Eselsmilch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Eselfohlen wird von der Mutter gesäugt.

Eselsmilch ist die Milch von weiblichen Eseln. Sie dient den Eseln in den ersten Lebensmonaten als einzige Nahrung. Die in den ersten Lebenstagen (Kolostrum) in ihr enthaltenen Antikörper helfen beim Aufbau und der Stärkung des Immunsystems.

Nutzung[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Geschichtliche Fakten unbelegt --JoShi 14:38, 6. Nov. 2009 (CET)

Noch vor der Kuhmilch, der Ziegen-, Stuten- oder Schafsmilch war Eselsmilch die Ersatzmilch erster Wahl für mütter- und ammenlose Säuglinge (allerdings in Regionen mit traditioneller Pferdehaltung z.B. Steppengebiete Asiens gilt das folgende auch für Stutenmilch). Esel hatten lediglich den Nachteil, dass sie für Stadtbewohner kaum zu halten sind und nur mit großem Aufwand zu beschaffen waren. So befand sich neben dem Kinderkrankenhaus der Pariser Fürsorge (1881) ein Eselsstall. Eine Eselin lieferte pro Tag die Milch für zwei Kinder. Für Waisenkinder, Frühgeburten, ausgesetzte oder syphiliskranke Kinder war diese Milch oft die einzige Überlebenschance. Angeblich lagen die Kleinkinder in den Armen der Schwestern und saugten vom Euter der milchführenden Eselinnen.

Eselsmilch wird heute in Heilbehandlungen für Hauterkrankungen und Allergien verwendet. In erster Linie soll Eselsmilch von Allergikern getrunken werden. Reine Eselsmilch ist auch ein Kosmetikprodukt. Bereits in der Antike soll Kleopatra in Eselsmilch gebadet haben. Von Kaiserin Elisabeth und Joséphine Bonaparte sind ähnliche hautfreundliche Bäder überliefert.

In der Nähe der Stadt Agrigent in Italien entsteht nun die erste größere europäische Produktionsstätte für Eselsmilch. Da Eselsmilch eine natürliche Alternative für Babys und Kleinkinder mit einer Allergie gegen Kuhmilch darstellt ist die Nachfrage nach diesem teuren Naturprodukt hoch. Sie ist leichter gerinnbar und gibt nur nach langem Schütteln eine weiche, weiße, geschmacksarme, leicht ranzig werdende Butter.

Strukturformel von β-D-Lactose, dem wichtigsten Saccharid (Zucker) in der Eselsmilch.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Eselsmilch ist genau wie Stutenmilch der menschlichen Muttermilch sehr ähnlich, wobei der Anteil an Lipiden auffällig niedrig und der Lactose-Anteil hoch ist.[1] Sie wurde früher häufig als natürlicher Muttermilchersatz angewendet. Die Molken derselben enthalten viel Milchzucker und schmecken süß.


Zusammensetzung von Esels-, Stuten-, menschlicher und Kuhmilch (g/100 g)[1]
Esel Pferd Mensch Kuh
pH 7,0 – 7,2 7,18 7,0 – 7,5 6,6 – 6,8
Protein 1, 5 – 1,8 1,5 – 2,8 0,9 – 1,7 3,1 – 3,8
Lipide 0,3 – 1,8 0,5 – 2,0 3,5 – 4,0 3,5 – 3,9
Lactose 5,8 – 7,4 5, 8 – 7,0 6,3 – 7,0 4,4 – 4,9
Rückstände 0,3 – 0,5 0,3 – 0,5 0,2 – 0,3 0,7 – 0,8

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b H.Y. Guo, et al: Composition, physiochemical properties, nitrogen fraction distribution, and amino acid profile of donkey milk.. In: Journal of Dairy Science (Hrsg.): Journal of Dairy Science. 90, April 2007, S. 1635-43. doi:10.3168/jds.2006-600. Volltextversion auf [1]