Etrog

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Etrog

Der Etrog (hebräisch אתרוג, jiddisch Essrig) ist eine gelbgrüne Zitrusfrucht. Es handelt sich um eine Sorte der Zitronatzitrone (Citrus medica cedra).

Biologie[Bearbeiten]

Die Frucht stammt ursprünglich aus China (manche Quellen sprechen von Indien). Sie ähnelt äußerlich einer übergroßen Zitrone, ist von gelber bis grüngelber Farbe und besitzt eine dicke, genarbte Schale. An der Spitze kann sich ein krönchenartiger Abschluss befinden. Fruchtfleisch und Schale sind bitter, das Holz der Pflanze enthält ein stark duftendes Öl.

Bäume der Sorte 'Etrog' bleiben kleiner und sind schwachwüchsiger als die meisten anderen Zitronatzitronen. Die Blätter enden in einer abgerundeten Spitze und der Blattrand ist oft abwärts gebogen. Wie bei anderen Zitronatzitronen sind die jungen Triebe, Blätter sowie die Blütenknospen rötlich gefärbt.

Die Frucht ist für eine Zitronatzitrone klein. Bei der Reife ist sie gelb gefärbt. Sie ist oval, an beiden Enden schmaler werdend, an der Spitze mit einer kleinen Ausstülpung. Häufig ist an der Spitze noch zur Reifezeit der Griffel und die Narbe vorhanden. Die Oberfläche ist rau und manchmal leicht mit Längsrippen versehen. Unter der dicken, fleischigen Schale findet sich nur wenig Fruchtfleisch. Dieses ist sauer und wenig saftig, es enthält die Samen.

Bedeutung im Judentum[Bearbeiten]

Leopold Pilichowski: Sukkot, 1894/95, Jüdisches Museum, New York

Der Etrog spielt während des jüdischen Sukkotfestes eine wichtige Rolle. Er gehört zu dem im 3. Buch Mose 23, 40 vorgeschriebenen Feststrauß, der aus Palmzweig (Lulav), Myrtenzweig (Hadassim), Bachweide (Arawot) und Paradiesapfel (Etrog) gebildet wird. Wörtlich wird letzterer als „Frucht des Baumes Hadar“ bezeichnet, gemäß dem babylonischen Talmud, Traktat Sukka 34 als Etrog bezeichnet und traditionell mit dem Apfel des Paradieses identifiziert, von dem Adam genommen hat (gemäß Midrasch Bereschit Rabba 16a). Deshalb heißt der Etrog auch Adamsapfel oder Paradiesapfel.

Etrogschale aus Augsburg, um 1680

Die beim Sukkotfest gebrauchte Frucht muss unversehrt sein, rein und fleckenlos. Die Pitum genannte Spitze darf nicht abgebrochen sein; Arten, die von Natur aus keine solche Bekrönung besitzen, werden aber auch akzeptiert. Der Etrog darf nicht von einem veredelten Baum stammen. Besonderen Wert verleiht einem Exemplar eine manchmal vorkommende rillenartige Einkerbung, die als Adamsbiss bezeichnet wird.

Während des Gebetes wird der Etrog in der linken Hand gehalten, während die anderen drei Pflanzen zusammengebunden in der rechten Hand gehalten werden. In der haggadischen Literatur wird der Feststrauß vielfach symbolisch gedeutet, z. B. als Sinnbild Israels und seiner Gliederungen, als Sinnbild der Erzväter und -mütter und ihrer Tugenden, oder als Verherrlichung Gottes und seiner Eigenschaften (Wajikra Rabba 30). Im Volksglauben beißen schwangere Frauen den Pitum der Frucht ab, um die Schmerzen bei der Geburt zu verringern. Außerdem soll der Etrog unfruchtbaren Frauen helfen.

Im Kunsthandwerk wird der Etrog vielfach dargestellt. Besondere Ausprägung fand der Etrogbehälter, in dem die Frucht aufbewahrt wird. Desgleichen gibt es Etrogschalen, die kunstvoll verziert sein können. Auf antiken Synagogenmosaiken wurden oftmals Etrog und Lulav dargestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Louis Loeb : Esrogdose, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 6, 1968, Sp. 40–42
  • W. Reuther, H. J. Webber, L. D. Batchelor (Hrsg.): The Citrus Industry. Bd. 1 & 2. University of California. 1967 (online)
  • Jüdisches Lexikon. Bd. II. Jüdischer Verlag, Berlin 1927
  • Jüdisches Fest, Jüdischer Brauch. Jüdischer Verlag, Berlin 1936

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Etrog – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]