Eschenlohe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eschenlohe
Eschenlohe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eschenlohe hervorgehoben
47.611.183333333333640Koordinaten: 47° 36′ N, 11° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Garmisch-Partenkirchen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ohlstadt
Höhe: 640 m ü. NHN
Fläche: 55,05 km²
Einwohner: 1547 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82438
Vorwahl: 08824
Kfz-Kennzeichen: GAP
Gemeindeschlüssel: 09 1 80 114
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
82441 Ohlstadt
Webpräsenz: www.eschenlohe.de
Bürgermeister: Anton Kölbl (CSU/Zukunft für Eschenlohe)
Lage der Gemeinde Eschenlohe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Ettaler Forst Wallgau Unterammergau Uffing am Staffelsee Spatzenhausen Seehausen am Staffelsee Saulgrub Riegsee (Gemeinde) Oberau Oberammergau Murnau am Staffelsee Mittenwald Krün Großweil Grainau Garmisch-Partenkirchen Farchant Ettal Bad Bayersoien Bad Kohlgrub Ohlstadt Eschenlohe Schwaigen Landkreis Ostallgäu Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Weilheim-Schongau ÖsterreichKarte
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Eschenlohe ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt.

Geografie[Bearbeiten]

Eschenlohe liegt an der Loisach im Westen des Estergebirges. Westlich des Ortes befindet sich das Murnauer Moos.

Außerdem liegt Eschenlohe in der Planungsregion Oberland

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich eine Burg der Grafen von Eschenlohe (Burg Eschenlohe), gehörte der Ort seit 1332 bis zur Säkularisation 1803 zum Gericht Murnau des gefreiten ehemals reichsunmittelbaren Klosters Ettal, das wiederum später zum Kurfürstentum Bayern gehörte. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Diese gehörte bis zur Gründung des Kreises Garmisch-Partenkirchen zum Bezirksamt und Finanzamt Garmisch und zum Amtsgerichtsbezirk Garmisch.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden die beiden Straßentunnel der „Olympiastraße“ (die heutige Bundesstraße 2) südwestlich des Dorfs im Rahmen der U-Verlagerung an den Enden bombensicher vermauert und dienten als geheime Produktionsstätte mit dem Tarnnamen „Ente“ u. a. für die Flugzeugwerke Messerschmitt AG. Die Anlage wurde von der sogenannten Oberbayerischen Forschungsanstalt in Oberammergau aus geführt und war ähnlich aufgebaut wie die U-Verlagerung im Engelbergtunnel. An dem Bau waren zahlreiche KZ-Häftlinge beteiligt, die in den Außenlagern des Konzentrationslagers Dachau in Seehausen bei Murnau und bei Oberammergau untergebracht waren.

Beim Pfingst-Hochwasser 1999 und beim August-Hochwasser 2005 wurde Eschenlohe jeweils stark betroffen, als schützende Dämme brachen.

Religionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch. Ein besonderes Schmuckstück ist die in den Jahren 1764–1782 im Spätbarockstil mit Anzeichen des frühen Rokoko, nach Plänen von Johann Michael Fischer (1691–1766), erbaute St. Clemens Kirche. Kunsthistorisch interessierte Gäste werden ihre Freude an den Werken berühmter Holzbildhauer und Kirchenmaler sowie der klangschönen Orgel haben.

Das Deckenbild über dem Hochaltar wurde von Jakob Zeiller gemalt, von dem auch das herrliche Ettaler Kuppelbild stammt. Das Gemälde, das noch vom hintersten Platz der Kirche ganz gesehen werden kann, zeigt Papst Clemens XI., der, mit vielen Christen auf der Halbinsel Krim zu Steinbrucharbeiten verurteilt, den Himmel um Wasser anfleht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1.351, 1987 dann 1.391 und im Jahr 2000 1.611 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 2. März 2008 ergab folgende Sitzverteilung im Gemeinderat:

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU)/Zukunft für Eschenlohe 41,8 % 6 Sitze
Freie Wählergemeinschaft Eschenlohe (FWE) 28,6 % 3 Sitze
Bayernpartei (BP) 18,0 % 2 Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 11,7 % 1 Sitze

Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitglieder, plus den ehrenamtlichen Bürgermeister Anton Kölbl (CSU/Zukunft für Eschenlohe).[2][3]

Gemeindefinanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 1.356.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 472.000 Euro.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Telfser Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Silber und Rot; vorne am Spalt ein halber schwarzer Adler, hinten ein silberner Balken.

Wie die Gemeinden Garmisch-Partenkirchen und Telfs führt Eschenlohe sein Wappen auf die Grafen von Eschenlohe zurück [4] [5] [6].

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Eschenlohe

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

In den Jahren 1927–2000 war in Eschenlohe das Hartsteinwerk Werdenfels in Betrieb, das u.a. Schotter für den Eisenbahnbau produzierte.

Insgesamt gab es 2011 463 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Darauf entfielen auf den Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, auf das Produzierenden Gewerbe 252, auf den Bereich Handel und Verkehr 154 und auf den Bereich öffentlicher und privater Dienstleister 48. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 557. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe ebenfalls drei Betriebe.

Zudem bestanden im Jahr 2010 27 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 948 ha Dauergrünfläche.[2]

neue Loisachbrücke von Nord-Westen
neue Loisachbrücke von Süden

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen.

Durch die Gemeinde führt die Bundesstraße 2, die zu den Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen als „Olympiastraße“ ausgebaut wurde. Sie führt von München über Murnau nach Garmisch-Partenkirchen und über den Grenzort Mittenwald ins österreichische Innsbruck.

Einen Kilometer nordwestlich des Ortskerns liegt die Autobahn-Ausfahrt 11 der aus München kommenden A 95 (Europastraße 533) Richtung Garmisch. Diese Schnellstraße findet 1,5 km südlich der Ausfahrt ihr provisorisches Ende und mündet dort in die Bundesstraße 2 ein. Das Autobahnende sorgt an verkehrsreichen Tagen für Stauungen.

Ein Bahnhof an der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen bindet Eschenlohe an das Netz der Deutschen Bahn AG an.

Eschenlohe verfügte über einen kleinen Flugplatz, der 2011 nach Ohlstadt verliegt wurde. Das Gelände am Murnauer Moos soll in seinen ursprünglichen Zustrand versetzt werden, was durch die Anlage von Magerrasenflächen erfolgen soll. Im Jahr 2013 kommt es zu einem Gerichtsverfahren, das klären soll, wer die Kosten hierfür zu tragen hat.[7]

Bildung[Bearbeiten]

In Eschenlohe gibt es einen zweigruppigen Kindergarten mit 50 Plätzen und momentan 41 Kindern, dessen Träger die Kath. Kirchenstiftung St. Clemens ist. Weiterhin gibt es am Ort eine Grundschule für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 mit aktuell 60 Schülern.[2]

Hochwasserschutz[Bearbeiten]

Nach dem Hochwasser von 2005 wurden umfangreiche Baumaßnahmen zum Schutz gegen Hochwasser durchgeführt. Die Uferdämme wurden erhöht und mit einer Mauer versehen. 2006 wurde eine neue Brücke errichtet, die die Loisach ohne Mittelpfeiler überspannt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eschenlohe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Eschenlohe – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Statistik kommunal 2012: Eschenlohe (PDF-Datei; 1,67 MB)
  3. Gemeinderat. Gemeinde Eschenlohe, abgerufen am 9. Mai 2013.
  4. GEMEINDE ESCHENLOHE — Wappengeschichte. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 3. Juni 2014.
  5. Ärger um "Garmisch-Partenkirchner" Wappen am Eschenloher Rathaus. Münchener Zeitungs-Verlag, abgerufen am 3. Juni 2014.
  6. Telfs. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 3. Juni 2014.
  7. Sportflieger auf Kollisionskurs. Merkur-Online, 25. Februar 2013, abgerufen am 29. April 2013.