnabfahrt 64b (Hartheim-Heitersheim-Eschbach) durch den Gewerbepark Breisgau zu erreichen.

Eschbach wird durch die Rheintalbahn KarlsruheBasel zerschnitten, die überdies im Ort eine relativ enge Kurve, den sogenannten Eschbacher Bogen, macht, der die Züge zwingt, auf unter 100 km/h abzubremsen. Eine Entschärfung der Kurve wird, da es sich um eine ICE-Strecke handelt, seit Jahrzehnten diskutiert und würde bei einer Realisierung einen massiven Eingriff in die örtliche Bausubstanz bedeuten.

Zudem sieht der Bundesverkehrswegeplan den viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn bis 2016, dem geplanten Zeitpunkt der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels vor. Die beiden neuen Gleise, die nach bisheriger Planung dem Güterverkehr vorbehalten sein sollen, sollen etwa 1,5 km westlich zwischen Eschbach und dem Gewerbepark durch die freie Landschaft zur A 5 gebaut werden.

Eschbach selbst verfügt über keinen eigenen Bahnhof mehr, was an der Nähe des nur etwa 1,5 km entfernten Bahnhofs Heitersheim liegt. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird von der Südbadenbus Gesellschaft (SBG) gewährleistet.

Im größtenteils auf der Eschbacher Gemarkung liegenden interkommunalen Gewerbepark Breisgau befindet sich der ehemalige Luftwaffen-Stützpunkt und heutige zivile Sonderlandeplatz Flugplatz Bremgarten.

Eschbach, Flugplatz Bremgarten

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eschbach (Markgräflerland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Badische Zeitung online 8. Juni 2009
  3. Badische Seiten: Weinstetten
  4. Eschbach: Zeittafel zur Geschichte der Gemeinde Eschbach
  5. Museum im Schloss: Weinstetter Hof
  6. Markgräfler Bürgerblatt 12. Juli 2012: Offizielle Einweihung des Weinstetter Hofs in Eschbach. Neuer Glanz in historischen Gebäuden.
  7. Badische Zeitung 28. Oktober 2010