Eschede

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Eschede, nicht zu verwechseln mit der Stadt Enschede.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eschede
Eschede
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eschede hervorgehoben
52.73388888888910.23527777777887Koordinaten: 52° 44′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Celle
Höhe: 87 m ü. NHN
Fläche: 195,87 km²
Einwohner: 6054 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 29348 (Dalle, Endeholz, Eschede, Marwede, Scharnhorst),
29359 (Habighorst),
29361 (Höfer)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 05142
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 025
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Glockenkolk 1
29348 Eschede
Webpräsenz: www.eschede.de
Bürgermeister: Günter Berg
Lage der Gemeinde Eschede im Landkreis Celle
Landkreis Celle Niedersachsen Landkreis Heidekreis Landkreis Uelzen Landkreis Gifhorn Region Hannover Faßberg Hermannsburg gemeindefreies Gebiet Lohheide Bergen Winsen Wietze Hambühren Celle Adelheidsdorf Hagen Wathlingen Bröckel Eicklingen Wienhausen Langlingen Unterlüß Eschede Eschede Hohne Langlingen Eldingen Eschede Ahnsbeck Eschede Beedenbostel LachendorfKarte
Über dieses Bild
Rathaus Eschede

Eschede ist eine Einheitsgemeinde zwischen Celle und Uelzen, am Rand des Naturparks Südheide, in der Lüneburger Heide. Eschede gehört zum Landkreis Celle in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Eschede besteht aus den Ortschaften Eschede, Habighorst, Höfer, Scharnhorst, Dalle, Endeholz und Marwede.[2] Ortsteile und Siedlungsgebiete der Ortschaften sind unter anderem Aschenberg, Aschauteiche, Burghorn, Habighorster Höhe, Heeseloh, Kragen, Marinesiedlung, Oje, Queloh, Rebberlah, Schelploh, Starkshorn und Weyhausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt behandelt ausschließlich die Geschichte des Ortschaft Eschede. Zur Geschichte der Ortschaften Habighorst, Höfer, Scharnhorst, Dalle, Endeholz und Marwede sehe Sie bitte die jeweiligen Artikel.

Die Verdener Geschichtsquellen nennen Eschede bereits in einer Urkunde vom Jahre 1227. Der Inhalt wird dort folgendermaßen zusammengefasst:[3]

Kunigunde, Wittwe des Grafen Bernhard von Wölpe, welche sammt ihrem Gemahle und ihrem Sohne Konrad in die Brüderschaft der Verdener Kirche aufgenommen ist, verkauft dem Verdener Domcapitel unter Zustimmung des Bischofs Iso, als Vormundes seines Brudersohnes und ihres Sohnes, des Grafen Konrad, das Obereigenthum des halben Zehnten zu Eschede (Kirchsp. in d. A.-V. Beedenbostel), welchen Konrad vom Honhofe der Verdener Kirche verkauft und ihr und ihrem Sohne resigniert hat, und stellt dem Domcapitel Bürgen dafür, daß ihr Sohn, sobald er majorenn geworden, diesen Verkauf bestätigen soll. Neustadt, 30. März 1227. In nomine domini amen.

Im Februar 1900 wurde die Freiwillige Feuerwehr Eschede als Turnerfeuerwehr des Turnvereins „Einigkeit“ gegründet. [4]

In Eschede ereigneten sich im vergangenen Jahrhundert zwei schwere Unglücks- bzw. Katastrophenfälle:

Im Sommer 1975 kam es in der Umgebung von Eschede zum Brand in der Lüneburger Heide, einer großflächigen Reihe von Wald- und Heidebränden.[5]

Am 3. Juni 1998 entgleiste auf der Bahnstrecke Hannover–Hamburg in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs von Eschede der ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ und brachte die Brücke der Rebberlaher Straße zum Einsturz. Beim ICE-Unglück von Eschede kamen 101 Menschen ums Leben. Auslöser für die Katastrophe waren ein abgerissener Radreifen und eine darauf folgende Verkettung unglücklicher Ereignisse. Der Grund für den Radreifenriss war höchstwahrscheinlich mangelhafte Wartung der ICE-Räder.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Dalle, Rebberlah, Starkshorn und Weyhausen eingegliedert. Am 1. März 1973 kamen Gebietsteile der Nachbargemeinde Unterlüß mit damals weniger als 50 Einwohnern hinzu.[7] Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde mit ihren Mitgliedsgemeinden und dafür die Neubildung einer Einheitsgemeinde Eschede.[8]

Politik[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Eschede hat gegenwärtig 18 Mitglieder aus drei Parteien, zuzüglich Bürgermeister mit einem Sitz.

CDU SPD UWG Grüne parteilos Gesamt
2001 8 6 1 0 - 15 Sitze
2006 8 (53,5 %) 6 (37,9 %) 1 (6,2 %) 0 - 15 Sitze [9]
2011 8 (52,5 %) 5 (34,4 %) 0 2 (13,0 %) - 15 Sitze
2014 9 6 0 1 2 18 Sitze

letzte Kommunalwahl am 11. September 2011[10]

Neben dem Gemeinderat bestehen Ortsräte in den Ortschaften Eschede, Habighorst und Höfer. In den Ortschaften Scharnhorst, Endeholz, Marwede und Dalle werden Ortsvorsteher durch den Gemeinderat benannt.[11]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1945–1946: Friedrich Stolte (Niedersächsische Landespartei)
  • 1973–1981: Heinrich Lange (1912–1992, CDU), Ehrenbürger der Samtgemeinde Eschede
  • 1981–2005: Heinrich Carstens[12]
  • 2005–2013: Gerd Bakeberg (CDU)[13]
  • seit 2014: Günter Berg; von 2006-2013 war er Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Fahrbücherei des Landkreises Celle hat ihren Sitz in Eschede und steuert vierzehntäglich die Gemeinden und Ortsteile des Landkreises ohne Gemeindebücherei als Leihbibliothek an.

Ein Kulturverein, die Randlage Eschede, veranstaltet Vorträge, Musikabende und Ausstellungen in der alten Mühle („Musenmöhl“).

Bauwerke[Bearbeiten]

  • 1490 wurde erstmals in Eschede eine Kirche urkundlich erwähnt. Die heutige evangelisch-lutherische „Johanniskirche“ wurde 1713 fertiggestellt und geweiht. 1968 wurde die Kirche renoviert und der gesamte Innenraum umgestaltet. Bei der Renovierung des freistehenden hölzernen Glockenturms im Jahre 1978 brannte dieser total aus. Die Glocken stürzten herab und wurden zerstört. Sie sind jetzt an der Kirchenmauer aufgestellt und zu sehen. 1979 wurde der hölzerne Glockenturm wieder aufgebaut.
  • 1953 wurde in der Grünackerstraße die katholische Kirche St. Theresia erbaut, benannt nach Therese von Lisieux. Heute gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer in Celle-Vorwerk.
  • Im Zentrum Eschedes befindet sich die Flohrmühle. Die Erdholländerwindmühle mit massivem Backsteinturm wurde 1874 errichtet.

Natur[Bearbeiten]

Durch Eschede fließt die Aschau, deren Quellgebiet in den „Loher Teichen“ liegt und die danach das große Teichgebiet „Aschauteiche“ bildet. Die Teiche der Samtgemeinde haben insgesamt eine Fläche von 348 Hektar. Die Teichflächen sind seit 1982 Teil eines Wasserschutzgebietes. 1987 sind sie auch als Vogelschutzgebiet ausgewiesen worden. Seit 2003 ist das Gebiet EU-Vogelschutzgebiet und seit 2005 im Rahmen des EU-Naturschutzvorhabens Natura2000 dem FFH-Gebiet 86 „Lachte-Lutter-Aschau“ zugeordnet.[14] Im Februar 2014 gelang anhand eines Fotofallenbildes der Nachweis von zwei erwachsenen Wölfen im Raum Eschede.[15]

Neben den Aschauteichen und den Loher Teichen befinden sich noch größere Teichflächen an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg, die um 1845 beim Sandaushub für den Bahndamm dieser Trasse entstanden. Außerdem gibt es um Eschede viele Moore und Sümpfe und auch weitere Teiche, die oft versteckt in den umliegenden Wäldern liegen.

Verkehr[Bearbeiten]

Eschede liegt an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg, die hier einen Bahnhof hat. Die Bundesstraße 191 verläuft direkt durch den Ort.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eschede. 1915
  • Joachim Hoppe, Kurt W. Seebo: Spuren des Salzes in einer Landgemeinde: Beitrag zur Geschichte der Kali- und Salzbergwerke Fallersleben in Habighorst und Mariaglück in Höfer. Aus der Geschichte der Samtgemeinde Eschede, Band 7, Eschede 2003, ISBN 3-8334-0605-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eschede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Eschede – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. http://www.eschede.de/fileadmin/user_upload/Dateien_Roeder/Ortsrecht/2014-03-11_Hauptsatzung_der_Gemeinde_Eschede__Endfassung_nach_Ratsbeschluss.pdf Hauptsatzung der Gemeinde Eschede.
  3. von Hodenberg, Wilhelm: Verdener Geschichtsquellen, Erstes Heft, Celle, Capaun-Karlowa'sche Buchhandlung, 1856, S. 78, Urk. 48
  4. Ausführlich: Blazek, Matthias: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900, Adelheidsdorf 2006, S. 492 f., ISBN 978-3-00-019837-3
  5. Luttermann, Klaus: Die große Waldbrandkatastrophe, Celle 1976; Blazek, Matthias: „15000 Helfer aus ganz Deutschland kämpften im August 1975 gegen die Flammenhölle“, Cellesche Zeitung vom 8. August 2000
  6. Vgl. Udo Bauch: Zugunglück von Eschede überlebt, Books on Demand GmbH, Norderstedt 2003, ISBN 3-8330-0807-5; Matthias Blazek: Die Geschichte des Feuerwehrwesens im Landkreis Celle – Ausgeführt und erläutert am Beispiel der 1910 gegründeten Ortsfeuerwehr Beedenbostel, ibidem, Stuttgart 2010, S. 128 f., ISBN 978-3-8382-0147-4
  7.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224.
  8. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Eschede, Landkreis Celle vom 19. Juni 2013, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 10 vom 25. Juni 2013,S. 164
  9. Endergebnis der Kommunalwahlen am 10. September 2006
  10. Endergebnis der Kommunalwahlen am 11. September 2011.
  11. http://www.eschede.de/fileadmin/user_upload/Dateien_Roeder/Ortsrecht/2014-03-11_Hauptsatzung_der_Gemeinde_Eschede__Endfassung_nach_Ratsbeschluss.pdf Hauptsatzung der Gemeinde Eschede
  12. www.eschede.de
  13. www.eschede.de.
  14. Naturschutzgebiete, die zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in Niedersachsen ausgewiesen wurden, siehe lfd. Nr. 77
  15. Wolfsnachweise in Niedersachsen
  16. Wolfgang Buhr, Volker Probst, Hermann Geffcken: Max Böcker (1883–1945), Aus der Geschichte der Samtgemeinde Eschede, Band 7, Eschede 1995