Eschede
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Celle | |
| Samtgemeinde: | Eschede | |
| Höhe: | 87 m ü. NN | |
| Fläche: | 106,31 km² | |
| Einwohner: |
3697 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 35 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 29348 | |
| Vorwahl: | 05142 | |
| Kfz-Kennzeichen: | CE | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 51 009 | |
| NUTS: | DE931 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Am Glockenkolk 1 29348 Eschede |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Gerd Bakeberg (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Eschede im Landkreis Celle | ||
Eschede ist eine Gemeinde zwischen Celle und Uelzen, am Rand des Naturparks Südheide, in der Lüneburger Heide. Eschede gehört zur Samtgemeinde Eschede im Landkreis Celle in Niedersachsen.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Zugehörig zu Eschede sind die Ortsteile Dalle, Endeholz, Kragen, Marinesiedlung, Queloh, Rebberlah, Starkshorn und Weyhausen.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Verdener Geschichtsquellen nennen Eschede bereits in einer Urkunde vom Jahre 1227. Der Inhalt wird dort folgendermaßen zusammengefasst:[2]
- Kunigunde, Wittwe des Grafen Bernhard von Wölpe, welche sammt ihrem Gemahle und ihrem Sohne Konrad in die Brüderschaft der Verdener Kirche aufgenommen ist, verkauft dem Verdener Domcapitel unter Zustimmung des Bischofs Iso, als Vormundes seines Brudersohnes und ihres Sohnes, des Grafen Konrad, das Obereigenthum des halben Zehnten zu Eschede (Kirchsp. in d. A.-V. Beedenbostel), welchen Konrad vom Honhofe der Verdener Kirche verkauft und ihr und ihrem Sohne resigniert hat, und stellt dem Domcapitel Bürgen dafür, daß ihr Sohn, sobald er majorenn geworden, diesen Verkauf bestätigen soll. Neustadt, 30. März 1227. In nomine domini amen.
Im Februar 1900 wurde die Freiwillige Feuerwehr Eschede als Turnerfeuerwehr des Turnvereins „Einigkeit“ gegründet. Gründungsmitglieder waren: W. Lutterloh, W. Mohwinkel, W. Drangmeister, H. Pralle, W. Rougemont, H. Thiele, H. Marquardt, W. Hilmer, H. Gottschalk, Aug. Meyer, W. Müller, A. Stehr und H. Hildebrandt. Die sieben Erstgenannten der nur insgesamt 13 namentlich festgestellten Männer konnten am 14. Februar 1915 für 15-jährige Dienstzeit in der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet werden.[3]
In Eschede ereigneten sich im vergangenen Jahrhundert zwei schwere Unglücks- bzw. Katastrophenfälle:
Im Sommer 1975 kam es in der Umgebung von Eschede zum Brand in der Lüneburger Heide, einer großflächigen Reihe von Wald- und Heidebränden.[4]
Am 3. Juni 1998 entgleiste auf der Bahnstrecke Hannover–Hamburg in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs von Eschede der ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ und brachte die Brücke der Rebberlaher Straße zum Einsturz. Beim ICE-Unglück von Eschede kamen 101 Menschen ums Leben. Auslöser für die Katastrophe waren ein abgerissener Radreifen und eine darauf folgende Verkettung unglücklicher Ereignisse. Der Grund für den Radreifenriss war höchstwahrscheinlich mangelhafte Wartung der ICE-Räder.[5]
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1973 wurden die Gemeinden Dalle, Rebberlah, Starkshorn und Weyhausen eingegliedert. Am 1. März 1973 kamen Gebietsteile der Nachbargemeinde Unterlüß mit damals weniger als 50 Einwohnern hinzu.[6]
Politik [Bearbeiten]
Der Rat der Gemeinde Eschede setzt sich aus 15 Abgeordneten zusammen.
| CDU | SPD | UWG | Grüne | Gesamt | |
| 2001 | 8 | 6 | 1 | 0 | 15 Sitze |
| 2006 | 8 (53,5 %) | 6 (37,9 %) | 1 (6,2 %) | 0 | 15 Sitze [7] |
| 2011 | 8 (52,5 %) | 5 (34,4 %) | 0 | 2 (13,0 %) | 15 Sitze |
letzte Kommunalwahl am 11. September 2011[8]
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1945–1946: Friedrich Stolte (Norddeutsche Landespartei)
- 1973–1981: Heinrich Lange (1912–1992, CDU), Ehrenbürger der Samtgemeinde Eschede
- 1981–2005: Heinrich Carstens[9]
- Ehrenamtlicher Bürgermeister ist seit 2005 Gerd Bakeberg (CDU).[10]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die Fahrbücherei des Landkreises Celle hat ihren Sitz in Eschede und steuert vierzehntäglich die Gemeinden und Ortsteile des Landkreises ohne Gemeindebücherei als Leihbibliothek an.
Ein Kulturverein, die Randlage Eschede, veranstaltet Vorträge, Musikabende und Ausstellungen in der alten Mühle („Musenmöhl“).
Bauwerke [Bearbeiten]
- 1490 wurde erstmals in Eschede eine Kirche urkundlich erwähnt. Die heutige evangelisch-lutherische „Johanniskirche“ wurde 1713 fertiggestellt und geweiht. 1968 wurde die Kirche renoviert und der gesamte Innenraum umgestaltet. Bei der Renovierung des freistehenden hölzernen Glockenturms im Jahre 1978 brannte dieser total aus. Die Glocken stürzten herab und wurden zerstört. Sie sind jetzt an der Kirchenmauer aufgestellt und zu sehen. 1979 wurde der hölzerne Glockenturm wieder aufgebaut.
- 1953 wurde in der Grünackerstraße die katholische Kirche St. Theresia erbaut, benannt nach Therese von Lisieux. Heute gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer in Celle-Vorwerk.
- Im Zentrum Eschedes befindet sich die Flohrmühle. Die Erdholländerwindmühle mit massivem Backsteinturm wurde 1874 errichtet.
Natur [Bearbeiten]
Durch Eschede fließt die Aschau, deren Quellgebiet in den „Loher Teichen“ liegt und die danach das große Teichgebiet „Aschauteiche“ bildet. Die Teiche der Samtgemeinde haben insgesamt eine Fläche von 348 Hektar. Die Teichflächen sind seit 1982 Teil eines Wasserschutzgebietes. 1987 sind sie auch als Vogelschutzgebiet ausgewiesen worden. Seit 2003 ist das Gebiet EU-Vogelschutzgebiet und seit 2005 im Rahmen des EU-Naturschutzvorhabens Natura2000 dem FFH-Gebiet 86 „Lachte-Lutter-Aschau“ zugeordnet.[11]
Neben den Aschauteichen und den Loher Teichen befinden sich noch größere Teichflächen an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg, die um 1845 beim Sandaushub für den Bahndamm dieser Trasse entstanden. Außerdem gibt es um Eschede viele Moore und Sümpfe und auch weitere Teiche, die oft versteckt in den umliegenden Wäldern liegen.
Verkehr [Bearbeiten]
Eschede liegt an der Bahnstrecke Hannover–Hamburg. Es hat einen eigenen Bahnhof. Die Bundesstraße 191 verläuft direkt durch den Ort.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Albert König (1881–1944), Maler und Graphiker
- Max Böcker (1883–1945 (Selbstmord)), Lehrer in Eschede, seit 1936 ehrenamtlicher „Pfleger für vorgeschichtliche Bodenaltertümer“[12]
- Friedrich Stolte (1889–1969), deutscher Politiker (DP, CDU) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages
- Wilhelm Brese (1896–1994), Heidebauer und deutscher Politiker (DNVP, CNBL, CDU), war Vorsitzender der Spar- und Darlehenskasse in Eschede und stand dem Kirchenvorstand in Eschede vor
- Erich Schellhaus (1901–1983), deutscher Verwaltungsbeamter und Politiker (NSDAP, später GB/BHE, GDP, CDU), wohnte nach dem Kriegsende im Pfarrhaus in Eschede
- Goede Gendrich (1912–2000), deutscher Forstmann und Autor
- Hans-Hubertus Bühmann (* 1921), deutscher Forstwirt und niedersächsischer Landespolitiker (CDU), war Vorstandsmitglied des Forstverbandes Eschede sowie Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Eschede
- Ernst Bauerochse (* 1925), deutscher Missionar und Kirchenvertreter, ging in Eschede zur Schule
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Eschede. 1915
- Joachim Hoppe, Kurt W. Seebo: Spuren des Salzes in einer Landgemeinde: Beitrag zur Geschichte der Kali- und Salzbergwerke Fallersleben in Habighorst und Mariaglück in Höfer. Aus der Geschichte der Samtgemeinde Eschede, Band 7, Eschede 2003 ISBN 3-8334-0605-4
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ von Hodenberg, Wilhelm: Verdener Geschichtsquellen, Erstes Heft, Celle, Capaun-Karlowa'sche Buchhandlung, 1856, S. 78, Urk. 48.
- ↑ Ausführlich: Blazek, Matthias: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900, Adelheidsdorf 2006, S. 492 f., ISBN 978-3-00-019837-3.
- ↑ Luttermann, Klaus: Die große Waldbrandkatastrophe, Celle 1976; Blazek, Matthias: „15000 Helfer aus ganz Deutschland kämpften im August 1975 gegen die Flammenhölle“, Cellesche Zeitung vom 8. August 2000.
- ↑ Vgl. Bauch, Udo: Zugunglück von Eschede überlebt, Books on Demand GmbH, Norderstedt 2003, ISBN 3-8330-0807-5; Blazek, Matthias: Die Geschichte des Feuerwehrwesens im Landkreis Celle – Ausgeführt und erläutert am Beispiel der 1910 gegründeten Ortsfeuerwehr Beedenbostel, ibidem, Stuttgart 2010, S. 128 f., ISBN 978-3-8382-0147-4.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224.
- ↑ Endergebnis der Kommunalwahlen am 10. September 2006.
- ↑ Endergebnis der Kommunalwahlen am 11. September 2011.
- ↑ www.eschede.de.
- ↑ www.eschede.de.
- ↑ Naturschutzgebiete, die zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in Niedersachsen ausgewiesen wurden, siehe lfd. Nr. 77.
- ↑ Buhr, Wolfgang; Probst, Volker; Geffcken, Hermann: Max Böcker (1883–1945), Aus der Geschichte der Samtgemeinde Eschede, Band 7, Eschede 1995.
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