Etelsen

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52.9952777777789.118333333333314Koordinaten: 52° 59′ 43″ N, 9° 7′ 6″ O

Etelsen
Flecken Langwedel
Wappen von Etelsen
Höhe: 14 m
Fläche: 10,07 km²
Einwohner: 3673 (Dez. 2003)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 27299
Vorwahl: 04235

Die Ortschaft Etelsen liegt im Flecken Langwedel im Landkreis Verden, Niedersachsen, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Etelsen liegt zwischen Bremen und Verden, ca. 25 km südöstlich von Bremen, in der nördlichen Mittelweserregion.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nachbarorte von Etelsen sind im Westen die Stadt Achim (Ortsteil Baden) und im Osten der Ortsteil Cluvenhagen.

Landschaft[Bearbeiten]

Etelsen befindet sich im Weser-Aller-Flachland. Am südlichen Ortsrand von Etelsen fließt die Alte Aller, an der es einen kleinen Badestrand gibt. Um Etelsen herum gibt es viele Felder durch die Straßen führen, die teilweise von Grünlandhecken umgeben sind. Etelsen besitzt zudem zwei Wälder, bei dem einer an einem Park, mit Schloss, angrenzt und ein Moorgebiet. Es gibt einige selbstständige Bauern, denen die meisten Felder um Etelsen herum gehören.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss in Etelsen

Etelsen wurde 1404 das erste Mal urkundlich erwähnt und hatte 1522 den ersten Hof. Um 1753 zählte Etelsen 28 Häuser, bis 1855 waren es schon 80 Häuser. Mitte des 19. Jahrhunderts vereinigte der hannoversche Innenminister Johann Casper von der Wisch die Güter Embsen, Etelsen, Koppel und Ruschbaden. Zu dem Gut Etelsen gehörte auch die zu einem Park ausgestaltete Landschaft, dem heutigen Schlosspark, auf den Hügeln des Wesertalrandes. 1871 wurde die Windmühle „Jan Wind“ erbaut. 1873 wurde das neugotische Mausoleum im heutigen Schlosspark errichtet, Architekt und Baumeister war Conrad Wilhelm Hase. 1885–1887 wurde das Schloss Etelsen unter der Leitung des Architekten Karl Hantelmann im Neorenaissance-Stil im Auftrag der Gebrüder Heimbruch erbaut. Das Schloss wurde 1937 an die Nationalsozialisten verkauft und diente als SA-Gruppenschule.

1960–1965 war im Schlosspark ein Tierpark eingerichtet. Dort gab es unter anderem Löwen, Tiger, Bisons und viele weitere Tiere. Das heutige Mausoleum war das damalige Gehege der Löwen, Tiger und Geparden. Der Zoo musste damals allerdings aus finanziellen Gründen geschlossen werden. Die meisten Tiere wurden entweder verkauft oder mussten, wie die Bisons, erschossen werden, da sie nicht eingefangen werden konnten. Eine große Attraktion war auch ein Teich mit Flamingos, der sogar in einer Liste für geschlossene Zoos des Max-Planck-Instituts aufgeführt wird.

Die Etelser Kirche wurde 1965 gebaut und die ev.-luth. Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“ gegründet. Die selbstständigen Ortschaften Etelsen, Cluvenhagen und Hagen-Grinden wurden 1968 zusammengelegt. 1971 erhält Etelsen eine Grundschule. 1972 wurde die Ortschaft Etelsen im Rahmen der niedersächsischen Gebietsreform in den Flecken Langwedel übernommen.

Der Name "Etelsen" wird im Allgemeinen als Edelsheim (Haus eines Adligen) gedeutet.

Im Jahr 1968 wurde das Gebiet der Gemeinde Etelsen um die bis dahin selbständigen Gemeinden Cluvenhagen und Hagen-Grinden vergrößert. Am 1. Juli 1972 wurde Etelsen in den Flecken Langwedel eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten]

Ehemaliges Gemeindewappen von Etelsen

Ortsrat[Bearbeiten]

Der Rat besteht aus 9 Mitgliedern

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)[2]

Unterteilung[Bearbeiten]

Etelsen hat mittlerweile über 6000 Einwohner und besteht aus den Ortschaften Etelsen, Cluvenhagen und Hagen-Grinden, sowie den Siedlungsbereichen Giersberg und Steinberg im Norden und Lindholz im Osten.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Etelsen wurde 1964 genehmigt und zeigt ein waagerecht geteiltes Schild. Auf silbernem Hintergrund sind im oberen Teil zwei gekreuzte, goldene Streitäxte aus der Bronzezeit zu sehen, die an archäologische Funde im Umkreis erinnern sollen. Im unteren Teil sind drei schwarze Zinnen zu sehen, die für die drei Schanzen in der Gemeinde stehen. Des Weiteren sollen sie als Schlosszinnen an die Familie Heimbruch erinnern.

Leben in Etelsen[Bearbeiten]

Etelsen verfügt für ein kleines Dorf über eine ausgeprägte öffentliche Infrastruktur und andere Einrichtungen: Es gibt zwei Kindergärten und eine Grundschule, zwei Einkaufsmärkte, zwei Getränkemärkte, zwei Banken, eine Poststelle, einen kleinen Elektrofachhandel, drei Ärzte, einen Zahnarzt, einen Tierarzt, eine Apotheke, eine Tischlerei, zwei Friseure, mehrere Gaststätten und weitere Einrichtungen. In Cluvenhagen befindet sich mit der Stiftung Waldheim eine Einrichtung, in der Menschen mit Epilepsie, geistiger Behinderung oder psychischen Beeinträchtigungen leben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Windmühle „Jan Wind“

Theater[Bearbeiten]

  • Etelser Schloßbühne

Musik[Bearbeiten]

  • Gospelchor Etelsen

Bauwerke[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

  • Schlosspark (Schlossparkverein Etelsen e.V.)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Erntefest mit Ernteumzug
  • Schlossparkfest
  • Mühlenfest
  • Schützenfest
  • Wöchentliche Spiele der 1. Herren, der Fußballabteilung des TSV Etelsen
  • Jedes Frühjahr Aufführungen der Etelser Schlossbühne

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Etelsen liegt an der Landstraße L158, sowie in der nähe der Autobahn A 27 (Abfahrt Achim-Ost und Abfahrt Langwedel-Daverden).

Etelsen verfügt über einen Bahnhof an der Strecke HannoverBremen. Das Empfangsgebäude wurde jedoch vor Jahren aus Kostengründen abgerissen. Verbindungen des Nahverkehrs bestehen in die Richtungen Verden und Bremen. Mitte Dezember 2011 wurde Etelsen in das Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen eingebunden.[3] Etelsen gehört zum Gebiet des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN)

Etelsen ist eine Station des Weser-Radwegs.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 247.
  2. www.langwedel.de abgerufen am 1. Juni 2014
  3. http://www.regiosbahn.de/de/fahrplan-netz/fahrplaene/fahrplaene-ab-11122011.html