Esparsetten

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Esparsetten
Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Esparsetten
Wissenschaftlicher Name
Onobrychis
Mill.

Die Esparsetten (Onobrychis) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), also Verwandte der Erbse.

Die etwa 130 Arten sind in Europa, Nordafrika, Zentralasien und Kleinasien beheimatet. Manche Arten werden als Futterpflanzen für Nutztiere verwendet.

Das Wort Esparsetten kommt von Esparcette (französisches Wort, das sich von provenzal esparceto ableitet, weitere Herkunft unsicher). Esparcet(te) bedeutet Süssklee.[1] Esparsetten werden auch gesundes Heu (wie auf Französisch sainfoin) genannt.

Esparsetten waren wichtige und sehr nahrhafte Futterpflanzen für schwer arbeitende Pferde in der europäischen Landwirtschaft. Seit der Ablösung dieser Pferde durch Traktoren werden sie kaum noch angebaut.

Die Esparsetten zählen zu den Nahrungspflanzen der Raupen des Esparsetten-Widderchens (Zygaena carniolica). Die Esparsette gilt als Zeigerpflanze für eine alkalische Bodenreaktion.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration der Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia).

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Onobrychis-Arten wachsen als selten einjährige, meist ausdauernde krautige Pflanzen, selten Halbsträucher.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter bestehen aus Blattstiel und Blattspreite. Die Blattspreite ist unpaarig gefiedert. Die Fiederblättchen stehen sich an der Rhachis gegenständig gegenüber. Die Ränder der Fiederblätter sind glatt. Die Basis der beiden trockenhäutigen Nebenblätter ist meist untereinander und mit dem Blattstiel verwachsen; Nebenblätter der Fiederblättchen sind keine vorhanden.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Blütenstand der Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) mit Blüten im Detail, gut zu erkennen sind die dunkleren Nerven in den rosafarbenen Kronblättern.

Die seitenständig auf einem langen Blütenstandsschaft stehenden, traubigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die Trag- und Deckblätter sind klein.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die fünf Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Die fünf Kronblätter stehen mit dem typischen Aufbau der Schmetterlingsblütler zusammen. Die Fahnen ist schmal bis kurz genagelt. Die Farben der Kronblätter reichen von purpurfarben bis rosa-purpurfarben und hellgelb, oft mit dunkleren Nerven. Die Flügel sind manchmal stark reduziert. Das Schiffchen besitzt eine mehr oder weniger gestutzte Vorderkante. Die Staubfäden der neun oder aller zehn Staubblätter sind untereinander verwachsen. Die Staubbeutel sind alle gleich. Das sitzende, einzige oberständige Fruchtblatt enthält eine oder zwei Samenanlagen. Der dünne Griffel endet in einer kopfigen Narbe.

Hülsenfrüchte von Onobrychis-Arten:
1) O. hypargyrea, 2) O. pallasii, 3) O. radiata, 4) O. petraea, 5) O. supina, 6) O. gracilis, 7) O. stenorhiza, 8) O. alba subsp. calcarea, 9) O. humilis subsp. humilis, 10) Onobrychis conferta subsp. hispanica, 11) O. montana 12) O. arenaria subsp. tommasinii, 13) O. oxyodonta, 14) O. inermis, 15) O. caput-galli, 16) O. aequidentata.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die abgeflachten, fast kugeligen Hülsenfrüchte bestehen meist nur aus eine Fruchtkammer. Die Früchte bleiben auch bei Vollreife geschlossen und enthalten ein oder zwei Samen. Die kahle oder behaarte Oberfläche der Früchte besitzt deutliche erhabene Nerven und sind ist meist bestachelt. Die mehr oder weniger nierenförmigen Samen besitzen ein kleines Hilum.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Onobrychis wurde 1754 durch Philip Miller in The Gardeners Dictionary ... Abridged ..... 4. Auflage, Volume 2 aufgestellt. Synonyme für Onobrychis Mill. sind Dendrobrychis Galushko und Xanthobrychis Galushko.[2] Die Gattung Onobrychis gehört zur Tribus Hedysareae in der Unterfamilie Faboideae innerhalb der Familie Fabaceae.[3]

Habitus, Laubblätter und Blütenstände der Sand-Esparsette (Onobrychis arenaria).
Habitus und Blüten von Onobrychis cornuta.
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Onobrychis montana.
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Onobrychis saxatilis.
Onobrychis argentea

Die Gattung Onobrychis enthält etwa 130 Arten:[4]

Berliner Wohlfahrtsmarke von 1977

Quellen[Bearbeiten]

  • Langran Xu & Byoung-Hee Choi: Onobrychis, S. 525-526 - Online: In: Flora of China, Volume 10, 2010. (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Robert Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen, Band XIB-2, Springer, 2001. ISBN 3-7643-5862-9 (Onobrychis: Seite 241-244) google-books Online.
  • S. Ahangarian, S. Kazempour Osaloo & A. A. Maassoumi: Molecular phylogeny of the tribe Hedysareae with special reference to Onobrychis (Fabaceae) as inferred from nrDNA ITS sequences, In: Iranian Journal of Botany, 13, 2007, S. 64–74.
  • S. I. Ali: Papilionaceae: Onobrychis in der Flora of Pakistan.
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Kosmos-Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 1994. ISBN 3-440-06223-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wahrig: DEUTSCHES WÖRTERBUCH, 6., neu bearbeitete Auflage. Auf der Grundlage der neuen amtlichen Rechtschreibregeln, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh 1997, ISBN 3-577-10677-8
  2. Onobrychis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Onobrychis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. Onobrychis in Suchmaske eingeben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Esparsetten (Onobrychis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien