Volksbank Eisenberg

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Logo der Genossenschaftsbanken  Volksbank Eisenberg eG
(mit Zweigniederlassung EthikBank)
Staat Deutschland
Sitz Martin-Luther-Straße 2
07607 Eisenberg
Rechtsform eingetragene Genossenschaft
Bankleitzahl 830 944 94[1]
BIC GENO DEF1 ESN[1]
Verband Genossenschaftsverband
Website www.my-volksbank.de
Geschäftsdaten 2012[2]
Bilanzsumme 286,1 Mio. EUR
Einlagen 263,4 Mio. EUR
Kundenkredite 76,2 Mio. EUR
Mitarbeiter 63
Mitglieder 3.783
Leitung
Vorstand Klaus Euler (Vorsitzender)
Thomas Zahn
Aufsichtsrat Matthias Frey (Vorsitzender)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland

Die Volksbank Eisenberg ist eine Genossenschaftsbank im thüringischen Eisenberg und gilt als eine der kleinsten Volksbanken in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 21. Januar 1868 ersuchten 30 Eisenberger Bürger das zuständige Ministerium in Altenburg, die Gründung des Credit- und Spar-Verein zu Eisenberg S.-A. zu genehmigen. Nach Erteilung der Erlaubnis fand am 25. April 1868 die erste Generalversammlung statt. Zunächst wurde die Tätigkeit in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung in den Privaträumen des Kassierers Konstantin Schöne aufgenommen. Der Stammanteil für neue Mitglieder betrug 25 Taler. Bis 1882 wuchs die Mitgliederzahl auf über 400 und der Geschäftsanteil betrug mittlerweile 150 Goldmark. Im Jahre 1897 erfolgte die Umwandlung in eine Genossenschaft, 1904 in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. 1909 erfolgte die Umbenennung in Eisenberger Bank e.G.m.b.H., 1913 bezog die Bank ihr eigenes Gebäude. Ihren heutigen Namen Volksbank Eisenberg erhielt die Bank 1941.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bank 1945 auf Befehl der SMAD zunächst geschlossen und im Frühjahr 1946 als Bank für Handwerk und Gewerbe wieder eröffnet. 1953 erfolgte die Verschmelzung mit der Bank für Handwerk und Gewerbe in Crossen und 1973 mit der Genossenschaftsbank Bad Klosterlausnitz zur Genossenschaftsbank für Handwerk und Gewerbe Eisenberg. Nach der Wende wurde das Bankwesen der DDR im Zuge der Währungsunion aufgehoben und die Bank in Volksbank Eisenberg umbenannt.

Bewegt ist auch die Entwicklung nach der politischen Wende. Schon im Jahr 1995 ist die Bank ins deutschlandweite Direktbankgeschäft eingestiegen: Sie gründete die Volksbank Eisenberg Direkt. Ein weiterer wichtiger Meilenstein wurde mit der Gründung der EthikBank im Jahr 2002 gesetzt.

EthikBank[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 wurde eine Zweigniederlassung unter der Bezeichnung EthikBank - Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg eG gegründet, die ausschließlich als Direktbank auftritt. Die in Deutschland und Österreich tätige Bank investiert ihre Kundengelder nur in sorgfältig ausgewählte Unternehmen und Länder (Ethisches Investment). Laut Anlagekriterien werden beispielsweise Kinderarbeit, Atomkraftwerke oder Militärwaffen kategorisch abgelehnt. Darüber hinaus fördert die Ethikbank je ein Frauen-, Ethik- und Umweltprojekt mit eigenen Mitteln.

Im Februar 2006 expandierte die EthikBank nach Österreich. Am 28. Oktober 2006 verlieh die Oskar-Patzelt-Stiftung in Berlin den Großen Preis des Mittelstandes an die EthikBank in der Kategorie „Bank des Jahres“. Die EthikBank selber verleiht seit 2004 den Förderpreis Nachhaltiger Mittelstand. Im Jahr 2007 erreichte die EthikBank das erste Mal die Gewinnzone. In jenem Jahr ist die Bank auch ins Kreditgeschäft eingestiegen.

Entwicklung der Ethikbank[3]

Jahr Anzahl Mitarbeiter Anzahl Konten Einlagen und Kredite (in Tausend Euro)
2010 9 11.203 110.591
2011 13 15.358 128.752
2012 15 18.293 145.623
2013 21 21.383 177.833

Geschäftsprinzip[Bearbeiten]

Anlagepolitik[Bearbeiten]

Basis aller Geschäfte der EthikBank ist ihre sozialökologische Anlagepolitik - ein Mix aus Tabu- und Positivkriterien. So investiert die EthikBank das Geld ihrer Kunden nicht in Rüstungsgeschäfte, Kernenergie oder in Unternehmen, die Kinderarbeit zulassen. Unternehmen, die Saatgut gentechnisch verändern oder ozonzerstörende Chemikalien herstellen, sind ebenfalls tabu. Mit Tierversuchen für Kosmetika hat die EthikBank im Oktober 2010 ein neues Negativkriterium in ihrer Anlagepolitik verankert. Die Unternehmen, die Geld von der EthikBank bekommen, müssen sich aktiv für eine nachhaltige Wirtschaftsweise engagieren. Die EthikBank kauft weder Staatsanleihen von den unter Nachhaltigkeitsaspekten unterdurchschnittlichen OECD-Staaten noch von Ländern, die Menschenrechte verletzten.[4]

Ethik Research[Bearbeiten]

Die Unternehmen und Staaten werden regelmäßig einer Ethik-Prüfung unterzogen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung münden in die Positiv- und Negativlisten, welche die EthikBank auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Die EthikBank greift zum Großteil auf die Untersuchungen der imug (Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen mbH, Hannover) zurück, die langjährige Erfahrungen in der sozialökologischen Unternehmensanalyse und -bewertung hat. imug kooperiert mit vielen internationalen Rating-Agenturen, unter anderem mit dem etablierten Ethical Information and Research Service (EIRIS)in London. Des Weiteren greift die Bank auf Untersuchungen der Zürcher Kantonalbank zurück, die regelmäßig die soziale und ökologische Qualität aller OECD-Staaten bewertet. Auch freedom house, eine Nichtregierungs-Organisation in den USA wird zur Recherche hinzugezogen. Die Organisation klassifiziert weltweit alle Staaten in freie, teilweise freie und nicht freie Länder. [5]

Gläserne Bank[Bearbeiten]

Die EthikBank legt ihre Geschäfte bis ins Detail offen. Im Internet kann jedermann nachschauen, in welche Wertpapiere die Bank investiert und wofür die Kundenkredite verwendet werden. Das ist aus heutiger Sicht die höchstmögliche Transparenz, die eine Bank leisten kann. Laut Stiftung Warentest ist die EthikBank die einzige Bank, die ihre Depots offenlegt.[6] [7]

Besondere Angebote[Bearbeiten]

Mikrokonto[Bearbeiten]

Das MikroKonto ist ein Angebot für Insolvenzschuldner. Das Konto wird im Guthaben und ausschließlich online geführt. Das Mikrokonto steht Privat- und Geschäftskunden zur Verfügung, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind und bei anderen Banken wegen eines SCHUFA-Eintrages kein Konto mehr bekommen würden.

Ökokredit[Bearbeiten]

Der ÖkoKredit ist ein Sofortkredit für die umweltfreundliche Modernisierung. Auch andere ökologische und soziale Projekte, zum Beispiel Solaranlagen (Photovoltaik wie Solarthermie), können damit finanziert werden. Die Bank ist in der Lage, ihren Ökokredit innerhalb von 30 Minuten zuzusagen. Dabei verzichtet sie auf die Bestellung einer Grundschuld sowie (bei Photovoltaikanlagen) auf die Abtretung der Einspeisevergütung.

Kundenmagazin[Bearbeiten]

Der E-Thikker ist das Kundenmagazin der EthikBank. Darin werden Kunden viermal im Jahr über Neuigkeiten aus der EthikBank informiert. Aufgemacht wird jede Ausgabe mit einem philosophischen Teil zum aktuellen Weltgeschehen. Das Magazin kann im Internet als PDF-Datei kostenlos heruntergeladen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 im eBundesanzeiger
  3. Seite der Bank : http://www.ethikbank.de/service/pressezentrum/zahlen-fakten.html
  4. Anlagepolitik der EthikBank: http://www.ethikbank.de/die-ethikbank/anlagekriterien.html
  5. Ethik-Kompass: http://www.ethikbank.de/die-ethikbank/ethik-kompass.html
  6. Stiftung Warentest: Streubomben in Riester-Verträgen test.de, 4. Januar 2011
  7. Gläserne Bank: http://www.ethikbank.de/die-ethikbank/glaeserne-bank.html

50.96936811.899285Koordinaten: 50° 58′ 10″ N, 11° 53′ 57″ O