Rüttenscheid

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Wappen von Rüttenscheid
Wappen der Stadt Essen

Rüttenscheid
Stadtteil von Essen

Lage von Rüttenscheid im Stadtbezirk II Rüttenscheid/Bergerhausen/ Rellinghausen/Stadtwald
Basisdaten
Fläche 4,53 km²
Einwohner 28.439 (31. Mrz. 2014)
Bevölkerungsdichte 6278 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 26′ 8″ N, 7° 0′ 19″ O51.4355567.005278110Koordinaten: 51° 26′ 8″ N, 7° 0′ 19″ O
Höhe 110 m
Eingemeindung 21. Jun. 1905
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45130, 45131, 45133, 45136, 45147
Stadtteilnummer 10
Bezirk Stadtbezirk II Rüttenscheid/Bergerhausen/ Rellinghausen/Stadtwald
Bild
Rüttenscheider Stern (2006), linkes Gebäude im Vordergrund wurde 2012 durch einen Neubau ersetzt

Rüttenscheider Stern (2006), linkes Gebäude im Vordergrund wurde 2012 durch einen Neubau ersetzt

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Rüttenscheid ist ein Stadtteil der Stadt Essen. Südlich der Innenstadt gelegen, grenzt er an die Stadtteile Holsterhausen, Margarethenhöhe, Bredeney, Stadtwald, Bergerhausen, Huttrop, sowie das Südviertel. Die Grenzen von Rüttenscheid verlaufen im Norden von der Albrechtstraße über die Kahrstraße, weiter über die Witteringstraße bis zur Rellinghauser Straße. Im Osten die Rellinghauser Straße entlang bis zur A 52. Von dort an der A 52 entlang, inklusive des südlich der Autobahn gelegenen Gewerbegebiets Langenbrahm, bis zum Ende des Grugaparks. Im Westen bildet der Külshammerweg/Virchowstraße bis zur Krawehlstraße/Brunostraße die Grenze.

Geschichte[Bearbeiten]

Von der Frühzeit bis zur Eingemeindung[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Rüttenscheids war im Jahr 970.

"Rudenscethe / Tradidit Frithuric pro animas fratris sui Ripuvini sancto Lutgero; territorium unum in Rudenscethe com mansis et com omni utilitate". (Rüttenscheid / Frithuric hat für die Seele (das Seelenheil) seines Bruders Ripuvinus dem heiligen Ludgerus (der Abtei Werden) ein Stück Land in Rüttenscheid mit Haus, Eigentumsrechten und Nutzung übergeben). Etwas früher, nämlich schon 943 wird die Bauernsiedlung Fugalinghusen, also Vöcklinghausen erwähnt, die zu Rüttenscheid gehört. Man sagt der Name Rüttenscheid kommt vom mittelalterlichen Riudenscethe. Andere meinen der Name kommt von Rodungsscheide, also ein Teil des Waldes wurde gerodet um dort zu siedeln. Damals noch vor den Toren der Stadt Essen, die zu diesem Zeitpunkt schon Stadtrechte besaß, entwickelte sich Rüttenscheid zu einer Gemeinde, die erst 1900 selbstständig wurde und eine eigene Bürgermeisterei erhielt.

Der alte Weg von Essen nach Werden – die heutige Rüttenscheider Straße – führte genau durch Rüttenscheid. Von 1422 bis 1445 wurde an dem Weg eine Siechenkapelle gebaut, die die geistliche Betreuung der Patienten des Siechenhofs verbesserte. Die Patienten waren Aussätzige und Leprakranke die bis etwa 1726 dort – im Wald gelegenen Siechenhof – behandelt wurden.

In dem Gebiet, welches später als Montagsloch bekannt wurde (siehe unten), sind im 14. und 15. Jahrhundert mehrere Höfe bezeugt, die Lehensbeziehungen und damit eine Abgabenpflicht teils zum Stift Essen und teils zur Abtei Werden hatten. Dazu gehören der 1359 erstmals erwähnte Montagshof, der 1394 erstmals erwähnte Ritterhof (später Niemöhlmann), der 1413 erstmals erwähnte Kahmannhof, der Beckmannshof und im weiteren Umkreis südlich der Hof Silberkuhle. Bei diesem Hof ist bezeugt, dass die Witwe Johannis de Ruddenscede 1354 das Stück Land zum Abbau von Silber, Kupfer und Blei verkaufte. Das ist auch der erste Beleg für Erzabbau im Essener Raum.

Im Grunde war Rüttenscheid bis etwa 1850 ländlich geprägt. 1772 wird Rüttenscheids einzige Zeche, die Zeche Langenbrahm, gegründet, die bis 1966 in Betrieb war.

Seit 1808 gehörte Rüttenscheid mit den Bauernschaften Altenessen, Huttrop, Frillendorf, Rotthausen, Schonnebeck und Stoppenberg zur neugegründeten Munizipalität Altenessen mit Sitz in Stoppenberg, welche 1813 zur eigenständigen Bürgermeisterei erhoben wurde. Am 1. Januar 1874 wurde aus dieser die neue Bürgermeisterei Stoppenberg ausgegliedert, an die Rüttenscheid fiel.

Am Ende des Jahres 1856 bekam Rüttenscheid eine eigene Schule. Die Bauernkinder mussten bis zu dieser Zeit entweder in Rellinghausen oder in der Altstadt zur Schule gehen.

1874 fand eine Teilung der Bürgermeisterei statt und Rüttenscheid gehörte zu Stoppenberg. 1884 teilte sich die Bürgermeisterei wieder und Rüttenscheid bildete mit Rellinghausen und Heisingen die Bürgermeisterei Rellinghausen. 1890 wurde die kruppsche Siedlung Altenhof gebaut. 1895 bekam Rüttenscheid ein eigenes Postamt. 1897 kaufte die Gemeinde Rüttenscheid vom Schlosser Johann am Orde ein Grundstück an der Kettwiger Chaussee, auf dem 1901 der Grundstein für das Rathaus der im Jahre 1900 aus der Bürgermeisterei Rellinghausen gelösten Gemeinde gelegt wurde. 1903 war das Rathaus bezugsfertig. Das Bürgermeisteramt übernahm Friedrich Wilhelm Hild, der es bis zur Eingemeindung nach Essen im Jahre 1905 innehatte. Im Rüttenscheider Rathaus befand sich die Gemeindesparkasse Rüttenscheid. Anstelle des im Kriege zerstörten Rathauses steht heute ein Neubau der Sparkasse. 1948 wurde die westlich gelegene Margarethenhöhe als eigenständiger Stadtteil von Rüttenscheid abgetrennt.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Rüttenscheid

Blasonierung: „In Gold (Gelb) eine aufsteigende rote Spitze, darin in wechselnden Farben in Rot und Gold (Gelb) je ein gestürztes Lindenblatt besteckt mit einem Kleeblattkreuz.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden. Im 12. Jahrhundert stand "Riudenscethe" für Rüttenscheid. Es bezeichnet mit der letzten Worthälfte eine Flächenausscheidung aus grundherrlichem Waldbesitz zur Acker- und Wohnplatznutzung. Diese meist keilförmige Austrennung wird im Wappen mit einer Spitze angedeutet. Die heraldischen Zeichen stammen aus den Wappen der Familie von Schielt (gestürzte Lindenblätter) und der Familie Steenshuis (Kleeblattkreuze).[1]

Verwaltungsviertel[Bearbeiten]

Polizeipräsidium

In der Nähe des alten Rüttenscheider Rathauses, in dem ab 1908 die Vorgängerinstitution der Folkwang-Schule für Gestaltung, die städtische Handwerker- und Kunstgewerbeschule, untergebracht war[2], wurde 1900 an der heutigen Ecke Alfredstraße/Martinstraße die erste evangelische Gemeindekirche Rüttenscheids, die Reformationskirche, in neugotischem Stil errichtet. Sie wurde 1944 völlig zerstört und nicht wiederaufgebaut. Ihr gegenüber liegt der nach einem Lehnsgut der Abtei Werden benannte Haumannplatz, um den einmal ein Villenviertel entstand. Von diesen sind kaum noch welche erhalten. Um 1905 erhielt Rüttenscheid elektrischen Strom. Im Juli 1909 nahm westlich des Haumannplatzes die Königliche Polizei-Direktion Essen an der Zweigertstraße, mit barocken und klassizistischen Elementen, den Dienst auf.[3] Durch Bombentreffer wurden im Zweiten Weltkrieg ein Flügel völlig zerstört und andere Gebäudeteile schwer beschädigt. Danach wurde das Polizeipräsidium wieder aufgebaut und steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Es ist heute mit vier Polizeiinspektionen auch für Mülheim an der Ruhr zuständig. Nachdem es bereits seit 1884 ein Justizgebäude gab, wurde zwischen 1908 und 1913 das Königliche Land- und Amtsgericht mit barocker Fassade errichtet und nach Kriegszerstörung Anfang der 1950er Jahre in neuem Stil als Landgericht wiederaufgebaut. Schräg gegenüber dem Gericht steht ein Backstein-Eckhaus (Kortumstraße 46), in dem von 1933 bis 1945 die Geheime Staatspolizei (GeStapo) ihren Sitz hatte. In den Jahren 1927 bis 1928 errichtete man in der Goethestraße/Ecke Krawehlstraße das Backsteingebäude für das Finanzamt Essen-Süd, welches ebenfalls nach Zerstörung mit neuen Seitenflügeln wiederaufgebaut wurde. Das Finanzamt befindet sich seit Sommer 2004 in Altendorf.

Straßen und Straßennamen[Bearbeiten]

Eine besondere Geschichte haben die Rüttenscheider Straßennamen. Bis etwa zur Jahrhundertwende 1900 waren die noch dünn gesäten Häuser einfach durchnummeriert. Da die Bevölkerung und damit die Bautätigkeit zur Zeit der Industrialisierung explosionsartig anstieg, gab es 1895 einen Beschluss der Gemeindeverwaltung, Straßennamen einzuführen. Man sah vor, alle Straßen links der Kettwiger Chaussee – der heutigen Rüttenscheider Straße – nach weiblichen Vornamen, und rechts der Chaussee nach männlichen Vornamen alphabetisch von Norden nach Süden zu benennen (Jungen- bzw. Mädchenviertel). Diese Maßnahme, von der die Alfredstraße übrigens nicht betroffen war, wurde bald kritisiert, da sie auf örtliche Begebenheiten keine Rücksicht nahm. Während der Eingemeindungen zur Stadt Essen konnte das System nicht weiter aufrechterhalten werden, da es sonst Mehrfachnennungen im Stadtgebiet gegeben hätte. Aber auch heute wird bei Neubaumaßnahmen an die Tradition angeknüpft, wie anhand der Roswithastraße und des Helgaweges belegt.

Die Kettwiger Chaussee war in Rüttenscheid eine zentrale Straße und bildete um die Jahrhundertwende 1900 die große Verbindung von Essen nach Kettwig. Sie wurde zu dieser Zeit regelmäßig von der Postkutsche von Essen über Kettwig, Hösel, Ratingen nach Düsseldorf befahren. Die Kettwiger Chaussee verlief auf der heutigen Huyssenallee über die Rüttenscheider Straße und zweigte an der Siechenkapelle in den heutigen Wehmenkamp ab. Von da aus folgte sie etwa dem Verlauf der Norbertstraße, die erst 1929 als Verbandstraße angelegt wurde. Der weitere Verlauf führte vorbei am 1905 abgerissenen Montagshof, über den Mühlenbach am Hof Overbeck (trug später die Namen Preutenborbeck und Langel) vorbei aufs freie Feld, wo sich heute das Grugabad befindet, und weiter übers freie Land bis hin zur Meisenburgstraße, wo es als markanten Punkt den Hof Asey gab. Etwa am neuen Messeparkhaus befand sich der 1905 abgerissene Montaghof, wo die Postkutsche das sogenannte Montagsloch durchfuhr und dabei den Mühlenbach überquerte. An dieser Stelle ist heute das Hirschgehege des Grugaparks, angrenzend die Messehallen.

Im Winkel der Norbert- und der Lührmannstraße gab es von 1926 bis 1930 einen Vergnügungspark. Er trug den Namen Prater und bot unter anderem auch eine Achterbahn.

Nachdem SPD, Grüne und LINKE in der Bezirksvertretung II gegen die Stimmen von CDU und FDP beschlossen hatten, die Von-Seeckt-Straße und die Von-Einem-Straße umzubenennen, wurde dagegen erfolgreich ein Bürgerbegehren im Stadtbezirk durchgeführt. Da sich die Bezirksvertretung II diesem Bürgerbegehren nicht anschloss und weiterhin die Umbenennung in Irmgard- und Ortrudstraße vornehmen wollte, kam es am 3. Februar 2013 zum Bezirksbürgerentscheid über die Frage „Sind Sie dafür, dass die Von-Seeckt-Straße und die Von-Einem-Straße ihre Namen weiterhin behalten sollen?“ Die Frage wurde zu 79,7% mit ja beantwortet. Auch die notwendige Mindeststimmenanzahl (6.829 Stimmen) wurde mit 10.876 Stimmen deutlich erreicht. Die Wahlbeteiligung lag bei 30,0 %.[4] Die Befürworter der Umbenennung in Irmgard- und Ortrudstraße gerieten u. a. in Kritik, als sie 250 Plakate aufhingen, die auch das Konterfei von Adolf Hitler zeigten.[5]

Montagsloch[Bearbeiten]

Rüttenscheid wurde im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen schwer zerstört. Der Begriff Montagsloch ist im Stadtteil als Punkt dunkelster Geschichte bekannt, weil amerikanische Soldaten, nach Ende des Krieges im April 1945, hier in einem der zahlreichen, von Regenwasser gefüllten Bombenkrater 34 stark verweste Leichen fanden. Die englischen Militärs ließen Essener Bürger direkt hier Gräber ausheben, wobei sie vorher die Toten ohne Hilfsmittel aus dem Bombentrichter holen mussten. 40 Mitglieder der provisorischen Stadtverwaltung wurden zur Beisetzung aus einer Sitzung im Deutschlandhaus geholt. Orthodoxe Grabkreuze wurden hier aufgestellt, bevor die Toten 1949 auf den Ehrenfriedhof im Südwestfriedhof verlegt wurden. Die genaue Identität dieser getöteten Osteuropäer blieb unklar. Sie waren nicht durch Fliegerbomben umgekommen, sondern von der Geheimen Staatspolizei (GeStapo) hingerichtet worden. Im Mai 1945 fand man eine weitere Leiche sowie weitere Knochenreste bei Baggerarbeiten während der Neugestaltung des Grugaparks 1962, die aber nicht mehr zugeordnet werden konnten. 1948 wurden zwar die Verantwortlichen von einem britischen Militärgericht zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, jedoch stellte man ein Verfahren gegen die Führung der GeStapo 1960 ein. Unter anderem wurden vom Sitz der GeStapo in Rüttenscheid bereits am 10. November 1938 verhaftete Juden ins Konzentrationslager Dachau deportiert.

Alter Bahnhof, Girardet-Haus[Bearbeiten]

Giradethaus und Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs

Der Rüttenscheider Bahnhof lag an der Bahnstrecke Mülheim-Heißen–Altendorf (Ruhr) (heute Burgaltendorf). Ende der neunziger Jahre wich er dem Parkplatz der Grugahalle. Am alten Bahnhof an der Veronikastraße gab es im Zweiten Weltkrieg ein Lager für 25 polnische Zwangsarbeiter, die für die Deutsche Reichsbahn arbeiten mussten. Die Bahnstrecke wurde 2001 zu einem Radweg umgebaut. Nördlich angrenzend liegt das Girardet-Zentrum, dessen Namen auf eine 1865 gegründete Buchdruckerei samt Verlag zurückgeht. 1965 benannte man zu ihrem hundertjährigen Bestehen die Gerswidastraße in Girardetstraße um. Der Betrieb wurde Mitte der 1980er eingestellt. Hier wurde bereits 1923 die Brücke der Rüttenscheider Straße über die Bahnstrecke gebaut.

Charakter[Bearbeiten]

In Rüttenscheid sind wichtige staatliche Einrichtungen beheimatet: das Polizeipräsidium, das Amts-, Land-, Arbeits- und Landessozialgericht, das Untersuchungsgefängnis sowie die Klinik für Forensische Psychiatrie an der Krawehlstraße. Über die Stadtgrenze hinaus bekannt sind das Alfried Krupp Krankenhaus, der Grugapark und die Messe Essen. Auf dem Gelände des ehemaligen Grugastadions wurde am 18. Oktober 2010 die neue Hauptverwaltung der E.ON Ruhrgas bezogen, und damit der Standort von Essen-Huttrop nach Rüttenscheid verlegt.[6]

Im südlichen Rüttenscheid liegt das Girardet-Areal, ehemals der größte Gewerbebetrieb des Stadtteils mit bis zu 3.500 Mitarbeitern, heute nunmehr ein Passagen-Areal mit Arzt- und Anwaltspraxen, Tanzschule, Seniorenwohnanlage sowie einem Brauerei-Gasthof und Restaurants. Im Südosten Rüttenscheids befindet sich die Siedlung Altenhof, eine Kruppsche Siedlung einst nur für pensionierte Arbeiter des Unternehmens.

Zahlreiche Gaststätten und Geschäfte befinden sich an der Rüttenscheider Straße, die kurz genannt wird, und in den anliegenden Straßen. Jedes Jahr, am zweiten Samstag im Juni, findet das Rü-Fest mit Verkaufsständen und Live-Musik statt. Zu einem weiteren Anziehungspunkt ist der RÜ-Cup geworden, ein internationales Radrennen durch Rüttenscheid. Eines der wenigen Essener Sportbäder ist das Schwimmzentrum Rüttenscheid.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Rüttenscheid verlaufen die U-Bahn-Linie U 11, die Straßenbahnlinien 101, 106 und 107 sowie die Buslinien 142, 145, 146, 160, 161, NE7, NE8, NE13 und NE14. An der äußersten östlichen Grenze Rüttenscheids befindet sich der Bahnhof Essen-Süd der S-Bahnlinie 6.

Seit den 1970er Jahren wurde geplant, die Stadtbahnlinie U11 und die Straßenbahnlinien 101 und 107 vom Hauptbahnhof durchgehend nach Bredeney in einen Tunnel unter die Rüttenscheider Straße zu verlegen. 1986 wurde die Strecke eröffnet und gab der Straße ihr heutiges Bild. Die im Tunnel liegende Strecke besitzt Drei-Schiene-Gleise, die gleichermaßen dem Betrieb der Straßenbahnen des Typs M auf Meterspur und der Straßenbahnen des Typs B auf Normalspur genügen. Die Bahnsteighöhe der Haltepunkte wurde der Einstiegshöhe der B-Wagen entsprechend auf 80 cm gesetzt. Die M-Wagen erhielten Klapptritte, um ebenfalls auf dieser Höhe einen ebenen Ein- und Ausstieg zu gewährleisten. Später von der EVAG beschaffte Niederflurbahnen können daher die Tunnelstrecke unter der Rüttenscheider Straße nicht bedienen.[7]

Am Südrand des Stadtteils verläuft die Autobahn A 52, am Westrand die Bundesstraße 224 (Alfredstraße).

Religion[Bearbeiten]

In Rüttenscheid befindet sich neben anderen religiösen Vereinigungen die größte Kirche und Kirchengemeinde der Neuapostolischen Kirche in Essen. Die Reformationskirche an der Ecke Alfredstraße/Martinstraße wurde im Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Grundsteinlegung war am 4. November 1899, Einweihung am 13. Juli 1902, Architekt: Karl Nordmann.[8] Erwähnenswert sind auch die denkmalgeschützte Siechenkapelle und die St. Andreas (Rüttenscheid).

Bildergalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Essen-Rüttenscheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. dazu Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile, Essen 2009, S. 55.
  2. Essener Beiträge, Band 122, Klartext-Verlag, ISBN 978-3-8375-0117-9
  3. Westdeutsche Allgemeine Zeitung WAZ, Lokalteil Essen, Ausgabe v. 20. Juni 2009
  4. Abstimmungsergebnis zum Bezirksbürgerentscheid am 3. Februar 2013
  5. Pressebericht Straßenstreit in Essen Initiative hängt 250 Hitler-Plakate auf
  6. Pressemitteiling E.ON Ruhrgas v. 18. Oktober 2010, zuletzt gesichtet am 18. November 2010
  7. Kreisverband Bündnis90/Die Grünen: Newsletter 08/2006 (PDF; 499 kB)
  8. Homepage der Ev. Gemeinde Rüttenscheid, Geschichtsteil