Essig-Rose

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Essig-Rose
Wild Rosa gallica Romania.jpg

Essig-Rose (Rosa gallica)

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Rosen (Rosa)
Untergattung: Rosa
Art: Essig-Rose
Wissenschaftlicher Name
Rosa gallica
L.

Die Essig-Rose (Rosa gallica), auch Gallica-Rose genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rosen (Rosa) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie ist eine robuste Wildrose, die seit vielen Jahrhunderten kultiviert wird und von der viele unserer heutigen Garten-Rosen abstammen; sie wird zu den Alten Rosen gezählt.

Beschreibung[Bearbeiten]

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Rosa gallica wächst als selbstständig aufrechter Strauch, der Wuchshöhen von bis zu 1,5 Metern erreicht. Die 50 bis maximal 100 Zentimeter langen Sprossachsen sind dicht mit unterschiedlich langen, geraden und zurückgebogenen Stacheln und Stieldrüsen besetzt. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind länglich, hellgrün, unpaarig gefiedert mit selten auch drei, meist fünf Fiederblättchen.

Die Essig-Rose ist einmalblühend im Juni. Ihre duftenden Blüten messen 5 bis 6 Zentimeter im Durchmesser. Die fünf freien Kronblätter sind meist hellrot bis purpurfarben.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gallica-Rose wächst wild in Laubwäldern und auf trockenen Wiesen in Mitteleuropa und Südeuropa. Sie wurde schon von den Römern als Heilpflanze, zur Herstellung von Parfüm und Rosenessig in Plantagen angebaut. Als Heilpflanze wurde sie nach Untergang des römischen Reiches in Klostergärten, später auch als Zierpflanze in privaten Gärten angepflanzt. Sie kann wurzelecht vermehrt werden und treibt Ausläufer, die im Garten schwer wieder zu entfernen sind.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Rosa gallica erfolgte durch Carl von Linné.

Rosa gallica ist die einzige Art der Sektion Rosa in der Untergattung Rosa innerhalb Gattung Rosa. In molekulargenetischen Studien befindet sich Rosa gallica innerhalb der Klade der Sektion Caninae, verfügt jedoch über eine normale Meiose. Sie oder eine unbekannte/ausgestorbene nah verwandte Art könnte eine der Elternarten der allopolyploiden Caninae-Arten sein.[1]

Nutzung der Gallica-Rosen[Bearbeiten]

Neben ihrem Duft und ihrer Zierde für Gärten wird die Rosa gallica schon seit dem Altertum für die Herstellung von Rosenöl, Rosenwasser, Rosenessig und ihre Blütenblätter als Tee von Apothekern genutzt. Der Auszug der Blüten wirkt adstringierend und wird zur Heilung im Mund- und Rachenbereich, zum Gurgeln, sowie zur Behandlung schlecht heilender Wunden verwendet.

Sorten[Bearbeiten]

Die magentarote Sorte 'Officinalis' (Apotheker-Rose) war im 15. Jahrhundert als 'Red Rose of Lancaster' das Symbol des Hauses Lancaster. Ihr gegenüber stand die Rosa alba, die 'Weiße Rose' der Adelsfamilie des Hauses York.

Ein bekannter Sport (plötzlich auftretende Mutation), der aus der Sorte 'Officinalis' vor 1583 (Erwähnung bei Carolus Clusius als Rosa gallica variegata) entstanden ist, heißt 'Versicolor' oder auch 'Rosa Mundi' und hat hell karmesinrot-weiß gestreifte Blüten. Die 'Rosa Mundi' wurde 2009 in die Hall of Fame der Weltrosen gewählt.

Ein Zentrum des Anbaus von Rosa gallica war die Stadt Provins bei Paris, daher wird sie auch Provinsrose genannt. Während des Anfangs des 17. Jahrhunderts, als es nur etwa ein Dutzend verschiedener Sorten der Gallica-Rose gab, stieg die Zahl der Sorten durch Züchtungen in Holland und Frankreich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts auf über 1000 an. Einige beliebte Sorten der Rosa gallica im Überblick:

  • 'Aimable Rouge', vor 1800, samtrot;
  • 'Camaieux', 1830, zartrosa mit weiß und karmin gestreift;
  • 'Cardinal de Richelieu', 1840, purpurviolett, sehr dunkel;
  • 'Charles de Mills', vor 1811, purpur-karmesinrot;
  • 'Conditorum', eingeführt von Dieck (D) 1889, magentarot, „Konditor-Rose“;
  • 'Duc de Guiche', vor 1810, karminrot bis rosa;
  • 'James Mason', Peter Beales, 1982, weinrot, gelbe Staubgefäße;
  • 'Officinalis', vor 1310, magentarot, „Apotheker-Rose“;
  • 'Perle von Weißenstein', Schwartzkopf (D) 1773, rot, älteste deutsche Rosenzüchtung;
  • 'Tuscany', vor 1581 (Erwähnung bei Lobel), gefüllte Samtrose, dunkelrot;
  • 'Versicolor', vor 1583, karmesinrot-weiß gestreift;
  • 'Violacea', vor 1581 (Erwähnung bei Lobel), einfache Samtrose, dunkelrot

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volker Wissemann, C. M. Ritz: The genus Rosa (Rosoideae, Rosaceae) revisited: molecular analysis of nrITS and atpB-rbcL intergenic spacer (IGS) versus conventional taxonomy. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Band 147, 2005, S. 275-290. doi:10.1111/j.1095-8339.2005.00368.x

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Schultheis: Rosen: die besten Arten und Sorten für den Garten. Ulmer Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-6601-1
  • Heinrich Schultheis, Helga & Klaus Urban: Rosenlexikon. 2. Aufl. 2001, ISBN 3-932045-25-4 (CD-ROM)
  • Peter Beales: Klassische Rosen 2. Aufl. 2002, ISBN 3-8320-8736-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sorten der Rosa gallica. – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien