Ette (Fluss)

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Ette
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Die Ette in Zaisenhausen

Die Ette in Zaisenhausen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 238834
Lage Baden-Württemberg
  Landkreis Schwäbisch Hall
  Hohenlohekreis
Flusssystem Rhein
Abfluss über Jagst → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle des rechten Quellbaches Eselsbach:
beim Schrozberger Weiler Kälberbach im Brühl
49° 20′ 10″ N, 9° 56′ 13″ O49.3361972222229.9369194444444468
Quellhöhe ca. 468 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen Q. Eselsbach
Mündung bei Mulfingen-Bachmühle von rechts und Nordosten in die mittlere Jagst49.3480555555569.7897222222222258.4Koordinaten: 49° 20′ 53″ N, 9° 47′ 23″ O
49° 20′ 53″ N, 9° 47′ 23″ O49.3480555555569.7897222222222258.4
Mündungshöhe 258,4 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 209,6 m
Länge ab Zsfl. von Esels- u. Tierbach:
9,1 km[2]
ab Q. Eselsbach: 13,8 km[3]
Einzugsgebiet 43,3 km²[4]
Rechte Nebenflüsse Gütbach, Pippibach, Staigerbach
Kleinstädte Schrozberg, Mulfingen, nur Anteil am EZG: Niederstetten
Gemeinden Blaufelden

Die Ette ist ein mit dem längsten Oberlauf fast 16 km langer kleiner Fluss auf der Hohenloher Ebene im Landkreis Schwäbisch Hall und dem Hohenlohekreis im nördlichen Baden-Württemberg, der aus dem Zusammenfluss des linken Tierbachs und des rechten Eselsbachs bei Schrozberg-Ettenhausen entsteht und bei Mulfingen-Talmühle von rechts und Nordosten in die mittlere Jagst mündet.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Quellbäche der Ette entspringen nahe an der Trasse der B 290 („Kaiserstraße“) zwischen deren Überquerung der Taubertalbahn nördlich von Blaufelden und Schrozberg-Riedbach. Der längste ist der Tierbach, dessen mündungsfernste Quelle etwa 1 km südöstlich von Blaufelden-Lenterweiler liegt. Von dort fließt der Tierbach zunächst als fast tallose Rinne südlich an Lentershausen vorbei, dreht dann aus ursprünglich westlicher in nordwestliche Richtung und tieft sich in die Ebene ein, durchquert Herrentierbach und läuft dann nach ca. 7 km mit dem von Osten zufließenden Eselsbach zusammen. Dieser entsteht seinerseits bei Schrozberg-Kälberbach und läuft erst westlich, dann nordwestlich, dann wieder westlich bis zum Zusammenfluss, er zeigt ähnliche Morphologie wie der Tierbach, hat wenig mehr Einzugsgebiet und ist etwa 2 km kürzer.

Ab dem Zusammenfluss heißt der Fluss Ette und biegt langsam nach Westen hin um. Zu Füßen von Schloss und Ortschaft Bartenstein durchquert das Flüsschen bald deren Weiler Ettenhausen, nach einem Schwenk nach Westen erreicht es Mulfingen-Zaisenhausen, um wenig danach die letzten 3 km vor der Mündung in die Jagst bei Mulfingen-Bachmühle nach Südwesten zu verlaufen. Kurz vor der Mündung ist die Talrinne gegenüber den umgebenden Höhen um über 250 m eingetieft. Die Ette hat, den längeren Tierbach mitgerechnet, eine Länge von 15,9 km, vom Zusammenfluss von Tierbach und Eselsbach an gerechnet sind es 9,1 km.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Ette, linksseitig relativ schmal, bildet eine nach Südwesten offene Sichel von etwa 43 km². Es grenzt im Norden an das der Tauber, im Nordosten und Osten an das des Tauberzuflusses Vorbach, im Südosten konkurriert der zur Brettach fließende Blaubach, von Süden über Westen bis Norden verläuft die Wasserscheide zumeist gegen kleinere Jagstzuflüsse.

Die Ette hat nur winzige linke Zuflüsse, die bedeutenderen rechten sind, ab dem Zusammenfluss von Tier- und Eselsbach, der Gütbach bei Bartenstein, der Pippibach bei Zaisenhausen, danach noch der Staigerbach.

Den Fluss und sein Einzugsgebiet teilen sich die folgenden Gemeinden und Städte: der Bereich des Tierbachs gehört zur Gemeinde Blaufelden, das Gebiet des Eselsbaches und etteabwärts bis fast nach Zaisenhausen rechnet zur Kleinstadt Schrozberg (beide Landkreis Schwäbisch Hall), Zaisenhausen und das untere Ettetal liegen auf Mulfinger Gemarkung (Hohenlohekreis); die Kleinstadt Niederstetten (Main-Tauber-Kreis) besitzt nur einen kleinen Zwickel des Einzugsbereichs im Norden.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Hierarchische Liste der Zuflüsse und RiverIcon-SmallLake.svg Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlängen in der Regel nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge), Einzugsgebiete entsprechend nach LUBW-GEZG, Seeflächen nach LUBW-SG10, Höhenangaben nach dem Höhenlinienbild auf dem Geodatenviewer. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

Zusammenfluss der Ette etwa 0,9 km südöstlich des kleinen Schrozberger Taldorfes Ettenhausen auf 385,4 m ü. NN[5] aus dem kürzeren rechten Eselsbach und dem längeren linken Tierbach. (49° 20′ 47″ N, 9° 53′ 6″ O49.3465222222229.8849916666667)

  • Eselsbach, rechter Quellbach, 4,719 km und 10,557 km². Entsteht wenig nördlich der L 1022 gegenüber dem Schrozberger Weiler Kälberbach im Brühl auf etwa 468 m ü. NN. (49° 20′ 10″ N, 9° 56′ 13″ O49.3361972222229.9369194444444) [6].
    • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt wenige Schritte von der Quelle einen Kleinweiher, 0,0345 ha.
    • RiverIcon-SmallLake.svg Passiert vor der Unterquerung der B 290 einen Weiher am rechten Ufer, 0,297 ha.
    • Zufluss aus dem See, von links im westlichen Wasen auf etwa 452 m ü. NN, 0,573 km und 0,971 km². Entsteht am Südostrand der Waldinsel Seeauf etwa 459 m ü. NN. RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt noch darin einen Waldweiher, 0,0289 ha.
    • Kalkofenbach, von rechts etwa 0,5 km nordnordwestlich-bachabwärts des Schrozberger Weilers Heuchlingen auf rund 426 m ü. NN, 2,599 km und 1,768 km². Entsteht an der Alten Straße südwestlich des Schrozberger Weilers Zell auf etwa 476 m ü. NN. Oberlauf bis diesseits der B 290 unbeständig.
    • Riedbach, von rechts etwa 1,0 km südwestlich des Dorfes Riedbach unter der abgegangenen Burg Alt-Bartenstein auf 419,2 m ü. NN[7], 2,782 km und 2,969 km². Entsteht etwa 0,6 km westnordwestlich des Weilerhofes an der Höhe zwischen den Waldinseln Braunst und Erlen auf etwa 467 m ü. NN.
      • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt am Südostrand der Erlen im Gewann See auf knapp 457 m ü. NN einen Weiher, 0,5956 ha.
  • Tierbach, linker Quellbach, 6,804 km und 10,167 km². Entsteht südöstlich des Blaufeldener Weilers Lentersweiler im Osten der Waldinsel Buchholz auf etwa 487 m ü. NN vor dem Seeholz. (49° 18′ 36″ N, 9° 56′ 0″ O49.3101111111119.9333888888889)
Zuflüsse siehe dort.
  • Katzenbach, von rechts am Westrand von Ettenhausen auf etwa 363 m ü. NN, 0,907 km. Entspringt dem Katzenbrunnen in der Talmulde zwischen dem Osten des Schrozberger Dorfes Bartenstein und dem Hornungshof auf etwa 425 m ü. NN.
  • Gütbach, von rechts an der Kläranlage zu Füßen von Schloss Bartenstein auf 355,7 m ü. NN[1], 2,678 km und 3,477 km². Entsteht östlich des Schrozberger Weilers Gütbach jenseits der B 290 noch vor dem Pfundholz auf fast 460 m ü. NN. Oberlauf unbeständig.
    • RiverIcon-SmallLake.svg Etwa 0,1 km rechts des obersten Laufes liegt an der von der Bundesstraße zum Niederstettener Weiler Sichertshausen abzweigenden K 2540 ein Grundwassersee in einem aufgelassenen Steinbruch, 0,196 ha.
  • RiverIcon-SmallLake.svg Durchfließt etwa 0,8 km östlich vor dem Mulfinger Dorf Zaisenhausen ein Hochwasserrückhaltebecken mit Vorbecken, 0,0682 ha und 1,1922 ha.
  • Pippibach, von rechts in Zaisenhausen längs der Staigerbacher Straße auf rund 312 m ü. NN, 3,994 km und 5,049 km². Entsteht im Stockholz zwischen dem Niederstettener Weiler Ermershausen und der Trasse der B 290 westlich davon auf etwa 454 m ü. NN.
    • Dörrlesbach, von rechts etwa 1,2 km östlich des Mulfinger Weilers Staigerbach auf 409,3 m ü. NN[1], 1,733 km. Entsteht im nördlichen Stockholz als Ausfluss einiger Weiher von zusammen 0,4902 ha auf um 450 m ü. NN. Fast auf ganzer Länge unbeständig.
    • Seebach, von links etwa 1,3 km südöstlich von Staigerbach auf 381,6 m ü. NN[1], 1,572 km. Entsteht am Schrozberger Wohnplatz Zollhaus neben der B 290 auf etwa 457 m ü. NN. Oberlauf unbeständig.
      • RiverIcon-SmallLake.svg Passiert am Oberlauf einen Weiher am linken Ufer auf etwa 450 m ü. NN, 0,0764 ha.
  • Zufluss aus dem Hangwald Weißau, von rechts im abwärtigen Zaisenhausen auf 309,7 m ü. NN[1], 1,311 km. Entspringt einer Quelle am Westende der Waldlichtung Neuebene auf unter 415 m ü. NN. Erreicht schon vor Zaisenhausen die Ette-Aue und läuft an deren linkem Rand lange der Ette fast parallel.
  • Hangbach von der Hochebene, von links an der Mündung des vorigen, ca. 0,7 km[8]. Entspringt einer Quelle am Oberen Brandt auf etwa 425 m ü. NN. Im Winkel zwischen diesem und dem vorigen Zufluss liegt in einer Aue der Mariengartenbrunnen.
  • Staigerbach, von rechts ungefähr am nördlichsten Punkt der Ette auf 297,5 m ü. NN[9], 2,145 km. Entsteht etwa 0,1 km nördlich des Weilers Staigerbach kurz vor dem großen Mönchswald auf rund 412 m ü. NN.

Mündung der Ette kurz nach Passieren der Mulfinger Bachmühle am Beginn des Naturschutzgebietes Riedhölzle und Jagstaue auf 258,4 m ü. NN[1] von rechts und Nordosten in die mittlere Jagst. Der kleine Fluss hat hier eine Länge von 9,092 km ab dem Zusammenfluss der Quellbäche, von 13,811 km ab der Quelle des rechten Eselsbachs[10] und von 15,896 km ab der des linken Tierbachs. Sein Einzugsgebiet bedeckt 43,256 km².

Geologie[Bearbeiten]

Eselsbach wie Tierbach entstehen in der Lettenkeuper-Auflage der Hohenloher Ebene und erreichen bald den oberen Muschelkalk, ab ihrer Westkurve unterhalb Bartensteins verläuft die Ette dann bis zur Mündung im mittleren Muschelkalk. Unterer Tierbach und Eselsbach wie das Ettetal bis zum Erreichen des mittleren Muschelkalks bilden recht steile Täler mit mäßig oszillierenden Talmäandern, stellenweise sind sie sehr eng. Ab Bartenstein fließt die Ette dann bis zur Jagst in breiterem Tal mit steilen Hängen, die oft bis zur Talaue herunter bewaldet sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke[Bearbeiten]

  • Schloss und ehemalige Stadt Bartenstein, zwischen zwei einmündenden Seitentälern auf einem Bergsporn rechts über dem Fluss gelegen, eine in der Barockzeit erbaute gräfliche, später fürstliche Kleinresidenz.
  • Ruine Alt-Bartenstein, etwa 1 km südwestlich von Riedbach, im Hangwald östlich über dem Eselsbachtal.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Texteintrag in Schwarz auf dem Geodatenviewer.
  2. Nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge).
  3. Nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag).
  4. Summe der Teileinzugsgebiete nach LUBW-GEZG.
  5. Texteinträge in Blau von 385, in Schwarz von 385,4 m ü. NN auf dem Geodatenviewer.
  6. LUBW-FG10 zählt diesen Oberlauf mit zur Ette
  7. Texteinträge an der Mündung in Blau von 419, in Schwarz von 419,2 m ü. NN auf dem Geodatenviewer.
  8. Abgemessen auf dem Geodatenviewer.
  9. Texteintrag in Blau auf dem Geodatenviewer.
  10. Wird von LUBW-FG10 mit zur Ette gezählt

Literatur[Bearbeiten]

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg (Nord)
  • Geologische Übersichtskarte von Baden-Württemberg, Blatt 2, 1962

Weblinks[Bearbeiten]