Espenhain
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Leipzig | |
| Landkreis: | Leipzig | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Rötha | |
| Höhe: | 164 m ü. NN | |
| Fläche: | 28,16 km² | |
| Einwohner: |
2.498 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 89 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04579 | |
| Vorwahlen: | 034206, 034347 | |
| Kfz-Kennzeichen: | L | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 7 29 110 | |
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Wolfschlugener Weg 1 04579 Espenhain |
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| Bürgermeister: | Jürgen Frisch | |
| Lage der Gemeinde Espenhain im Landkreis Leipzig | ||
Espenhain ist eine Gemeinde im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Rötha.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Espenhain liegt in der Leipziger Tieflandbucht ca. 20 km südlich von Leipzig und 8 km nördlich von Borna, mitten im neuerschlossenen Leipziger Neuseenland.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
In unmittelbarer Nähe von Espenhain befinden sich die Orte Rötha, Borna und Dreiskau-Muckern.
[Bearbeiten] Ortsgliederung
Die Gemeinde Espenhain teilt sich im Wesentlichen in den alten Ortskern, genannt „das Dorf“, in die Siedlung, das Neubaugebiet, das Anfang der 60er Jahre den Beschäftigten des VEB BKK Espenhain als Wohnraum diente, und die Ortsteile Mölbis, Oelzschau und Pötzschau.
[Bearbeiten] Geschichte
Zur Geschichte der Ortsteile siehe jeweils dort.
Nach der Gründung als altsorbisches Dorf Miertzsch um 800 wurde der Ort nach 1150, befördert durch Wiprecht von Groitzsch, als Platzdorf gegründet und erhielt um 1350 den Namen "Espenhain". Das kleine Bauerndorf wird 1813/1814 stark in die Kämpfe der Völkerschlacht einbezogen. 1896 beginnt der Braunkohlenabbau. Eine Bahnstrecke nach Böhlen wird 1913 eröffnet. 1937 wird der Tagebau aufgeschlossen, 1940 wird die erste Kohle geliefert.[2][3]
Espenhain erreichte aufgrund des ansässigen Braunkohlekraftwerkes VEB BV Espenhain als die dreckigste Stadt in der DDR traurige Berühmtheit. Zu dieser Zeit wurden Verfahren zur Abgasreinigung absichtlich vernachlässigt, indem zum Beispiel die Rauchgasfilter abgeschaltet wurden, beziehungsweise war moderne Filtertechnik noch nicht ausreichend vorhanden. Die Qualität der verwendeten Braunkohle war ebenfalls minderwertig, was giftige Verbrennungsrückstände verursachte. Über dem Ort und seiner Umgebung lag immer eine Wolke von Phenolen, Schwefel, Ruß und Asche. Der hohe Schadstoffausstoß machte es erforderlich, jeden morgen Straßen und Gehwege zu kehren, da sich eine dicke Ascheschicht niedergelassen hatte. Einige Einwohner berichten, dass gelegentlich die Sonne hinter Aschewolken verschwand und dass Autos tagsüber mit Licht fahren mussten. Die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Einwohner der Stadt waren verheerend. Die Lebenserwartung lag infolgedessen einige Jahre unter dem landesweiten Durchschnitt. Vor allem Kinder litten stark unter den auftretenden Haut- und Atemwegserkrankungen, wie z. B. Ekzemen und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Auch heute noch sind viele Einwohner von Spätfolgen betroffen.[4]
[Bearbeiten] Eingemeindungen
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Ortspartnerschaften
Die Gemeinde Espenhain unterhält mit der Schwäbischen Gemeinde Wolfschlugen eine Ortspartnerschaft.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Sport
Im Jahr 1991 wurde in Espenhain der SV Espenhain 91 gegründet. Der Verein ging aus der Betriebssportgemeinschaft „Aktivist Espenhain“ hervor. Die Fußballer der BSG spielten in der DDR jahrelang in der Liga (zweithöchste Spielklasse), die Kegler des Vereins sogar in der höchsten Spielklasse der DDR, der Sonderliga. Mit Manfred Uhlmann stellte die „BSG Aktivist Espenhain“ einen Weltmeister im Kegeln.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Auf dem Gelände des Industrie- und Gewerbegebietes befindet sich die alte Hauptwerkstatt des VEB BKK Espenhain. Diese Werkstatt wird heute von TDE (Technische Dienste Espenhain) als Werkstatt und Produktionsstätte genutzt. In dieser Werkstatt findet unter anderem jährlich ein in der Region beachtetes Weihnachtskonzert statt.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Auf dem Territorium des ehemaligen VEB BV Espenhain, zu DDR-Zeiten einer der größten Braunkohle verarbeitenden Betriebe der DDR, befindet sich jetzt ein Industrie- und Gewerbegebiet.
Am 8. September 2004 wurde in Espenhain das damals größte Solarstromkraftwerk der Welt (Solarkraftwerk Espenhain Spitzenleistung: 5 Megawatt) in Betrieb genommen.
Im Nachbarort Thierbach befand sich das Kraftwerk Thierbach mit einer installierten Bruttoleistung von 840 MW. Es war von 1969 bis September 1999 in Betrieb. Der 300 m hohe Schornstein wurde im Oktober 2002 und die vier 93 m hohen Kühltürme im März 2006 gesprengt.
[Bearbeiten] Verkehr
Die Bundesstraße 95 führt vierspurig durch die Gemeinde. Die Bundesautobahn 38 ist ca. 12 km entfernt.
Die Gemeinde liegt im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes; Espenhain liegt mit den Städten Rötha, Böhlen und Zwenkau in der Tarifzone 152. Ein Anschluss an das Schienennetz bestand bis 1993 durch die Bahnstrecke Böhlen–Espenhain. Heute dient die Bahnstrecke nur noch dem Güterverkehr zwischen Böhlen und dem Güterbahnhof Espenhain. Das Bahnhofsgebäude des Bahnhofes Espenhain ist bis heute ungenutzt geblieben.
Durch die LeoBus GmbH, einem Tochterunternehmen des LVB-Konzerns, ist Espenhain mit den Linien 101, 141 und 144 in Richtungen Böhlen, Kitzscher, Zwenkau und Leipzig-Probstheida angebunden. Die Linien 101 und 144 sind am Bahnhof Böhlen auf die MRB2 und MRB70 sowie den RE8 und die RB130 ausgerichtet. Durch die Thüsac Personenverkehrsgesellschaft mbH ist Espenhain zusätzlich mit der Regionalbuslinie 276 Richtungen Borna über Kitzscher und dem Ortsteil Mölbis verbunden. Die zentrale Haltestelle aller vier Buslinien ist Espenhain, Fußgängertunnel.
[Bearbeiten] Bildung
In Espenhain befindet sich eine Grundschule. Sie ist im Gebäude der ehemaligen Polytechnischen Oberschule „Hugo-Joachim“ untergebracht.
Auf dem Gebiet des ehemaligen VEB BV Espenhain befindet sich das Berufliche Gymnasium Espenhain.
Des Weiteren befindet sich im "IGP - Industrie- und Gewerbepark Espenhain" mit der TDE Personal Service GmbH eine überbetriebliche Aus- und Weiterbildungsstätte, die insbesondere in gewerblich-technischen Berufen (Schwerpunkt Metall- und Elektrobranche) sowie in kaufmännischen Berufen Lehrgänge durchführt.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
Christoph Heinrich Zeibich (1677–1748), lutherischer Theologe, geboren in Mölbis
[Bearbeiten] Literatur
- Richard Steche: Espenhain. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 23.
- Espenhain. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 2. Band, Zwickau 1815, S. 567 f.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ Tourismusportal Leipziger Neuseenland
- ↑ Broschüre "Espenhain" der LMBV
- ↑ http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linaktuell/show.php3?id=298&nodeid=18
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
[Bearbeiten] Weblinks
- Kulturbüro Espenhain / Christliches Umweltseminar Rötha e.V.
- Espenhain im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
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