Ethanthiol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Struktur von Ethanthiol
Allgemeines
Name Ethanthiol
Andere Namen
  • Ethylmercaptan
  • Mercaptoethan
Summenformel C2H6S
CAS-Nummer 75-08-1
PubChem 6343
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit penetrantem bis beißendem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 62,14 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,84 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−148 °C[1]

Siedepunkt

35 °C[1]

Dampfdruck

576 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser[1]

Brechungsindex

1,4310 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​332​‐​410
P: 210​‐​273​‐​501 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Gesundheitsschädlich Leichtentzündlich Umweltgefährlich
Gesundheits-
schädlich
Leicht-
entzündlich
Umwelt-
gefährlich
(Xn) (F) (N)
R- und S-Sätze R: 11​‐​20​‐​50/53
S: (2)​‐​16​‐​25​‐​60​‐​61
MAK

0,5 ml·m−3, 1,3 mg·m−3[1]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−73,6 kJ/mol[6]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ethanthiol, auch Ethylmercaptan genannt, ist eine chemische Verbindung. Es ist nicht zu verwechseln mit Mercaptoethanol.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Ethanthiol ist eine außerordentlich übelriechende Flüssigkeit (steht deshalb im Guinness-Buch der Rekorde) mit einem Schmelzpunkt von −148 °C und einem Siedepunkt von 35 °C.[1] Ethanthiol ist löslich in organischen Lösungsmitteln, jedoch praktisch unlöslich in Wasser. Der Stoff ist in hohem Maße wassergefährdend. Wie alle Thiole ist Ethanthiol eine schwache Säure.

Vorkommen und Herstellung[Bearbeiten]

Ethanthiol kann in Erdöl und Steinkohlenteer gefunden werden, aus dem es durch Überleitung über Platin in Gegenwart von Wasserstoff entfernt wird (Entschwefelung).

Synthetisch wird Ethanthiol in der für Thiole typischen Weise gewonnen.

Verwendung[Bearbeiten]

Ethanthiol findet Verwendung als Odorierungsmittel, indem es zum Beispiel Flüssiggas zugesetzt wird, um Leckagen nachzuweisen – geringste Ethanthiolkonzentrationen sind geruchlich wahrnehmbar. Die Wahrnehmungsschwelle liegt für den Menschen bei etwa 1 mg/t. Weiterhin dient Ethanthiol als Zwischenprodukt für die organische Synthese.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu CAS-Nr. 75-08-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 09.01.2008 (JavaScript erforderlich)
  2. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-232.
  3. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 75-08-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  4. Datenblatt Ethanthiol bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 4. März 2011 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  5. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  6. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-23.