Ethylenglycol-bis(aminoethylether)-N,N,N′,N′-tetraessigsäure

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Ethylenglycol-bis(2-aminoethylether)-N,N,N′,N′-tetraessigsäure
Allgemeines
Name Ethylenglycol-bis(aminoethylether)-N,N,N′,N′-tetraessigsäure
Andere Namen
  • EGTA
  • Ethylenbis(oxyethylennitrilo)-tetraessigsäure
  • 1,2-Bis-(2-aminoethoxy)-ethan-N,N,N′,N′-tetraessigsäure
  • Komplexon VI
  • Titriplex VI
Summenformel C14H24N2O10
CAS-Nummer 67-42-5
PubChem 6207
Kurzbeschreibung

weißes Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 380,35 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

241 °C (Zersetzung) [1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

3587 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ethylenglycol-bis(aminoethylether)-N,N,N′,N′-tetraessigsäure, abgekürzt EGTA, ist eine Polyamino-Carboxylsäure, die in der Chemie und den Lebenswissenschaften wie das häufiger verwandte EDTA als Chelator genutzt wird; allerdings mit einer wesentlich höheren Affinität für Calcium- als für Magnesium-Ionen[2]. Daher ist EGTA nützlich, um Pufferlösungen herzustellen, die das Milieu im Plasma lebender Zellen nachstellen.

Der pKs-Wert für die Bindung von Calciumionen von tetrabasischem EGTA ist 11,0, aber die protonierten Formen tragen nicht signifikant zur Bindung bei. Bei pH 7 sinkt der scheinbare pKs-Wert daher auf 6,91.

EGTA wurde experimentell für die Behandlung von Tieren mit Cer-Vergiftung und für die Isolation von Thorium aus dem Mineral Monazit verwendet. Weiterhin ist EGTA Bestandteil in Elutionspuffern für die Proteinisolationstechnologie TAP (Tandem Affinity Purification). Rekombinante Fusionsproteine werden dabei an Calmodulin-Kugeln gebunden und durch zugesetztes EGTA freigesetzt.

In der Zahnheilkunde wird EGTA zur Entfernung von Ablagerungen im Zahnwurzelkanal benutzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Datenblatt Ethylene glycol-bis(2-aminoethylether)-N,N,N′,N′-tetraacetic acid, for complexometry, ≥99.0% (T) bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 18. Februar 2012 (PDF).
  2.  Glenna C. L. Bett, Randall L. Rasmusson: Computer Models of Ion Channels. In: Candido Cabo, David S. Rosenbaum (Hrsg.): Quantitative cardiac electrophysiology. Marcel Dekker, 2002, ISBN 0-8247-0774-5, S. 1–60, speziell 48 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).