Esperanto

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Dieser Artikel befasst sich mit der Plansprache Esperanto; zum gleichnamigen Asteroiden siehe Esperanto (Asteroid).
Esperanto
Projektautor Ludwik Lejzer Zamenhof
Jahr der Veröffentlichung 1887
Sprecher Einige tausend Muttersprachler;[1] verschiedene Schätzungen für Esperanto als Zweitsprache, z. B. 500.000[2] und 2 Millionen.[3]
Linguistische
Klassifikation
Besonderheiten Substantive, Adjektive, Verben und
abgeleitete Adverben sind an
charakteristischen Endungen erkennbar.(*)
Sprachcodes
ISO 639-1:

eo

ISO 639-2:

epo

ISO 639-3:

epo

Symbole
Esperantoflagge Jubiläumssymbol
Esperanto-Flagge Esperanto-Ei
Textprobe
La akcento estas sur la antaŭlasta silabo. La kernon de la silabo formas vokalo. Vokaloj ludas grandan rolon en la ritmo de la parolo. Substantivoj finas per -o, adjektivoj per -a. La signo de la pluralo estas -j. La pluralo de „lasta vorto“ estas „lastaj vortoj“.

Esperanto ist die am weitesten verbreitete und gleichzeitig die einzige voll ausgebildete Plansprache. Unter dem Pseudonym Doktoro Esperanto (,Doktor Hoffender‘) veröffentlichte Ludwik Lejzer Zamenhof 1887 die heute noch gültigen Grundlagen der Sprache.[4] Seine Absicht war, eine leicht erlernbare, neutrale Sprache für die internationale Verständigung zu entwickeln.

Sprache[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sprachaufbau des Esperanto

Die Wörter bestehen überwiegend aus unveränderlichen Wortelementen, die aneinandergefügt werden. So wird beispielsweise die Mehrzahl eines Substantivs oder Adjektivs und vieler Pronomen durch das Anhängen eines -j gebildet: domo ,Haus‘, domoj ,Häuser‘, der Objektfall durch das Anhängen eines weiteren -n: domojn ‚Häusern‘. Der Wortstamm wird nicht verändert, wie es oft im Deutschen vorkommt.[5] Das hier sichtbare agglutinierende Prinzip ist beispielsweise auch aus dem Finnischen, Ungarischen und Türkischen bekannt.

Der Schöpfer des Esperanto, Zamenhof, strebte einen regelmäßigen Sprachaufbau an, um den Lernaufwand zu minimieren, insbesondere in der Morphologie und bei der Wortbildung. Für die Deklination von Substantiven und die Konjugation von Verben gibt es jeweils nur ein Schema. Auch das in vielen Sprachen unregelmäßige Verb „sein“ wird im Esperanto nach demselben Schema konjugiert wie alle anderen Verben:

  • mi estas ,ich bin‘
  • vi estas ,du bist‘
  • li estas ,er ist‘
  • ŝi estas ,sie ist‘

Zur besseren Erkennbarkeit haben einige Wortarten bestimmte Endungen. -o beispielsweise ist die Endung für Substantive: domo ,Haus‘; -a ist die Endung für Adjektive: doma ,häuslich‘ usw.

Die Angaben zur Herkunft der Esperanto-Wörter sind nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Ein paar Quellen zu den Prozentzahlen der Wörterherkunft (z. B. Deutsch und Englisch) wären nett. --Lu (Diskussion) 08:08, 16. Jun. 2013 (CEST)

Die meisten Esperanto-Wörter entstammen dem Latein oder romanischen Sprachen[6] wie dem Französischen. Ein ziemlich großer Anteil kommt aber auch aus germanischen Sprachen, vor allem dem Deutschen und Englischen (je nach Textkorpus wird dieser Anteil auf fünf bis zwanzig Prozent geschätzt). Dazu gibt es eine Reihe von Wörtern aus slawischen Sprachen, besonders dem Polnischen und dem Russischen. Außerdem wurden Wörter aus dem Griechischen entlehnt.

In der Regel sind die Wörter aber in mehreren Sprachen bekannt, zum Beispiel Esperanto religio (Religion): englisch religion, französisch religion, polnisch religia; Esperanto lampo (Lampe): englisch lamp, französisch lampe, polnisch lampa usw. Teilweise existieren im Esperanto bewusste Mischformen, zum Beispiel ĝardeno: Die Schreibung ähnelt englisch garden, die Aussprache ähnelt französisch jardin.

Die Schreibweise ist phonematisch, das heißt, dass jedem Schriftzeichen nur ein Phonem (Sprachlaut) und jedem Phonem nur ein Schriftzeichen zugeordnet ist. Sie verwendet Buchstaben des lateinischen Alphabets, ergänzt durch Überzeichen (diakritische Zeichen). Beispielsweise entspricht ŝ dem deutschen sch und ĉ dem tsch (z. B. in ŝako „Schach“ und Ĉeĉenio „Tschetschenien“). (Siehe auch Esperanto-Rechtschreibung.)

Sprachbeispiel[Bearbeiten]

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1:

Ĉiuj homoj estas denaske liberaj kaj egalaj laŭ digno kaj rajtoj. Ili posedas racion kaj konsciencon, kaj devus konduti unu al la alia en spirito de frateco.
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

Anwendung und Organisationen[Bearbeiten]

Einige der Teilnehmer der internationalen Woche (Xanten, 2005/2006)

Für Esperantosprecher werden lokale, nationale und internationale Kongresse, Seminare, Kulturveranstaltungen und Feste angeboten. Darüber hinaus sind Internetforen und Chaträume auf Esperanto verfügbar.

Ein internationaler Gastgeberdienst namens Pasporta Servo informiert über Esperantosprecher, die bereit sind, andere Esperantosprecher kostenlos für eine kurze Zeit bei sich übernachten zu lassen. Brieffreundschaften auf Esperanto vermitteln beispielsweise der Korrespondenzdienst Koresponda Servo Mondskala[7] und Edukado.net.[8] Weit wichtiger als Brieffreundschaften ist heute aber die Kommunikation per Internet über E-Mail, Mailingliste oder Voice over IP.

Die größten Esperanto-Organisationen in Deutschland sind der Deutsche Esperanto-Bund sowie die Jugendorganisation Deutsche Esperanto-Jugend mit ihren Orts-, Regional- und Landesverbänden. Der größte weltweite Dachverband heißt Universala Esperanto-Asocio (Esperanto-Weltbund) mit Sitz in Rotterdam. Die DEJ ist als nationaler Verband der UEA-Jugendorganisation TEJO angeschlossen.

Vortrag in der Sommer-Universität auf dem Esperanto-Weltkongress 2008

Veranstaltungsorte des Esperanto-Weltkongresses, der jährlich größten Veranstaltung mit je nach Land etwa tausend bis dreitausend Teilnehmern, waren zuletzt Havanna (2010), Kopenhagen (2011) Hanoi (2012)[9] und Reykjavík (2013). Die nächsten Weltkongresse werden in Buenos Aires (2014) und Lille (2015) stattfinden. Daneben finden jährlich Hunderte kleinerer Veranstaltungen statt.

Nach der direkten Kommunikation unter Esperantisten ist die Esperanto-Literatur der häufigste Anwendungsbereich. Ein weiterer Bereich ist die Esperanto-Musik, das heißt Musik mit Texten in dieser Sprache.

Seit den 1920er Jahren gibt es einige regelmäßige Radio-Sendungen auf Esperanto, beispielsweise von Radio China International, Radio Vatikan und Radio Habana Cuba . Es wurden bis heute vier Spielfilme auf Esperanto hergestellt, darunter Inkubo mit William Shatner. Im Internet gab es zunächst private Seiten, später kamen größere Projekte hinzu (2001 die Esperanto-Wikipedia).

Verschiedene Esperanto-Fachverbände beschäftigen sich mit einzelnen Themen, so dass auch Wissenschaftssprache auf Esperanto entsteht. Auf den Esperanto-Weltkongressen gibt es eine Sommer-Universität mit Vorträgen aus unterschiedlichen Wissensgebieten.

Anzahl der Sprecher[Bearbeiten]

Über die Zahl der Sprecher liegen (wie bei den meisten in vielen Ländern verbreiteten Sprachen) nur Schätzungen vor; in einigen Ländern sind die Sprachkenntnisse bei Volkszählungen ermittelt worden. Weitere Anhaltspunkte kann die Mitgliedschaft in Esperantoverbänden geben[10].

Bei der Volkszählung in Litauen 2001 gaben 844 Personen an, Esperanto zu sprechen (also ca. 0,025 % der 3,5 Millionen Einwohner). Esperanto belegte damit Platz 16 unter den von Litauern gesprochenen Fremdsprachen.[11] In Ungarn, wo Esperanto an den Universitäten Wahlpflichtfach ist, gaben bei der Volkszählung 2001 insgesamt 4.575 Personen an, dass sie Esperanto sprechen (also ca. 0,045 % der 10,2 Mio. Einwohner).[12] Auch hier belegte Esperanto Platz 16 unter den beherrschten Fremdsprachen. Die ungarischen Volkszählungen deuten auch auf ein Anwachsen der Zahl der Esperantosprecher in Ungarn hin: 1941 wurden 942 Esperantosprecher gezählt (0,010 % der Bevölkerung), 1990 waren es 2 083 (0,020 % der Bevölkerung) und 2001 dann 4 575 (0,045 % der Bevölkerung).

Der Esperanto-Weltbund hatte 2011 insgesamt 5.321 Einzelmitglieder (davon 502 aus Deutschland) und 10.480 zusätzliche Mitglieder über seine weltweiten Landesverbände (davon 653 über den Deutschen Esperanto-Bund).[13]

Zwei Drittel der etwa 5.500 Mitglieder des größten Dachverbandes, des Esperanto-Weltbundes leben in Europa. Das Jahrbuch 2009 der UEA verzeichnet Delegierte aus 102 Ländern. Bei ethnologue.com wird eine Zahl von zwei Millionen Sprechern genannt.[3] Diese Zahl umfasst auch diejenigen, die Esperanto schon seit längerer Zeit nicht mehr aktiv sprechen. Sie entstammt dem World Almanac von Sidney S. Culbert.[14]

Lebende Sprache[Bearbeiten]

Zwar kann keine verlässliche quantitative, jedoch eine Aussage qualitativer Art getroffen werden, basierend auf der Untersuchung der Sprachpraxis. Die Sprechergemeinschaft des Esperantos war und ist ausreichend groß, um die Sprache in einer bereits viele Jahrzehnte währenden Kontinuität anzuwenden und weiterzuentwickeln. Esperanto gehört offensichtlich nicht zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen. Im Internet und bei Computerprogrammen wird Esperanto oft als Option angeboten (z.B. bei Facebook), ebenso wie bei fast jeder populären Open-Source-Software, so etwa bei Firefox.[15][16]

Es gibt auch eine Esperanto-Wikipedia: Dort waren im August 2014 über 200.000 Artikel verfügbar (damit belegt Esperanto Platz 33, vor z.B. Slowakisch und Dänisch).[17]

Beispiele für Esperanto-Sprecher[Bearbeiten]

Esperanto als zweite Muttersprache[Bearbeiten]

Es gibt einige hundert Familien, in denen Esperanto gesprochen wird und auch die Kinder – neben einer anderen Sprache – mit Esperanto aufwachsen. Laut dem Linguisten Harald Haarmann wird Esperanto von „etlichen tausend Menschen“ weltweit als Muttersprache gesprochen.[1] Die ungarische Volkszählung 2001 ergab dort 168 Esperanto-Muttersprachler.[20]

Die erste bekannte Esperanto-Muttersprachlerin war die 1904 geborene Emilia Gastón.[21] In Deutschland gehörten Margarete Bläsing (verh. Klünder) (1914–2012) und Ino Kolbe (1914–2010) zu den ersten Kindern, die mit Esperanto als Muttersprache aufwuchsen.[22] Die Weitergabe von Esperanto von einer Generation zur nächsten funktioniert teilweise bereits seit hundert Jahren. So wohnt in der Nähe von Münster eine Familie, in der Esperanto nunmehr in der vierten Generation gesprochen wird.[23]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte des Esperanto

1887 veröffentlichte Ludwik Lejzer Zamenhof in Warschau eine Broschüre mit den Grundlagen der neuen Sprache.[24][25] 1889 folgte eine Adressenliste mit den ersten Anhängern, außerdem wurde die auf Esperanto in Nürnberg herausgegebene Zeitschrift La Esperantisto gegründet.[26]

1898 gründete Louis de Beaufront eine französische Esperanto-Gesellschaft, die später der erste Esperanto-Landesverband wurde.[27] 1908 wurde die Universala Esperanto-Asocio (der Esperanto-Weltbund) gegründet.[28] Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges gab es Verbände oder zumindest Ortsgruppen auf allen Kontinenten.

Zwischen den beiden Weltkriegen kam es in mehr als einem Dutzend Ländern zu politischen Behinderungen. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden alle Kunstsprachevereinigungen verboten.[29] Unter Josef Stalins Herrschaft in der Sowjetunion gab es kein öffentlich bekannt gemachtes Verbot; der Geheimdienst NKWD listete zunächst u. a. „alle Menschen mit Auslandskontakten“ auf, dann „konnten die Verhaftungen beginnen“.[30] Ein Befehl von 1940 aus Litauen listet „Esperantisten“ neben Briefmarkensammlern unter den zu verhaftenden Personengruppen.[31] Die verhafteten Esperantosprecher vernahmen die „stereotype Anklage: ‚Sie sind aktives Mitglied einer internationalen Spionageorganisation, die sich unter dem Namen 'Vereinigung sowjetischer Esperantisten' auf dem Territorium der UdSSR verborgen hat.‘“[32] Viele Esperantosprecher wurden erschossen oder kamen auf andere Weise um, z. B. Ernest Dresen.[33]

Zentralkomitee und Länderrat der Esperanto-Bewegung, im April 1926 auf einer gemeinsamen Sitzung in Locarno (Schweiz)
Ausstellung über Hundert Jahre Esperanto-Weltbund, Rotterdam 2008

Während des Kalten Krieges dauerte es längere Zeit, bis in den osteuropäischen Staaten Esperanto-Verbände gegründet werden konnten. Eine Ausnahme bildete Jugoslawien, wo bereits 1953 ein Esperanto-Weltkongress stattfand. 1959 fand in Warschau der erste Weltkongress in einem Land des Ostblocks statt. Nach und nach entwickelten sich Kontakte und Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden in Ost und West. 1980 durfte der chinesische Landesverband dem Esperanto-Weltbund beitreten.

Nach dem Fall der Berliner Mauer stieg die Zahl der Landesverbände im Weltbund.

Öffentliche Wahrnehmung[Bearbeiten]

Wolf Schneider veröffentlichte in der NZZ im Oktober 1994 einen Artikel „Nachruf aufs Esperanto“; der Artikel wurde 2009 in einem Buch des Rowohlt-Verlags nachgedruckt.[34] Dort formuliert Schneider, dass der Bedarf an einer Kunstsprache noch nie so gering wie heute sei. Die Frage, warum man die Kunstsprachen allesamt für tot erklären dürfe, beantwortet er auf mehreren Ebenen. Neben der fehlenden Wärme und Macht der Kunstsprachen schreibt er, diese verfügten weder über Aura noch Tiefe. Dem Esperanto wirft er darüber hinaus vor, es verlange eine komplizierte Deklination. Im übrigen seien Weltsprachen immer durch militärische, kulturelle, wirtschaftliche Übermacht entstanden. Dies alles fehle dem Esperanto und sei zugleich dessen drastischster Nachteil.[35] - Zu dem Artikel von Wolf Schneider schrieb die Sprachwissenschaftlerin Sabine Fiedler, dass er eine vernichtende „Karikatur des Esperanto“ sei, „die auf Irrtümern, falschen Informationen, täuschenden Vergleichen, Halbwahrheiten und irrtümlichen Beurteilungen wegen fehlender Kenntnisse“ beruhe; es handele sich um „ein bedauerliches Beispiel eines Autors, der seine Vorurteile ausdrückt, ohne sich über das Thema zu informieren (…).“[36]

Das französische Bildungsministerium gab im April 2010 bekannt, Esperanto könne nicht als Schulfach angeboten werden, da die Anzahl der Sprecher zu gering sei, um einen praktischen Gebrauch zu haben. Zudem fehle der Kunstsprache das kulturelle Erbe. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Esperanto weder in der Wirtschaft noch in der Diplomatie noch in der Forschung mit anderen Sprachen konkurrieren könne und zudem in keiner großen internationalen Organisation als Arbeitssprache zugelassen sei.[37]

Ein Vertreter des britischen Department for Children, Schools and Families erklärte 2008[38] zur Frage der Zulassung des Esperanto als Schulsprache, dass Esperanto es Schülern nicht erlaube, „ein Interesse an der Kultur anderer Nationen zu entwickeln“ oder „mit Muttersprachlern zu kommunizieren“, weil es „keine zugehörige Kultur“ oder ein Mutterland habe.

Die Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland hat die Einführung von Esperanto als Pflichtfach mit Beschluss von November 1954 abgelehnt; erneuert im September 1961. „Gegen den Unterricht von Esperanto in freiwilligen Arbeitsgemeinschaften bestehen keine Bedenken.“[39]

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus teilte 1980 mit, dass über die Einrichtung von freien Arbeitsgemeinschaften am Gymnasium hinaus „in der gymnasialen Oberstufe Esperanto durchaus als Grundkursfach gewählt werden“ kann, „sofern sich genügend Interessenten für diesen Unterricht finden“. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass nicht beabsichtigt sei, aufgrund des anzunehmenden geringen Umfangs der Nachfrage eine Lehrplanbefähigung für Esperanto zu schaffen. In der Antwort verweist das Ministerium darüber hinaus darauf, dass an der größten Volkshochschule Bayerns in München keine Esperantokurse angeboten würden, während „bei entsprechender Nachfrage auch Esperanto-Kurse angeboten würden“.[40]

Kritik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kritik an Esperanto

Die stärkste Kritik an Esperanto ist der bisher gescheiterte Anspruch vieler seiner Anhänger, dass es weltweite Zweitsprache werden soll.

Darüber hinaus gibt es seit Bestehen der Sprache Kritik von Sprachwissenschaftlern, die teilweise von anderen Linguisten zurückgewiesen wird.

Der folgende Satz ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Die Schreibweise mit lateinischen Buchstaben als Grundlage nehmend, trägt die Sprache nicht der Tatsache Rechnung, dass die meisten Menschen der Welt andere Schriften verwenden. Dies wird besonders in der Statistik der weltweiten Verbreitung deutlich, die zeigt, dass der allergrößte Teil der Nutzer dieser Sprache aus Gebieten mit lateinischen Schriftzeichen kommt. Andererseits gewährleistet die lateinische Schrift (wie auch die nahe verwandten griechische und kyrillischen Schriften) einen einfachen Laut-Buchstaben-Bezug, der bei konsonantischen (Hebräisch, Arabisch) und syllabischen Schriften (Japanisch) sowie lexiko-ideogrammischen Schriften (Chinesisch) nicht in dieser Weise gegeben ist. Außerdem wird die Auswahl der Vokabeln des Esperanto aus den slawischen und westeuropäischen Sprachen kritisiert.

Sonstige Verwendung[Bearbeiten]

Esperanto als Stilmittel[Bearbeiten]

Zuweilen wird Esperanto in der Kunst verwendet. In Charlie Chaplins Der große Diktator sind die Ladenaufschriften im jüdischen Ghetto auf Esperanto,[41] und in Idiot's Delight mit Clark Gable wird in einer unbenannten europäischen Diktatur Esperanto gesprochen – man wollte nicht ein bestimmtes Land darstellen und wich daher auf die neutrale Sprache aus. Ähnlich war es bei Street Fighter (1994) und Blade: Trinity (2004). Wegen des internationalen und exotischen Anklangs verwendete Michael Jackson Esperanto-Sätze als Einleitung für den Werbespot zu seinem Album HIStory.

Der 1965 publizierte Art-House Horrorfilm Inkubo des US-Amerikanischen Regisseures Leslie Stevens mit dem damals noch unbekannten William Shatner in der Hauptrolle gilt bis heute als eine der seltsamsten Produktionen der Filmgeschichte, nicht zuletzt deshalb, weil der gesamte Dialog in Esperanto verfasst wurde. Der Film existiert ansonsten nur mit Untertiteln.

In der Science-Fiction-Literatur wird Esperanto vereinzelt als die Hauptsprache einer fernen Zukunft genutzt, beispielsweise im Flusswelt-Zyklus von Philip José Farmer. Auch im Stahlrattenzyklus des SF-Autors Harry Harrison spielt Esperanto die Rolle einer intergalaktischen Verkehrssprache. Teilweise sind Orte und Personen mit Esperantoworten benannt.

Metaphorischer und sonstiger Gebrauch des Wortes „Esperanto“[Bearbeiten]

Metaphorisch gebraucht man das Wort Esperanto manchmal, um etwas Internationales, Vermittelndes oder Gemischtes anzudeuten, mitunter auch abwertend. Beispielsweise wurde Java als das „Esperanto der Programmiersprachen“,[42] BASICODE als „Esperanto für Computer“ oder „Computer-Esperanto“[43] und der Euro als „Esperanto-Währung“[44] bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

Sprachwissenschaft

  •  Detlev Blanke: Internationale Plansprachen. Eine Einführung. (= Sammlung Akademie-Verlag. 34, Sprache). Akademie-Verlag, Berlin 1985, ISSN 0138-550X., S. 219–292 (Kapitel 4: Esperanto) und S. 337–367 (Kapitel 6: Bibliografie, 6.3.12–6.3.22)
  •  Benoît Philippe: Sprachwandel bei einer Plansprache am Beispiel des Esperanto. Hartung-Gorre, Konstanz 1991, ISBN 3-89191-480-6 (Zugleich Dissertation an der Universität Konstanz 1991).
  •  Pierre Janton: Einführung in die Esperantologie. 2. Auflage. Olms, Hildesheim 1993, ISBN 3-487-06541-X.

Geschichte

  •  Ulrich Lins: Die gefährliche Sprache. Die Verfolgung der Esperantisten unter Hitler und Stalin. Bleicher, Gerlingen / Stuttgart 1988, ISBN 3-88350-023-2.
  • Hans-Dieter Kuhn: Die Plansprachen Volapük und Esperanto in Konstanz. Geschichte und lokale Ereignisse; Hartung-Gorre Verlag Konstanz 2010; ISBN 978-3-86628-357-2.

Wörterbücher

  •  Erich-Dieter Krause: Großes Wörterbuch Esperanto-Deutsch. Buske, Hamburg 1999, ISBN 3-87548-193-3.
  •  Erich-Dieter Krause: Großes Wörterbuch Deutsch-Esperanto. Buske, Hamburg 2007, ISBN 978-3-87548-466-3.
  •  Ulrich Matthias, Dietrich M. Weidmann: Kleines Wörterbuch Deutsch-Esperanto / Esperanto-Deutsch. Marix, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-86539-182-7.
  • tatoeba, ein vielsprachiges Sätze-Wörterbuch. Esperanto ist darin mit über 200.000 Beispielsätzen vertreten.

Lehrbücher

  •  Detlev Blanke, Till Dahlenburg: Konversationsbuch Deutsch-Esperanto. Enzyklopädie, Leipzig 1990, ISBN 3-324-00508-6.
  •  Klaus Dahmann, Thomas Pusch: Esperanto Wort für Wort. Band 56, Kauderwelsch, 1998, ISBN 3-89416-246-5 (Sprachführer mit Grammatik und Wortliste).
  •  Eckhard Bick u. a.: Tesi, la testudo. Esperanto-Lehrbuch / Intensa lernolibro. 3. Auflage. EsperantoLand, Berlin 2006.
  •  Dirk Willkommen: Esperanto-Grammatik. Eine Lerner- und Referenzgrammatik. 2. Auflage. Buske, Hamburg 2007, ISBN 3-87548-244-1.
  •  Hermann Göhl: Ausführliche Sprachlehre des Esperanto. Lehr- und Nachschlagewerk für Fortgeschrittene. Esperanto-Verband im Kulturbund der DDR, Berlin (Ost) 1989 (Eine sehr detaillierte Darstellung der Struktur des Esperantos, der 2. Nachdruck der Auflage von 1932).
  •  Arthur Degen,Kun bildoj de Ernst Kutzer: Esperanto Lernolibro por popollernejoj. Ferdinand Hirt&Sohn, Leipzig 1930.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Esperanto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Esperanto – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Esperanto – Zitate
 Wikibooks: Esperanto – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Harald Haarmann: Kleines Lexikon der Sprachen. Von Albanisch bis Zulu. Beck Verlag, München 2001 (S. 115–116): Esperanto wird „auch von etlichen tausend Menschen in der Welt (z. B. in Ungarn, Österreich, Bulgarien, Japan, USA) als Muttersprache erlernt“. „Inzwischen gibt es Muttersprachler der zweiten und sogar dritten Generation.“ Online bei fischer-zim.ch.
  2. Detlev Blanke: Internationale Plansprachen. Berlin 1985, S. 289
  3. a b ethnologue.com
  4. Die deutsche Ausgabe der Broschüre erschien am 24. November 1887, die erste, russische Ausgabe am 26. Juli (beides greg. Kalender).  Adam Zakrzewski: Historio de Esperanto 1887-1912. Fotorepreso de la eldono Varsovio, 1913, 2. Auflage. Varsovio (Warschau) 1979.
  5. Hier z. B. in Esperanto stets 'dom', im Deutschen 'Haus'/'Häus'
  6. Esperantisten in aller Welt
  7. Koresponda Servo Mondskala (Version vom 18. Dezember 2009 im Internet Archive)
  8. Edukado.net
  9. UEA.ORG: Retaj arkivoj pri kongresoj (Version vom 18. April 2012 im Internet Archive)
  10. Die Schätzung der Anzahl der Esperantosprecher anhand der Mitgliederzahlen der Esperanto-Verbände ist aber kritisch zu sehen; niemand würde die Anzahl der Sprecher des Deutschen (oder anderer Sprachen) anhand der Mitgliederzahlen der Vereinigungen für deutsche Sprache (oder der entsprechenden Sprachen) schätzen...
  11. Litova Stelo, 1/2004, S. 24 (hier irrtümlich 858 Personen angegeben) und Mail-Mitteilung des Litauischen Amts für Statistik.
  12. Ungar. Stat. Amt; nach einer anderen Seite, Volkszählung 2001 (Bewohner nach Sprachkenntnissen), waren es 4565.
  13. Esperanto-Weltbund: UEA retenis la membronombron (Version vom 14. April 2012 im Internet Archive)
  14. Vgl. Brief von Culbert an World Almanac, der die Quelle für ethnologue.com ist. Zu Culberts Methoden siehe auch Number of Esperantists (methods). panix.com. 24. Oktober 1989. Abgerufen am 8. Juni 2013. und Aantal Esperanto-sprekenden? (niederländisch) home.xs4all.nl. Abgerufen am 8. Juni 2013.
  15. Mozilla Firefox auf Esperanto (offiziell)
  16. Anleitung zum Herunterladen einer Esperanto-Sprachpaket-Erweiterung für Firefox
  17. Wikipedia Esperanto, List of Wikipedias
  18. Interessante Neuigkeiten bezüglich Esperanto – Interesaj novaĵoj pri Esperanto. esperanto-bayern.com. Archiviert vom Original am 7. April 2005. Abgerufen am 8. Juni 2013.
  19. Daniel Tammet (Biografie). dieterwunderlich.de. Abgerufen am 8. Juni 2013.
  20. 4575 Personen gaben an, Esperanto zu sprechen, davon 4407 als Fremdsprache, somit 168 als Muttersprache, laut dem Ungarischen Amt für Statistik
  21. Laut Jahrbuch Welt-Esperantobund, Jarlibro 1966, Rotterdam, S. 81.
  22. Vgl. Tagesspiegel Berlin
  23. Grenzenlos kommunizieren. n-tv.de, Vermischtes vom 1. Mai 2008
  24. Дръ Эсперанто: международный языкъ, 1887 (erschien als Reprint 1992 in Moskau)
  25. Dr. Esperanto: Język międzynarodny, 1887 (erschien als Reprint 1984 in Warschau)
  26. La Esperantisto. Gazeto de la amikoj de la lingvo Esperanto 1889–1895, Georg Olms Verlag, 1988, ISBN 3-487-09062-7.
  27. Enciklopedio de Esperanto, S. 41, Stichwort Beaufront
  28. Enciklopedio de Esperanto, S. 546, Stichwort UEA
  29. Siehe Ulrich Lins: Die gefährliche Sprache. Die Verfolgung der Esperantisten unter Hitler und Stalin. Bleicher, Gerlingen 1988. Das Verbot des Unterrichts in deutschen Schulen findet sich auf S. 104, das Verbot für Parteigenossen, Mitglied in Esperanto-Verbänden zu sein, auf S. 110, von dem Himmlerschen Erlass mit der Aufforderung zur Selbstauflösung des DEB ist auf S. 111 zu lesen.
  30. Lins: Die gefährliche Sprache. Gerlingen 1988, S. 221 u. 222.
  31. Lins, a.a.O., S. 222
  32. Lins, a.a.O., S. 220
  33. Lins, a.a.O., S. 219
  34. Wolf Schneider: Gewönne doch der Konjunktiv! Reinbek bei Hamburg 2009, S. 106 ff. Vgl. Inhaltsverzeichnis (PDF; 122 kB)
  35. Alles in NZZ Folio 10/94, abgerufen am 8. April 2011
  36. Sabine Fiedler: Interlingvistiko/esperantologio kiel fako en universitatoj – spertoj el Leipzig. In: Informilo por Interlingvistoj (PDF; 1,1 MB), n-ro 65 (2/2008), S. 8
  37. „L'espéranto qui ne dispose pas encore du statut de langue maternelle […]“ Antwort auf eine Anfrage in der Nationalversammlung
  38. BBC: „Esperanto does not allow pupils to develop an interest in the culture of other nations or to communicate with native speakers as it does not have an associated culture or homeland,“ says a spokesman.
  39. Antwort auf eine Anfrage von 1980, Seite 2 (PDF; 117 kB)
  40. Antwort (PDF; 117 kB) vom 4. Juli 1980 auf eine Anfrage im Bayerischen Landtag, Drucksache 9/6006, S. 2
  41. Vgl. z. B. den Ausschnitt aus dem Der Große Diktator (HD-Trailer).
  42. Vgl. Der Spiegel vom 18. März 1996, abgerufen am 20. März 2011.
  43. Vgl. z. B. Spiegel (Mit Kilobytes gegen den Klassenfeind, „Computer-Esperanto“) und die englische Wikipedia (mit Bild zu BASICODE)
  44. Vgl. Handelsblatt, 16. März 2010, abgerufen am 20. März 2011.